der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Väter für Studie zum Thema Elternzeit gesucht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 29. Januar 2011

Pause für den Nachwuchs zu Hause: Die so genannte Elternzeit ist seit Januar 2007 neu geregelt. Seitdem erhalten Mütter oder Väter bis zu zwölf Monate lang 67 Prozent ihres Nettolohns, wenn sie im Job pausieren und sich zu Hause um ihre Kinder kümmern. Das Elterngeld wird noch zwei Monate länger gezahlt, wenn auch der andere Elternteil Elternzeit in Anspruch nimmt. So sollten mehr Väter animiert werden, für ihre Kinder zu Hause zu bleiben. Welche Bedeutung die väterliche Elternzeit hat, will Psychologiestudentin Saskia Schwadtke in ihrer Diplomarbeit untersuchen. Sie sucht deshalb noch Eltern, die an ihrer Studie teilnehmen möchten.

Welche Rolle spielt die väterliche Elternzeit für die Interaktion von Vater und Kind? Wie wirkt sich das auf die Interaktion von Mutter und Kind aus? Diesen Fragen will Saskia Schwadtke im Rahmen ihrer Diplomarbeit in der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie der Universität des Saarlandes unter der Leitung von Prof. Dr. Gisa Aschersleben und Dr. Anne Henning nachgehen. Für ihre Studie sucht sie Elternpaare mit Kindern im Alter zwischen acht und 15 Monaten, bei denen neben der Mutter auch der Vater Elternzeit beansprucht oder bei denen ausschließlich die Mutter Elternzeit nimmt.

Die Studie besteht aus einer Sitzung von maximal einer Stunde bei der Familie zu Hause. Dabei spielt jedes Kind für etwa 10 Minuten einmal mit der Mutter und einmal mit dem Vater.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich direkt mit Saskia Schwadtke in Verbindung setzen.

Quelle

Abgelegt unter Elternzeit, Väter | Keine Kommentare »

Mehr Männer in Kitas – Was bringt das neue Modellprojekt?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 28. Januar 2011

Am 1. Januar ist der Startschuss des Modellprojekts gefallen, mit dem Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mehr Männer für den Erzieherberuf gewinnen will. In die gleiche Richtung zielt ein spezielles Umschulungsangebot für Männer, die sich innerhalb von zwei Jahren zum Erzieher ausbilden lassen können. Im Deutschlandfunk ging es im Podcast PISAplus „Mehr Männer in Kitas“ um die Frage: Welche konkreten Gründe sprechen für männliche Erzieher und warum entscheiden sich so wenige für den Beruf?

Tatsächlich ist der Männeranteil beim Erziehungspersonal der Kitas verschwindend gering. Er liegt seit Jahrzehnten stabil bei knapp drei Prozent. Kleinkinderziehung ist also nach wie vor „Frauensache“ und viele Pädagogen fordern seit Langem, dass sich hier etwas ändern müsse, weil kleinen Kindern in der Kita männliche Rollenmodelle fehlten. Kann das Modellprojekt des Ministeriums hier tatsächlich einen Wandel bewirken?

Gesprächsgäste der Sendung am 20. Januar waren:

  • Berkan Kar, Erzieher aus Köln
  • Norbert Hocke, GEW, Leiter des Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit
  • Michael Cremers, Koordinationsstelle „Männer in Kitas“

Außerdem gab es Beiträge zu folgenden Themen:

  • Amelie Ernst: „Pioniere oder Exoten? Zwei Männer machen eine Umschulung zum Erzieher“
  • Dorothea Jung: „Brauchen wir mehr Männer in Kitas und Grundschulen?“

Am 25. und 26. März findet in Köln eine Fachtagung zum Thema ‚Männer in Kitas -hereinholen, stärken, halten!‚ statt.

Hier geht´s zum Podcast.

Quelle

Abgelegt unter Kinderbetreuung, Visionen | 1 Kommentar »

Väterfreundliche Hochschule

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 28. Januar 2011

Am 1. April findet in der Universität Paderborn ein Workshop zum Thema ‚ Vereinbarkeit von Beruf und Vaterschaft – Väterfreundliche Hochschule’ statt. In der Veranstaltung, die im Rahmen der Fort- und Weiterbildung der Universität Paderborn stattfindet, geht es in einer Mischung aus Vortrag, Diskussion und Erfahrungsaustausch um Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Vaterschaft. Chancen und Vorteile einer aktiv gelebten Vaterschaft werden dabei ebenso betrachtet wie Probleme und Schwierigkeiten bei der Suche nach einer befriedigenden Balance von Beruf und Familie.

