Der von Wilhelm Busch ersonnene Vers „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“, hat sich zu einer Volksweisheit gemausert. Ob sie für den Menschen wirklich zutrifft, sei dahingestellt. Im Tierreich jedenfalls ist eher das Gegenteil richtig. Wer hier Vater werden möchte, der hat einen knallharten Ausleseprozess vor sich, denn im Reich der Tiere herrscht bekanntlich Damenwahl.
Die Ursache dafür liegt in den immensen Investitionen, die alle Tierfrauen für ihren Nachwuchs zu leisten haben. Eier, Schwangerschaft, Stillen und allerlei Brutpflegeaktivitäten erfordern im Vergleich zur schlichten Spermienproduktion einen hohen Einsatz an Rohstoffen, Energie und Lebenszeit. Da leuchtet es ein, dass ein möglicher Partner genau unter die Lupe genommen wird. …
Natürlich gibt es auch das treusorgende Elternpaar und sogar den alleinerziehenden Vater. Zur letzteren Spezies gehört der Stichling. Der nur wenige Zentimeter lange Fischmann hat ein hartes Auswahlverfahren zu überstehen. Er muss ein ordentliches Revier vorweisen, das unter Einsatz aller Kräfte erbittert gegen Artgenossen verteidigt wird. Ein funktionierender Stoffwechsel verhilft ihm zu einem auffälligen Hochzeitskleid. Strahlend blaue Augen und leuchtend roter Bauch sind ein Muss in Stichlingskreisen. Daneben wird auf dem Gewässergrund ein Nest aus Algenfäden erwartet. Weitere Voraussetzung ist die Beherrschung eines hochkomplexen Balzrituals mit dem legendären Zickzacktanz. Zeit- und energieraubende Vorleistungen, bei denen man noch der Gefahr ausgesetzt ist, von einem im Stress übersehenen Fressfeind erledigt zu werden.
Passt alles, folgt das laichbereite Stichlingsweibchen dem Hochzeiter willig zum Nest. Allerdings laicht es nur ab, wenn der Stichlingsbräutigam seinen berüchtigten Schnauzentriller ansetzt. Zur Sicherung der Vaterschaft erfolgt unmittelbar nach der Eiablage die Besamung. Während sich diesmal die Mutter auf und davon macht, kümmert sich der Vater um das Gelege. Schafft er es, lockt er noch ein paar andere Fischbräute in sein Nest und optimiert so seinen Fortpflanzungserfolg. Als alleinerziehender Vater betreut er nun seinen Nachwuchs und versorgt die Eier durch Wedeln mit den Brustflossen ausreichend mit sauerstoffreichem Wasser. Sogar nach dem Schlüpfen werden die Jungen noch ein paar Tage im Nest betreut. Einzelne Ausreißer befördert der fürsorgliche Fischpapa mit dem Maul wieder ins Nest.
Seepferdmännchen setzen bei den väterlichen Investitionen noch eins drauf. Weiterlesen »
Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede fordert in einem Brief alle Angestellten der Stadtverwaltung auf, die Arbeitszeit zu reduzieren. Durch Einsparungen bei den Gehältern sollen bis 2014 rund 27 Millionen Euro einspart werden. Der städtische Haushalt weist für 2010 ein Minus von 73 Millionen Euro auf. Mehrere Modelle schlägt Kathstede seinem Personal vor.
86-Prozent-Regelung: Mitarbeiter können ihre Jahresarbeitszeit um 14 % reduzieren und zu allen Ferienzeiten Urlaub nehmen.
4-Tage-Woche: Ein Tag frei pro Woche, die Jahresarbeitszeit wird um 20 % reduziert.
Elternzeit Kathstede appelliert an die Väter, in Elternzeit oder Pflegezeit zu gehen, auch mehr als zwei Monate.
Er empfiehlt dem männlichen Personal, „eine längere Form der Auszeit in Form der Elternzeit zu nehmen und somit Ihren Partnerinnen die Möglichkeit zur beruflichen Betätigung zu geben“.
‚Omazeiten’ So werden in der Firma Hilber – Beschläge die Stunden genannt, in denen das Enkerl in das Büro kommen darf, damit die in der Firma beschäftigte Oma auf den Nachwuchs aufpassen kann. Die Arbeiter dürfen schon mal weg, um mit Tochter oder Sohn im Kindergarten zu frühstücken. Auch wenn ein Kind während der Schulzeit krank werde, „können die Mitarbeiter binnen zehn Minuten weg“, sagt die Chefin, Michaela Hilber. „Es gibt fast für jeden Mitarbeiter ein eigenes Arbeitszeitmodell. Es ist das Wichtigste, dass man auf seine Leute schaut, jeden Tag.“
Das Engagement der Firma wurde vom Staat honoriert. Das Wirtschaftsministerium hat die Firma Hilber im Vorjahr mit dem Staatspreis für das familienfreundlichste Unternehmen in Österreich ausgezeichnet. Zwei Jahre zuvor war Hilber beim Family Business Award Landessieger in der Kategorie Kleinbetriebe.
