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lebe deinen Traum!

Lass das doch den Papa machen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 9. Januar 2011

Auf dem Spielplatz ist die Hölle los. Mitten drin steht ein Vater und sieht gelassen zu, wie sein ungefähr vierjähriger Sohn einen Roller den steilen Weg des Rutschenbergs hinaufschiebt. Oben dreht der Bub um und macht sich zur Talfahrt bereit. Plötzlich wird die Mutter auf die Szene aufmerksam. Mit einem Schrei rennt sie los und fängt das Kind nach den ersten Metern ab.

Das Ergebnis ist ein heftiger Wortwechsel, dessen Kernaussagen weithin zu hören sind: „…viel zu gefährlich“ – „…hat doch eh einen Helm auf“, – „…wirklich verantwortungslos“ – „…echt hysterisch“, – „…wird keine 18 werden“ – „…bisher auch nichts passiert“. Die Eltern sind sauer, das Kind aufgelöst, aber parteiisch: „Jetzt lass doch den Papa machen.“

Solche Auseinandersetzungen sind in Partnerschaften mit Kindern gar nicht so selten. Und werden wohl auch nicht weniger werden, im Gegenteil, immer mehr Väter bringen sich in die Erziehung ihrer Kinder ein und übernehmen Verantwortung.

So mancher dieser „neuen Väter“ klagt allerdings darüber, dass man ihn eben nicht „machen lässt“. Viele Mütter finden es schwer, in der Zeit, in der der Vater für das Kind zuständig ist, die Kontrolle abzugeben. Diese Unfähigkeit loszulassen nimmt viele Gestalten an: Im besten Fall sind es häufige Kontrollanrufe, im schlimmsten Fall ständige Bevormundungen und Streitereien, die die Beziehung ernsthaft belasten können. „Mütter tun sich wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad schwer damit, dass die Dinge auch ohne sie so gut laufen wie mit ihnen – nur halt anders“, meint auch Hubert Nagele, selbst „begeisterter Vater“ und gemeinsam mit Sylvia Rechberger und Werner Stenzel Betreiber der Internet-Plattform „freshdads“.

Bei aller Sympathie für die Fürsorglichkeit der Mütter schlagen sich Experten allerdings klar auf die Seite der Väter. „Lasst doch den Männern ihren Stil“, forderte etwa der Familientherapeut Achim Schad: „Wenn ihr sie ein bisschen in Ruhe machen lasst, haben sie richtig Spaß daran und die Kinder profitieren sehr.“

Die Stärken der Väter sind dabei genau das, was viele Mütter als Schwächen empfinden. „Mütter agieren eher fürsorglich, behütend, manchmal übervorsichtig“, erklärte Familienexperte Schad seinen Zuhörern. „In der Erziehung von Vätern haben mehr Aktionen mit einer gewissen Risikobereitschaft Platz.“ Weiterlesen »

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Väter engagieren sich stärker in Vereinen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 8. Januar 2011

Wenn Männer Väter werden, ändern sie ihr Freizeitverhalten. Unterschiede zeigen sich allerdings darin, ob die Väter einen Sohn oder eine Tochter haben.

Dass Männer, die Väter geworden sind, ihre Aktivitäten ins Privatleben verlegen, klingt nicht ungewöhnlich. Dass sich dieses Verhalten auch nicht ändert, wenn die Kinder älter werden, auch nicht. Interessant ist allerdings, dass Väter, die Töchter haben, eher auf private Kontakte verzichten als Väter von Söhnen. Diese besuchen Verwandte und Freunde häufiger als Väter von Töchtern.

Zu diesen Ergebnissen, die in der Ausgabe 3-2010 der Zeitschrift für Familienforschung veröffentlicht worden sind, ist Dr. Matthias Pollmann-Schult von der Universität Bielefeld gekommen, der Daten eines Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 1990-2007 ausgewertet hat. In diesem Zeitraum wurden einmal jährlich Deutsche, Ausländer und Zuwanderer zwischen 18 und 60 Jahren befragt, die Väter minderjähriger Kinder waren.