Im ersten Schritt wird dafür die Bedeutung von Vätern für die Entwicklung ihrer Kinder unter die Lupe genommen. Anschließend geht es um gesetzliche Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Verpflichtungen. Schließlich werden in einer gemeinsamen Arbeitsphase zum Thema „Väterfreundliche Hochschule“ familienfreundliche Maßnahmen an der Universität Paderborn aus Väterperspektive diskutiert, Wünsche zur Vereinbarkeit formuliert und die persönliche Balance von Familie und Beruf in den Blick genommen.

Schwerpunktthemen sind

  • Die Bedeutung von Vätern für ihre Kinder – engagierter Vater – glückliches Kind?!
  • Elterngeld und Elternzeit für Väter – gewinnbringend für alle Beteiligten
  • Workshop „Familienfreundliche Hochschule = Väterfreundliche Hochschule?“

Anmeldungen sind über die jeweiligen Vorgesetzten möglich.

Außerdem startet die Hochschule erstmalig eine kollegiale Beratung für Väter und werdende Väter in der Wissenschaft.

Zielgruppe dieses Angebots sind Nachwuchswissenschaftler der Universität Paderborn, die Kinder haben oder bald Kinder bekommen (möchten) und sich mit Themen auseinandersetzen wollen wie

  • dem temporären Ausstieg in der Elternzeit,
  • der partnerschaftlichen Teilung der Familienarbeit,
  • Rollendivergenzen oder -konflikten als Wissenschaftler und Vater und ähnlichem.

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Work - Life - Navigation | 1 Kommentar »

Mütter und Väter müssen aktiv werden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 27. Januar 2011

Am kommenden Freitag wird im Bundestag über die elterliche Sorge von nichtehelichen Vätern debattiert. Während sich FDP und Union noch uneins sind über die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts, legen die Grünen als erste Fraktion einen eigenen Entwurf im Bundestag vor. Danach reichen ein Antrag des Vaters beim Jugendamt und das Schweigen der Mutter für das gemeinsame Sorgerecht aus.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte die ursprüngliche Regelung bereits im Dezember 2009 als Diskriminierung verurteilt und die Mitte 2010 vom Bundesverfassungsgericht geforderte gesetzliche Neuregelung schleppt sich seitdem dahin.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte zunächst vorgeschlagen, dass unverheiratete so wie verheiratete Väter automatisch bei Geburt des Kindes das gemeinsame Sorgerecht erhalten. Dem Koalitionspartner ging das zu weit. Ein Automatismus beim gemeinsamen Sorgerecht würde die „Institution Ehe“ weiter aushöhlen, wetterte CSU-Politikerin Dorothee Bär. Leutheusser-Schnarrenberger formulierte daraufhin einen Kompromissvorschlag, nach dem der Vater das Sorgerecht auf Antrag beim Jugendamt automatisch erhält, wenn die Mutter nicht binnen acht Wochen widerspricht. Seitdem wird hinter den Kulissen weiterverhandelt.

Der Bundestagsfraktion der Grünen geht das nicht schnell genug. In ihrem Antrag spricht auch sie sich für die Widerspruchslösung aus. Allerdings wird im Antrag präzisiert: Innerhalb des Mutterschutzes kann die Mutter die Acht-Wochen-Frist formlos verlängern, auch das Jugendamt soll ein Vetorecht haben. Außerdem können auch Mutter und Kind das gemeinsame Sorgerecht beantragen.

„Sowohl Mutter als auch Vater müssen aktiv werden“, sagt die familienpolitische Sprecherin Katja Dörner. Dies entspräche den vielfältigen Lebens- und Konfliktsituationen unverheirateter Eltern und stärke die Rechte der Väter wie auch der Kinder.

Quelle

Abgelegt unter Rechtssprechung, Vater bleiben, Vater werden | Keine Kommentare »

Gute Webseiten für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 26. Januar 2011

Hey kennt jemand ne Seite für Väter die gut ist? …

… Da gibt es keine, darum sind ja so viele Väter hier. Sorry, ich meinte es gibt Seiten für Väter, aber die kannste vergessen!

So stand es in einem Net-Moms Forum und Andreas Lorenz von Papa Online hat sich auf die Suche gemacht. Sein Ergebnis:

Es gibt sehr wohl gute Seiten für Väter im Internet – man muss sie, zugegebenermaßen, suchen aber es lohnt sich.

