Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 8. November 2012
Bei meinen Recherchen bin ich auf ein SPIEGEL-Interview mit dem Kinderpsychologen Wassilios Fthenakis aus dem Jahr 1980 gestoßen. Ich finde es äußerst spannend, was aus den dort aufgezeigten Entwicklungslinien (nicht) geworden ist.
‚SPIEGEL: Neuerdings wird dem Vater eine größere Rolle bei der Kindererziehung zugestanden. Sie selber haben seit längerem darauf hingewiesen, daß die überlieferte Vaterrolle überholt sei — wie ist sie entstanden?
FTHENAKIS: Die Vaterrolle war in unserer Kultur sehr stark durch die jüdisch-christliche Tradition geprägt, besonders durch die Vorstellung von Gott als dem strafenden und über seine Kinder erzürnten Vater. In den Beschreibungen des vorigen Jahrhunderts finden wir den Vater dargestellt als tyrannisches Familienoberhaupt, distanziert, mit wenig emotionaler Beziehung zu seinen eigenen Kindern.
SPIEGEL: Gibt es nicht auch gesellschaftliche Ursachen für dieses Vaterbild?
FTHENAKIS: Sicher, die industrielle Revolution hat dieses Bild wesentlich mitgeprägt: Infolge sich wandelnder Arbeitsverhältnisse war der Vater länger von zu Hause abwesend, und die Kinder konnten sich nur selten eine Vorstellung von seiner Arbeit machen; diese Distanz bestimmte auch die Beziehung zwischen Vater und Kindern. Das hat sich erst in den letzten Jahren geändert — offenbar wenden sich die Väter jetzt eher den Kleinkindern zu.
SPIEGEL: Hat das vielleicht auch etwas mit der Frauenbewegung zu tun?
FTHENAKIS: Es sieht so aus, als ob der Frauenbewegung eine Männerbewegung vorausgegangen sei, die eine Aufwertung der Vaterrolle zur Folge hatte. Zweifellos hat das wachsende Interesse der Männer an der Kinderpflege das soziale Prestige dieser Tätigkeit erhöht, so daß sie auch für die Frauen nicht mehr als minderwertig gelten muß.
SPIEGEL: Sind das Vermutungen oder Tatsachen?
FTHENAKIS: Auf diesem Gebiet gibt es viele Spekulationen, aber erst wenige empirische Untersuchungen, zumindest zur Zeit. …‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 7. November 2012
Die Einführung der Elternzeit hat in Deutschland zu lebhaften Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geführt. Derzeit wird dabei auch ausdrücklich die Rolle des Vaters diskutiert. Mittlerweile nehmen über ein Viertel der Väter in Deutschland zumindest die zwei so genannten „Vätermonate“, Tendenz steigend.
Die Veranstaltung wirft einen Blick auf die nordischen Staaten, die oft als die geschlechtergerechtesten Staaten der Welt bezeichnet werden und auch im Bereich der Elternzeit als Vorreiter gelten. Schon lange haben hier etwa Länder wie Schweden oder Island einige Monate der Elternzeit auch speziell für die Väter reserviert, um die Auszeit der Eltern nach der Geburt eines Kindes geschlechtergerechter zu gestalten.
Wie hat sich hier die Akzeptanz der Elternzeit für Väter – bei den Männern selbst und auf dem Arbeitsmarkt – entwickelt? Welche weiteren gesellschaftlichen und politischen Weichenstellungen waren dafür nötig? Und welche Maßnahmen wären eventuell auch für Deutschland hilfreich?
Diese und weitere Fragen werden wir mit Experten aus Schweden und Island diskutieren.
Wir laden Sie hiermit herzlich zum Zuhören und Diskutieren ein. Die Veranstaltung findet am 15. November in der Friedrich-Ebert Stiftung in Berlin statt und wird deutsch-englisch simultan übersetzt. Eine Anmeldung ist bis zum 11. November 2012 per Mail möglich.
