Bei Trennung und Scheidung verlieren Männer nicht nur die Partnerin, sondern in den meisten Fällen wird sich auch ihr Lebenszusammenhang mit den Kindern drastisch verändern. Die Umstellung zum „14-Tage-Pappi“ ist nicht leicht, zumal der getrennte Vater neben der Erwerbsarbeit zumeist auch ein neues Zuhause aufbauen muss.
Da Männer mit der Partnerschaft meist auch die Beziehung zu den gemeinsamen Freunden verlieren, sind sie in dieser Krisenzeit häufig sehr einsam und stehen den Veränderungen zumeist hilflos gegenüber. Für solche Getrennten Väter wird eine Betroffenengruppe angeboten. Ralph, einer der drei Moderatoren, spricht aus eigener Erfahrung: „Getreu dem Motto ‚Geteiltes Leid ist halbes Leid‘ ist diese Selbsthilfegruppe eine erste Anlaufstelle und bietet jedem Mann die Möglichkeit, mit verständnisvollen Zuhörern offen reden zu können.“
Die Selbsthilfegruppe für Getrennte Väter trifft sich ab dem 19.4.2012 alle vierzehn Tage donnerstags in den geraden Kalenderwochen von 19.30 bis 21.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Nordallee 9, in Trier. (Weitere Termine: 3.5.2012, 17.5.2012, 31.5.2012, 14.6.2012, 28.6.2012)
In den Treffen sollen folgende Themen angesprochen werden:
Welche positiven Perspektiven entwickeln wir in der veränderten Situation?
Wie den Trennungsschmerz verarbeiten und mit dem Kind/den Kindern wieder freudig umgehen? Wie den Umgang mit bedrohlichen Terminen, Briefen, Anrufen, Regelungen meistern?
Ist eine einvernehmliche Scheidung, eine Mediation möglich?
Besuchsrecht und Besuchszeiten; wie ausgewogene Umgangszeiten erreichen?
Die Teilnahme ist kostenlos. Jeder Betroffene ist herzlich und ohne Voranmeldung willkommen.
In den schönen neuen Arbeitswelten, die Carmen Losmann in dem Dokumentarfilm ‚Work Hard – Play Hard‘ vorführt, ist alles anders, als wir das bisher gewohnt waren. Keine Stechuhren mehr, keine strengen Chefs, keine tristen Bürogebäude und keine unüberwindbaren Hierarchien trüben den Spaß an der Arbeit.
Denn genau hierum geht es in dem Paralleluniversum, in das der Film entführt: Darum, welche raffinierten Strategien und ausgeklügelten Methoden heutzutage angewandt werden, um die Motivation und Leistungsbereitschaft der Ressource Mensch zu optimieren, um vielleicht noch ein Quantum mehr an Leistung aus den Arbeitnehmern herauszuholen.
Meike Fries kommt in Ihrer Besprechung in der Zeit zu dem Schluss: ‚Losmann hat mit klugem, nüchternem Blick einen Gruselfilm erster Güte geschaffen. Die grauen Herren sind längst da. Weiterlesen »
Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beabsichtigt die Führung der CDU, das in Partei und Koalition umstrittene Vorhaben eines Betreuungsgeldes durch einen Vorstandsbeschluss zu bekräftigen. Im Entwurf eines Programms zur Entwicklung ländlicher Räume, der am kommenden Montag vom Bundesvorstand der CDU beschlossen werden soll, heißt es: „Gerade auf dem Land entscheiden sich viele Eltern dafür, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren zu Hause selbst zu betreuen.
Ihr Familienmodell hat unseren Respekt und unsere Unterstützung. Wir werden deshalb ab dem Jahr 2013 als zusätzliche Anerkennungs- und Unterstützungsleistung ein Betreuungsgeld in Höhe von zunächst 100 Euro für das zweite und ab dem Jahr 2014 von 150 Euro für das zweite und dritte Lebensjahr des Kindes einführen.“
Mit Blick auf den Umstand, dass in ländlichen Gegenden oft nahe Verwandte oder Nachbarn Verantwortung in der Kinderbetreuung übernähmen, wird in dem Papier angekündigt: „Analog zur dreijährigen Elternzeit werden wir eine Großelternzeit einführen, damit Großeltern leichter eine Auszeit vom Beruf nehmen können, wenn sie sich um ihre Enkel kümmern.“ Neben Kindertagesstätten spielten auf dem Land die „Tagesmütter“ eine wichtige Rolle. „Ihre Qualifikation werden wir weiter unterstützen und für ihre faire Bezahlung eintreten.“ Die Wahlfreiheit in der Kindererziehung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien auf dem Land genauso wie in den Städten zu gewährleisten, heißt es in der Beschlussvorlage.