Pollmann-Schult konnte auch Unterschiede festhalten, was das Verhältnis leiblicher Väter und Stiefvätern zu ihren eigenen Vätern anbelangt. Leibliche Väter verbessern die Beziehung zu ihren Vätern, während sich Stiefväter eher schlechter mit den eigenen Eltern verstehen. Grund dafür, vermutet Pollmann-Schult, ist das traditionelle Familienbild, das viele Großeltern verinnerlicht haben.

Aber auch wenn die persönliche Freizeitgestaltung Einbußen zu verzeichnen hat, ergeben sich Alternativen für die Väter. Sie verpflichten sich stärker in Vereinen und der Kirche als Nicht-Väter.

Quelle

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Die Ritter des Möhrenbreis

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 7. Januar 2011

Geschichten von Vater und Sohn von und mit Björn Süfke. Vater zu sein besteht nicht nur aus Wickeln, Spielen und Schlafentzug. Es ist deutlich komplexer: Zum Beispiel bedeutet es, einen psychologisch fundierten Plan auszuarbeiten, um einem 11 Monate alten Kind die Fingernägel zu schneiden.

Es bedeutet auch, dass man seine Frau gegen die Mutter seines Kindes eintauscht – und dass selbst der mieseste Tag durch zwei Kinderarme um den Hals gerettet werden kann. Der Autor, Vater und Psychologe Björn Süfke geleitet den Mann, mal ernst, mal witzig, mal punktgenau, mal dramatisch überzogen, immer aber mit liebevoller Selbstironie durch die stressigste, verwirrendste und beste Zeit seines Lebens.

Frauen erhalten eine Ahnung davon, wie es im Inneren jenes Mannes aussieht, mit dem sie aufgrund von Impfterminen, Laternenumzügen und abendlicher Erschöpfung seit Wochen kaum mehr ein persönliches Wort sprechen konnten.

Die Lesung „Die Ritter des Möhrenbreis“ am Donnerstag, den 7. April 2011 im Stern – Verlag ist eine Kooperationsveranstaltung der Familienbildungsstätte der ASG und dem Stern-Verlag. Anmeldung und Informationen hier, der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro.

Eine kleine Leseprobe vorab gibt es als pdf zum download.

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Als Berater mit Vollzeit Light und als Vater aktiv

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 7. Januar 2011

Ingo Stadler ist Vater von drei Kindern. Für den Wirtschaftsmathematiker stand immer fest, dass er nicht nur ein Feierabend-Vater sein wollte. Und so reduzierte er schon nach der Geburt seiner ersten Tochter seine Arbeitszeit um 10 %. Seitdem sein drittes Kind da ist, hat er noch einmal reduziert. Stadler arbeitet als Senior Project Manager bei einer renommierten deutschen Beraterfirma. Teilzeit als Consultant? Es geht, auch in der aufstiegsorientierten Beraterbranche.

Deutliche Worte im Gespräch mit dem Vorgesetzten hat Stadler nicht benötigt. Sein Chef hatte damit gerechnet und auch beim Geschäftsführer fand Stadler offene Ohren für sein Anliegen. Seit knapp einem Jahr arbeitet Stadler nur noch an vier Tagen in der Woche: einer im Büro in München, drei weitere unterwegs quer durch Deutschland. Drei Tage seiner Woche gehören der Familie.

Teilzeitarbeit in der Beraterbranche erfordert noch mehr Organisation. Auch mit reduzierter Arbeitszeit muss Ingo Stadler viel reisen. Lübeck, Berlin, Mainz. Die Arbeit vor Ort ist wichtig, um mit den Kunden Strukturen und Prozesse zu analysieren und Strategien zu entwickeln. Häufig laufen zwei bis drei Projekte parallel. „Es ist ein Mangel an Lebensqualität, seine Kinder nicht aufwachsen sehen zu können“, sagt er. Darum achtet der Consultant streng darauf, dass Arbeit, Kinder und Partnerschaft in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Ganz ohne die Rückendeckung seiner Frau geht es aber nicht: Stadlers Partnerin ist eigentlich Lehrerin, setzt aber seit der Geburt der Kinder im Beruf aus, um die 6 und 4 Jahre alten Töchter und den knapp ein Jahre alten Sohn zu versorgen.