Mitarbeiter in vielen anderen Unternehmen können von solchen Privilegien nur träumen. Bei den Arbeitszeiten habe sich in den vergangenen Jahren etwas bewegt, trotzdem gebe es noch viel zu verbessern, sagt Stephanie Posch, die Frauenbeauftragte der Arbeiterkammer.
Oft fehle es in den Führungsetagen an Verständnis für Pflegefreistellungen. „Auch bei der Väterkarenz sind viele Betriebe nicht sehr kulant. Wir haben öfter in der Beratung Väter, die gern in Karenz gehen würden, was aber in der Firma nicht geduldet wird. Auch Führungspositionen in Teilzeit werden kaum ermöglicht.“ Und bei Weiterbildungsangeboten seien Teilzeitbeschäftigte ebenfalls oft benachteiligt, sagt Posch. „Da gibt es sicher noch großen Aufholbedarf.“
‚Wann ist der Mann ein Mann?’ Nach dem Sinn des Männerlebens zu fragen ist alles andere als neu – wohl aber die Antworten des Psychologen und Autors Robert Betz. Statt Verunsicherung und Selbstzweifeln gibt er dem modernen Mann sein Selbstwertgefühl und die Freiheit zum wahren Mann-Sein wieder. Sein Buch ‚So wird der Mann ein Mann!’ ist lebensnotwendig für jeden Mann. Aber auch jede Frau, die es liest, wird ihren Mann und alle Männer mit anderen Augen zu sehen beginnen.
Leserinnen und Leser können durch dieses Buch erkennen, wie Männer aus ihren ‚alten Schuhen‘ aussteigen, ihre Begeisterung am Mann-Sein zurückgewinnen, begreifen, warum Frauen so viel an ihnen auszusetzen haben, ihr Herz öffnen und ihre Gefühle annehmen, ihre Schwächen akzeptieren und dadurch zur Stärke gelangen, mihren bisherigen Lebensweg wertschätzen, ihre Manneskraft im Bett neu entdecken und entfalten und sich selbst und die Frauen mit anderen Augen sehen.
Ihre Branche hat nach wie vor keinen guten Ruf, doch sie sind gefragter denn je: Zeitarbeiter. Mitte 2010 waren bundesweit rund 806.000 Arbeitsuchende an Betriebe entliehen. Die Unternehmen nutzen die Zeitarbeit, um bei Auftragsspitzen oder projektbezogen einstellen und entlassen zu können, für die befristeten Arbeitnehmer ist es meist nur eine Notlösung aus der Arbeitslosigkeit: Obwohl für sie seit Mai 2011 gesetzliche Mindestlöhne gelten (7,79 Euro pro Stunde im Westen, 6,65 Euro im Osten), gehen Arbeitsplatzunsicherheit, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten, die Wechsel der Einsatzorte und -bereiche sowie die Entlohnung auf die Nerven und auf die Knochen. Mit Folgen: Zeitarbeit macht krank, bestätigen neue Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK).
Zeitarbeiter sind generell mehr arbeitsunfähig als Beschäftigte in anderen Branchen. 2010 war jeder Leiharbeiter in Deutschland durchschnittlich 15 Tage krankgeschrieben, bei konventionellen Arbeitnehmern waren es gut 3,5 Tage weniger. Hauptsächlich deshalb, weil Zeitarbeiter oftmals in körperlich belastenden Tätigkeiten beschäftigt sind, die erfahrungsgemäß mit erhöhten Fehlzeiten einhergehen. Etwa ein Drittel der Differenz hat seine Ursache aber in der Zeitarbeit selbst.
Finanzielle Unsicherheit, keine Zukunftsplanung – viele Leiharbeiter leiden unter Existenzangst. Nur 7 % der vorher arbeitslosen Leiharbeiter schaffen den Sprung in einen festen Job. Dass die Aussichten am Nervenkostüm zerren, spiegelt sich in den Krankheitsdaten wider. Psychische Störungen gehören zu den Hauptursachen für Fehlzeiten. 2010 meldete sich jeder Zeitarbeiter im Durchschnitt knapp zwei Tage psychisch bedingt arbeitsunfähig. Binnen zwei Jahren sind die Fehlzeiten unter psychischen Diagnosen um 12 % gestiegen.