In dem Papier heißt es weiter: „Wir wollen, dass die ländlichen Räume ihren Bewohnern eine gute Heimat bleiben. Die Menschen sollen dort auch morgen noch ein gutes und chancenreiches Leben führen können.“ Der ländliche Raum sei als Wirtschaftsstandort attraktiv, weil Unternehmen hier „hochmotivierte Mitarbeiter“ fänden. Nur schade, dass potenzielle Mitarbeiterinnen keine echte Wahlfreiheit, sondern eine ‚Ersatzprämie vorfinden und eine Existenzgründung als Tagesmütter vorgesehen ist.
Großes Glück, Betrug, Untreue, eine zerstörte Familie – die Geschichte, die Ludger P. erzählt, bietet alles, was klassische Melodramen im Kino stark macht. Doch er ist kein Drehbuchautor oder Schauspieler, sondern er ist ein echter – ein ganz „normaler Mann“. Einer, der glaubte alles richtig zu machen. Ein Mann, der den Traum vom Familienglück vergeblich träumte.
Für Männer ist es nach wie vor nicht leicht, in der Öffentlichkeit zuzugeben, dass sie nicht immer auf der Gewinnerseite zu stehen. Schon gar nicht, dass sie belogen und betrogen wurden. Dies entspricht nicht dem traditionellen Rollenbild und sie glauben, sich damit der Lächerlichkeit preiszugeben. Doch Ludger P. ist beileibe kein Verlierer, sondern einer dem fast alles genommen wurde. Aber er hat ein neues Leben begonnen. Also letztlich doch ein Happy End.
Ludger P. war verliebt. Er machte seiner Freundin einen Heiratsantrag und sie sagte ja. Er kaufte ein romantisches, altes und kleines Haus. So weit so gut. Während der Renovierungsarbeiten fiel ihm auf, dass sie verändert war. Instinktiv sagte er: „Du bist schwanger!“ Damit hatte er Recht. Die Freude war groß. Vater sein war schon immer sein Traum gewesen. Doch was er damals noch nicht wusste: Das Baby war nicht von ihm. … Weiterlesen »
Männer, die sich bei freiwilliger Arbeit engagieren, haben im Mittel mehr Kinder. Diesen Zusammenhang konnten Martin Fieder und Susanne Huber vom Department für Anthropologie der Universität Wien nachweisen. Bei Frauen hingegen konnte dieser Zusammenhang nicht festgestellt werden.
Fieder und Huber haben für ihre Studie die „Wisconsin Longitudinal Study“ analysiert, die das Leben von 10.000 AbsolventInnen amerikanischer High Schools systematisch nachverfolgt. Martin Fieder meint, dass die Ergebnisse, die aktuell in der Fachzeitschrift PloS ONE erschienen sind, helfen könnten, eine in der Evolutionsbiologie oft gestellte Frage zu beantworten: „Warum helfen wir auch Menschen, mit denen wir nicht verwandt sind?“
Mit unseren Kindern teilen wir ca. 50 % unseres genetischen Materials. „Evolutionär betrachtet, ist das ein wichtiger Aspekt, wieso sich Verwandte gegenseitig Hilfe leisten. Denn er trägt dazu bei, die eigenen Gene in die ’nächste Generation zu bringen'“, sagt Martin Fieder. Warum wir aber auch vollkommen fremden Menschen helfen oder mit ihnen kooperieren, erscheint auf den ersten Blick evolutionär wenig sinnvoll. Dennoch ist Kooperation unter Nichtverwandten gerade beim Menschen weit verbreitet und wird in der Biologie mit dem Begriff „reziproker Altruismus“ beschrieben: „Wer hilft, dem wird geholfen.“
Für die Studie wurde freiwillige Arbeit als Indikator für Hilfsbereitschaft und Kooperation unter Fremden herangezogen, da diese Art von pro-sozialem Verhalten in modernen Gesellschaften allgemein verbreitet ist. Weiterlesen »
Was, wenn der Mann plötzlich vor der Tür steht und mit Beginn seines Ruhestandes das Haus nicht mehr wie üblich verlässt? Welche Veränderungen bedeutet dies für eine Ehe, in der die Rollen dadurch getauscht werden, dass Papa Zuhause bleibt und den Haushalt macht, und Mama arbeiten geht. Was, wenn der Ruhestand ein Vorruhestand ist und wie in diesem Fall von Regine und Peter Horn der Mann bereits mit 48 Jahren, also mitten im Leben in den Lebensabschnitt eintritt, der eigentlich der letzte ist.
