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Das Elterngeld entfaltet Wirkung, nicht nur auf Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 4. Juni 2013

In Zeiten sich verändernder Familien- und Arbeitsbiographien zeigt das Elterngeld Wirkung. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung zu den Wirkungen des vor fast sieben Jahren verabschiedeten Bundeselternzeit- und Elterngeldgesetzes (BEEG). Demnach sind die meisten vom Gesetzgeber intendierten Ziele des Elterngeldes bisher erfüllt worden. Die Studie zeigt, welche der Ziele ganz oder nur in Ansätzen erfüllt und wo die Erwartungen sogar übertroffen wurden.

Das Elterngeld zeigt unterschiedlich starke Wirkungen auf die fünf verschiedenen Zieldimensionen:

  • Besonders deutlich ist die Erhöhung der Väterbeteiligung an Elternzeit, die von deutlich unter fünf Prozent auf inzwischen knapp 28 Prozent angestiegen ist. Dies dient den übergeordneten Zielen der Gleichstellung und des Schonraums für Familien in der Phase mit Babys.
  • Deutlich zeigt sich auch die Wirkung des Elterngelds auf das Einkommen: Der durchschnittliche Einbruch des Haushaltseinkommens nach der Geburt von Kindern hat sich verringert. Die Einkommenseffekte kommen vor allem bereits berufstätigen und hoch qualifizierten Eltern zugute. Der Verteilungseffekt des Elterngelds gleicht folglich nicht gruppenspezifische Einkommensunterschiede aus (Sozialhilfelogik), sondern er glättet das Einkommen von Familien im Lebensverlauf.
  • Auf die Fürsorgezeit mit Kindern hat das Elterngeld unterschiedliche Effekte: Bei Familien mit Babys wird Eltern mehr Zeit ermöglicht, da die ohnehin geringe Zahl arbeitender Mütter mit Babys sich weiter reduziert hat und Väter sich stärker an der Fürsorgearbeit beteiligen. Bei Müttern mit Kleinkindern hat sich dagegen die Zeit für Kinder leicht reduziert, während sich die Arbeitszeit etwas erhöht hat.
  • Das Elterngeld verstärkt auch die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kleinkindern. Der starke Trend der steigenden Müttererwerbstätigkeit beruht jedoch überwiegend auf dem Ausbau der Betreuungsinfrastruktur und der Arbeitsmarktnachfrage.
  • Die Geburtenrate ist durch das Elterngeld nicht gestiegen, allerdings lässt sich auch keine Wirkungslosigkeit belegen. Bei Akademikerinnen – einer besonderen Zielgruppe des Elterngelds – ist in den letzten Jahren der Geburtenrückgang gestoppt. Da Wirkungen auf die Fertilität sich überwiegend langfristig vollziehen, bleibt die Entwicklung der nächsten Jahre abzuwarten. Dazu impliziert das Elterngeld durch seine lohnabhängige Konzeption die Botschaft, dass Fürsorgearbeit und Erwerbsarbeit gleichwertig sind – eine elementare Anerkennung für Fürsorgeleistende, die im deutschen Sozialstaat ihresgleichen sucht.

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Geburtstraumata von Vätern sind vermeidbar

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 3. Juni 2013

Wenn von traumatisierenden Geburten die Rede ist, denkt man in erster Linie an die Mutter. Sie bringt das Kind zur Welt, ihr Körper ist es, der die ganze Arbeit verrichtet und womöglich eine Operation über sich ergehen lassen muss. Sie ist also auch diejenige, bei der nach einer besonders schweren Geburt psychische Folgen auftreten können. Doch nicht nur sie: Wie eine neue Studie der Oxford University zeigt, sind Väter ebenso betroffen.

Die befragten Väter, die allesamt mit komplizierten bis lebensgefährdenden Geburten konfrontiert waren, erzählten den Studienleitern von blutigen Notfallkaiserschnitten und Hektik im Gebärsaal. Und sie erwähnten dabei immer wieder, wie alleine gelassen und uninformiert sie sich gefühlt hätten. Man habe ihn «einfach in eine Ecke gestellt», während sich das Ärzteteam um seine Frau kümmerte, sagte ein Mann. Mit keinem Wort hätten ihm die Mediziner erklärt, was genau ablaufe und ob seine Frau und das Baby in Gefahr seien. Sie ignorierten ihn und seine Ängste und «nahmen einfach an, dass ich okay sei».