Wer heute Vater ist hat es immer noch nicht leicht sich umfassend zu informieren. Schwangerschafts- bzw. Geburtsvorbereitungskurse drehen sich vornehmlich um die Belange von Frauen. Elternzeitschriften haben zwar in Teilen bereits den Vater als neue Zielgruppe mit aufgenommen – die Inhalte haben jedoch nicht mehr als Alibicharakter. Der Vater als “Quoten-Thema“. Dabei wollen sich viele Männer und Väter intensiver mit dem Thema beschäftigen und sich informieren. Aber eben aus Ihrer Perspektive. Wir wollen nicht die Fraueninformationen destillieren müssen und schauen was wir für uns verwenden können. Das Internet ist eine der beliebtesten Informationsquellen überhaupt und auch hier überlagert das Seitenangebot von und/oder für Frauen bzw. Mütter die wenigen existierenden Seiten für Väter. Nur so ist es zu erklären, dass verzweifelte Väter Hilferufe, wie den eingangs zitierten, in Mütterforen posten.

Um dem Suchenden einen kleinen Wegweiser zu bauen, hat Andreas Lorenz eine Kollektion von 10 wirklich guten Seiten für Väter oder Männer, die zu Vätern werden, zusammengestellt. Das Angebot ist abwechselungsreich und umfasst professionelle Online Magazine, Ratgeber und natürlich private Blogs. Auch einige Foren dürfen, der Vollständigkeit halber, nicht fehlen.

Zur Vorstellung der Seiten hat er die jeweiligen Betreiber gebeten Ihre Seite zu beschreiben.

Online Magazine

In Online Magazinen findest Du sehr professionell aufgemachte Artikel mit Tipps rund um das gesamte Thema Vatersein. Die Betreiber dieser Seiten sind meist gewerbliche Anbieter wie Verlage oder Firmen.

Vaterfreuden

Väter-Zeit

FreshDads

Blogs

Neben den Online-Magazinen gibt es eine große Anzahl Papa-Blogs im Internet. Viele davon werden nach kurzer Zeit nicht weiter geschrieben, da die Betreiber feststellen, dass bloggen mit recht viel Aufwand verbunden ist. Doch es gibt auch zahlreiche postive Ausnahmen wie die folgende Sammlung bestätigt. Weiterlesen »

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Networking | 1 Kommentar »

Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 25. Januar 2011

… lautet der Titel des Gutachtens der 2008 eingesetzten Sachverständigenkommission der heute im BMFSFJ übergeben worden ist, nicht der Ministerin, nein dem parlamentarischen Staatssekretär Kues. ‚Orientierungslos und ohne Ziel‘ überschreibt Katja Tichomirowa ihren Bericht in der Frankfurter Rundschau dazu.

Ein wenig macht es den Eindruck, als sei dem Bundesfamilienministerium da ein Kuckucksei ins Nest gelegt worden. Die gestrige Übergabe des Gutachtens zum ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ließ die Empfänger jedenfalls vergleichsweise kalt. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) überließ es ihrem Staatssekretär, das Sachverständigengutachten entgegenzunehmen.

Was die Experten über die unterschiedlichen Lebensläufe von Männern und Frauen in zwei Jahren Arbeit herausfanden und welche Handlungsoptionen sie der Politik vorzuschlagen haben, kommentierte der parlamentarische Staatssekretär im Familienministerium, Hermann Kues, mit dürren Worten. Der Aplomb, mit dem Schröders Vorgängerin Ursula von der Leyen das Gutachten 2008 in Auftrag gegeben hatte, ist offenbar vergessen. „Wir wollen eine Gleichstellungspolitik mit klaren Zielsetzungen“, lautete von der Leyens Auftrag an die Sachverständigenkommission, die sich im Juni 2008 konstituiert hatte. Die gewünschten Handlungsempfehlungen liegen nun vor. Manche dürfte der Regierungskoalition indes kaum schmecken.

Das Fazit, zu dem das Gutachten der Kommission kommt, lässt an Deutlichkeit kaum zu wünschen übrig: Zwar hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Gleichstellungspolitik gegeben, es mangelt ihr allerdings eben an jener klaren Zielsetzung, die von der Leyen offenbar schon 2008 vermisste. So stellt die Kommission fest, dass das fehlende Leitbild der Gleichstellungspolitik dazu führe, dass sie gleichzeitig Anreize für ganz unterschiedliche Lebensmodelle gebe. Sie gewähre Unterstützung in einer Lebensphase, die in der nächsten abbrächen oder in eine andere Richtung führten, kritisiert das Gutachten. Eine Politik, die auf eine wirkliche Chancengleichheit abziele, müsse Fehlanreize vermeiden.