‚Mann, was bist du für eine tolle Frau‘ ist der Beitrag von Nicole Althaus in der Basler Zeitung überschrieben, in dem sie die vom Partnervermittlungsunternehmen ‚ElitePartner‘ im Januar vorgelegte Männerstudie vorstellt und darauf hinweist, dass sie differenziertere Ergebnisse vorhalte als die von einer Boulevard gedruckte Schlagzeile ‚Die moderne Frau will einen Alpha-Softie‘.
Frauen und Männer wollen heute vom anderen Geschlecht fast das Gleiche – eine Beziehung auf Augenhöhe, Spaß im Bett und Verantwortungsbewusstsein zu Hause. Männer sind also längst nicht mehr vom Mars und Frauen haben die Venus ebenfalls verlassen. Zwar stehen Single-Männer noch immer auf ein attraktives Äußeres und Single-Frauen auf Männer mit Status – aber diese Differenzen sind in der Größenordnung bescheiden. So bescheiden, dass Professor Burghard Andresen die Daten so kommentiert: „Auch bei der Partnerwahl – ebenso wie in anderen Bereichen von Geschlechtsunterschieden – gleichen sich Männer und Frauen über die letzten Jahrzehnte einander langsam an.“
Ein interessanter Aspekt der Studie sind die Einstellungen gegenüber Rollenmustern. Singles stehen den neuen Rollenidealen der Emanzipation nicht gleichgültig gegenüber: Frauen fühlen sich als Emanzipationsgewinnerinnen, sie empfinden die Rollenaufweichung als positiv. Männer fühlen sich eher verunsichert: Zwar sind viele bereit, für die große Liebe Unabhängigkeit, ja sogar den Wohnort aufzugeben. Nur jeder fünfte Mann beurteilt das neue männliche Rollenbild aber als positiv. Und zu noch mehr Emanzipation sagen 92 % der Männer: Nein danke!
Wenn das zu solchen ‚Komplimenten‘ wie der Überschrift in der Basler Zeitung führt, kann ich die Bedenken auch gut nachvollziehen. Männer brauchen neue Rollenbilder, vor allem aber Räume und Möglichkeiten, sich darüber auszutauschen und sie selbst zu entwickeln und anzunehmen.
Manuela Schwesig, stellvertretende Vorsitzende der SPD, Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und Mutter eines fünfjährigen Sohnes erklärt im Interview mit dem Hamburger Abendblatt, warum es nicht immer leicht ist, Politik und Privatleben miteinander zu vereinbaren.
‚… Sie halten sich manche Nachmittage für die Familie frei. Bringt Ihnen das im politischen Betrieb auch mal Probleme ein?
Schwesig: Das kommt ganz auf Sie an. Ich bin heute nämlich aus familiären Gründen zu spät zu unserem Interview gekommen. …
Nicht so schlimm. Aber was würden Ihre Kollegen dazu sagen?
Schwesig: Ich habe zwei Chefs, Erwin Sellering in Mecklenburg-Vorpommern und Sigmar Gabriel in Berlin, die sehr verständnisvoll auf privat bedingte Terminabsagen reagieren. Wenn ich ihnen eine SMS schreibe, dass mein Sohn krank ist und ich deswegen nicht kommen kann, dann antworten sie: Kein Problem. Gute Besserung für den Kleinen.
Das klingt so, als ob Politik familienfreundlich sei.
Schwesig: Politik ist nicht familienfreundlich. Das politische Leben erfordert eine hohe Präsenz. Bei den Hartz-IV-Verhandlungen vor einem Jahr musste ich eine von zwei geplanten Urlaubswochen absagen. Da ging es um das Wohl von 6,5 Millionen Menschen. Da hätte ich nicht sagen können: Sorry, diesen Urlaub mit meiner Familie habe ich schon vor einem Jahr geplant. Dennoch: Bei mir hat die Familie Vorrang vor der Politik. Und deswegen brauche ich auch Auszeiten von der Politik.
Ihre Generalsekretärin Andrea Nahles fordert einen politikfreien Sonntag. Wann fängt die SPD damit an?
Schwesig: Ich finde die Idee gut. Es ist fatal, dass wir auch noch Parteitage und wichtige Sitzungen auf Sonntage legen. Das gilt nicht nur für die SPD, sondern für alle Parteien. Wir sollten bei dieser Debatte allerdings bedenken: Im ehrenamtlichen Bereich nutzen die Parteimitglieder gerade die Wochenenden, weil sie sonst keine Zeit haben. …‘