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Mein Kind gehört mir (nicht)

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 8. Juli 2011

Ein Feature von Matthias Baxmann über das elterliche Sorgerecht gab es heute Vormittag auf SWR 2. Im Ankündigungstext heißt es:

‚Wenn sich Eltern scheiden und sich über das Sorgerecht streiten, wird gezerrt und gezogen, geblockt und gemauert nach dem Motto: Mein Kind gehört mir. Es geht um das Umgangsrecht, den Alltagsentscheid und das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Matthias Baxmann lässt einen Vater und eine Mutter zu Wort kommen, die sich beide bemühen, den Kontakt zum Kind zu pflegen. Sie stehen exemplarisch für einen zermürbenden Kampf um das Kind.’

Das Manuskript der Sendung gibt es als pdf und die Sendung im mp3 Format zum nachhören.

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Gesundheit der Kinder hat sich verschlechtert

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 7. Juli 2011

Depression, Übergewicht, Rückenschmerzen: Immer mehr Jungen und Mädchen brauchen bei diesen Diagnosen ärztliche Hilfe. Nach einer aktuellen DAK-Studie hat sich der Gesundheitszustand der Kinder in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert.

In der DAK-Untersuchung erklären mehr als die Hälfte der Mediziner, dass sich der Gesundheitszustand der Kinder seit dem Jahr 2000 eher (51 %) bzw. deutlich (4 %) verschlechtert hat. Mit 97 % stellen fast alle befragten Kinderärzte fest, dass vor allem psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten zugenommen haben. 55 % erkennen sogar einen „starken“ Anstieg. Nach Ansicht der meisten Mediziner sind vor allem Grundschüler zwischen sechs und acht Jahren betroffen In dieser Altersgruppe treten auch viele Gesundheitsprobleme durch Übergewicht auf. 95 % der Kinderärzte stellen hier eine Zunahme fest. Auch motorische Defizite sowie Sprach- und Hörprobleme haben zugenommen. Die Diagnosen treten am häufigsten bei den 3- bis 5-Jährigen auf.

„Die Einschätzung der Kinderärzte ist alarmierend“, sagt DAK-Expertin Dr. Christina Sewekow. „Wenn sich der Gesundheitszustand der Kinder in den vergangenen zehn Jahren spürbar verschlechtert hat und die Erkrankungen bei einzelnen Diagnosen stark ansteigen, dann muss zum Beispiel das bestehende Konzept der Früherkennung dringend überprüft und notfalls überarbeitet werden.“ Es gehe aber nicht darum, die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen auszuweiten. Vielmehr müssten bei den Untersuchungen einzelne Aspekte wie psychische Probleme oder Übergewicht stärker in den Fokus gerückt werden. „Wichtig ist auch, Eltern und Schule mehr einzubinden“, Weiterlesen »

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Mutige Väter sind am glücklichsten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 7. Juli 2011

Väter, die sich nach der Geburt des Kindes durch längerfristige Änderungen im Beruf mehr Zeit für die Familie nehmen, sind mit ihrem Leben und der Arbeit am meisten zufrieden. Das zeigen Experten vom Institut für Familienforschung an der Universität Wien (ÖIF) im Sammelband „Papa geht arbeiten„. „Sowohl Männer als auch Frauen wünschen, dass sich der Vater nach der Geburt des Kindes bei Kinderbetreuung und Hausarbeit einbringt. Interviews mit Vätern von Kindern unter drei Jahren zeigen, dass diese Forderung meist noch nicht der beruflichen Realität entspricht“, so Studienleiter Olaf Kapella.

Die Forscher unterscheiden drei Vätertypen. Der „Klassiker“, dem 36 % der befragten Männer entsprechen, hat meist bereits Kinder und reagiert oft eher distanziert auf eine weitere Schwangerschaft. Er bringt sich jedoch öfters in die Betreuung der Kinder ein als Vertreter der „Zögerlichen“, die mit 43 % die größte Gruppe bilden. Letztere verändern nur kurzfristig rund um die Geburt ihr Berufsleben, haben jedoch den größten Leidensdruck. Belastend ist vor allem die Frage der Vereinbarkeit sowie die Verantwortung hinsichtlich Finanzen und Erziehung.

