Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 23. November 2011
Rund 38.100 Paare nahmen für ihr zwischen April und Juni 2010 geborenes Kind Elterngeld in Anspruch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, bezogen 23.400 Paare beziehungsweise 61 % die Leistung zeitweise gemeinsam und zwar für durchschnittlich fast 2 Monate. Väter bezogen dabei im Durchschnitt für 2,5 Monate und Mütter für 11,4 Monate Elterngeld. 185 Paare entschieden sich dazu, die Leistung über den gesamten Zeitraum gemeinsam in Anspruch zu nehmen.
Bei den anderen rund 14.500 Paaren haben Vater und Mutter das Elterngeld nacheinander in Anspruch genommen. In diesen Fällen betrug die durchschnittliche Bezugsdauer der Väter 3,3 Monate und die der Mütter 10,4 Monate.
Neben den rund 38.100 Paarbezügen gab es rund 121.700 Einzelanträge, bei denen der Partner oder die Partnerin kein Elterngeld bezogen hat. Der Großteil dieser Einzelanträge wurde von Frauen gestellt (98 %). Der Anteil der Männer war mit 2 % vergleichsweise gering.
Insgesamt erhielten damit mehr als 197.900 Väter und Mütter für 162.800 zwischen April und Juni 2010 geborene Kinder Elterngeld. Bezogen auf alle 165.600 in diesem Zeitraum geborenen Kinder bedeutet dies, dass für mehr als 98 % der Kinder Elterngeld bewilligt wurde.
Die Väterbeteiligung, das heißt, der Anteil der Kinder, deren Vater Elterngeld bezogen hat, ist für im zweiten Quartal 2010 geborene Kinder noch einmal angestiegen; und zwar auf 25,4 % (erstes Quartal 2010: 24,4 %). Bei Müttern lag die Inanspruchnahme des Elterngeldes bei über 96 %.
Differenzierte Ergebnisse der Elterngeldstatistik für im zweiten Quartal 2010 geborene Kinder sind online abrufbar.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 22. November 2011
Zwei Drittel (64 %) aller jungen Erwachsenen wohnen noch bei den Eltern. Vor allem Söhne fühlen sich im Hotel Mama offenbar wohl – und tun sich schwer damit, eine eigene Familie zu gründen. Das hat das Statistische Bundesamt aus Daten des Mikrozensus ermittelt. Vor allem den jungen Männern zwischen 18 und 24 gefiel es offenbar gut im alten Zuhause: 71 % von ihnen zogen Hotel Mama einem eigenen Heim vor. Bei den weiblichen Altersgenossinnen waren das nur 57 %.
Damit blieb die Zahl der Nesthocker in den vergangenen zehn Jahren ungefähr gleich. Im Jahr 2000 hatten 65 % der jungen Erwachsenen noch bei den Eltern gewohnt. Entsprechend klein ist die Zahl derer, die bereits in jungen Jahren eine eigene Familie gründen. Nur 13 % lebten mit einem Ehe- oder Lebenspartner zusammen. Bei den Männern waren es sogar nur acht %. Von einem Hochzeitsboom weiß die Statistik nichts: Zehn Jahre zuvor hatten noch deutlich mehr junge Deutsche (17 %) mit ihrem Partner zusammengelebt. Dafür stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Singles mit eigenen vier Wänden von 15 auf 17 %. Dabei halten sich Männer und Frauen in etwa die Waage.
Wohngemeinschaften scheinen sich trotz wachsendem Zuspruch allenfalls in Großstädten als Lebensform junger Erwachsener behaupten zu können. Nur 6 % der 18- bis 24-Jährigen entschieden sich dafür. Allerdings waren es vor zehn Jahren nur 4 %.
