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Vaterschaft wirkt sich positiv auf die Arbeitsleistung aus

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 19. November 2010

Fast 75 % der Beschäftigten der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld sind Männer – viele von ihnen Väter. „Mit Vätern rechnen – Innovative Personalarbeit mit Vätern“ heißt daher ein neues, im Rahmen des Wettbewerbs familie@unternehmen.NRW ausgezeichnetes und gefördertes Projekt, das dazu beitragen soll, eine väterbewusste Personalpolitik in der Unternehmenskultur zu verankern. Die Ergebnisse der dazu durchgeführten Umfrage unter Beschäftigten und Führungskräften liegen vor und wurden am 17. November 2010 auf einer Transferveranstaltung vorgestellt.

„Ich denke, eine Vaterschaft hat positive Folgen für den Beruf. Ich habe den Eindruck, dass Väter flexibler und mobiler sind“, sagte eine Führungskraft in der Umfrage, die Organisationsberater Hans-Georg Nelles im Auftrag der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld unter dortigen Beschäftigten und Führungskräften durchführte. Die Online-Umfrage unter den Beschäftigten, an der sich 200 Mitarbeiter – etwa 95 % von ihnen Väter – beteiligten, sowie Interviews mit 70 Führungskräften aus allen Unternehmensbereichen sind Herzstück des Projekts.

„Wir haben uns mit diesem Projekt damals beworben, weil die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld eine väterbewusste Unternehmenskultur fördern will“, sagt Hans-Georg Nelles, der mit seinem Unternehmen „Väter & Karriere“ Betriebe dabei unterstützt, die Potenziale von Väter zu sehen und noch besser zu nutzen. „Führungskräfte spielen bei der Umsetzung eine Schlüsselrolle. Mit ihrem Verhalten und ihren ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen an die Beschäftigten prägen sie die Bedeutung, die Familienfreundlichkeit im Unternehmensalltag hat.“ Deshalb gab es persönliche Interviews mit Führungskräften, in denen darum ging, herauszu­finden, wie sie Vaterschaft sehen, wie sie mit Vätern in Elternzeit umgehen und deren Ansehen einschätzen, wie sie Führung mit reduzierter Stundenzahl beurteilen, was sie über Angebote für Väter im Unternehmen wissen und welche Erfolgsfaktoren sie für das Projekt für relevant halten. In einer Online-Befragung wurden Mitarbeiter ebenfalls zu väterspezifischen Themen befragt.

Überraschenderweise bemerken Führungskräfte sowie Mitarbeiter einen positiven Zusammenhang zwischen Vaterschaft und beruflicher Leistung. Weiterlesen »

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Innovative Personalarbeit mit Vätern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 18. November 2010

Väter übernehmen zunehmend mehr Verantwortung bei der Erziehung ihrer Kinder. Im Berufsleben stoßen sie mit ihren Wunsch nach mehr Freiräumen für die Familie jedoch vielfach auf Unverständnis. Nicht so in der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld, die als eines der bundesweit ersten Unternehmen begonnen hat, Vätern neue Wege für eine Balance zwischen Beruf und Familie zu ermöglichen.

Stehen bislang die Interessen der Mütter im Fokus familienfreundlicher Arbeitsplätze, weiten die Stadtwerke Bielefeld diese Angebote nun auch auf Väter aus. „Immer mehr Väter signalisieren Interesse an einer aktiven Vaterschaft“, so Karin Schrader, Gleichstellungsbeauftragte der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld, „aber nur wenige setzen diesen Wunsch in berufliche Änderungen um.“

Hinderungsgründe seien Sorge um die Akzeptanz im Betrieb und Unwissenheit über neue Arbeitszeitmodelle. „Mit unserem Projekt „Mit Vätern rechnen“ zielen wir auf eine Unternehmenskultur, die beide Elternteile gleichberechtigt im Blick hat“, ergänzt Personalleiter Volker Wilde. „Wir wollen ein positives Klima im Betrieb schaffen, Barrieren abbauen und den Wunsch nach mehr Zeit mit Kindern erfüllen.“ Erster Schritt auf diesem Weg waren Befragungen der Führungskräfte der Unternehmensgruppe.

  • Was denken sie über aktive Vaterschaft?
  • Wie erleben sie Väter, die in Elternzeit gehen oder ihre Arbeitszeiten der Kinder willen reduzieren?
  • Kann Führung mit reduzierter Stundenzahl gelingen?

