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Fürsorgliche (Fisch-) Väter hängen häufiger am Haken

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 6. Dezember 2012

Bei einigen Fischarten übernimmt der Vater die Brutpflege, z.B. beim nordamerikanischen Forellenbarsch. Bei dieser Art gilt: Je größer und aggressiver das Männchen, desto intensiver ist die elterliche Fürsorge und desto mehr Nachkommen überleben. Allerdings werden einer neuen Studie zufolge die aktiven Brutpfleger auch häufiger als andere gefangen. Die Befischung überleben dann die scheuen Vertreter, die weniger Nachwuchs produzieren.

Brutpflege ist ein Erfolgsmodell. Es vergrößert bei vielen Arten die Chancen, die ersten Lebensmonate unbeschadet zu überleben, z.B. bei uns Menschen. Der Mensch kann allerdings auch Sorge dafür tragen, dass aktive Brutpfleger das Nachsehen haben. Dies ist das wesentliche Ergebnis einer in PNAS publizierte Studie, die ein internationales Forscherteam rund um den Masterstudenten David Sutter und den Studienleiter Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin an nordamerikanischen Forellenbarschen vorgelegt hat.

Bei den unter Anglern beliebten Forellenbarschen (Micropterus salmoides) kümmert sich das Männchen bis zu vier Wochen um den Nachwuchs. Die Fischväter verteidigen das Laichnest gegen Feinde und befächeln mit ihren Brustflossen die Eier, um sie mit Sauerstoff zu versorgen. Besonders intensive Brutpflege zahlt sich aus: Sie sichert den Fürsorglichen überaus viele Nachkommen und sorgt so für eine Anhäufung ihrer Gene in der Population – klassische Evolution durch Selektion nach Darwinschem Prinzip. Allerdings sind die wachsamsten Fischväter auch besonders anfällig gegenüber Beangelung. Zwar stellen die Väter während der Brutpflege die Nahrungssuche ein, jedoch verteidigen sie aggressiv ihr Nest gegen jeden Eindringling, auch wenn dies ein vom Angler durchs Wasser gezogener Blinker oder Wobbler ist. Die Sache hat dann leider einen Haken.

In einer neuen Studie, die in Kooperation zwischen Berliner Fischereiforschern und einem Team um Prof. Dr. David Philipp von der Universität in Illinois durchgeführt wurde, wird nun nachgewiesen, dass leicht fangbare männliche Forellenbarsche auch die mit dem größten Vermehrungspotenzial sind. Unter befischten Bedingungen werden so die eigentlichen Sieger der natürlichen Auslese zu Verlieren. Selbst wenn ein brutpflegender Forellenbarschvater nach dem Fang zurückgesetzt wird, z.B. wenn das Tier ungewollt in der Schonzeit gefangen wurde, kann der Nachwuchs verloren sein. Die zeitweilige Abwesenheit vom Nest ruft nämlich gefräßige Nesträuber, in der Regel andere Fische, auf den Plan, die das Nest ausräumen. Ob vergleichbare Effekte auch bei heimischen brutpflegenden Fischarten wie Zander und Wels zutreffen, ist bisher nicht bekannt.

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Jahrhundertelang hatten wir es lässig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 5. Dezember 2012

… sagt der rumänischer Projektmanager von cafebabel.com, dem mehrsprachigen Europamagazin, an seinem letzten Arbeitstag mit dem nostalgischen Nachgeschmack eines Dosenbier-saufenden, im Bademantel durch den Supermarkt schlappenden „Dude“ in Big Lebowski. Aber wohin weiter? Irgendwo zwischen Schmerzensmann und übersexuell wurde in den letzten Jahren eifrig immer wieder an neuen Begriffen gebastelt, um den postmodernen Mann in eine Schublade zu stecken, die nicht mehr so richtig einrasten will.

Feminismus und Konsumkultur haben das traditionelle Bild des ‘balzenden Bringers und Brotverdieners’ aus den Fugen gehoben. Aber bedeutet dies das „Ende des Mannes“, wie es die Journalistin Hanna Rosin in ihrem kürzlich erschienenen ‘The End of Men’ proklamiert?

‚Männer‘, ein Dossier von Frauen und Männern bei cafebabel.com.

Männlichkeit 2012: 50 Shades of Mann Am Anfang war 1994 David Beckham. Bereits 17 Jahre ist es her, dass der englische Journalist Mark Simpson den Begriff ‘metrosexuell’ prägte. Seitdem sind unzählige Attribute zur Beschreibung des Mannes aufgekommen, die den Mann in eine Schublade stecken wollen. Immer darauf bedacht, sich von Homosexualität und Verweibung abzugrenzen. Befeuert hat dieses linguistische und soziologische Spiel die Kulturindustrie. Haben wir jemanden vergessen? Ach ja, die Rolle der modernen Frau.