Nur jeder fünfte Vater stellt sein Erwerbsverhalten anlässlich des jüngsten Kindes längerfristig um. Da dies noch unüblich ist, gelten sie für die Forscher als „Mutige“. „In der Praxis sind diese Veränderungen weniger Überstunden, weniger Arbeit am Wochenende oder weniger Dienstreisen, um früher nach Hause zu kommen“, berichtet Kapella. Die Umstellung findet somit im kleinen Rahmen statt – während eine mehrmonatige Auszeit im Rahmen der Väterkarenz erst sieben Prozent der befragten Väter gewählt haben.

Überrascht wurden die Forscher, als sich die „Mutigen“ in der Auswertung als zufriedenste Gruppe erwiesen. „Der Schritt zur Veränderung aufgrund der Bevorzugung der Familie ist zwar oft ein Wagnis, doch die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und sogar mit dem Beruf ist in dieser Gruppe die höchste. Scheinbar lösen die Mutigen das Problem der Vereinbarkeit am erfolgreichsten.“

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Workshops für Väter bei der Bochumer Stadtverwaltung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 6. Juli 2011

„Wie lebe ich meine Vaterrolle? Was ist mir am Vatersein wichtig?“ – Die Stadtverwaltung Bochum gibt ihren Mitarbeitern Gelegenheit sich darüber auszutauschen und bietet regelmäßig Väterworkshops an. Jeweils zwei Vier-Stunden-Termine, die zwei bis drei Monate auseinander liegen, gehören zusammen.

Die Väter – viele von ihnen mit kleinen Kindern – beschreiben, wie sich das Leben durch den Nachwuchs geändert hat: „Jetzt dreht sich alles um das Kind.“ Die meisten sind ganz zufrieden damit. Einige finden es in dieser Situation schwer, zur Arbeit zu gehen. …

Wo die Väter abstrichen machen würden, um mehr Zeit mit der Familie zu haben, ist eines der wichtigen Diskussionsthemen im Workshop. „Ich habe mir da nie wirklich Gedanken drüber gemacht“, gibt ein Vater zu. Wenn es um Dienste am Abend oder Wochenende geht, die in der Verwaltung der Feuerwehr, bei der er arbeitet, häufiger anfallen, sagte er bislang selten „nein“. „Das mache ich jetzt anders“, sagt er. Die Erfahrungsberichte der Väter mit älteren Kindern im Workshop hätten ihm deutlich gemacht, dass er die verlorene Zeit mit der kleinen Tochter nicht einfach irgendwann nachholen könne.

Andreas Haase, der die Workshops leitet, beobachtet, dass Männer und Frauen, die Aufgaben, die sie als Eltern haben, nur in den seltensten Fällen miteinander besprechen und aufteilen. „Da wirkt ein starker Automatismus. Aufgaben werden geschlechtstypisch verteilt. Die Wenigsten stellen das in Frage“, berichtet er. Dass die Frau die ersten Jahre Zuhause verbringe, sei für die meisten „ganz klar“. Viele Workshop-Teilnehmer sprächen der Partnerin dabei die Oberhoheit über häusliche Belange zu. „Zuhause gilt das mütterliche System, das die Väter oft nicht anzukratzen wagen. Sie ordnen sich unter.“

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In Österreich wollen immer weniger Männer Väter werden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 6. Juli 2011

Im Gespräch mit derStandard.at analysiert der Familienforscher Wolfgang Mazal die Gründe für diese Entwicklung. Seiner Ansicht nach signalisieren viele Unternehmer nur in Sonntagsreden Familienfreundlichkeit. An der konkreten Umsetzung hapere es jedoch. Zudem lehnten immer mehr junge Männer dem Spagat zwischen Familienernährer und aktiver Vaterschaft ab.

‚… derStandard.at: Auch Männer tragen zur geringen Geburtenrate bei. Neben dem Geburtenstreik spricht man von der Zeugungsverweigerung. Was ist das Problem der Männer?