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Väter in Kindertagesstätten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 17. November 2010

Kinder brauchen Männer – und zwar von Anfang an. Doch besonders bei der Betreuung in Krippe und Kindergarten ist der Männeranteil sehr gering. Das hat viele Gründe: die nicht gerade üppige Bezahlung und die minimalen Aufstiegschancen sind als äußere Eckpunkte zu nennen. Doch auch das generell weiblich dominierte Ambiente der Einrichtungen wirkt auf Männer nicht immer einladend. Wir haben Experten – männliche und weibliche – befragt, was sich ändern muss, damit mehr Männer im Kindergarten aktiv sind.

Doch nicht nur die Erzieher, auch die Väter spielen eine wichtige Rolle bei den ersten Schritten des Kindes außerhalb der Familie.

  • Wie können sie die Eingewöhnung des Kindes in der Tagesstätte begleiten?
  • Wie engagieren sich Männer im Alltag der Einrichtung?
  • Lässt sich seit Einführung der Vätermonate eine Trendwende erkennen?

Wichtige Fragen, deren Antworten väterzeit.de in einem Schwerpunkt gebündelt hat. Die Themen im Einzelnen:

Männer in Kitas – wirklich erwünscht? Nur wenige Männer arbeiten in Kindergärten. Das liegt aber nicht nur an der Bezahlung dem Renommee des Arbeitsplatzes. Gerade die Kolleginnen wollen oft keinen Mann im Team, sagt Gender-Fachfrau Melitta Walter.

„Wir müssen Jungen eine Zukunft im Erzieherberuf bieten!“ Um mehr Männer für den Erzieherberuf zu begeistern, müssen sich die Strukturen in den Einrichtungen ändern. Und die Ausbildung muss stärker auf die Belange von Männern hin ausgerichtet werden. Was sich ändern muss, erläutert im Gespräch Prof. Dr. Holger Brandes.

„Kinder haben das Recht, täglich Männern zu begegnen!“ Väter sind im Kindergarten immer stärker präsent, auch jenseits der üblichen Hol- und Bringdienste. Martin Verlinden sagt, welche Veränderungen damit auf die Kitas zukommen und wie Väter am besten einzubeziehen sind.

Männer in Kitas! „Wir sind in Deutschland mehr als 12.000“, rief Tim Rohrmann, Diplom-Psychologe in einem Forschungsprojekt der Universität Innsbruck. „Das ist doch keine kleine Randgruppe!“ Die etwa 200 Zuhörer, vor allem Erzieher und Fachpublikum, klatschten laut Beifall. „Männer in Kitas“ hieß die Tagung, zu der die Gewerkschaft verdi und die Fachhochschule Hannover eingeladen hatten. Weiterlesen »

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Welche Gewaltdynamiken bestehen in Paarbeziehungen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 16. November 2010

Im Gespräch mit Miriam Hollstein über seine Studie „Männer – die ewigen Gewalttäter?“ räumt Peter Döge mit einigen Klischees auf.

‚Berliner Morgenpost: Herr Döge, Männer sind Täter, Frauen Opfer – alles falsch?

Peter Döge: Es ist nicht komplett falsch, aber es kommt darauf an, wie man sich dem Thema nähert. Wenn man Gewalt nicht differenziert, sondern nur als schwere körperliche Gewalt definiert, stimmt das Schema. Aber das ist problematisch, weil es nicht klarmacht, welche Gewaltdynamiken sich da zwischen den Beteiligten abspielen.

Berliner Morgenpost: Aber es ist doch ein Unterschied, ob ein Mann seine Frau schlägt oder eine Frau zu ihrem Mann „Du Idiot“ sagt …

Peter Döge: Vielleicht für die einmalige Gewalthandlung. Aber man geht heute davon aus, dass psychische Gewalt auf Dauer dieselben Folgen haben kann wie physische Gewalt. Abgesehen davon machen die schweren Gewalthandlungen bei den männlichen Taten gegen die Partnerin nur ein Fünftel aus. Die anderen 80 Prozent sind Schreien und leichte körperliche Gewalt – und da unterscheiden sich Männer und Frauen nicht so besonders: Auch Frauen treten und verteilen Ohrfeigen.

Berliner Morgenpost: Kritiker solcher Studien sagen, damit würde die Gewalt an Frauen verharmlost.