Pick-Up Artists: Männer zwischen Führung und Verführung FMAC mit HB nach der 3s Rule? Pick-Up ist nicht etwa – wie oft in Presse und wissenschaftlichen Studien behauptet – eine frauenfeindliche Aufreißtaktik unter (teurer) Anleitung, sondern die Lehre vom erfolgreichen Umgang mit sich selbst und mit Frauen, sagt zumindest unser Autor und Mitglied der PU-Community.

Gewalt an Männern: Falschanzeigen und Machtlosigkeit Beim Thema Gewalt scheint die Rollenverteilung oft eindeutig: Männer sind Täter, Frauen Opfer. Dass auch Männer Gewalt seitens ihrer Partnerinnen erfahren, ist im öffentlichen Bewusstsein weniger präsent. Gerade in Spanien, wo frauenfeindliches Verhalten dank eines geschlechtsspezifischen Gesetzes, das in der EU einzigartig ist, besonders hart bestraft wird, verhallt die Stimme von männlichen Opfern. Die Kehrseite ambitionierter Gleichstellungs- und Schutzmaßnahmen von Frauen zeigt der Fall des Spaniers Rafael.

Adopte un mec: Anmach-Discounter aus Frankreich Adopteunmec.com [Adoptiere einen Typen] ist eine Art Online-Dating-Supermarkt, wo Frauen einkaufen und Männer Charme senden. Das Erfolgsrezept der Franzosen? Hier haben die Frauen das Sagen. Der Untertitel der Webseite lautet „männliche Objekte zum Streicheln“ [*hommes-objets à câliner]. Seit Februar 2012 darf auch in Italien und Spanien gestreichelt werden. Zwischen Hyperfeminismus, Ironie und Konsumrausch, hier der Erfahrungsbericht von 3 Männern auf der Einkaufsliste.

Mein Name ist Boy, ‚Oh Boy‘: der Anti-James-Bond Seit Jahren suggerieren uns die Medien, dass unser Männerbild ins Wanken geraten ist. Der Macho-Mann soll Vergangenheit sein – aber ein neues Ideal ist noch nicht gefunden. Jan-Ole Gersters Debütfilm Oh Boy zeigt Männerbilder im Jahr 2012.

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Die neue Papa Lese Liste ist da

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 4. Dezember 2012

Christian Meyn-Schwarze hat seine aus 300 Bücher-Tipps und anderen Medien bestehende Papa Liste für aktive Väter und Großväter aktualisiert. In der Nikolausausgabe sind in den 17 Kategorien wieder zahlreiche neue Titel zu finden, die es Vätern erleichtern von Anfang an die ‚richtigen‘ Bücher vorzulesen.

Mich haben zwei Bücher beeindruckt, die zeigen, wie wichtig es für Jungen und Mädchen ist, beide Elternteile und insbesondere die Väter kennen zu lernen.

Geheimsache Daddy

Der elfjährige Vincent lebt allein mit seiner Mutter. Seinen Vater kennt er nicht, aber Vincent ist sich sicher: Er muss Engländer sein! Warum sonst liest seine Mutter ständig englischsprachige Krimis? Als Vincent eines Tages einem Mann in die Arme läuft, der ihm verblüffend ähnlich sieht, beschließt er, ihn gemeinsam mit seiner Freundin Malin zu beschatten. Aber es ist wie verhext: Immer wieder verliert sich die Spur des Unbekannten …

Papa auf der Spur

Seit Nele weiß, dass ihre Mama ein Baby von Markus erwartet, hat sie nur noch einen Wunsch: Sie will wissen, wer IHR Vater ist. Aber aus ihrer Mutter ist nichts herauszubekommen. „Dann müssen wir es eben selbst herausfinden“, sagt Neles Freund Leon. Aber so einfach ist das nicht.Sind sich ihre Eltern auf einem Musikfestival begegnet? Die zwei Detektive kommen Neles Vater immer mehr auf die Spur. Gleichzeitig wird Nele nervös. Ist er nett? Hat er blaue oder braune Augen? Und wird Mama ihr böse sein? Dann kommt es zu einem ungewöhnlichen Familientreffen. Hat Nele sich ganz umsonst Sorgen gemacht?

