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Väter bekommen weniger Anerkennung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 28. Oktober 2011

Im FOCUS-Online-Interview beschreibt Raphael Schwiertz, nach dem ‚Rücktritt’ von Jakob Hein, Deutschlands einziger Väterbeauftragter, seine Erfahrungen mit dieser Aufgabe und den Vätern, die zu ihm kommen.

FOCUS Online: Herr Schwiertz, ihr Job ist – um es vorsichtig auszudrücken – nicht ganz alltäglich. Wie fühlt es sich das an, Deutschlands einziger Väterbeauftragter zu sein?

Raphael Schwiertz: Für mich ist das eigentlich weniger spektakulär als es vielleicht für Außenstehende klingt. Ich bin ja auch nicht der erste. Es gab schon mal einen Väterbeauftragten an der Charité in Berlin. Seit der seine Stelle gewechselt hat, ist die Stelle, soweit ich weiß, unbesetzt.

FOCUS Online: Haben Sie gezögert, als Sie gefragt wurden, ob sie den Posten an der Essener Uniklinik übernehmen wollen?

Schwiertz: Gezögert habe ich schon. Ich bin ja kein Fachmann für das Thema, sondern einfach nur Kinderarzt und ich war vor einiger Zeit selbst ein Jahr in Elternzeit. Aber ich habe mir gedacht: Wenn ich es nicht mache, macht es vielleicht keiner. Und das hätte ich sehr schade gefunden.

FOCUS Online: Was genau ist Ihre Aufgabe?

Schwiertz: Ich bin Ansprechpartner für Mitarbeiter der Uniklinik Essen, die demnächst Vater werden oder schon Vater sind. Die kommen zum Beispiel mit Fragen zu den Vätermonaten oder zum Elterngeld. Es geht dann vor allem um praktische Dinge – wann muss ich das beantragen oder wie funktioniert das mit dem Bereitschaftsdienst, wenn ich Teilzeit arbeite. Ich versuche das, so gut es geht, zu beantworten. Manches muss ich aber erst recherchieren. Viele Fragen könnte sicherlich auch die Gleichstellungsbeauftragte beantworten, aber mein Eindruck ist, dass Männer sich scheuen da hinzugehen. Sie fragen lieber einen Mann, der selbst schon in Elternzeit war.

FOCUS Online: Also haben Sie gut zu tun?

Schwiertz: Ich mache das seit gut einem Jahr und bisher ist die Resonanz eher verhalten. Es meldet sich vielleicht alle zwei Wochen mal jemand. Ich gehe aber davon aus, dass das noch mehr werden wird. Es spricht sich teilweise erst jetzt herum, dass es einen Väterbeauftragten gibt, die Uniklinik ist ja weit verzweigt. Mein Posten ist nur eine von vielen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die die Uniklinik Essen ins Leben gerufen hat. Auch die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen sollen erleichtert werden, das wurde teils auch schon verbessert. …’

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So fühlt es sich an, ein Mann zu sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 27. Oktober 2011

‚Geben Sie eine Frau, ganz gleich, ob sie gebildet oder ungebildet ist, und unabhängig davon, welcher Kultur und Ethnie sie angehört, einmal folgende Anweisung: „Du darfst keine Freunde und Vertraute haben; du musst jedes Bedürfnis, jede Schwäche oder zärtliche menschliche Regung unterdrücken; du darfst andere Frauen nicht ohne einen stichhaltigen Grund berühren; du darfst nicht weinen, du sollst nicht deiner inneren Intuition folgen, sondern nur Autoritäten und bedeutenden Menschen vertrauen, und du darfst dich fortan nur noch durch deine Rollen, Titel, Autos, durch Haus, Geld und Erfolg definieren. Andere Menschen sind für dich entweder Verbündete oder sie stellen eine Bedrohung dar – ansonsten sind sie einfach nicht von Interesse.“

Und dann sage ihr: „Genau so fühlt es sich die meiste Zeit an, ein Mann zu sein.“’

In dem Buch ‚Die Männerbibel – Meditationen auf dem Weg zur Freiheit’ hat Joe Durepos, enger Mitarbeiter von Richard Rohr mit 366 Impulsen die Quintessenz aus der mehr als 30jährigen Arbeit mit Männern zusammengetragen, die den Weg der Männer raus aus den Rollenklischees und den falschen Erwartungen, einer Dualität, die nur Gewinner und Verlierer kennt, täglich begleiten können.

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Der Kampf ums Kind

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 26. Oktober 2011

Der Kampf ums Kind

Schon kurz nach der Geburt ist Daniel G. allein für sein neugeborenes Kind verantwortlich. Die Kindsmutter leidet an Depressionen, muss psychologisch intensiv behandelt werden. Die Familie bricht auseinander, Daniel G. steht als alleinerziehender Vater da. Die ersten 15 Monate verbringt seine Tochter bei ihm.