Mazal: Dazu gibt es unterschiedliche Theorien und das Thema ist noch nicht sehr gut beforscht. Zum Teil führen das Forscherkollegen darauf zurück, dass jetzt Männer in die Familienphase treten, die selbst in Kleinstfamilien aufgewachsen sind, dementsprechend gestalten sie ihre eigene Familiengründung. Allerdings ist dieser Effekt in anderen Ländern, wo Männer ebenfalls aus Kleinstfamilien kommen nicht beobachtbar. Das ist ein statistisches Sonderphänomen in Österreich. In Österreich nimmt der Kinderwunsch der Männer signifikant ab, während das in anderen Ländern nicht der Fall ist.

derStandard.at: Warum wollen immer weniger Männer in Österreich Kinder bekommen?

Mazal: Das ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Das mag zusammenhängen mit dem als stark männerfeindlich empfunden Scheidungsfolgenrecht. Viele Männer mögen sich denken, wenn es zu einer Scheidung kommt, sehen sie ihr Kind nicht mehr und dürfen nur mehr dafür bezahlen. Valide erforscht ist die Ursache noch nicht. Wir haben zu wenig Geld für komplexe Männerforschung in Österreich.

derStandard.at: Sie haben bei einer Podiumsdiskussion gesagt, von Männer wird einerseits erwartet, dass sie die Familie ernähren und andererseits auch ein aktives Familienleben führen. Sind sie damit überfordert?

Mazal: Die Erwartungshaltung an die Männer ist nach wie vor sehr traditionell und ist gleichzeitig angereichert mit der Erwartung, er muss sich auch um die Familie mehr kümmern. Das ist ein Spagat, den junge Männer mit Sicherheit auch ablehnen.

derStandard.at: Und was wollen die Männer eigentlich? Wollen sie arbeiten oder sich mehr um die Kinder kümmern?

Mazal: Junge Männer wollen die Erwerbsarbeit nicht aufgeben, möchten sich aber auch stark an die Familie orientieren. …’

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Väter müssen Kinder in der Damentoilette wickeln

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 5. Juli 2011

Die junge Familie will von Frankfurt aus nach Griechenland fliegen. Eine große Babyflasche weist den Vater Björn Hornef durchs halbe Terminal zum Toilettenbereich: Im Abflugbereich in der Shoppingmeile zwischen A und B.

Als er vor dem Wickelraum steht, traut er seinen Augen nicht: „Das ist ja in der Damentoilette. Ich geh‘ da jetzt trotzdem rein, irgendwo muss ich das Kind ja wickeln.“ Vorbeilaufende Frauen sehen es mit Humor, lächeln Vater und Tochter an.

Eine sagt: „Ja, das ist eben die andere Seite der Emanzipation. Frauen in Führungsetagen, Männer am Wickeltisch.“ Doch für Fraport ist das noch was ganz Neues. Viele Wickelbereiche sind im Frauenklo. Erst an den Gates im Sicherheitsbereich finden sich Unisex-Wickelräume, die als kleiner Extra-Raum zwischen Frauen- und Männerklo ­liegen.

In dem in die Jahre gekommenen Terminal 1A und B ist ein Extra-Raum für wickelnde Väter dringend notwendig. Denn nicht immer sehen Frauen den Herren-Besuch an ihren Kabinen mit Humor. Erst vor Kurzem wurde ein Vater mit Kind im Damenklo-Wickelraum von erschrockenen Seniorinnen übel beschimpft.

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Gefragt ist eine Chancengleichheitspolitik, die auch von Männern mitgestaltet wird

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 5. Juli 2011

Was bewegt Männer heute in Bezug auf die Gleichstellung? Wo liegen für Sie die größten Herausforderungen in der Schweizer Gleichstellungspolitik? Diese und andere Fragen beantwortet Andreas Borter von männer.ch.

Wie sähe für Sie die ideale Gesellschaft der Zukunft aus?

Für mich beinhaltet eine ideale Gesellschaft der Zukunft mehr freie Wahl in Bezug auf den Lebensentwurf. Wir müssen wegkommen von der bipolaren Rollenverteilung. Dabei ist es mir auch wichtig, dass Männer zu Akteuren der Gleichstellung werden und ihre Lebensentwürfe selber mitbestimmen und erweitern können. Heute ist in den männlichen Lebensentwürfen immer noch vieles vorgegeben, z. B. das dominante Bild des Mannes als Ernährer der Familie. Selbst Frauen, die gut verdienen, erwarten in wirtschaftlichen Krisen auch heute noch die materielle Absicherung durch ihren Mann.