Eine klassische Arbeitsaufteilung will Ingo Stadler aber nicht. An seinen freien Tage Ingo Stadler ist es für ihn selbstverständlich, die Kinder in den Kindergarten oder zur Turnstunde zu bringen. Und nachts ist er es, der für das Baby aufsteht. Auch das Kochen übernimmt er – auch an Tagen, an denen er von Zuhause aus arbeitet. Dass er Telearbeit nutzen kann, stellt für den Berater und seine Familie eine Entlastung dar.

Aber die Furcht vor dem Karriereknick spielt eine entscheidende Rolle. Weiterlesen »

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Elterngeld für mehr als 270.000 Väter und Mütter gekürzt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 7. Januar 2011

Nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ sind bundesweit ca. 275.000 Väter und Mütter von den zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Einsparungen beim staatlichen Elterngeld betroffen. Dazu zählen nach bisherigen Schätzungen des Bundesfamilienministeriums knapp 80.000 Hartz-IV-Empfänger, die künftig kein Elterngeld mehr zusätzlich zu Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten. Das Elterngeld wird seit dem 1. Januar 2011 auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet.

Von der Absenkung der Lohnersatzquote beim Elterngeld von 67 auf 65 % ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.240 Euro sind nach Auskunft des Ministeriums etwa 195.000 Väter und Mütter betroffen. Das entspreche rund einem Viertel der etwa 800.000 ElterngeldbezieherInnen.

Die Kürzungen bei der Familienförderung sind Teil des ersten Sparpakets der schwarz-gelben Bundesregierung. Im Etat sind dadurch etwa 650 Millionen Euro für das Elterngeld gestrichen worden. Der weiterhin steigende Anteil der Väter beim Elterngeld erfordert aber auf der anderen Seite eine Ausweitung des Elterngeldbudgets, im Jahr 2010 um einen ebenfalls dreistelligen Millionenbetrag.

Quelle

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Vater – Kind – Kalender 2012

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 6. Januar 2011

In den vergangenen fünf Jahren hat Andreas Gerts den Vater-Kind-Fotokalender mit dem Titel „Zusammen wachsen – Väter und ihre Kinder“ finanziert und herausgegeben. Der Kalender 2011, der 6. Kalender in Folge konnte leider nicht erscheinen. Die Kosten für den Druck in einer Druckerei waren leider zu hoch bzw. im letzten Jahr für den Herausgeber nicht zu stemmen.

Der Kalender für das kommende Jahr 2012 wird aber wieder erscheinen und ist bereits in Arbeit. Die Auswahl der Vater Kind Fotos ist noch nicht abgeschlossen und bis zum 28.2.2011 können noch originelle s/w oder Farbfotos, möglichst hochauflösend, eingesandt werden. Bitte mailen Sie Ihre Bilder direkt an Andreas Gerts.

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Voting für den ehemaligen Väterbeauftragten der Charité

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 5. Januar 2011

Die Berliner Klinik Charité ist das einzige Unternehmen in Deutschland mit einem offiziellen „Väterbeauftragten“ – oder besser: sie war es. Zwei Jahre war der Oberarzt Dr. Jakob Hein Väterbeauftragter -ehrenamtlich. Jakob Hein konnte sich vor Anfragen kaum retten – Beratung zur Elternzeit, zur Teilzeitarbeit, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie viele Anfragen für Fachtagungen waren seine Haupttätigkeiten.

Waren? Nun, die Arbeit ließ sich ehrenamtlich nicht mehr bewältigen. Und Geld wollte die Charité für die Arbeit des Väterbeauftragten nicht bewilligen. Deshalb hat die Charité seit dem 31. Dezember 2010 keinen Väterbeauftragten mehr.