Doch als sich die Mutter als gesund zurückmeldet, beginnt ein erbitterter Streit ums Kind. Im Auftrag des Gerichts befindet eine Gutachterin, dass die Tochter bei der Mutter besser aufgehoben sei, sie bescheinigt Daniel G. schwere charakterliche Defizite.

Drei Gegengutachten lässt Daniel G. erstellen. Alle drei werfen der Gutachterin des Gerichts vor, unfair beurteilt und wissenschaftliche Standards nicht eingehalten zu haben.

„Schlechte Familienrechtsgutachten sind ein Problem“, erklärt Christoph Berndt von der Rechtsanwaltskammer und beklagt, dass Richter auf dieser Basis dann unrichtige Urteile fällen und der Konflikt durch einen jahrelangen Rechtsstreit nur noch weiter eskaliert. Auch im Fall Daniel G. beginnt eine juristische Schlammschlacht, in der das Kind traumatisiert, die Eltern psychisch aufgerieben werden.

Wenn Eltern unverheiratet waren oder sich nicht einigen können, haben beim Streit ums Kind meist Familienrichter und von ihnen beauftragte Gutachter das letzte Wort. Sie entscheiden, welches Elternteil für das Kind besser geeignet sein soll.

Psychologen kritisieren, dass Familienrichter Eltern dabei häufig in Gewinner und Verlierer unterteilen und das Kind nur einem Elternteil zusprechen, weil sie das für eine eindeutige und dauerhafte Lösung halten. „Doch ein Urteil, das für Kinder den Verlust eines Elternteils bedeutet, ist kein Schlussstrich, wie heute immer noch etliche Richter wie auch Gutachter glauben“, beklagt der Psychologie-Professor und Familienrechtsgutachter Uwe Jopt aus Lemgo. Dann ginge der Streit meist erst richtig los und würde die kindliche Psyche noch mehr verletzen, mit fatalen Auswirkungen, so der Psychologe. Weiterlesen »

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Vielfalt, mehr Leben ins Männerleben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 25. Oktober 2011

Im Jahr 2000 wurden in Frankfurt auf der Veranstaltung „Mehr Leben ins Männerleben“ die Ergebnisse der ersten Studie „Männer im Aufbruch – Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen“, vorgestellt und diskutiert.

Das Aktionsforum „Männer & Leben – Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ greift in diesem Jahr  die neuesten Forschungsergebnisse zur Männerentwicklung in Deutschland auf und  diskutiert aktuelle politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Standpunkte mit einem breiten Publikum aus Gleichstellungspolitik, Unternehmen, Kirchen, Trägern von Bildungseinrichtungen, Bürgerinitiativen und Forschung.

Die 4. Impulstagung „Vielfalt, mehr Leben ins Männerleben – Ein (Aus-) Blick auf Männerentwicklung in Deutschland“ findet am 16. November 2011 von 9:00 bis 17:00 Uhr im Haus am Dom in Frankfurt statt.

Bei der jetzt geplanten Tagung wird die Studie „Männer in Bewegung. Zehn Jahre Männerentwicklung in Deutschland“ und das fast zeitgleich erschienene Ergebnis des Forschungsprogramms Gleichstellung „Männer: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts?“ die Grundlage für die Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Möglichkeiten und Perspektiven der Männerentwicklung in Deutschland bilden.

Am Nachmittag werden fünf zentrale Themen aus beiden Studien aufgegriffen und in verschiedenen World Cafés bearbeitet.

Mit der Tagung möchten wir über die neueren Forschungsergebnisse informieren und zur Orientierung und Perspektivenfindung der Akteure beitragen, die an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz mit konkreten Fragestellungen der Gleichstellung von Männern und Frauen befasst sind. Wir werden die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, der demographischen und interkulturellen Entwicklung auf Werte wie Familie und Partnerschaft zur Diskussion stellen und dabei auch in die Diskussion um einen veränderten Wachstumsbegriff einsteigen. Am Ende soll damit  der Antwort auf die Frage näher gekommen  werden, wo der Nutzen bzw. der Gewinn dieser Forschungsergebnisse für die künftige Weiterentwicklung innovativer Praxis liegt und welche Handlungsfelder dabei von besonderer Bedeutung sind.

Informationen zum Programm und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.

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16 Prozent alleinerziehende Väter in Thüringen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 24. Oktober 2011

Im Jahr 2006 waren 12 Prozent der Thüringer Alleinerziehenden Väter, 2010 hatten bereits 16 Prozent der Ein-Eltern-Familien ein männliches Oberhaupt, wie das Landesamt für Statistik ausweist.