Soziologen machen eine Vielzahl von Gründen für das Nesthocken aus. Zum einen lohnt es sich für junge Menschen nicht mehr, schnell von zu Hause auszuziehen: Sie können auch so alle Vorteile des Erwachsenseins genießen, ohne die Nachteile – finanzielle Belastung, Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 22. November 2011
Häusliche Gewalt heißt keineswegs nur Männergewalt. Das hat sich schon herum gesprochen. Doch warum werden männliche Opfer und weibliche Täter noch immer tabuisiert? Warum ist die Scham darüber zu sprechen noch größer als im umgekehrten Fall: Mann schlägt Frau? Warum gibt es für Männer, die Gewalt erfahren haben und für Täterinnen so wenig Hilfsangebote? Das sind nur einige Fragen, die Autorin Ina Strelow betroffenen Männern und Mitarbeiterinnen in Beratungsstellen gestellt hat.
SWR2 Leben: Männer, Dienstag, 22. November 10:05 bis 10:30 Uhr. Und falls Sie die Sendung verpasst haben, es gibt einen podcast und ein Manuskript zum Herunterladen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 21. November 2011
Jeder fünfte Vater in Bochum nutzt das Elterngeld, um sich einige Monate um seinen Nachwuchs zu kümmern. Finanzielle Gründe und Angst vor Nachteilen im Job schrecken viele Männer ab, Elternzeit in Anspruch zu nehmen.
Die Beteiligung der Väter an der Elternzeit steigt in Deutschland stetig an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben 18 % der Bochumer Väter für im Jahr 2009 geborene Kinder Elterngeld bezogen. Damit liegt Bochum im NRW-Durchschnitt, aber unter dem deutschlandweiten Mittel von 24 %. In den Nachbarstädten bezogen noch weniger Väter das Elterngeld.
Die Eltern orientierten sich am höheren Gehalt, sagt Ursula Kersting-Otte von der Beratungsstelle Pro Familia. Und das beziehen meist die Männer. Bei den Beratungen höre sie leider auch, „dass Arbeitgeber ihnen das negativ auslegen, wenn sie in Elternzeit gehen“.
Wenn die Väter sich für eine Elternzeit entscheiden, dann meist nur für die Mindestzeit von zwei Monaten. Das zeigt auch die Statistik: Mehr als zwei Drittel der Väter (71 %) in NRW entschieden sich so. Die Väter, die sich bei Pro Familia beraten ließen, hätten das Gefühl, dass zwei Monate Auszeit bei ihrem Arbeitnehmer gerade noch akzeptiert seien, so Kersting-Otte.
Gerade bei befristeten Arbeitsverträgen gehe es oft um die Existenz. Seien die Väter bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt, müssten sie sich oft gegen die Elternzeit entscheiden. „Das ist auch ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt die Beraterin.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 20. November 2011

Unter dem Titel „Baba zeigt Gesicht“ ist vom 23. November bis zum 22. Dezember 2011 in der Hochschule Esslingen eine Ausstellung zu sehen, in der es um die Lebenswelten von Einwanderern geht. Die Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege will mit dieser Schau auf Migrationsthemen aufmerksam machen und hat vor allem die Väter, deren Lebenswege je nach sozialer und kultureller Herkunft oft sehr widersprüchlich verlaufen, in den Blick genommen.
So werden die Erfahrungen der Väter mit ihrer eigenen Migration beleuchtet und es wird der Frage nachgegangen, wie sie sich auf das Vatersein ausgewirkt haben. Zudem wird in der Ausstellung auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert.
Die Ausstellung „Baba zeigt Gesicht“ wird am Mittwoch, 23. November, um 13 Uhr auf der Empore der Hochschule in der Flandernstraße eröffnet. Petra Pfendter, Diplom-Sozialarbeiterin und Diplom-Pädagogin, hält den Eröffnungsvortrag über den „Wandel der Männer- und Väterrolle am Beispiel türkeistämmiger Väter in Deutschland“. Ab Donnerstag, 24. November, ist die Ausstellung im Foyer der Hochschule zu sehen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 19. November 2011
Es ist wie der Blick auf das halbvolle Glas. Von außen betrachtet ist Schweden ein Gleichstellungsparadies, auch wenn diese auch dort noch lange nicht erreicht ist. Dass es aber hier wie dort an der Zeit ist, den pessimistischen Blick zu überwinden, dafür appelliert Nathan Hegedus in seinem Blog ‚Dispatches from Daddyland’:
‚People get frustrated here that men don’t take more paternity leave. Which is good. In context of the world, Sweden is a paradise of equal parenting. In context of equality, it’s, well, only OK. But, still, I have trouble with the impatience, coming from the US and its safety net wasteland.