Programmablauf:
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 6. November 2012
Bei der heutigen Medienkonferenz zum Start des Projekts ‚Teilzeitmann‘ erklärte Markus Theunert, Präsident von männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer und Väterorganisationen:
‚Neun von zehn Männern möchten Teilzeit arbeiten – aber nur einer von zehn wagt es. Das männer.ch-Projekt DER TEILZEITMANN will Rückendeckung geben und Karrierephasen mit Teilzeitarbeit zur Normalität in der männlichen Erwerbsbiografie machen. Als Zielvorgabe setzt sich der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen ein ehrgeiziges Ziel: eine Männer-Teilzeitquote von 20 Prozent bis ins Jahr 2020. …
Untersuchungen und internationale Erfahrungen zeigen, dass das Haupthindernis einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Angst vor einem Karriereknick und den schrägen Blicken der männlichen Kollegen ist. Deshalb braucht es ein Umdenken in den Unternehmen und in der Gesellschaft. Es gilt auch, mit negativen Vorurteilen aufzuräumen:
Teilzeitmänner sind – entgegen des Klischees – nicht weniger produktiv und leistungsorientiert als ihre Vollzeitkollegen.
Aus männerpolitischer Perspektive geht es nicht darum, den Teilzeitmann zur neuen Norm zu erheben. Vielmehr engagiert sich männer.ch für eine Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle im Lebensverlauf. Nach einer Hocherwerbsphase nach Abschluss der Ausbildung soll eine Tieferwerbsphase zum Zeitpunkt der Familiengründung oder während einer intensiven Weiterbildung ebenso möglich sein wie ein berufliches Durchstarten zu einem späteren Zeitpunkt. …
Es sind viele kleine und größere Hürden, die Männer bewältigen müssen, wenn sie sich entscheiden, nicht mehr der Vollzeitnorm entsprechen zu wollen. Dafür braucht es auch Mut.‘
Mut macht die Personalpolitik der Robert Bosch GmbH, die der Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Christoph Kübel heute in einem Beitrag skizzierte. Dort gibt es ein Programm, bei dem Führungskräfte gezielt die angebotenen Arbeitszeitmodelle ausprobieren, um ihrer ‚Vorbildfunktion gerecht zu werden. ‚Die Resonanz war überwältigend; Führungskräfte aller Hierarchieebenen und Funktionsbereiche berichten von ihren positiven Erfahrungen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Präsenzkultur in deutschen Unternehmen. Deshalb hat die Bosch-Geschäftsführung auch entschieden, dass „MORE“ weiter ausgebaut wird.‘
Außerdem werden Familienzeiten bei der Karriere berücksichtigt: Denn die Familienzeit, also die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, ist eine wertvolle Lebenserfahrung, die Sozialkompetenz und die Fähigkeit, Komplexität zu managen, vermittelt. Um diese Kompetenzen stärker anzuerkennen und familiäre Verpflichtungen bei der Laufbahnplanung vermehrt zu berücksichtigen, kann die “Familienzeit” einen für die Beförderung erforderlichen Karrierebaustein wie z.B. Auslandsaufenthalt, Geschäftsbereichs- bzw. Funktionswechsel, ersetzen.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. November 2012
„Paaaappiiii – komm mal!“ hallt es über den Flur des norwegischen Arbeitgeberverbandes. „Paaappiiii“, fordert der kleine Junge in grünen Cargohosen und mit Stoffhase unter dem Arm vehement. Sein Vater steht vom Schreibtisch auf, kurz darauf laufen beide mit einem Stapel Kopien unter dem Arm um die Wette. Der Kleine ist zu krank, um in die Schule zu gehen, aber nicht so krank, dass sein Vater mit ihm zu Hause bleiben wollte. „Es ist durchaus üblich, die Kinder an solchen Tagen mit ins Büro zu bringen“, sagt Kristina Hagen vom norwegischen Arbeitgeberverband.
