Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 5. September 2010
Bei der moderierten Podiumsdiskussion am 28. September in der Universität Zürich stehen 4 Lebensmodelle und die Frage, ‚wie lassen sich die zwei Lebensbereiche Familie und Karriere vereinbaren?’ im Fokus.
Auf dem Podium diskutieren Menschen ihre Erfahrungen jenseits vom «Hausfrau & Brotverdiener»-Modell. Was war ihnen bei ihren Entscheidungen wichtig, welche Prioritäten und Überzeugungen spornten sie an? Was braucht es, damit Partnerschaft, Elternschaft und Karriere gleichzeitig gelingen?
Es diskutieren:
- Dr. sc. nat. Gabriela Schaepman-Strub, Oberassistentin Institute of Evolutionary Biology and Environmental Studies UZH
Prof. Dr. sc. nat. Michael E. Schaepman, Professor am Geographischen Institut UZH
Kinder: einen Sohn (7) und eine Tochter (5)
- Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Professorin am Zentrum für Religion, Wirtschaft, Politik, Theologische Fakultät UZH
Dr. med. Valdo Pezzoli-Olgiati, Chefarzt Kinderabteilung Regionalspital Lugano
Kinder: zwei Söhne (12 und 8 )
- RA lic. iur. Stephanie Gerwe Harder, Head of Employment Law Credit Suisse AG
RA Dr. iur. Wolfgang Harder, Rechtsanwalt
Kinder: einen Sohn (10) und eine Tochter (8)
- Dr. iur. Kathrin Arioli, Leiterin Fachstelle für Gleichstellung Kanton ZH
Kinder: einen Sohn (18) und eine Tochter (14)
Nähere Informationen und einen Flyer zum Download gibt es hier.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 4. September 2010
Ezra Klein zitiert in der Washington Post die Erfahrungen von Nathan Hegedus und bezeichnet die Politik in Schweden als gutes Beispiel, wie Politik die Wünsche von Vätern, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu wollen, unterstützen und eine Kultur der Anerkennung aktiver Vaterschaft aufbauen kann.
‘If you had asked me in, say, 2001, if I would ever take a long paternity leave, I would have answered, „Yeah, sure,“ because I was a liberal guy — but then ignored my own answer because I was also an ambitious, career-driven type. Then I married a Swede, and we moved to a small town outside New York City that was close to no family or friends. Out of necessity, and my wife’s Swedish expectations, I got deeply involved in our upcoming baby’s life, though probably still no more than many American dads-to-be. We had a rough ride. My wife had bad doctors and a bad back, and we lived in a house covered with lead paint and infested with bats, rats, and bedbugs. It all began to seem overwhelming. In the end, almost more than my wife, I pushed for the move to Sweden, to the promise of parental leave, shorter work days, five weeks of vacation, and unlimited paid sick days if your kid falls ill.[…]
Over the past 15 years, the streets of Stockholm have filled up with men pushing strollers. Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 3. September 2010
… gibt es im Donau-Ries-Kreis. Der Landkreis liegt bayernweit an der Spitze. Im Bundesvergleich liegt der Landkreis Donau-Ries auf Platz drei. Laut Bundesamt hat er bei den Vätern, die im Zeitraum von Januar 2008 bis März 2010 Elternzeit beziehungsweise Elterngeld beanspruchten, einen Anteil von 34,7 Prozent.
Landrat Rößle: „Dass die Zahl der Väter, die aufgrund ihres neugeborenen Kindes Elternzeit in Anspruch nehmen, in unserem Landkreis bayernweit am höchsten ist, ist ein Hinweis dafür, dass der Landkreis Donau-Ries dem bundesweiten Trend hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereits einen Schritt voraus ist. Dies unterstreicht auch die kürzlich veröffentlichte Nachricht, dass unser Landkreis entgegen der allgemeinen rückläufigen Entwicklung einen Geburtenzuwachs verzeichnen kann.“
Der Landkreis dürfe sich nun zwar nicht zurücklehnen und müsse auch weiterhin offensive Familienpolitik betreiben: „Im Hinblick auf das bisher Erreichte dürfen die politisch Verantwortlichen im Kreis aber durchaus auch ein klein wenig stolz sein.“
Vorbilder wirken: Bekanntlich ist Rößle mit gutem Beispiel vorausgegangen und hat selbst schon zwei Monate Elternzeit genommen.
