Der Sänger Harry Belafonte will noch mit 84 Jahren für Gerechtigkeit kämpfen. Ein Mustervater sei er seinen vier Kindern hingegen nie gewesen, sagt er im Interview mit der Frankfurter Rundschau.
‚… Der Dokumentar-Film „Black Power Mixtape“ zeigt Sie an der Seite von Martin Luther King, den Sie in den Sechzigerjahren zur Nobelpreisverleihung nach Schweden begleiteten…
Ein einmaliges Erlebnis! Und auch all die anderen Szenen der Bürgerrechtsbewegung, die der Film zeigt, und über die eigentlich viel zu wenig bekannt ist. Nicht nur außerhalb der USA, sondern selbst dort. Dass auch die Menschen in Schweden, Deutschland oder Frankreich ihren Teil zu unserem Kampf beigetragen haben, ist in Vergessenheit geraten.
Nein, das hat sich so ergeben. Das Leben mit all seinen Möglichkeiten ist wie eine große Speisekarte – und irgendwie habe ich mich wohl für die Menüs entschieden, in denen Filme nur Beilage, nie Hauptgericht waren. Ich war trotzdem zufrieden, wie sich meine Karriere entwickelte.
Auch in Ihrem Privatleben?
Als Familienvater habe ich mich leider nicht so gut geschlagen wie in anderen Bereichen. Es war nicht leicht, gleichzeitig für meine Kinder und für alle anderen Menschenkinder da zu sein. Das hat mich manchmal fast zerrissen. Aber wenn man wirklich für Veränderung kämpfen will, muss man Entscheidungen treffen. Hätte ich mich für das Dasein als Mustervater entschieden, hätte ich nicht an der Seite von Dr. King kämpfen können. Das war sicherlich nicht leicht für meine Kinder. Aber ich glaube, sie haben mir inzwischen vergeben. …‘
Väter arbeiten im Durchschnitt wesentlich länger als kinderlose Männer. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden mitteilte, arbeiten Väter der Altersgruppe 25 bis 39 Jahre im Schnitt etwa zwei Stunden pro Woche länger als kinderlose Männer. In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen betrage die Mehrarbeit sogar fast fünf Stunden pro Woche. Demnach nimmt bei den Kinderlosen die Zahl der Wochenstunden ab dem vierzigsten Lebensjahr kontinuierlich ab, die der Väter steige dann hingegen nochmals leicht an.
Das Bundesinstitut erklärt die Mehrarbeit allerdings nicht mit der gerne den Vätern unterstellten Flucht vor dem Familienstress, sondern mit der Übernahme der finanziellen Verpflichtungen für die Familie. „Wenn Mütter nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, dann fangen viele Väter das fehlende Einkommen mit längerer Arbeitszeit auf“, erklärte Martin Bujard vom BiB. Diese Entwicklung widerspreche jedoch den Wünschen der meisten Väter, mehr Zeit mit der eigenen Familie zu verbringen.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei deshalb nicht allein Frauensache. „Gerade erwerbstätige Väter benötigen ganz offensichtlich Unterstützung und Anreize, um innerhalb der Familie zu einer gerechten Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern beizutragen“, so Bujard.
When I was young, my Dad would say Come on Son let’s go out and play Sometimes it seems like yesterday And I’d climb up the closet shelf When I was all by my … by Chet Atkins
Das war das Thema der Fachtagung, die am 26. November 2011 im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen stattfand. Sie richtete sich trägerübergreifend an Erzieherinnen und Erzieher der Gelsenkirchener Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren, Kindertagespflegepersonen, Elternbeiräte, Trägervertreterinnen und Trägervertreter und vor allem auch an Väter.
Ziel der Veranstaltung war es, die Wichtigkeit und die Möglichkeiten der Beteiligung von Vätern in Tageseinrichtungen für Kinder in unterschiedlichen Kontexten aufzuzeigen. Anregungen aus der Fachtagung sollen schnellst möglich in der Arbeit der Tageseinrichtungen und Familienzentren implementiert werden. Hierzu werden die ausgewerteten Rückmeldungen der Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmer den Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren zur Verfügung gestellt.
Rund 140 Personen haben an der Fachtagung teilgenommen. Hierunter waren ca. 90 pädagogische Fachkräfte und knapp 40 Väter. Auch ein Großvater und ein türkischer „Tagesvater“ (Kindertagespflege) nahmen teil. Der vor wenigen Wochen gewählte Jugendamtselternbeirat war mit vier Vertreterinnen und Vertretern vor Ort anwesend und nahm somit zum ersten Mal offiziell an einer Veranstaltung teil.
Die Tagung gab Impulse und Anregungen zur Zusammenarbeit mit und der Beteiligung von Vätern und brachte motivierte Akteure zusammen. Dr. Remi Stork, Referent für Familienpolitik und Grundsatzfragen der Jugendhilfe, widmete sich mit dem Vortrag „Kommt weg vom Rand! Warum die Zusammenarbeit mit Vätern so wichtig ist.“ der Bedeutung von Vätern in der Sozialisation eines Kindes. Stork ging auf die hohe Bedeutung der Väter für die kindliche Entwicklung, die Bindung des Kindes an den Vater, kulturelle Aspekte, den „sozialen Vater“ (andere männliche Orientierungspersonen in der Familie) ein und zeigte, wie die Kita-Einbindung von Vätern gelingen kann.