Peter Döge: Die Frage ist doch, was man mit solchen Studien will. Will man Geschlechterthesen belegen, die einfach nicht mehr stimmen, oder will man einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten? Ich habe häufig den Eindruck, in der feministischen Gewaltdebatte geht es oftmals gar nicht so sehr um Gewaltprävention, sondern vielmehr darum, immer wieder eine Ideologie bestätigt zu bekommen. Aber wenn man akzeptiert, dass auch Frauen physisch gewalttätig sind, muss man doch fragen, welche Gewaltdynamiken da in Paarbeziehungen bestehen. Nur so kann man wirklich präventiv tätig sein.‘

Quelle

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Elternzeit als Fortbildungsprogramm für Führungskräfte

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 15. November 2010

Viele Väter befürchten einen Karriereknick durch die Elternzeit. Gerade für vielbeschäftigte Führungskräfte kann eine Auszeit aber von Vorteil sein – quasi als Fortbildung im Leben.

Dabei ist es wichtig, dass man mit seinem Chef offen und vor allem frühzeitig über die geplanten Vätermonate spricht. Dann gelinge der vorübergehende Ausstieg meist reibungslos. Denn der Chef muss möglicherweise Projekte neu besetzen und die Personalplanung ändern. Wer sich vor dem Gespräch überlegt, welche Probleme auf den Vorgesetzten zukommen, hält am besten schon Lösungen bereit.

„Es ist immer gut, Kooperationsbereitschaft zu zeigen“, rät Julia Funke Laufbahnberaterin aus Frankfurt am Main:. Vielleicht kann man sich darauf einigen, einen Tag in der Woche für wichtige Kunden erreichbar zu sein. Laut Gesetz dürfen Väter und Mütter in Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Generell gilt: „Zwei Monate Väterzeit machen am wenigsten Karriereprobleme“, sagt Funke. Je länger Väter wegbleiben, desto schwieriger könne es aber werden. „Dann tritt derselbe Effekt ein wie bei Frauen auch: Interessante Projekte laufen ohne einen weiter, und man ist erst einmal raus.“ Dadurch könne ein Karriereknick entstehen. Ein Karrierekiller sei das aber meist nicht.

Andererseits können ein oder zwei Monate Väterzeit gerade für Führungskräfte von Vorteil sein. „Es gibt Seminare und Workshops, die darauf abzielen, Führungskräfte aus dem Alltag rauszuholen, um ihnen neue Erfahrungen und Blickwinkel zu ermöglichen“, sagt Hans-Georg, Karrierecoach Huber aus Freiburg.

So gesehen ist die Elternzeit geradezu ein Fortbildungsprogramm, das den eigenen Horizont erweitern kann. „Der 24-Stunden-Job als Vater ist für viele Männer eine neue Welt mit umgekehrten Vorzeichen. Weiterlesen »

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Männer – Täter und Opfer von Gewalt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 14. November 2010

So lautete der Titel der Tagung der Evangelischen Männerarbeit am vergangenen Samstag in Hannover bei der die Sonderauswertung der Studie ‚Männer in Bewegung’ zum Thema Gewalt vorgestellt wurde.

Es ist ein einfacher und bekannter Fakt – und doch erregt er immer wieder Aufsehen: Männer sind generell häufiger Opfer von Gewalt als Frauen. Der Sozialwissenschaftler Peter Döge hat diesen Befund gerade wieder erhoben. Befragt wurden dazu 1.470 Männern und 970 Frauen.

Da im Allgemeinen Männlichkeit mit Täterschaft identifiziert wird, sorgt schon diese einfache Erkenntnis für Irritationen: 45 % der befragten Männer gaben an, Gewalt erlitten zu haben, gegenüber 41 % der Frauen. Dabei unterscheidet die Studie zunächst nicht zwischen Gewalt zwischen Männern im öffentlichen Raum und Gewalt in Paarbeziehungen.

Dass Frauen Gewalt ausüben, verschwindet laut Döge erstaunlich oft vom Radar: 30 % der befragten Frauen waren Täterinnen, gegenüber 35 % der Männer. Entgegen dem universellen Klischee vom männlichen Täter sei zu betonen: „65 % aller Männer sind gewaltfrei.“

Das liegt auch an den unterschiedlichen Ansätzen der Gewaltforschung. Den einen nannte Döge ‚women violence studies’ und verglich ihn mit einer Taschenlampe. Diese beleuchtet den Bereich auf den das Erkenntnisinteresse gerichtet ist. Der andere Ansatz, die ‚conflict tactic scale’ nimmt die verschiedenen Eskalationsstufen und die Vorgeschichte einer Gewalthandlung mit in den Blick.