Für ganz Deutschland ergibt sich eine andere Situation. „Die Anzahl der alleinerziehenden Väter ist in den letzten Jahren gesunken auf derzeit zehn Prozent. Damit sind heute 90 Prozent aller Alleinerziehenden Frauen,“ hält Antje Asmus, Expertin beim Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter, für das Jahr 2010 fest.

Zwar sind auch zwischen Rhön und Harzvorland sowie von Eisenach bis Apolda überwiegend die Mütter alleinerziehend, jedoch mit deutlich rückläufigem Trend. In nur fünf Jahren wuchs die Gruppe der alleinerziehenden Väter um immerhin ein Drittel.

Nur in den Großstädten Berlin und Bremen gibt es noch mehr sogenannte Ein-Erwachsenen-Familien mit Kindern und auch die meisten alleinerziehenden Väter. Ihnen folgt in diesem Trend das Saarland.

Dann kommen, in der Relation zur Zahl der Mütter, bereits die Thüringer. Das belegt die bundesweite jährliche Befragung von Haushalten zu den Alltagsbedingungen. In Thüringen leben derzeit 70.000 alleinerziehende Mütter und 14.000 alleinerziehende Väter.

Erforscht ist die Situation alleinerziehender Väter im Grunde gar nicht. Es ging beim Allein-Erziehen bislang überwiegend um Mütter. Doch die Wissenschaft denkt um. Für eine Studie zur Situation von Menschen, die in Trennung leben oder geschieden sind, sucht die Universität München Väter.

Die kennt man beim Verband der Alleinerziehenden in Thüringen gut. Petra Beck, die Geschäftsführerin, berät im Geraer Büro auch Väter und sagt: „Es kommen mehr Väter als früher. Das spricht vor allem dafür, dass sie es sich trauen, nach Rat zu fragen und es ganz selbstverständlich finden, allein zu erziehen. Es spricht zugleich für die gleichberechtigten Rollen von Frauen und Männern in der Familie. Zu uns kommen auch Väter, die mit mehreren Kindern allein sind.“ Weiterlesen »

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Interessenkreis aktiver Väter an der FH Nordhausen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 23. Oktober 2011

Im Zuge der Gleichstellung von Mann und Frau ist die Kindererziehung noch vorwiegend von klassischen Konventionen geprägt. Nahm der Vater vor wenigen Generationen noch primär die Position des Hauptverdieners ein und die Mutter die der Kinderbetreuung und Kindererziehung, so zeichnet sich gegenwärtig ein durch den gesellschaftlichen Wandel hervorgerufener Ausgleich in der Aufgabenverteilung ab. Nach dem Motto „Kinder und Karriere“ kehren Mütter sehr früh in das Berufsleben zurück, insbesondere wenn die Rahmenbedingungen es zulassen (Kinderbetreuungsangebote).

Im Zuge dessen gehen viele Aufgaben der Kindererziehung auf den elterlichen Partner über wie zum Beispiel die Nutzung der Elternzeit. Die Väter sehen ihre erweiterten Aufgaben im Allgemeinen nicht als Einschränkung, sondern als eine Bereicherung im Zusammenhang mit einer festen Partnerschaft. Doch was passiert im Falle einer Trennung bzw. Scheidung?

Seit einem Monat bietet der „Interessenkreis aktiver Väter“ an der FH Nordhausen allen studierenden und beschäftigten Vätern zu dieser Fragestellung eine Anlaufstelle.

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Work-Life-Balance setzt viele Eltern unter Druck

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 22. Oktober 2011

Die Balance von Arbeit und Leben bleibt oft ein Ideal: Der Begriff gaukele vor, dass es möglich sei, ein Gleichgewicht zwischen der Arbeit und dem Privatleben herzustellen. In der Praxis bleibe das für die meisten Mütter und Väter aber unerreichbar, sagt die Soziologin Katrin Jurczyk. Außerdem komme die Arbeit in diesem Vergleich zu schlecht weg. Denn während das Familienleben oft überfrachtet mit Erwartungen ist, wird die Arbeit zu dem Platz, an dem die Eltern Anerkennung bekommen.

Am meisten belaste die Eltern der Versuch, alles unter einen Hut zu bringen. Das Familienleben entwickele sich so zu einer Managementaufgabe. Selbst wenn es den meisten gelingt, bleibt dabei das Wesentliche auf der Strecke: ‚Nämlich, dass man es sich gemeinsam gut gehen lassen und glücklich sein will’, sagt Jurczyk in einem Interview der Zeitschrift ‚Nido’.