Was beschäftigt Männer heute am meisten?

Die Anforderungen und Erwartungen im Erwerbsleben stehen nach wie vor im Zentrum. Viele Männer würden gerne weniger arbeiten. Aber sie tun es nicht, weil sie materielle Einbussen befürchten. Die bisherigen Diskurse und Maßnahmen zur Verbesserung der «Work-Life-Balance» greifen oft zu kurz. Es fehlt die Diskussion der Werthaltungen dahinter: welche Werte vertritt ein Unternehmen in Bezug auf die Leistungserbringung von Frauen und Männern? Leitet es aus den Werten insbesondere Sondermaßnahmen für Frauen mit Betreuungsverpflichtungen ab? Oder sind die Werte Bestandteil der Unternehmenskultur, die von allen – Frauen wie Männern – gelebt werden? Das Denken müsste sich umkehren und ein Unternehmen, das nicht auch für Männer flexiblere Lösungen bereithält, sollte sich explizit dafür rechtfertigen müssen.

Das männliche Ernährermodell hält sich aber auch deshalb in der Schweiz so hartnäckig, weil es so viele schlecht bezahlte «Mütterjobs» gibt. Der Verdienst der Partnerin ist vielfach das «Extra» aus der Sicht der Männer. Der materielle Anteil der Männer am Familienbudget müsste aber massiv zurückgehen, um wirklich Gleichstellung zu erreichen. Wir brauchen neue Kulturen, neue Strukturen und eine Diskussion darüber, welche Arbeit wie viel wert ist. Männer müssen dabei lernen, für den von ihnen gewünschten Wertewandel auch selber klarer und mutiger einzustehen.

Aktuell laufen Gespräche zur Neuregelung von Sorgerecht und Unterhalt. Wofür kämpfen Sie dabei?

Wir setzen uns bei diesem Thema für eine geschlechterdialogische Regelung ein. In der aktuellen Praxis muss sich etwas ändern, damit Kinder auch nach einer Scheidung zu ihrem Recht kommen, den Kontakt zu beiden Elternteilen zu halten. Häufig greifen bei Scheidungen wieder die alten Modelle: Mann zahlt, Frau sorgt für die Kinder. Wichtig ist aber, dass im Trennungsfall alle Zuständigkeiten überprüft und neu geregelt werden. Es ist dabei von einer gemeinsamen Sorge der Eltern – sowohl finanziell wie auch fürsorglich – auszugehen. Folglich stellt sich die Frage, was das Potenzial der Mutter ist, um zum finanziellen Unterhalt beizutragen und was das Potenzial des Vaters ist, Fürsorgepflichten zu übernehmen. … Weiterlesen »

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ExpertInnen sprechen sich überwiegend gegen Betreuungsgeld aus

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 4. Juli 2011

In der öffentlichen Anhörung des Familienausschusses zur geplanten Einführung eines Betreuungsgeldes ab 2013 prallten heute die unterschiedlichen Vorstellungen der geladenen ExpertInnen über die richtige Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren aufeinander. Grundlage der Anhörung waren ein Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der einen verstärkten Ausbau der frühkindlichen Erziehung in Betreuungseinrichtungen vorsieht, und ein Antrag der SPD-Fraktion, die die Bundesregierung auffordert, auf das Betreuungsgeld zu verzichten und statt dessen den Ausbau frühkindlicher Betreuungsangebot zu fördern.

Ute Sacksofsky, Professorin für Öffentliches Recht und Rechtsvergleich an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Mai, hält das Betreuungsangebot für nicht verfassungskonform. … Durch die Zahlung eines Betreuungsgeldes werde aber einseitig eine bestimmte Familien- beziehungsweise Erziehungsform bevorzugt. Zudem sei das Betreuungsgeld geeignet, die überkommene Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen zu zementieren, argumentierte die Sachverständige. Zwar soll das Betreuungsgeld von Vätern und Müttern gleichermaßen bezogen werden können, in der gesellschaftlichen Realität würde die Betreuung von Kleinkindern jedoch überwiegend von den Müttern übernommen.