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Männer unter sich

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 3. Dezember 2012

… ist das Thema der 48. Ausgabe der Männerzeitung. In seinem Editorial schreibt Ivo Knill. ‚Da haben wir sie, die zwei: Der eine hat es, der andere will es, zumindest anfassen will er es, das Schwyzerörgeli. Zwei Männer unter sich. Sie haben etwas miteinander zu schaffen, vielleicht ist es nicht einmal etwas sehr Ernstes – aber sie nehmen es ernst, unsere beiden Männer auf dem Titelbild. Der eine hat ein Buch geschrieben, der andere macht Musik dazu. So einfach ist das.

In diesem Heft erforschen wir Männerwelten. Es geht um Freunde, Brüder, Kumpel und Kollegen. Um Männer, die zur gleichen Zeit im Gefängnis sitzen. Oder im Kloster. Oder im Zug zum Krisenwochenende in Vals, weil die Band nicht mehr in die Gänge kommt. Weil alles zu strukturiert geworden ist und das Nichtstun abhanden kam.

Die Selbstverständlichkeit, die Männer untereinander teilen, hat damit zu tun, dass sie untereinander auf unnötiges Gepäck, unnötigen Anstand, unnötige Floskeln verzichten. Man ist unterwegs, also beschwert man sich nicht mit Überflüssigem und man meckert nicht. Männer unter sich sind Könner darin, die Dinge möglichst nicht allzu sehr mit Bedeutung aufzuladen, zumindest die grossen Dinge; über die kleinen kann man sich ja endlos streiten. Wieso auch? Man ist ja unterwegs. Man will nichts festhalten. Es kann morgen schon alles anders sein. Man ist im Gefängnis. Ja, jetzt, aber einmal wird man wieder draussen sein. Man ist im Kloster. Na und? …‘

Folgende Beiträge der aktuellen Ausgabe der Männerzeitung sind auch online zu lesen:

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Entwicklungssprünge

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 2. Dezember 2012

Der 11. Bremer Männerkulturtag 2013 findet unter der Überschrift „Entwicklungssprünge“ am 2. März 2013 statt. Das Programm ist online, der Flyer ist verschickt und die Anmeldung ist ab sofort eröffnet. Aufgrund der wachsenden Nachfrage in den letzten Jahren vergrößern wir das Angebot, Es gibt eine Auswahl zwischen fünf parallelen Workshop-Angeboten:

Vormittags

  • „Vom Tier in Dir“ mit Roger Bogs
  • „Männliche Spiritualität“ mit Henner Flügger
  • „SchauSpielarten von Männlichkeit – eine Filmanalyse“ mit Karl-Heinz Schmid
  • „Von der Hoffnung zur Weisheit“ mit Jens Gutzmann
  • „Das Wesen der Männlichkeit“ mit Dirk Arens

Nachmittags

  • „Kleine Schritte zurück, ein Sprung nach vorn?!“ mir Detlef Papke und Herbert Schmitz
  • „Herzenslust – Gut gestimmt, Mann?“ mit Karl-Holger Meyer
  • „Berührte Männer“ mit Jörn Pesel
  • „Reif für die Partnerschaft“ mit Raymond Fismer
  • „Fotografie: Hallo Fremder!“ mit Karsten Klama

Wie immer gibt’s am Vorabend eine Film-Soirée, diesmal mit einem echten Action-Film!

Erstmalig besteht die Möglichkeit, auch noch den folgenden Sonntag dranzuhängen; da bieten wir einen zusätzlichen Tagesworkshop an: „Mann 3000 – vom Macho über den Softie ins dritte Jahrtausend“ mit Armin H. Klein und Raymond Fismer. Und natürlich gibt’s wie immer leckeres Essen und Raum zum Treffen, Kennenlernen und Reden.

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Von der Freiheit mit Freude zu arbeiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 1. Dezember 2012

Das Referat Männerseelsorge ist die Fachstelle für Männerarbeit im Bistum Mainz. Es bietet Männern verschiedene Möglichkeiten, sich mit der Vielfalt männerspezifischer Themen, Fragestellungen und Problemen auseinanderzusetzen. Das Programmangebot für 2013 ist jetzt online.

Auf folgende Veranstaltungen wird besonders hingewiesen:

„Männer kochen so“; es ist ein Kochkurs für Anfänger in einer guten    modernen Lehrküche in Ingelheim. Der Koch ist wirklich super und kann die Sachen gut an den Mann bringen. Vielleicht wäre es auch ein gutes Weihnachtsgeschenk mit der Aussicht, demnächst selbst etwas auf den Tisch zu zaubern.