Es geht aber keineswegs darum, verschiedene Gewalttaten gegeneinander aufzurechnen sondern Gewaltentstehung durch einen systemischen Ansatz möglichst zu verhindern und Männern und Frauen, die Gewalt erlitten haben, passende und professionelle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.

Die Studie wird im kommenden Frühjahr als Buch mit dem Titel ‚Männer – die ewigen Gewalttäter? Gewalt von und gegen Männer in Deutschland’ erscheinen.

Quelle

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Führungskräfte nehmen Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 13. November 2010

„Der Anteil von Vätern in Elternzeit ist unter Führungskräften besonders hoch“, sagt Nora Reich, Ökonomin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Reich entkräftet damit die verbreitete Vorstellung, dass sich besonders Führungskräfte schwer damit tun, Beruf und Familie zu vereinbaren. Die Mitarbeiterin des HWWI hat in einer Studie festgestellt, dass sich die Chance der Inanspruchnahme von Elternzeit durch erwerbstätige Väter deutlich erhöht, wenn diese in einer Führungsposition, unbefristet beschäftigt oder in einem großen Unternehmen tätig sind.

Es gibt sogar schon Unternehmen, in denen die Gruppe der Väter, die länger als ein Jahr in Elternzeit gehen, inzwischen fast so groß ist wie die Gruppe derjenigen, die bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen. Dabei werden häufig Elternzeit, Teilzeit und die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, gezielt miteinander kombiniert.

Um das realisieren zu können, überlegen Mitarbeiter, Führungskraft und Kollegen gemeinsam im Vorfeld, wie die Elternzeit arbeitsorganisatorisch am sinnvollsten gestaltet werden kann. Rechtliche Ansprüche auf Biegen und Brechen durchzusetzen, ist dagegen nicht unbedingt von Erfolg gekrönt, berichten die Unternehmen.

Wie der Spagat zwischen Führungs- und Vaterrolle gelingen kann, lebt Alfred Lukasczyk, Head of Employer Branding bei der Evonik Industries AG in Essen, vor. „Die Familie darf nicht auf der Strecke bleiben“, sagt Lukasczyk. Im Frühjahr war Lukasczyk zwei Monate in Elternzeit. Jetzt bringt er an drei Tagen in der Woche seine zweijährige Tochter in die Kindertagesstätte von Evonik und arbeitet an einem Tag in der Woche in ihrer Anwesenheit im Home-Office.

Für Lukasczyk liegt es in der Regel nicht an den Unternehmen, sondern an der Courage des Einzelnen, wenn Führungskräfte nicht die Möglichkeit nutzten, in Elternzeit gehen zu können. „Auch ich habe mich zunächst gefragt, ob es Gründe gibt, die dagegen sprechen“, meint Lukasczyk.

Um die zweimonatige Elternzeit aber dann doch zu ermöglichen, hat der Personalmarketingleiter gemeinsam mit seinem Vorgesetzten wichtige Arbeitsprojekt so gestaltet, dass während seiner Abwesenheit nichts „Dramatisches“ passieren kann.

Strategische Aufgaben wurden von Kollegen in der Abteilung übernommen und andere von operativen Einheiten. Im Prinzip seien Führungskräfte ersetzbar, meint Lukasczyk. In laufenden Projekten sei der Einzelne allerdings bedingt durch die Vernetzung untereinander und die hohen kommunikativen Anforderungen zuweilen unentbehrlich. Wenn Führungskräfte in Elternzeit gehen wollten, müsse diese daher arbeitsorganisatorisch gut vorbereitet werden.

„Das geht nicht parallel“, Weiterlesen »

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Väterkarenz tut Vätern, Kindern und Unternehmen gut

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 12. November 2010

„Die SPÖ-Frauen* setzen sich seit Jahren dafür ein, dass mehr Väter in Karenz gehen“, so Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz anlässlich der gestern präsentierten Kampagne „Echte Männer gehen in Karenz“ von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek. „Theoretisch können sich viele Väter vorstellen, in Karenz zu gehen, die Praxis sieht jedoch anders aus: nur 5 Prozent der Jungväter geht auch tatsächlich in Karenz“.

Bisher haben viele Familien aus finanziellen Gründen oftmals darauf verzichtet, dass auch der Mann in Karenz geht. Mit dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld ist es nun für Väter einfacher in Karenz zu gehen.