Which is why I was so happy to see this article in Dagens Nyheter last month. I quote its most telling stat in another post – that by the 2020’s, parental leave days will be split equally between fathers and mothers. …
It is time for a reappraisal. We social scientists and others have often noted that gender equality is slow – and that the great differences between men and women persist. But it is time to abandon this pessimistic picture that often characterizes the public debate. Developments over the past decade suggests that much of the gender equality objectives will be met as early as the 2020’s, writes Michael Nordenmark.’
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 18. November 2011
„Ein realer Vater zeigt, dass er kein Superheld ist“, meint Pädagoge Frank Beuster, Väter sollten für ihre Söhne eher ein “echtes“ Vorbild sein. Lothar Grebe fällt genau dies nicht immer leicht, denn als alleinerziehender Vater läuft er im Alltag ständig Gefahr, nicht als Mann zu agieren, sondern auch in die Rolle einer Mutter zu schlüpfen.
Vater Achill Moser und Sohn Aaron dagegen kommen sich erst spät, bei einer Tour über die Alpen, so richtig nahe. Früher ist der Vater als Fotograf häufig unterwegs gewesen, hatte wenig Zeit für das Kind. Jetzt sei es eine bittere Erkenntnis für ihn, so Achill, dass seine Söhne schon selbständig seien und das Haus verlassen.
Ein Beitrag in ML mona lisa – Frauen, Männer & mehr’ am Samstag, den 19.11.2011 von 18:00 bis 18:35 Uhr im ZDF
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 17. November 2011
Die gemeinsame elterliche Sorge wird unabhängig vom Zivilstand der Eltern in Zukunft zur Regel. Im Zentrum dieser neuen Regelung steht das Kindswohl. Einzig wenn die Interessen des Kindes geschützt werden müssen, kann die elterliche Sorge einem Elternteil vorenthalten werden. Der Bundesrat hat am Mittwoch die Botschaft zur entsprechenden Revision des Zivilgesetzbuches (ZGB) verabschiedet. In einem zweiten Schritt wird der Bundesrat das Unterhaltsrecht unverheirateter und geschiedener Eltern neu regeln.
Bei einer Scheidung wird die elterliche Sorge heute in der Regel einem Elternteil allein zugewiesen. Sind die Mutter und der Vater nicht miteinander verheiratet, steht gemäß geltendem Recht die elterliche Sorge allein der Mutter zu. Eine gemeinsame elterliche Sorge ist heute nur möglich, wenn die nicht miteinander verheirateten oder die geschiedenen Eltern einen gemeinsamen Antrag stellen und sich betreffend Unterhalt und Betreuung des Kindes einigen können. Das geltende Recht missachtet damit die Gleichstellung von Mann und Frau.
Künftig erhalten nach einer Scheidung beide Elternteile die elterliche Sorge. Das Gericht muss sich bei einer Scheidung aber vergewissern, dass die Voraussetzungen für die gemeinsame elterliche Sorge gegeben sind. Ob die elterliche Sorge zum Wohl des Kindes einem Elternteil allein zugeteilt werden soll, entscheidet bei einer Scheidung das Gericht und bei einem ausserehelich geborenen Kind die Kindesschutzbehörde. Mögliche Gründe für den Entzug der elterlichen Sorge sind Unerfahrenheit, Krankheit, Gebrechen, Gewalttätigkeit oder Ortsabwesenheit.