„Partnerschaft in der Lebensmitte“ ist ein Vortrag für Männer und Frauen. Das Buch von Markus Hofer hat mir auch nochmal die Augen geöffnet, wie unterschiedlich die Vorstellung und die Voraussetzungen von Frauen und Männern nach der Kinderphase sein können. Allein dies zu wissen verhindert manchen Streit. Auf jeden Fall hilft es, diese Phase bewusster anzugehen und sie als Entwicklungsmöglichkeit für Mann und Frau zu sehen.

„Von der Freiheit, mit Freude zu arbeiten“ ist ein Wochenendseminar. Oft können wir an den äußeren Rahmenbedingungen unserer Arbeit nicht so viel ändern. Aber ob wir uns daran ständig aufreiben oder gelassener damit umgehen, das steht schon in unserer Macht und in unserem Verfügungsbereich. Das kann manchmal mehr verändern als wir glauben. Das „Züricher Ressourcenmodell“ zeigt uns, wie das im Alltag geht.

Auch für Väter sind wieder verschiedene Angebote dabei.

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Adventskalender für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 30. November 2012

Väter und Advent – da denkt man an Nikolaus spielen und Christbaum aufstellen. Doch auch für Väter kann der Advent mehr sein als die vorweihnachtliche Gratwanderung zwischen Stress im Beruf und vielen Erwartungen zu Hause. Dieser Adventskalender gibt Vätern die Möglichkeit, der Hektik der Vorweihnachtszeit für einen Augenblick zu entfliehen und sich neu zu erden.

Eine Einladung für Männer, die den Mut haben, sich auf eine Reise durch den Advent zu machen und die vielfältigen Facetten ihres Vater- und Mannseins zu entdecken.  Dieser meditative Bild-Wort-Kalender bietet jungen Vätern einige Impulse für ihre neue Rolle und älteren Vätern eine Reflektion über ihr Vatersein.

Den beiden Autoren spürt der Leser an, dass sie sich mit ihrer Rolle als Vater bewusst auseinandergesetzt haben. Beide sind Mitglieder im Jungenarbeitskreis Essen und bieten regelmäßig Vater-Sohn-Wochenenden an. Ein wunderbarer Adventskalender für Papas, der die Tage bis zum 24. Dezember bewusster erleben lässt.

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Väter fürs Lesen begeistern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 29. November 2012

… möchte die Stadtbücherei in Hilden. Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen sollen vor allem Jungen und ihre Väter fürs Lesen gewonnen werden.

Los geht’s am 6. Dezember. Am Nikolaustag wird Kindern ab 15 Uhr eine Nikolausgeschichte vorgelesen. Bevor der heil’ge Mann mit Knecht Ruprecht anschließend selbst vorbeikommt und kleine Geschenke verteilt.

Ab Dezember lockt eine neue Veranstaltungsreihe ganz kleine Kinder mit jeweils einer Begleitperson. Das können Mama oder Papa sein, aber auch Großeltern oder Tagesmütter. können dieses Angebot gerne nutzen. Die Termine: 6., 13. und 20. Dezember. Damit die Alterspanne nicht zu groß ist, wird es zwei Gruppen geben: Für Kinder von sechs bis 12 Monaten sind die Treffen von 9 bis 10.15 Uhr. Für Kinder von 12 bis 24 Monaten von 10.30 bis 11.45 Uhr.

Der extra lange Papa-Tag ist am 15.Dezember 2012 von 9.30 bis 15.30 Uhr. Dieser Samstag bietet viele Aktionen für Papas und deren Kinder. Ab 9.30 Uhr können die neuen „Multimedia-Rucksäcke“ entliehen werden. Von 10 bis 13 Uhr wird Christian Meyn-Schwarze zusammen mit Kindern und deren Papas eine große Kullerbahn bauen. Um 14 Uhr startet ein Mitmachangebot für Kinder ab vier Jahren und deren Eltern. Der Elternzeit-Vater und Hausmann Meyn-Schwarze präsentiert ein Mitmach-Fingerspiel und das Bilderbuch-Kino „Der Trödel-Max“. Außerdem wird es ein literarisches Quiz über Väter in der Literatur – mit einer Preisverleihung – geben.

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Väterverbände nur Zuschauer bei der Anhörung zum Sorgerecht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 28. November 2012

Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages liefert mit seiner heutigen Anhörung zur Reform des Sorgerechts einen weiteren Beweis dafür, dass Väter Eltern zweiter Klasse sind

Die Reform zielt darauf ab, eine Diskriminierung von Vätern abzustellen, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vor fast genau 3 Jahren gerügt hatte: Bis dato haben ledige Väter keine Möglichkeit, das Sorgerecht gegen den Willen der Mutter des gemeinsamen Kindes zu erhalten. Nun soll diesen Vätern ein Klagerecht eingeräumt werden, über dessen Details heute diskutiert wird.