In weniger als zwei Jahrzehnten hat sich das Gesellschaftsbild in Norwegen rapide gewandelt. Das alte Familienbild – Mann arbeitet bis zum Umfallen, Frau kümmert sich um Haus und Kinder – wurde von einem Doppelverdiener-Modell abgelöst, das gleichzeitig ein Doppeleltern-Modell ist. „Wir wollen mit unserer Familienpolitik den Frauen die Möglichkeit geben zu arbeiten, und den Männern die Möglichkeit, für ihre Kinder zu sorgen“, sagt die Ministerin für Kinder, Gleichberechtigung und soziale Inklusion Inga Marte Thorkildsen der FTD. „Das stärkt die Position der Frauen auf dem Arbeitsmarkt und in ihrer Karriere.“
Die Soziologin Anne Lise Ellingsäter von der Universität Oslo führt den Wandel auf die Politik zurück. „Institutionen und Politik sind maßgeblich, um den Alltag zu strukturieren“, sagt sie. Die wichtigste Errungenschaft: die Einführung der Vätermonate. Ähnlich wie in Deutschland bekommen Eltern nach der Geburt eines Kindes ein Jahr lang Elterngeld, 80 Prozent des Lohns. In Norwegen sind 14 Wochen für die Väter reserviert. „Die Vätermonate haben das Elternbild in Norwegen und damit auch die gesamte Gesellschaft nachhaltig verändert“, sagt sie. Der fürsorgliche Vater ist allgegenwärtig: Indem er seinen kranken Sohn mit ins Büro nimmt oder den Kinderwagen schiebt. „Mit den veränderten Gewohnheiten hat sich auch die Einstellung geändert“, sagt Ellingsäter.
Manchen geht der Kulturwandel allerdings zu weit. Die Ausdehnung der Vätermonate von 14 Wochen auf 18 Wochen scheitert bislang auch am Widerstand etlicher Frauengruppen. Jahrelang haben sie für das Recht der Frauen gekämpft, sich um ihre Babys sorgen zu dürfen, diese Errungenschaft wollen sie nicht wieder abgeben.‘
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 4. November 2012
‚Mit 21 Jahren wurde ich erstmals Vater. Das war früh. Aber von Anfang an war mir klar, dass ich für meinen Sohn nicht nur Geld verdienen wollte. Mit meiner damaligen Partnerin teilten wir die Kinderbetreuung. Als ich Jahre später eine neue Familie gründete, war ich als Vater zuhause noch extremer gefragt.
Das alte Karrierebild war eigentlich nie meine Sache: Beruf, Militär, aber ja nichts mit den Kindern am Hut, das wäre mir viel zu einseitig. Deshalb habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten würde. Als Küchenchef am Familientisch lebe ich ebenso auf wie im Geschäft. Ich habe immer 80 Prozent gearbeitet und in meiner beruflichen Laufbahn schon vieles erlebt, von verständnisvollen Chefs bis zum klassischen ‹Nasenrümpfer›, dass man als Teilzeitmann ja nie da sei. Dieses Geschwafel kenne ich – dabei ist alles nur eine Frage der Organisation.
Besonders staune ich immer wieder, wie die Familienarbeit von Kollegen und Kolleginnen falsch eingeschätzt wird. Als ob ich einfach blau machen würde. Dabei geht oft vergessen, wieviel Energie das braucht, ein Tag mit Kindern. Meine einzige Pause zwischen Büro und Küche ist die halbe Stunde im Zug. Kaum stehe ich an der Schwelle daheim, kommen meine Buben gesprungen. Dass ich zuhause ebenso gefragt bin wie bei der Arbeit, können manche Menschen mit Scheuklappen nicht verstehen. Für mich ist das wie ein zweiter Job. 12- Stunden-Tage sind da die Regel. Da bin ich voll drin – das pure Leben!‘
Am kommenden Dienstag startet das Projekt ‚Teilzeitmann – ganze Männer machen Teilzeitkarriere‘ von männer.ch mit einer Medienkonferenz in Zürich. Ein Element der Kampagne sind Portraits von Männern, die das Modell erfolgreich leben.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 4. November 2012
Am Freitag, 9. November 2012 findet um 18.30 Uhr ein spannender Vorlese-Abend für junge Abenteurer und ihre Väter in der Stadtbücherei Detmold statt. Der Schriftsteller Michael Helm wird Auszüge aus dem spannenden Abenteuer-Klassiker „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ von Mark Twain vorlesen.
Helm hat bereits in vielen Bibliotheken in der Umgebung von Bünde und Herford kleine wie große Zuhörer mit seinen Lesungen zu verschiedenen Autoren begeistert. Da er dort ein gern und oft gesehener Gast ist, hat ihn jetzt die Stadtbücherei Detmold zu einer Lesung verpflichtet hat, deren Zielgruppe die kleinen und die großen Jungen sind. Das besondere an dieser Veranstaltung: Kommen die Jungen allein, zahlen sie zwei Euro Eintritt, ist der Vater dabei, ist der Eintritt für beide frei!
„Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ handelt von dem zwölfjährigen Waisenjungen Tom Sawyer, der bei seiner Tante Polly am Mississippi lebt und ein frecher Angeber ist, der wenig von gutem Benehmen hält. Wenn er seine Schulkameraden geschickt austrickst, sodass sie für ihn den Zaun streichen, einen brandigen Zeh vortäuscht, um nicht zur Schule zu müssen, oder mit seinem Freund Huckleberry Finn durchbrennt – immer sind Gaunerei, Humor und Abenteuer mit im Spiel. Doch das richtige Abenteuer beginnt erst, als eines Nachts auf dem Friedhof ein Mord passiert und nur Tom und sein Freund Huck gesehen haben, wer der Mörder ist.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 3. November 2012
Der 47-jährige Edgar Frey verstärkt ab März 2013 die Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich. Dies teilt die Direktion der Justiz und des Innern am Freitag mit. Er tritt somit die Nachfolge des im Sommer zurückgetretenen Männerbeauftragten Markus Theunert an.
Der neue Mann für Zürichs Männer wird aber explizit nicht mehr Männerbeauftragter genannt, sondern ‚Projektverantwortlicher unserer Fachstelle für die Jungen, Väter und Männer im Kanton‘, sagt Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann, auf Anfrage. ‚Dass wir damals von einem Männerbeauftragten redeten, war ein Marketingentscheid. Die Bezeichnung hat eine Eigendynamik bekommen, die wir so nicht mehr wollten‘, erklärte Trachsel gegenüber dem Tagesanzeiger.
Frey werde sich als Projektleiter in der Fachstelle an den vielfältigen Arbeiten im Bereich der Gleichstellung beteiligen, heisst es in der Mitteilung weiter. Schwerpunkt seiner Arbeit werde der Bereich Jungen, Väter und Männer sein, wo er die Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen und Arbeitgebenden suchen werde.
Frey lebt in Zürich, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Gegenwärtig ist er Leiter Personal der Schweizer Niederlassung der Festo AG.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 3. November 2012
Am heutigen 3. November ist Weltmännertag. An diesem Tag geht es um Männergesundheit, seit er unter der Schirmherrschaft von Michail Gorbatschow im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde. Aus diesem Anlass erklärt der Vorstand des BUNDESFORUM MÄNNER, dem Interessenverband für Jungen, Männer und Väter in Deutschland:
Männer haben spezifische Krankheitsrisiken und sie gehen anders damit um als Frauen. Das wird aber in Politik, Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft weitgehend ignoriert. Selbst die durchschnittlich kürzere Lebenserwartung von Männern scheint nur wenige in Bewegung zu bringen. Auch Männer und Jungen sind verletzlich. Diese schlichte Tatsache wird aber gesellschaftlich verkannt und durch überkommene Rollenzuschreibungen verdeckt.
Männer brauchen weniger Reparaturmedizin und mehr Präventionsmedizin. Für den Erhalt ihrer Gesundheit benötigen Männer von klein auf breite Unterstützung und spezifische Angebote. Das machte schon der Erste Deutsche Männergesundheitsbericht, der durch die Stiftung Männergesundheit und die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit im Jahr 2010 erstellt wurde, deutlich. Wir fordern daher von der
- Politik: einen regelmäßigen bundesweiten Jungen- und Männergesundheitsbericht und flächendeckende Gesundheitsberatung, die schon in der Kindheit ansetzt und die Arbeitswelt mit einschließt,
- Medizin: eine stärkere Ausrichtung auf Präventionsangebote speziell für Männer und die weitere Etablierung einer eigenen männermedizinischen Fachrichtung und vom
- Gesundheitssystem: Qualifizierung, um eine adäquate Sensibilisierung für die Bedürfnisse und die Verletzbarkeit von Männern zu erreichen.