Die Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regel stellt für nicht miteinander verheiratete Eltern eine wesentliche Änderung dar. Wenn sich die Eltern nicht verständigen können, wird es auch in Zukunft nicht „automatisch“ zur gemeinsamen elterlichen Sorge kommen. In diesen Fällen kann sich ein Elternteil an die Kinderschutzbehörde wenden. Diese wird die gemeinsame elterliche Sorge verfügen, außer wenn dies nicht den Interessen des Kindes entspricht.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 16. November 2011
Sechs Tonnen schwer war die Post, die Simonetta Sommaruga seit Februar erhalten hat. Der Inhalt: rund 1700 Pflastersteine. Verärgerte Männer sendeten diese über die Website Schickenstei.ch an die Justizministerin und protestierten so dagegen, dass der Bundesrat die Vorlage für ein gemeinsames Sorgerecht verzögerte. Jetzt haben die Pflastersteine einen neuen Verwendungszweck: Sommaruga ließ mit ihnen auf einem Spielplatz eine Fläche pflastern, die als Begegnungsort für Eltern und Kinder dienen soll.
Christine Stähli, Sprecherin des Justizdepartements, bestätigte, dass Frau Sommaruga den Ort am Donnerstag einweihen wird. Er zeigt sinnbildlich, wie gemeinsam der Weg geebnet werden kann für eine politische Lösung, in der das Wohl des Kindes im Zentrum steht. Für Oliver Hunziker, Präsident des Vereins VeV und Mitinitiant der Aktion, hat diese damit einen erfreulichen Abschluss gefunden: „Es ist toll, dass die Steine nicht einfach auf einem Haufen landeten.“
Es bleibt morgen aber nicht bloß bei einer Einweihung: „Es gibt noch eine Überraschung“, so Stähli. Details will sie nicht nennen. Hunziker hofft, dass Sommaruga die sehnlichst erwartete Vorlage des Bundesrats zum gemeinsamen Sorgerecht präsentiert. «Das wäre ein tolles Überraschungsgeschenk.» Damit ginge die Arbeit für die Väter aber erst richtig los. Hunziker: „Es ist noch ein steiniger Weg, bis die Gesellschaft Frauen und Männer auch wirklich gleichstellt.“
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 15. November 2011
In Dresden leben offenbar die aktivsten Väter Deutschlands. Das Männer-Lifestylemagazin „Men’s Health“ hat bei einer Auswertung von Daten der Statistischen Landesämter herausgefunden, dass in keiner anderen Großstadt so viele Männer das Elterngeld in Anspruch nehmen: ganze 38,7 % aller Elterngeld-Bezieher, deren Kinder im Jahr 2009 geboren wurden. Ganz am Ende des Rankings finden sich ausschließlich westdeutsche Städte – mit Gelsenkirchen (9,9 %) als Schlusslicht.
Die auffälligen Unterschiede zwischen West und Ost erklärt die Soziologin Katrin Menke vom Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer in Berlin damit, dass die Männer in den neuen Ländern „ein moderneres Familienbild und ein moderneres Verständnis von den Geschlechterrollen“ hätten als viele im Westen. „Das beruht auch auf ihrer DDR-Vergangenheit. Beispielsweise wurde dort, anders als im Westen, politisch gefördert, dass Mütter berufstätig sein können“, betont die Expertin in „Men’s Health“.
Die Top Ten der 50 Städte umfassenden Liste:
- Dresden 38,7*
- Freiburg (Breisgau) 32,0
- Münster (Westfalen) 30,9
- München 30,6
- Berlin 29,6
- Chemnitz 29,4
- Stuttgart 28,7
- Leipzig 28,5
- Bonn 28,4
- Rostock 28,3
*Prozentualer Anteil der Männer an dem Personenkreis mit Elterngeldbezug. Die Daten beziehen sich auf Eltern, deren Kinder im Jahr 2009 geboren wurden.
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