Quelle
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 2. September 2010
Das Thema soziale Kontakte und drohende Vereinsamung ist für viele Väter ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung über die Dauer der Elternzeit. Viele Kontakte und Netzwerke sind über den Beruf geprägt und bei einer längeren Abwesenheit vom Job sehen sich viele Väter abgehängt. Tagsüber sind die ehemaligen Kumpels kaum für längere Gespräche erreichbar.
Vaeter-nrw hat mit einem Vater gesprochen, der im Februar für 2,5 Jahre in die Elternzeit gegangen ist:
‚ … vaeter-nrw.de: Haben sich durch die Elternzeit neue soziale Kontakt entwickelt?
Volker Reimann: Teilweise schon. Ich führe jetzt weiter, was meine Frau in ihrer Elternzeit mit unserer Tochter begonnen hat. Zum Beispiel gehe ich regelmäßig zu einem Babykurs und treffe mich mit einer Kollegin meiner Frau, die zur etwa gleichen Zeit ein Kind bekommen hat. Dort hat unsere Tochter Kontakt zu Gleichaltrigen. Bis vor kurzem traf ich mich auch einmal in der Woche mit einem anderen Vater in Elternzeit. Wir haben beim gemeinsamen Frühstück Erfahrungen ausgetauscht und sind dann mit den Kindern auf einen der umliegenden Spielplätze gegangen.
Doch dieser Vater ist inzwischen wieder an seinem Arbeitsplatz. Mir ist es nicht so wichtig, ob ich mich mit einem Mann oder einer Frau austausche. Es kommt immer auf den einzelnen Menschen an und ob der mir liegt. Außerdem ist meine Zeit ja begrenzt, denn auch Einkäufe und Hausarbeiten nehmen eine gewisse Zeit in Anspruch.’
Das ganze Interview können Sie hier lesen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 1. September 2010
Väter brauchen keine Gebrauchsanleitung für das Vatersein. Vater sein, das ist eine Herausforderung, ein Abenteuer, in das man sich mit Lust stürzen sollte und das man prima meistert, weil man mit Leidenschaft herangeht. So sieht es der Schauspieler Hans-Werner Meyer, der in seiner Eigenschaft als Botschafter der Karl-Kübel-Stiftung am 26. August das Papa-Café im Papaladen besuchte.
Seine Begeisterung für das Abenteuer Vatersein konnte man spüren: Der zweifache Vater unterhielt sich engagiert mit den Besuchern des Papa-Cafés über den Alltag des Vaterseins.
Zu Beginn des Papacafés hatte Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstand der Karl-Kübel-Stiftung, hervorgehoben, dass die Bewerbung des Papaladens um den mit 50.000 Euro dotierten Karl-Kübel-Preis besonders willkommen sei: „Der Papaladen ist ein ganz besonderes Netzwerk. Wir brauchen Leuchttürme wie den Papaladen, um auch andere zu motivieren.“
Die Preisverleihung findet am 6. September in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt statt. Außer dem Papaladen sind fünf weitere Projekte nominiert. Es bleibt also bis zuletzt spannend, denn es kann nur maximal drei Preisträger geben.
Ich drücke dem Papaladen schon jetzt ganz fest die Daumen und werde die Entscheidung am kommenden Montag hautnah miterleben.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 1. September 2010
In den vergangenen Jahren habe ich an dieser Stelle regelmäßig Nathan Hegedus aus deinem Blog Daddyland zitiert. Dort hat er die Erlebnisse seiner mehrjährige Elternzeit und die schwedische Väterpolitik aufgearbeitet.