Denn man dürfe nicht vergessen, so die Studienleiterin, dass die Männer im Gegensatz zu den Frauen jedes Detail der Geburt eins zu eins mitbekommen. Gerade weil sie nicht körperlich betroffen sind, stehen sie hellwach mitten in der furchteinflössenden Szenerie, emotional hochinvolviert, aber dennoch handlungsunfähig. Ein Zustand, der Spuren hinterlässt. So speichert manch einer die traumatisierenden Bilder ab, traut sich aber danach nicht, darüber zu reden. Das wäre schliesslich unmännlich. Und sonderbar. Denn Probleme mit dem Verarbeiten einer schweren Geburt hat Mann einfach nicht, das ist ein Frauending.

Gott sei Dank sind solche dramatischen Geburten selten, in etwa 1 % der Fälle kommt es zu derartigen Komplikationen. Eine Geburtsvorbereitung für werdende Väter und die Einbeziehung und Ansprache der Männer während der Geburt erleichtert aber auch den übrigen 99 % die Verarbeitung der Geburtserlebnisse und das stabilisiert mit Sicherheit diePartnerschaft und hilft dem Vater von Anfang an eine Bindung zu dem Kind aufzubauen.

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Schweizer Vätertag 2013

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 2. Juni 2013

Bereits zum siebten Mal wird in diesem Jahr in der Schweiz ein Vätertag gefeiert: Am 2. Juni 2013 werden wiederum an verschiedenen Orten in der Schweiz Veranstaltung aus Anlass des Vätertages stattfinden. In einzelnen Unternehmen werden rund um den Vätertag Aktionen durchgeführt und in manchen Vereinen und Organisationen wird es nach und nach zur Tradition, aus Anlass des Vätertages  eine spzezielle  Zusammenkunft zu organisieren.

männer.ch als Initiator des Schweizer Vätertages, unterstützt im Rahmen des Vätertages 2013 einerseits verschiedene Initiativen und Anlässe, welche das im vergangenen Jahr lancierte  Projekt  „Vätergeschichten“ weiterführen. Mit dem Projekt wurde ein neuer, kreativer Ansatz zur  Thematisierung von Väterlichkeit im öffentlich und im betrieblichen Raum entwickelt. Aus Anlass des Vätertages 2013 wird nun auch die Vätergeschichten-Homepage offiziell freigeschaltet.

Der diesjährige Vätertag wird zugleich genutzt, um einmal mehr auf das von männer.ch getragene und vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung finanzierte Projekt „Der Teilzeitmann“  hinzuweisen und sichtbar zu machen, welche Aktivitäten und Entwicklungen in diesem Rahmen im Gange sind.

Auf der politischen Ebene erwartet männer.ch gespannt auf den vom Eidgenössischen Departement des Innern für den Frühsommer in Aussicht gestellten Bericht mit Ideen zur Ausgestaltung einer zukünftigen Elternzeit in unserem Land, und mit einer  Stellungnahme zu der von männer.ch entwickelten Idee einer neuen Form von Familienvorsorge (Sparen 3e).

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Dialogtagung des Bundesforum Männer zum Thema ‚Beschneidung von Jungen‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 1. Juni 2013

Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung vom 7. Mai 2012 hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema in Gang gesetzt. Mit der Bundestagsentscheidung vom 12. Dezember 2012 gibt es zwar wieder Rechtssicherheit für die Religionsgemeinschaften, die Debatte über die Beschneidung geht aber weiter. Dabei reden Juristen, Mediziner_innen, Kinderrechtlerinnen und Religionsvertreter aneinander vorbei, weil sie jeweils die eigene Perspektive für die wichtigste halten und die Positionen der anderen nicht wahrnehmen.

Das Bundesforum Männer will mit dieser ersten Dialogveranstaltung einen Prozess anstoßen, in den Religionsgemeinschaften ebenso wie bei den Beschneidungsgegnern, und die jeweiligen Positionen nachvollziehbar machen.

Anknüpfungspunkt ist eine Äußerung von Stephan Kramer im ZEIT-Interview im Oktober 2012: „Ich finde, wir können, ja wir müssen über vieles reden. Insofern könnte man der Debatte sogar etwas Positives abgewinnen, weil noch nie so viel über das Thema Beschneidung – auch in der jüdischen Gemeinschaft – gesprochen wurde. Aber wir kommen ja gar nicht dazu, darüber in Ruhe miteinander zu diskutieren …“

Dialog ist für das Bundesforum Männer eine Form des Gesprächs, in dem nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern in erster Linie Horizonte eröffnet werden. Ein Dialog bietet die Chance, Neues zu entdecken – keine Garantie, Altes zu bewahren.