Dafür hat der Rechtsausschuss Sachverständige geladen, und mit dem Verein Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) wird auch eine von Müttern dominierte Interessengruppe vertreten sein, die der Reform kritisch gegenüber steht. Väterverbände hingegen finden vor dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages kein Gehör: Sie wurden schlichtweg nicht eingeladen.

„Das ist ein echter Skandal“, so der Bundesvorsitzende des Väteraufbruch für Kinder e.V. (VafK), Rainer Sonnenberger. „Kaum vorstellbar, dass der Rechtsausschuss über eine Frauenquote beriete, ohne Frauenverbände einzuladen. Oder dass eine Regelung für religiöse Beschneidungen nur unter Christen und Atheisten diskutiert würde, während jüdische und muslimische Verbände draußen bleiben müssten. Gleichstellung von Vätern mit Müttern – davon sind wir sowohl beim Sorgerecht als auch in der parteipolitisch praktizierten Realität noch weit entfernt.“

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Ich dachte wir wären weiter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 27. November 2012

Steffen Schmitt, stellvertretender Ressortleiter Wissen bei der Zeit ist gerade zusammen mit seiner Frau in Elternzeit und kümmert sich um die Drillinge Jonathan, Ella und Linus. Für die taz beschreibt er seine Beweggründe und Erlebnisse.

‚Seit Mai bin ich in Elternzeit. „Viel Spaß im Von-der-Leyen-Urlaub“, hatte ein Freund gefrotzelt. „Warte doch damit, am Anfang braucht ein Kind sowieso nur die Mutter“, hatte ein Kollege geraten. „Und was ist mit deiner Stelle?“, fragte meine Oma.

Das Thema steckt voller Projektionen. Es ist politisch. Es geht nicht nur um ein paar Monate Auszeit, sondern sozusagen um das Gegenstück zur Forderung nach Frauenquoten. Es geht darum, ob Eltern sich die Familienarbeit fair teilen.

Tagsüber, wenn ich den Kinderwagen durch die Stadt schiebe, sehe ich Väter mit Babys, zumindest in den Vierteln, wo man es auch vermuten würde. Doch auch dort sehe ich mehr Mütter als Väter. Wir Männer sind die Ausnahme. Als Vater von Drillingen bin ich erst recht Exot.

Anders ist es, wenn meine Liebste dabei ist. Dann wird sie mitleidig gefragt: „Haben Sie denn irgendeine Hilfe?“ Ich werde geflissentlich übersehen. Die Physiotherapeutin will ihr die neuen Übungen für die Babys zeigen, nicht mir.

Wenn uns Fremde fragen, wie wir das schaffen mit drei Säuglingen, und ich dann antworte „Prima“ (oder auch mal: „Geht schon“), ernte ich irritierte Blicke, die mir zu bedeuten scheinen, ich hätte da ja sicher gut reden.

Als einer der Jungs für eine Operation ins Krankenhaus musste, konnte ich nicht auf der Station mit den Elternbetten übernachten, weil da sonst nur Mütter waren. Väter als Besucher ja, aber als Babyzuständige, ganz selbstverständlich? Nein. Und das scheint weit übers Krankenhaus hinaus zu gelten.

Ich dachte, wir wären weiter. Waren nicht nach der Einführung des Elterngelds 2007 die Zeitungen voll von Erfahrungsberichten wickelnder Väter? Liest man nicht regelmäßig, sie nähmen vermehrt Elternzeit? …

Wie lange kann, soll, will ich? Mir hat mein dreifaches Kinderglück diese Entscheidung abgenommen. Es war klar, dass ich für die Drillinge lange aussetzen würde, gemeinsam mit meiner Frau. Ganze 14 Monate fehle ich in der Redaktion, verpasse ich den Flurfunk, werde ich bei meiner Rückkehr wieder aufholen müssen.

Meine Babys durch ihr erstes Lebensjahr zu begleiten, ihnen auf die Beine zu helfen und sie in der Krippe einzugewöhnen – das empfinde ich als Privileg. Endlos könnte ich von Lachen, Staunen und kostbaren Momenten schwärmen. Jedem Freund würde ich raten: Lass dir das nicht entgehen! Auch weil ich spüre, dass ich für meine Kinder genauso Bezugsperson werde wie ihre Mutter – eine Gleichwertigkeit, die vielen Männern lange verwehrt blieb. …‘

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