Herzinfarkt ist in Deutschland überwiegend eine Männerkrankheit. Männer werden weit häufiger wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert als Frauen, sie versterben häufiger daran als Frauen und belasten damit das Gesundheitsbudget weit stärker als Frauen. Das ist ein Ergebnis des Herzberichts der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
Im Jahr 2009 wurden pro 100.000 Einwohner rund 330 Männer wegen eines akuten Infarktes in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Zahl der Männer lag damit 82,9 % über jener der Frauen (180,5/100.000). Die Sterbeziffer bei akutem Herzinfarkt liegt insgesamt bei 68,7 pro 100.000 Einwohner, bei Männern mit 77,1 um 27 % über jener der Frauen (60,7).
Dieser Trend spiegelt sich auch bei den Krankheitskosten für Herzinfarkte wieder: Nach der aktuellen Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes (2008) entstanden für die Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege von an einem akuten Herzinfarkt erkrankten Menschen Kosten von 1,841 Milliarden Euro (Männer 1,218 Milliarden, Frauen 623 Millionen). Die Krankheitskosten des akuten Herzinfarkts der Männer lagen insgesamt 95,5 Prozent über den Krankheitskosten der Frauen. Mit zunehmendem Alter verringerte sich der Abstand.
Schweizer Männer arbeiteten 2010 zehn Prozent weniger im Haushalt als noch 2007. Sie beteiligen sich im Durchschnitt noch 16 Stunden pro Woche an Haus- und Familienarbeit. Damit sind sie wieder auf dem Stand des Jahres 2000. Das zeigt eine Auswertung der SonntagsZeitung von Daten der neuen Hausarbeitsstudie des Bundesamtes für Statistik.
Väter verbrachten durchschnittlich 4,5 Stunden pro Woche damit, Kleinkindern Essen zu geben. Mütter wendeten für die gleiche Tätigkeit doppelt so viel Zeit auf. In 70 % der Paarhaushalte trägt die Frau die Hauptverantwortung. Nur in 3,4 % der Haushalte ist es der Mann. Experten sind über die Ergebnisse überrascht. „Die Wirtschaft ist gefordert, Bedingungen zu schaffen, dass Familie und Beruf besser vereinbar werden“, sagt Rosmarie Zapfl, Präsidentin der Frauenorganisation Alliance F.
Mir fehlen an dieser Stelle die Zahlen darüber, wie sich der Einsatz im Rahmen der Erwerbsarbeit entwickelt hat. Der Tag hat ja nun einmal nur 24 Stunden.
… sagt Walter Hoffmann, Psychoanalytiker und Leiter des Instituts für Angewandte Tiefenpsychologie. Im Interview mit Oliver Mark erläutert er einige Ursachen menschlicher Maßlosigkeit:
‚… derStandard.at: Sie skizzieren den Arbeitsplatz als Verlängerung des Kinderzimmers, wo alte Beziehungsmuster reaktiviert werden. Welche Mechanismen sind da im Spiel?
Hoffmann: Das hat mit der biologischen Prägung des Menschen zu tun, die Ressourcen der Eltern für sich zu beanspruchen. Im Kinderzimmer geht es darum, vor allem wenn es mehrere Geschwister sind, das Lieblingskind zu sein. Das motiviert Kinder brav zu sein, um sich die Liebe der Eltern zu erhalten. Gleichzeitig führt das zu einer Rivalität mit den Geschwistern. Geschwisterliebe ist ein Mythos, in Wirklichkeit gibt es ein Kain und Abel-Verhältnis im Unbewussten.
derStandard.at: Was hat das mit dem Büro zu tun?
Hoffmann: Diese Muster können sehr einfach auf die Arbeitswelt übertragen werden, weil sie dort ein ganz ähnliches Familienmodell vorfinden. Mit dem Chef gibt es eine Autorität, die den Mitarbeitern, den Kindern, vorgesetzt ist. Diese Autorität wird automatisch mit Zuschreibungen aufgeladen, die mit dem Rationalen nichts zu tun haben, sondern nur mit der Rolle des Menschen und nicht mit dem Menschen selbst. Auch am Arbeitsplatz geht es darum, in der Gruppe der Beste zu sein. Also jene Person, die von der Autorität die Zuwendung erhält. Das Lieblingskind der Eltern.
derStandard.at: Welche Konsequenzen hat das im Umgang mit Kollegen?
Hoffmann: Das führt zu Rivalitäten auf der einen, und Kooperationen auf der anderen Seite. Allianzen werden eingegangen, um einen Vorteil zu bekommen. Das sind Gefühle, die bis in die früheste Kindheit zurückreichen. Das Verhältnis zu Vorgesetzten entspricht oft der emotionalen Struktur von Vater-Mutter-Kind-Beziehungen. Welche Strategie der Mensch wählt, ist scheinbar individuell, praktisch stellt sie aber immer wieder die Rivalität im Kinderzimmer her.
derStandard.at: Wie äußert sich das im Verhalten? Weiterlesen »
Großvater, Vater, Sohn. Das Erbe meiner Väter – Fluch oder Segen oder beides? mit Karlo Meyer
Feuertrommeln mit Uwe Siemers
Stand, Haltung, Konfrontation mit Thomas Scheskat
17.00 – 18.00 Uhr Kaffeepause
18.00 – 19.00 Uhr Das Forum
Der große Kreis der Männer bietet Raum, uns über die Erfahrungen des Tages auszutauschen, unsere persönlichen Visionen zu vernetzen und das breite Spektrum männlicher Lebensformen zu würdigen.
19.30 Uhr Abendessen und gemütlicher Ausklang mit einer kleinen kulturellen Überraschung