Heute ist für ihn eine neue Zeitrechnung angebrochen, mit dem Kauf einer neuen Monatskarte für die U-Bahn hat er Daddyland verlassen. In seinem gestrigen Blogbeitrag beschreibt er seine Schwierigkeiten beim Einchecken in die Arbeitswelt.
‚Tomorrow I leave Daddyland. The border check will be when I buy my monthly subway pass, I suppose. For now, I am in a kind of no-man’s land – two days of alone time, waiting around for any emergency calls from my son’s daycare.
… But I’m not cleaning because two days of silence is to be treasured. I had plans but instead I have just laid in bed, not depressed, but reveling in it. The silence was stressful, actually, my head spinning in the sudden freedom of my thoughts, uninterrupted by a toddler holding a book or a preschooler wanting to play “dead fish” (that game is way cooler than it sounds, a NK original).
I’ll actually have more personal space when I leave Daddyland. But somehow in the chaos of my 18 months here (between two kids over three years) I’ve come to a sort of spiritual peace, I’ve prioritized my life in a way that soothes me, not producing anxiety or doubt, I’m fascinated by the whole idea of redefining masculinity and fatherhood, and I started really writing again. …’
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 31. August 2010
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. Dies geht aus dem Monitor Familienleben 2010 des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, den die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, heute vorgestellt hat.
Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Auch in Zukunft soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Kernaufgabe der Familienpolitik sein: 69 % der Bevölkerung und 78 % der Eltern sagen, hier sollte der Schwerpunkt liegen. 2008 waren es 63 % der Bevölkerung.
Die wichtigsten Ergebnisse des Monitors Familienleben 2010:
- Die dringlichen politischen Aufgaben werden zwar noch immer von der Wirtschaftskrise bestimmt: Für 62 % hat zum Beispiel die Eindämmung der Staatsverschuldung Vorrang. Die Familie ist für 78 % der Bevölkerung jedoch weiterhin wichtigster Lebensbereich.
- Familienpolitische Anliegen bleiben für die Mehrheit wichtig: Die Förderung junger Familien (52 %), die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (48 %) und verbesserte Bedingungen für Geburten schaffen (45 %) werden häufiger genannt als etwa die Reform des Gesundheitswesens, die Senkung von Steuern oder der Klimaschutz.
- 42 % der nichtberufstätigen Mütter berichten von schlechter Vereinbarkeit (34 % der Mütter insgesamt). Sie wünschen sich Ganztagsbetreuung von Kindern (54 %), an die Arbeitszeiten angepasste Betreuungszeiten von Kindergärten und Schulen (56 %) sowie eine stärkere finanzielle Förderung (53 %). 60 % der Väter und 41 % der Mütter möchten ihre Arbeitszeit reduzieren. Drei Viertel der Mütter möchten mehr als 20 Stunden arbeiten (75 %), davon 23 % 30 bis 35 Stunden.
- 74 % der Bevölkerung bewerten die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als schlecht. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gilt 87 % der Bevölkerung gilt als wichtige Aufgabe.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 30. August 2010
Früher war alles einfacher. Die Elternrollen in der Familie waren klar verteilt. Der gesellschaftliche Druck, sich in diese Rollen zu fügen, war groß. Mütter verrichteten den inneren Dienst und erzogen die Kinder. Väter verdienten das Geld und waren das Familienoberhaupt.
Mit der aufkommenden Emanzipation und Gleichberechtigung wurden diese Strukturen in Frage gestellt. Jetzt sind diese Wellen wieder etwas abgeklungen. Die Strukturen haben sich verschoben, sie ermöglichen Teilzeitarbeit, neue Rollenmodelle, Rollentausch, Bundesrätinnen. Diese Wege sind heute auch möglich, ohne sich gesellschaftlich zu exponieren.
Von starren und normativen Strukturen, wie eingangs beschrieben, sind wir heute weit entfernt. Im Gegenteil, es gibt viele neue Möglichkeiten für Rollenaufteilungen. Diese Möglichkeiten locken damit, besser zu leben, vielseitiger zu leben, sich zu verwirklichen. Die Wahl zwischen den vielen Modellen – modern oder konservativ – bleibt den einzelnen Paaren überlassen.