Schade um eine so zukunftsweisende, beispielhafte und öffentlichkeitswirksame Aufgabe! Trotzdem  kann man(n) demonstrieren, wie wichtig der Väterbeauftragte war und und auch zukünftig sein könnte: Mit dem Voting für die „Hochschulperle des Jahres 2010„.

Mit der Stimmabgabe für den Väterbeauftragten der Charité können Sie ein Zeichen setzen. Das Online-Voting läuft nur noch bis zum 15. Januar 2011. Der Sieger erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro.

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Gemeinsames Sorgerecht aus der Perspektive des Kindes betrachtet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 5. Januar 2011

Kittihawk hat das Urteil zum Sorgerecht für nichteheliche Väter mal konsequent aus der Perspektive des Kindes betrachtet:

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Väter als Mitglieder von Internet Communities

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 5. Januar 2011

Im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der WU Wien mit dem Arbeitstitel „Persönlichkeit und die Bereitschaft von Vätern bei Virtuellen Communities teilzunehmen“ werden Teilnehmer für eine Onlinebefragung gesucht.

Die Umfrage richtet sich an Männer, die einmal Kinder haben möchten und Männer, die bereits Väter sind. Sie setzt sich aus vier Teilen zusammen:

  1. Soziodemographische Daten
  2. Fragen zur Internet- und Communitynutzung
  3. Fragen zu Rollenbildern
  4. Fragen zur Persönlichkeit

Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob die Persönlichkeit von Vätern und Männern, die einmal Kinder haben möchten, einen Einfluss auf die Nutzung von Virtuellen Communities hat.

Zur Umfrage gelangen Sie mit diesem Link: www.voycer.de/umfrage.html?sid=34453. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 10 Minuten.

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‚Machos kriegt man in keinen Emanzipationskurs‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 4. Januar 2011

Auch in Österreich stehen die Themen Sorgerecht und Elternzeit oben auf der familienpolitischen Agenda. Im Interview mit ‚Der Standard’ offenbart die Ministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst, Gabriele Heinisch-Hosek ihre Grundsätze zu diesen Themen. Mindestbesuchszeiten statt gemeinsamen Sorgerecht und Pflichtmonate für alle Väter. Welches Männerbild hat diese Frau?

‚… Standard: Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) will die automatische gemeinsame Obsorge …

Heinisch-Hosek: Die verpflichtende gemeinsame Obsorge kommt für mich nicht in Frage.

Standard: … stattdessen machen Sie sich für eine Beratung für unverheiratete Paare und – im Scheidungsfall – für eine rasche Einigung auf Mindestbesuchszeiten für Väter stark. Ein Arbeitskreis sollte bis Jahresbeginn Expertisen dazu abgeben. Gibt es schon irgendwelche neuen Erkenntnisse?

Heinisch-Hosek: Es liegen Vorschläge vor, aber auch viele Gegenargumente zu dem, was meine Regierungskollegin vorhat. Ich kann eine automatische gemeinsame Obsorge absolut nicht akzeptieren, solange Väter sich ihrer Pflichten nicht bewusst sind. 45.600 Kinder etwa werden vom Staat unterhaltsmäßig bevorschusst, weil ihre Väter keinen Unterhalt zahlen. Solange da keine Disziplin der Verantwortung und des Zahlens einkehrt, brauchen wir nicht von einer verpflichtenden Obsorge reden.

Standard: ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm will Emanzipationskurse für Männer. Eine gute Idee?

Heinisch-Hosek: Ich bezweifle, ob das funktionieren kann, denn: Die Machos kriegt man sowieso in keinen Kurs für Emanzipation, die Vernünftigen leben ohnehin eine gleichberechtigte Partnerschaft.

Standard: Laut Ihrer Kampagne gehen ja „echte Männer in Karenz“. Weiterlesen »

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