Das gilt nicht nur für die gut ausgebildeten Frauen zu, auf die Tichomirowa in ihren weiteren Ausführungen eingeht sondern in gleichem widersprüchlichen Ausmaß auch für Männer und Väter. Weiterlesen »

Abgelegt unter Frauen, Gender, Männer | 3 Kommentare »

Mütterdämmerung – Wenn die Republik ein Kind bekommt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 24. Januar 2011

Christina Schröder kann es, Andrea Nahles kann es, und Ursula von der Leyen kann es schon lange. Was Millionen Mütter ganz nebenbei erledigen, wird aber in diesen Fällen zur Sensation: eine Frau wird Mutter.

In Regierungen in Frankreich und Spanien ist ministeriale Mutterschaft schon längst erprobt, im EU-Parlament wird gestillt und – wenn es sein muss – auch gewickelt. Wie rückständig sind also die Deutschen, dass eine schwangere Ministerin die politische Welt aus den Angeln hebt? Der Tag hängt das deutsche Mutterbild an den Nagel.

Montag, 24. Januar um 18:05 in hr2-kultur Der Tag. Nachhören können Sie hier.

Quelle

Abgelegt unter Mütter, Politik, Radio, Rolllenbilder | Keine Kommentare »

Ich bleib´ dann mal zu Hause, Schatz

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 24. Januar 2011

Vaterfreuden.de möchte es wissen: Wie stehen Frauen wirklich zu ‚Hausmännern’?

Was ist dran an dem Klischee, dass die Frauen immer männlicher werden? Und die Männer immer weiblicher. Welches Bild entsteht bei Frauen, wenn die Herren der Schöpfung ihre wahre Berufung in Kind und Küche glauben gefunden zu haben und beruflich lieber kürzer treten möchten? Ein kleiner Exkurs in den Alltag.

Es ist die alte Krux. Frauen wollen keine Machos. Sagen sie. Aber wenn man sich als Mann zu sehr auf seine weibliche Seite  besinnt, ist es auch nicht recht. Beispiele dafür gibt es viele.

und wenn dann ein Kind kommt …

Daniel und Sarah sind seit fünf Jahren ein Paar. Sie haben gemeinsam die Welt bereist und sie haben sich gegenseitig dabei beobachtet wie sie langsam, aber stetig die Karriereleiter hinaufgeklettert sind. Daniels Erfolgsleiter zum gut bezahlten Projektmanager in einem IT-Unternehmen war ein bisschen steiler als Sarahs zur verbeamteten Realschullehrerin. Jetzt ist Sarah, eine fortschrittliche und dem eigenen Empfinden nach sehr emanzipierte Frau, im achten Monat schwanger. Und sie glaubt ihren Ohren kaum zu trauen als Daniel ihr eines Morgens eröffnet, er würde gerne im Job kürzer treten und dafür lieber in Elternzeit gehen.

weiterlesen

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Rolllenbilder | 2 Kommentare »

Wenn der Vater fehlt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 23. Januar 2011

Am vergangenen Sonntag lief bei MonaLisa der Beitrag ‚Plötzlich war er weg’, wie Kinder und insbesondere Jungen den Verlust des Vaters erleben. Als Hintergrundmaterial gibt es dazu ein Interview mit Professor Horst Petri. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Problematik familiärer Beziehungen und ihren Auswirkungen.

‚ … ZDF: Welche Bedeutung hat für Jungen der Vater als männliches Vorbild?

Petri: Der Vater ist die zentrale Identifikationsfigur für den Jungen. Der Junge will so werden, wie der Vater. Das ist ein altes, ontologisches Gesetz, dass der Sohn sich sehr stark nach dem Vater orientiert und er identifiziert sich mit ihm. Nur so kann er auch seine eigene, männliche Identität entwickeln. Das ist die ganz wichtige Funktion, die durch alle Entwicklungsphasen geht.

ZDF: Was bedeutet es, wenn Männer ohne den Vater aufwachsen, den Vater nicht haben?

Petri: Man muss hier zwei Phasen unterscheiden. Es gibt ja die akute Trennung, den akuten Verlust. Dann erleidet der Junge ein akutes Trennungstrauma. Wir gehen in der Familienforschung von einem System aus, das aus drei Stützen besteht: Vater, Mutter, Kind. Wenn in diesem geschlossenen System eine Säule weg bricht, dann bricht das ganze System zusammen. Es kommt eine furchtbare Krise. Und was Kinder erstmal erleben, wenn der Vater plötzlich weg ist, ist ein unglaubliches Gefühl von Trennungsschmerz, von Verlassenheit, von Depression, von Einsamkeit. Bei Jungen dreht sich das dann um.