Der Druck lastet aber nicht nur auf der Psyche, sondern auch auf den Schultern. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind Spitzenreiter bei den Diagnosen unter Zeitarbeitern. Sie verursachten 2010 pro Kopf 3,4 Fehltage.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat mit dem Aufbau eines Männergesundheitsportals begonnen. Diese Plattform soll neutrale, seriöse, fachlich geprüfte und qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen für Männer bieten. Dies sei, so die BZgA, vor dem Hintergrund der Kommerzialisierung des „Männergesundheitsmarktes“ und der Verbreitung von Informationen von teils mangelhafter Qualität und Vertrauenswürdigkeit gerade auch im Internet sehr wichtig.
Das im Oktober 2009 in der BZgA durchgeführte Fachforum zur Männergesundheit, habe die Bedarfslagen für ein Männergesundheitsportal aufgezeigt und zugleich einen möglichen Rahmen für ein solches Portal abgesteckt. Innerhalb der Veranstaltung wurde ein sehr differenzierter Blick auf männliche Identitäten, epidemiologische Grundlagen, gesundheitsbezogene Verhaltensweisen und Mediennutzung von Männern und Jungen geworfen. Außerdem wurden Beispiele guter Praxis bei der Mediengestaltung und Netzwerke im Bereich der Männergesundheit vorgestellt.
Die Dokumentation der Tagung ist jetzt in der BZgA-Fachheftreihe Gesundheitsförderung Konkret als Band 14 unter dem Titel ‚Gesundheit von Jungen und Männern’ erschienen. Mit diesem Fachheft zur Männergesundheit möchte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen wichtigen Akzent zur geschlechtersensiblen und geschlechtsspezifischen Ausgestaltung von Prävention und Gesundheitsförderung setzen.
Außerdem liefert ein Newsletter qualitätsgesicherte Angebote und Antworten zum Thema Männergesundheit.
Das muss man den Schweizern lassen, sie sind sehr pragmatisch und kommen so auf originelle Lösungen:
Windeln wechseln und Schoppen gehen statt marschieren und schießen: Schweizer Soldaten könnten im Wiederholungskurs bald zu ‚Babynatoren’ werden – zumindest, wenn es nach dem Willen der CVP geht. Sie fordert in einem Vorstoß, dass junge Väter in den ersten 12 Monaten nach der Geburt ihres Kindes einen WK zuhause verbringen dürfen. Die CVP sieht nur Vorteile: Kinderkriegen würde attraktiver, der dreiwöchige ‚Baby-WK’ wie der Sold über die Erwerbsersatzordnung abgerechnet und die Väter müssten im Job nicht länger fehlen. ‚Der Vaterschaftsurlaub würde so weder dem Staat noch der Wirtschaft wehtun’, sagt CVP-Kommunikationschefin Marianne Binder.
Markus Theunert, Präsident des Dachverbandes der Schweizer Männer- und Väterorganisationen männer.ch, begrüßt den Vorstoß: ‚Die Schweiz ist in Sachen Vaterschaftsurlaub noch immer ein Entwicklungsland.’ Die Idee sei aber weder ausreichend noch gerecht: ‚Fast jeder zweite Vater geht nicht ins Militär. Für all die muss man auch eine Lösung finden.’
FDP-Armeepolitiker Peter Malama lehnt den Baby-WK dagegen komplett ab. Er befürchtet, dass die Armee so zum Selbstbedienungsladen zur Befriedigung diverser Ansprüche werden würde. ‚Falls heute der Vaterschafts-WK kommt, nimmt der Soldat morgen sein Kind mit ins Militär.’
Nach der Geburt von Tochter Ella macht SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ganz neue Erfahrungen. Statt Lob für den Vater des Kidnes, der in Elternzeit ist, kommen Briefe, die ihr Karrieregeilheit vorwerfen. „Mutter sein und eine Führungsaufgabe wahrnehmen ist offenbar immer noch eine gesellschaftliche Kampfzone“, sagte die 41-Jährige der Zeitschrift ‚Brigitte’. Die Politikerin berichtet von „fiesen Briefen von wegen Egotrip, karrieregeil und so“ – und die kämen überwiegend von Männern.