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In Familien wird wieder mehr gespielt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 21. Oktober 2011

Familien in Deutschlandverbringen mehr Zeit mit Gesellschaftsspielen als noch vor zwei Jahren, wie jetzt eine aktuelle Studie von Innofact im Auftrag der LEGO GmbH ergab. Mindestens eine Stunde pro Woche werden an deutschen Wohnzimmertischen Spielanleitungen studiert, Brettspiele aufgebaut und es wird begeistert gespielt. Dies bedeutet eine Steigerung um 10 % im Vergleich zu 2009. In der aktuellen Studie gaben von 1.100 befragten Familien sogar 35 % an, mindestens drei Stunden pro Woche gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen.

Kinder geben den Ton an, Eltern schätzen die gemeinsame Zeit Wie die Studie belegt, entscheiden Mütter und Väter gleichberechtigt, welches Spiel gekauft wird. Die Frage, warum Spiele als liebste Freizeitbeschäftigung gelten, beantworteten 76 % der Eltern damit, dass beim Spielen die ganze Familie an einen Tisch gebracht wird. Zudem sind Spiele für Eltern eine gute Alternative zu Fernsehen und Computerspielen. In Familien mit mehreren Kindern, haben 43 % der Kleinen großen Spaß, wenn sie mit ihren Geschwistern spielen können.

Die Mehrheit der Befragten (76 %) gab an, dass es beim gemeinsamen Spielen besonders wichtig sei, dass die Mechanismen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet sind. Für über die Hälfte steigt der Spielspaß, wenn der Schwierigkeitsgrad verändert werden kann.

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Die ersten Väter beim Wiener Magistrat treten Papamonat an

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 20. Oktober 2011

Männer, die bei der Stadt Wien beschäftigt sind, haben seit Mitte September Anspruch auf einen Papamonat. Wenn sie mit der Mutter ihres Kindes zusammenleben, haben sie die Möglichkeit, nach der Geburt ihres Kindes bis zu vier Wochen in Väterfrühkarenz zu gehen.

Personalstadträtin Sandra Frauenberger freut sich über das rege Interesse der Männer: Bereits 16 Männer haben ein Papamonat angetreten bzw. haben darum angesucht. Andreas Fitzthum ist einer der ersten Männer bei der Stadt Wien, der einen Papamonat genommen hat. Seine kleine Tochter, Ylva Marlene, ist im September zur Welt gekommen.

Herr Fitzthum wurde bereits zum vierten Mal Papa. Er weiß daher über die großen Freuden mit einem neu geborenen Baby, aber auch über die Anstrengungen der ersten Zeit Bescheid. Er ist sehr froh, die ersten Wochen zu Hause bei Frau, Baby und Kindern verbringen zu können. Im Jahr 2013, wenn seine Frau wieder zu arbeiten beginnt, möchte er auch von der Möglichkeit einer Väterkarenz Gebrauch machen.

Sandra Frauenberger ist überzeugt, dass ein Papamonat die enge Bindung zwischen Vater und Kind fördert. „Es wäre schön, wenn auf diesem Wege auch die Zahl jener Männer steigt, die in Elternkarenz gehen. Denn Kinderbetreuung ist keine Frauenangelegenheit, sondern Elternsache“

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Verlängerung der Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 19. Oktober 2011

Ein Arbeitgeber darf nicht völlig frei über die Verlängerung einer Elternzeit entscheiden. Er müsse zwischen seinen und den Interessen des Arbeitnehmers abwägen, den Entschluss also nach „billigem Ermessen“ treffen, entschied das Bundesarbeitsgericht am Dienstag in Erfurt.

Nach § 16 Abs. 1 Satz 1 BEEG müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Elternzeit in Anspruch nehmen wollen, gegenüber dem Arbeitgeber erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Elternzeit genommen werden soll. Eine damit festgelegte Elternzeit kann der Arbeitnehmer nur verlängern, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

Die Klägerin ist seit 2005 bei der Beklagten als Arbeiterin in Vollzeit beschäftigt. Am 3. Januar 2008 gebar sie ihr fünftes Kind und nahm deshalb bis 2. Januar 2009 Elternzeit in Anspruch. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2008 bat sie die Beklagte erfolglos, der Verlängerung ihrer Elternzeit um ein weiteres Jahr zuzustimmen. Sie berief sich auf ihren Gesundheitszustand.

Nachdem die Klägerin ab dem 5. Januar 2009 ihre Arbeit nicht wieder aufnahm, erteilte ihr die Beklagte eine Abmahnung wegen unentschuldigten Fehlens. Das Arbeitsgericht hat die Beklagte verurteilt, der Verlängerung der Elternzeit zuzustimmen und die Abmahnung aus der Personalakte der Klägerin zu entfernen. Das Landesarbeitsgericht hat die Klage insgesamt abgewiesen. Es hat die Auffassung vertreten, der Arbeitgeber dürfe die Zustimmung zur Verlängerung der Elternzeit bis zur Grenze des Rechtsmissbrauchs frei verweigern. Weiterlesen »

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