Mädchen verarbeiten das eher als innere Depression, Jungen haben ein viel stärkeres Aggressionspotenzial und die entwickeln dann nach diesen Verlassenheitsängsten, nach diesem Schmerz der Trennung, Wut. Vergeltungswut, Vergeltungsaggression, die sich dann nach außen richtet. Und das ist oft die große, die schwierige, kritische Phase, sowohl für meistens die Mütter, die dann mit den Kindern umgehen müssen, aber auch für die soziale Gemeinschaft. Die Jungen sind dann oft so tief depressiv und enttäuscht, dass sie nicht anders können, als alle ihre Aggressionen nach außen zu kehren. Deswegen haben wir leider oft im Jugendalter und im heranwachsenden Alter so viele Entgleisungen in die Verwahrlosung und in die Kriminalität. Es fehlt einfach der innere Halt.

ZDF: Was kann das vaterlose Aufwachsen für eine Beziehung zu einer Frau bedeuten?

Petri: Das hängt immer auch von den Umständen ab. Wenn die Mutter einen neuen Partner hat und den alten Partner nicht schlecht macht, sondern ihn weiter akzeptiert als ganz wichtigen Partner für den Sohn, dann hat der Junge vielleicht die Möglichkeit, sich mit dem Ersatzvater zu identifizieren, oder auch irgendwie Kontakt zu halten zu seinem leiblichen Vater. Das mindert das Trauma natürlich erheblich. Wenn die Mutter, und das ist leider sehr häufig der Fall, den Vater aktiv ausgrenzt, Weiterlesen »

Abgelegt unter Trennungsväter, Vater bleiben, Väter | 5 Kommentare »

Gemeinsames Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 22. Januar 2011

Endbericht SorgerechtDer vorgezogene Endbericht des Deutschen Jugend Instituts (DJI) zum gemeinsamen Sorgerecht für das Justizministerium ist jetzt auch öffentlich verfügbar. Er umfasst 446 Seiten, ein kurzer Blick auf die ‚Integration der verschiedenen Befunde’ lässt aber, jenseits der juristischen Bewertung einzelner Aspekte, nur eine Konsequenz zu. Wer die Bedeutung der Väter für die Entwicklung der Kinder auch im praktischen Handeln wiederfinden und eine gleichberechtigte und partnerschaftliche Aufgabenteilung in der Familie befördern möchte, darf Väter beim Sorgerecht nicht ausgrenzen:

‚Zur (Be-)Deutung der gemeinsamen elterlichen Sorge In der übergreifenden Analyse der Befunde aus den Experteninterviews und den Interviews mit Eltern findet sich ein breites Spektrum der Funktionszuschreibungen des gemeinsamen Sorgerechts. Soll dieses einerseits der Zuweisung von Entscheidungsverantwortung dienen, hat es auch seitens der Experten und Expertinnen die Rolle eines Garanten für eine Beteiligung von Vätern.

Dies lässt sich auch für die Sichtweise der Eltern auf privater Ebene feststellen: Das Sorgerecht ist hier eng mit der Sorge im Alltag verknüpft, mit der gemeinsamen Gründung einer Familie und der Bindung des Partners.

Diese vielfältigen Anforderungen an das Sorgerecht können als Auswirkung der Veränderungen familialer Strukturen, der gestiegenen Gleichberechtigungsanforderungen und der Zunahme an Optionen der Lebensgestaltung im weitesten Sinne gewertet werden.

Dem steht auf der anderen Seite das Kindeswohl als Maßstab für die Ausübung der elterlichen Sorge gegenüber. In diesem Spannungsfeld elterlicher, kindlicher und gesellschaftlicher Anforderungen entsteht mithin auch eine Überlastung des Sorgerechts in seiner juristischen Form. Dies gilt insbesondere im Vergleich der Rechtsprechungsanalyse mit den Befunden der Interviews mit Eltern und Fachkräften.

Die in der Rechtsprechung diskutierten Konfliktfelder beziehen sich, wie in der gesetzlichen Konstruktion bei Getrenntleben angelegt, in erster Linie auf die Entscheidungsverantwortung für spezifische Belange. Dieses enge Verständnis von elterlicher Sorge hat in der Regel nichts mit alltäglicher Fürsorge und Verantwortung zu tun, die bei den Eltern ganz im Vordergrund stehen. … (S.351)

Bei zusammenlebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht findet sich eine egalitärere Aufgabenverteilung und teilweise das Konzept einer gemeinsamen Verantwortung für das Kind. … (S.352)

Bei unverheirateten Eltern, die sich während der ersten Lebensjahre ihres Kindes getrennt haben, Weiterlesen »

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Rechtssprechung | 2 Kommentare »