Nahles ist sich sicher: „Kind und Karriere geht – auch wenn man manchmal hin- und hergerissen ist.“ Sie konzentriere sich jetzt stärker auf das Wesentliche. „Bei meiner Arbeit gucke ich jetzt genau: Macht das Sinn? Durch das Kind verschleudere ich nicht mehr so viel Kraft für Unnötiges, und davon profitieren alle.“
Sie brachte im Januar ihre Tochter Ella auf die Welt; zwei Monate später saß sie wieder am Schreibtisch im Berliner Willy-Brandt-Haus, ihr Mann ging in Elternzeit.
Herbert Friedrich, Leiter der Flughafenwerbung in Stuttgart erzählt im Airport Blog, wie er und sein Arbeitgeber von seiner Elternzeit profitiert haben, aber auch von den Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen er im Laufe der Jahre konfrontiert wurde:
‚Elternzeit ist nur was für Frauen? Von wegen. Als vor neun Jahren unser erster Sohn Jannik geboren wurde, fiel meiner Frau und mir die Entscheidung gar nicht so leicht, wer zu Hause bleiben sollte. Der Zufall kam uns zu Hilfe, und meine Frau konnte von zu Hause aus arbeiten. Nun liegt der Gedanke nah, dass sich das Thema für mich damit erledigt hatte. Doch damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Ich wollte mein Kind nicht nur frühmorgens nach dem Aufwachen und spätabends kurz vorm Einschlafen sehen.
Also setzte ich mich doch weiter mit dem Thema Elternzeit auseinander und stellte fest, dass ich ohne Probleme mit Unterstützung meiner Vorgesetzten meine Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden reduzieren konnte. Als im Jahr darauf unser zweiter Sohn Patrick auf die Welt kam, war es gerade auch für meine Frau eine große Hilfe, dass ich schon um 14 Uhr Feierabend machen und sie nachmittags mit den beiden kleinen Kindern unterstützen konnte.
Auch wenn die Reduzierung der Stunden theoretisch problemlos möglich war, stellte sie mich und mein Team in der praktischen Umsetzung doch vor einige Herausforderungen. Alle Projekte und Termine mussten gut geplant, oft auch umorganisiert werden. Weil aber alle im Team wunderbar und flexibel mitgearbeitet haben, konnten wir auch diese speziellen Anforderungen ohne Probleme bewältigen. Im Umkehrschluss galt die Flexibilität natürlich auch für mich. Wenn abends mal ein Termin anstand, der sich nicht verschieben ließ, habe ich ihn natürlich wahrgenommen oder auch immer mal wieder von zu Hause aus zusätzlich gearbeitet. Weiterlesen »
Ende Juni war es soweit. Die Sieger des Fotowettbewerbs „Väterbilder“ wurden gekürt. Stolze Papas präsentierten sich mit ihren Sprösslingen vor der Kamera. In Suhl beim Dianabrunnen können die Bilder bestaunt werden.
„Väterbilder- der Name ist Programm“ zeigt einmal ganz andere Seiten der starken Männer. „Väter sollen sich als das wahrnehmen, was sie sind“, denn „Väter geben wichtige nicht ersetzbare Beiträge der Erziehung“, sagte Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel in der Eröffnungsrede. Der zweifache Vater erwähnte dabei die Beiträge zur Erziehung, die die Mutter zum Beispiel verboten hat.
Er warb für ein familienfreundliches Suhl und auch Dr. Gunnar Wolf vom Büro der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten sagte, dass das Leben mit Kindern mehr Spaß machen würde. Beide machten den Vätern und denen, die es werden wollen, Mut. Kinder geben schließlich ein Vielfaches zurück. Mütter würden hingegen auf diese Art und Weise einmal eine Auszeit bekommen, die sie nur für sich nutzen könnten, erklärten Beide weiter.
In der Kategorie „Serien“ erhielt Peter Zastrow den ersten Preis mit seinem Bild „am langen Arm“. Susi Schreiterer freute sich über den zweiten Platz mit dem Titel „Albert“ und den dritten Preis bekam Manuela Hahnebach für ihre Serie „Hände und Füße“.
Die Kategorie „Einzelbilder“ gewann Cerstin Roth mit ihrer „Erstbesteigung“. Mit „Das bisschen Haushalt“, dass den Vater mit Kind beim Aufwaschen zeigt, erzielte Cordelia Gothe den zweiten Platz. Und der dritte Preis ging an Ulrich Pfeufer mit seinem Bild „Hände“.
Die besonderen Momente zwischen Vater und Kind wurden auf den 16 Tafeln mit 98 Fotos und vier Fotoserien festgehalten. Die alltäglichen Begebenheiten, Freude und Freizeitvergnügen waren Themen auf den Bildern. Viele interessante Einblicke in das Leben der Familien mit jungem Nachwuchs ist noch bis zum 31. August zu bestaunen.