Über die Bedürfnisse der Familien und entsprechende Angebote wird viel diskutiert. Auch über die Abwesenheit der berufstätigen Väter von der Familie. Ebenso um moderne Erziehungsmethoden und deren Auswirkungen auf die Zöglinge. Wie aber fühlt sich die Mutter oder der Vater heutzutage? Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 29. August 2010
Lautet der Titel der ZDF Sendung ‚nachtstudio’ am kommenden Sonntag. In der reißerisch formulierten Ankündigung heißt es:
‚Männer können ja gemeinhin alles besser. Und wenn man sie lässt, sind sie selbstverständlich auch die besseren Mütter. Überall sieht man von sich berauschte Väter in der Elternzeit, Männer, die sich für acht Wochen mal „den Luxus gönnen“, wie der „Spiegel“ schrieb, an der Wickelfront so richtig auf- und abzuräumen.
Spätestens mit Einführung des Elterngeldes gibt es ihn, den neuen Vater, die Geburt des Überpapis, der seine innere Glucke neu zu entdecken scheint. Gern genommen von den Verlagen: Die Erlebnis- und Erfahrungslektüre zahlreicher harmoniesüchtiger und durch und durch emotionalisierter neuer Väter, die die neue Kuschelgemeinschaft für sich entdeckt haben, oder auch nicht, wenn Katastrophenalarm und Versagensängste bei dauerhaftem Einsatz auf der Tagesordnung stehen. Vorbei offenbar die Zeiten des fuck and run, als Väter nach vollzogener ehelicher Pflicht eher als Nestflüchter denn als Nestgestalter galten.
Doch jetzt ist er zu Haus, der neue Vater. Diesem modernen Typus von Mann widmet sich sogar eine eigene Forschungseinrichtung, die Väterforschung, die ihm eine außerordentliche Feinfühligkeit beim Spielen mit seinen Kindern bescheinigt und die einzigartige Weise bejubelt, wie diese Väter ihre Kinder fördern.
- Gibt es die „Neuen Väter“ wirklich?
- Was bringt das neue Sorgerechtsurteil für ledige Väter?
- Wie viel Kerl steckt noch im neuen Vater?
- Erleben wir gar eine Östrogenisierung des Mannes?
- Wie viele „Neue Väter“ gibt es?
- Ist der „Geronto-Vater“ tatsächlich Trend?
- Welche Väter-Vorbilder spielen noch heute eine Rolle?
- Wie prädestiniert sind Männer fürs Vater-Sein?
- Ist der neue Vater schlimmer als der alte?
- Steckt hinter dem vermeintlich „Neuen Vater“ doch nur das alte Muster des „Scheißkerls“?’ Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 28. August 2010
Der Väteraufbruch für Kinder (VAfK) sich mit einer ungewöhnlichen Idee in die Diskussionen um das neu zu schaffende Gesetz zum Sorgerecht eingeschaltet. Dem Nachrichtenmagazin FOCUS zufolge fordert der Verein Väteraufbruch für Kinder, bei Konflikten zwischen den Eltern einen so genannten Kooperationsmanager einzusetzen. Diese Person solle mit gleichen Rechten ausgestattet sein wie Eltern, also auch das Sorgerecht erhalten.
Bundesvorstand Rainer Sonnenberger sagte FOCUS: „Wir halten dies für eine demokratische Lösung, denn die Eltern müssten dann zusammen mit dem Kooperationsmanager agieren. In Streitfällen könnte der Dritte eine schnelle Entscheidung herbeiführen.“ Als Schlichter sollen seiner Ansicht nach Familienpsychologen oder Mediatoren fungieren, die per Gerichtsbeschluss ein zeitlich befristetes Sorgerecht für ein Trennungskind erhielten.
Ich bin auf Details zu diesem Vorschlag gespannt.
Quelle
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