Auch Michael Klundt, Professor für Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal, und Svenja Pfahl vom Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer lehnen die Einführung eines Betreuungsgeldes ab. … Der Staat versuche sich mit dem Betreuungsgeld aus seiner Verpflichtung zur Schaffung von Kinderkrippen und Kindertagesstätten ”freizukaufen“, kritisierte Klundt. Eine echte Wahlfreiheit zwischen der Betreuung zu Hause oder in einer Betreuungseinrichtung bestehe nur dann, wenn auch genügend Betreuungsangebote vorhanden wären. Dies sei aber nicht der Fall. …

Diese Argumentation unterstützte auch Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Deutschland schneide bei der Frauenerwerbsquote im OECD-Vergleich schon jetzt nur durchschnittlich ab. Weiterlesen »

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Mütter als Gluckhennen und Torwächterinnen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 4. Juli 2011

In den USA sorgte vor 3 Jahren Lenore Skenazy, Kolumnistin der „New York Sun“, für Aufregung. Sie ließ ihren neunjährigen Sohn auf dessen ausdrücklichen Wunsch in New York mit der U-Bahn allein nach Hause fahren und berichtete über den gelungenen Versuch. Sie sieht sich als Leitfigur einer Bewegung, die Kindern wieder mehr Bewegungsfreiheit einräumen will.

Wo der Behütungswahn hierzulande beginnt, lässt ein Kolumne von Anja Maier in der gestrigen sonntaz erahnen:

‚“Väter massieren ihre Babys“ heißt diese Veranstaltung im städtischen Geburtshaus. Eine Stunde lang, erzählt Robert, treffen sich da sechs Väter, für zwölffuffzich Gebühr kneten sie an ihren geliebten Kindern rum und plaudern. Natürlich gibt es eigentlich eine zertifizierte Massagetechnik, das muss in Deutschland so sein. Aber, sagt Robert, „das hat man ja nach zehn Minuten kapiert, wie das geht. Und jetzt quatschen wir eigentlich die ganze Zeit.“ Ein angenehmer Termin ist das, findet er. Und das findet auch Dana, seine Frau, denn sie hat dann endlich mal eine Frieda-Pause, Zeit für sich.

Andere Mütter sehen das offenbar nicht so. Bei denen handelt es sich um die Frauen der massierenden Väter, die nicht nur ihr Kind, sondern gleich auch noch ihren Mann beim Kursleiter abgeben und dann darauf warten, endlich wieder die Herrschaft übernehmen zu dürfen. Eigentlich, erzählt Robert, sollen die Mütter weggehen, spazieren, Kaffee trinken, egal. Aber sie hauen einfach nicht ab. Und deshalb musste die Geburtshaus-Verwaltung einen extra Warteraum für misstrauische Mütter einrichten. Da sitzen sie nun. Robert nennt sie „die Stillrobben“. Fängt ihr Baby an zu maunzen, lassen sie es sich nach nebenan reichen und geben ihm die Brust.’

Mann könnte darüber schmunzeln, aber diese ‚Gluckhennen’, in den USA heißt das Phänomen ‚Maternal Gatekeeping’, hindern Väter nicht nur daran, ihre Verantwortung wirklich wahrzunehmen, sondern beklagen sich hinterher auch noch darüber, das sie alles alleine machen ‚müssen’.

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Klare Worte (1)

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 3. Juli 2011

… fand Bischof Wolfgang Huber in seiner Schwörtagsrede in Esslingen. Unter dem Motto „Verschieden und doch gleich“ wandte er sich gegen jede Form von Rassismus und setzte sich auch mit der These der Überalterung unserer Gesellschaft auseinander.

Huber sieht das Problem eher in einer „Unterjüngung“ der Gesellschaft, deren Ursache ein fehlendes „Familienethos“ sei. Denn erst wenn der Personalchef der schwangeren Mitarbeiterin sage, dass er sich mit ihr freue, statt zu ihr zu sagen, „das kommt jetzt aber zum falschen Zeitpunkt“, und erst wenn Väter, die Elternzeit nehmen wollen, keinen Karriereknick mehr befürchten müssen, werde sich etwas ändern. „Wir können nicht für Probleme, die wir selber haben, andere als Sündenböcke abstempeln“, stellte Huber klar.

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