Die von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek präsentierte Kampagne ist eine gelungene Aktion, um das Thema Väterkarenz in der Öffentlichkeit positiv zu besetzen. Während jene Väter, die bereits in Karenz waren, einhellig der Meinung sind, dass Väterkarenz dem Kind, der Frau und den Vätern selbst – also der ganzen Familie gut tut, gibt es seitens der Unternehmen nicht immer dieselbe Unterstützung.

Um mehr Väter zu motivieren, auch einen Teil der Karenzzeit zu übernehmen, ist deshalb ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig. „Väter in Karenz dürfen nicht länger als Exoten in ihrer Umgebung wahrgenommen werden. Vor allem Unternehmen müssen sensibilisiert werden, damit es zu einer ‚Alltäglichkeit‘ wird, dass Männer in Karenz gehen“, so Mautz.

Für eine gute Unternehmenspolitik ist es wichtig, auch auf die privaten Lebensumstände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Frauen und Männer, die Vereinbarkeit leben, Weiterlesen »

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Echte Männer gehen in Karenz

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 11. November 2010

Vor einigen Vätern mit kleinen Kindern auf dem Arm präsentierte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Donnerstag die Kampagne „Echte Männer gehen in Karenz“. Die Kampagne besteht u.a. aus Fernseh- und Kinospots und Inseraten, sie kostet etwa 500.000 Euro. Im Oktober lag der Männeranteil bei den Kindergeldbeziehern bei knapp 4,5 Prozent.

Heinisch-Hoseks Ziel: In zehn Jahren sollen 20 Prozent der Väter in Karenz gehen. „Bitte nehmt euch doch diese Zeit“, appellierte die Ministerin an die Männer. Auf einer eigenen Homepage informiert das Ministerium über Väterkarenz. Um die Unternehmen zu sensibilisieren, starte man Ende November gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), den Sozialpartnern und der Industriellenvereinigung außerdem eine Informationsoffensive in der Wirtschaft.

Im Bundesdienst macht die Beamtenministerin ernst: Dort können Väter am dem kommenden Jahr bis zu vier Wochen nach der Geburt ihres Kindes in sogenannte Frühkarenz gehen – mindestens eine, höchstens vier Wochen und muss während des Mutterschutzes, also innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt, bezogen werden. Geld gibt es allerdings keines: Der Papamonat entspricht also einem unbezahlten, versicherten Urlaub.

Derzeit sind knapp 4,5 Prozent der Eltern, die Kindergeld beziehen, Männer. Am häufigsten bleiben die Wiener Väter zu Hause, am seltensten die Vorarlberger. Am höchsten ist der Anteil an Vätern in Karenz bei Selbstständigen und Bauern

Quelle

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Wenn der Vater fehlt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 10. November 2010

Wer seinen leiblichen Vater niemals kennengelernt hat, leidet darunter ein Leben lang, sagt der Psychoanalytiker Horst Petri im Interview der neuen Ausgabe von GEO WISSEN zum Thema „Väter“

… Bei der Generation der heutigen jungen Väter ist die Vaterentbehrung meist eine Folge der Trennung der Eltern. Ändert sich damit auch die Symptomatik?
Diese Männer verleugnen den frühen Schmerz meist völlig, sagen, dass der Vater schon lange kein Thema mehr für sie ist, weil sie ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben und sie bei der Mutter aufgewachsen sind. Aber dann sitzen die plötzlich bei mir und brauchen Hilfe. Ich habe vier Patienten im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, die alle kleine Kinder haben. Die Frauen halten es mit den Männern nicht mehr aus, weil sie unfähig sind, empathisch auf die Familie einzugehen. Sie sind sehr leistungsorientiert, sehr tüchtig und erfolgreich – aber emotional wie zugeschnürt.

Immerhin kommen diese Männer überhaupt zu Ihnen.
Oft aber erst nach einer Trennung, oder wenn die Frau ihnen gesagt hat, dass sie sich trennen will. Für die Männer bricht eine Welt zusammen, sie sind oft völlig hilflos, entwickeln schwere Verlassensängste und Depressionen. In den Gesprächen stellt sich dann heraus, dass sich diese Männer bislang kaum um die Kinder gekümmert haben, sie aber nun wie wild um die Familie kämpfen. Sie versuchen ihre Schuldgefühle loszuwerden und sich als guter Vater zu profilieren, alles Versäumte nachzuholen. Dabei sind sie häufig so überfürsorglich und vereinnahmend, dass die Kinder in ihrer freien Entwicklung erheblich eingeschränkt werden.

Und das ist eine Folge der eigenen Vaterentbehrung? Weiterlesen »

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