Ziel ist, noch vor der Steigerung der Lebensquantität, eine Verbesserung der Lebensqualität von Männern aus allen sozialen Schichten.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 2. November 2012
Männer haben ihre eigene Sicht der Dinge, die oft im Widerspruch zu dem steht, was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Die Hertener Männertage bieten Gelegenheit, Themen Raum zu geben, die sonst eher nicht im Vordergrund stehen wie Spiritualität, Gesundheitsbewusstsein, Auseinandersetzung mit dem Älterwerden usw.
In diesem Jahr bilden Angebote rund um das Thema „Väter und Söhne“ sowie das Themenfeld „Männergesundheit“ zwei inhaltliche Schwerpunkte. Im gesamten Programmangebot der Hertener Männertage kommen Spaß und Unterhaltung aber nicht zu kurz.´
Gleich zu Beginn soll eine Ausstellung mit Fotogeschichten von Vätern und Söhnen beispielhaft positive Aspekte von Vater-Sohn-Beziehungen bildlich darstellen. Die Foto-Ausstellung wird am Freitag, 2. November, um 19.30 Uhr im Hertener Glashaus eröffnet.
Bereits um 18.30 Uhr soll in einem ökomenischen Männergottesdienst die Vater-Sohn-Thematik aus biblischer Sicht betrachtet werden. Beide Veranstaltungen werden durch Blues-Improvisationen von Musikern mitgestaltet, die sich regelmäßig zur Blues-Jam im Katzenbusch zusammenfinden.
Das Programmheft für die „vierten hertener männertage 2012“ erhalten Sie in allen öffentlichen Einrichtungen der Stadt Herten und hier als pdf.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 2. November 2012
Den Kommentar von Angelika Kahl hätte ich zuletzt an der Stelle vermutet, an der ich ihn gefunden habe: In der Bayerischen Staatszeitung:
‚Das Kindeswohl – natürlich haben das immer alle im Blick. Politik, Jugendamt, Gerichte. Und selbstverständlich die Mütter und Väter. Letztere allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. Denn bei Männern scheint es ein Fürsorge-Gen zu geben, das erst mit ihrer Unterschrift auf der Heiratsurkunde aktiv wird.
Wie anders ist das geltende Recht in Deutschland zu erklären: Sind Eltern bei der Geburt ihres Kindes verheiratet, bekommen Mutter und Vater automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Sind sie es nicht, ist allein die Mutter sorgeberechtigt. Daran ändert auch die Sorgerechts-Reform nichts, die der Gesetzentwurf der Bundesregierung nun vorsieht. Ohnehin gibt es die nur, weil ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vorschreibt, die offensichtliche Diskriminierung lediger Väter zu beheben.
Zwar werden ledige Väter nun bessergestellt. Konnten sie bislang nichts gegen ein Veto der Mutter ausrichten, sollen sie künftig auch gegen den Willen der Mutter ein Mitsorgerecht beantragen können. Bringt die Mutter binnen sechs Wochen keine Gründe vor, die dagegen sprechen, entscheidet das Gericht ohne jegliche Anhörung von Eltern oder Jugendamt.
Da ist es wieder – das Kindeswohl. Was das Beste für das Kind ist, hängt aber nicht nur von der Perspektive des jeweiligen Elternteils ab. Sondern auch von Grundsatzüberzeugungen: ob verheiratete Väter bessere Väter sind als unverheiratete zum Beispiel – wie anscheinend die Union glaubt.
Jetzt gibt es leider nur einen Mini-Schritt in Richtung echter Gleichberechtigung von verheirateten und ledigen Vätern. Und damit auch der von ehelich und unehelich geborenen Kindern, die eigentlich im Grundgesetz festgeschrieben ist.
Warum nicht einfach die Regel umkehren: Mitsorgerecht auch für den ledigen Vater. Sollte der dann tatsächlich kein Interesse für den eigenen Nachwuchs zeigen oder sogar eine Gefahr für das Kind darstellen, könnte die Mutter ihm immer noch per Gerichtsbeschluss das Sorgerecht entziehen lassen. Doch lieber geht man vom Regelfall aus, dass ein lediger Vater ein schlechter Vater ist. Unverständlich – zumindest so lange man das Ja-Wort-abhängige Fürsorge-Gen noch nicht nachgewiesen hat.‘
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