Folgende Kompetenzen unterstützen diesen Prozess: Eine Lernende Haltung: Nicht als Wissende auftreten und Interesse an neuen Sichtweisen zeigen, die tradierte Denkmuster in Frage stellen. Radikaler Respekt: Die Gesprächs-partner_innen in ihrem ‚So-sein‘ akzeptieren und versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu sehen. Von Herzen sprechen: Das sagen, was mir wirklich wichtig ist und auf Belehrungen verzichten. Aktiv und empathisch zuhören: Durch innere Teilnahme einen Raum schaffen, in dem die oder der Sprechende sich entdecken kann. Reaktionen in der Schwebe halten: Sich die eigenen Annahmen und Bewertungen bewusst machen und von Beobachtungen unterscheiden.

Informationen zum Ablauf der Tagung und eine Anmeldemöglichkeit gibt es hier.

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Die Arbeit an den Bedürfnissen von Vätern und Müttern ausrichten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 31. Mai 2013

Die Berufswelt nimmt wenig Rücksicht auf Mütter und Väter. Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner schreibt in einem Gastbeitrag für die ZEIT darüber, was neben einer qualitaiv guten Kinderbetreuung in Sachen ‚Verenbarkeit‘ noch größere Bedeutung hat

‚Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Deutschland meistens mit dem Ruf nach flächendeckender und besserer Betreuung der Kleinen beantwortet. Die Debatte zeigt auch Wirkung. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, denn selbst mit dem besten Betreuungssystem der Welt wird das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gelöst. Was noch immer fehlt, ist das gesellschaftliche Zugeständnis, dass sich die Arbeit in erster Linie nach der Situation der Betreuenden richten muss – nicht umgekehrt. …

Wo sind die Grenzen der Verfügbarkeit im Arbeitsleben? Welche Ansprüche und Gewohnheiten sind wir bereit aufzugeben, um eine echte Vereinbarkeit zu ermöglichen? Und wollen wir wirklich, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Chefs oder auch Politikerinnen Kinder haben, um die sie sich auch kümmern können? Wenn wir das so wollen, dann müssen wir unsere Erwartungen an sie ändern! …

In unseren Institutionen und Arbeitswelten glaubt man immer noch, dass derjenige am meisten oder am effizientesten arbeitet, der am längsten im Büro ist. Auch dieser Irrglaube trägt zur Unvereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Dänemark. In der Regel verlassen alle das Büro, wenn die Kita schließt. Dem Vater, der um sieben Uhr noch im Büro sitzt, kann es passieren, dass ihn Kollegen fragen, ob ihm seine Familie nicht wichtig sei. …‘

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Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist,

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 30. Mai 2013

… und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Im Editorial zur 50 Ausgabe der Männerzeitung greift Ivo Knill ein Zitat von Friedrich Schiller auf, für den das Spiel ein Übungsfeld der Freiheit darstellt.

‚Im Spiel sind wir frei zu wählen. Bettler oder Fürst, Bösewicht oder Heiliger, wir wählen und schulen unser Gespür dafür, dass wir sind, was wir aus uns machen. Im Spiel erfindet sich der Mensch ständig neu. Im Spiel ist er frei und insofern sollte er das Leben als Spiel begreifen.

Ob Schiller uns beide gemeint hat, Paul-Otto und mich, die im Rausch von Sieg und Niederlage die Nacht im Spiel feierten? Ich weiss es nicht. Ob er, wie wir, dieses Gefühl kennen gelernt hat: Seine Freiheit im Spiel verjubeln, sich dem unsicheren Glück in die Arme werfen, sich abhängig machen vom Zufall der Würfel, untergehen im zufälligen Los des Daseins? Ja, ich bin sicher: Er hat es. Und was ist aus Paul-Otto und mir geworden? Ich bin zwischenzeitlich Spielmuffel geworden. Zu viel zu tun, keine Zeit für Spielchen. Zu viele schlechte Verlierer (ich gewinne immer, wenn nicht in Zahlen, so doch in Worten). …‘

Folgende Beiträge der aktuellen Ausgabe sind online verfügbar.

«Ich finde meine Ernährerrolle furchtbar!» Sven Broder will mehr Zeit zum Töffliflicken. Interview: Anna Miller

Und was spielen wir heute? Es ist Sonntagnachmittag und Sie wissen nicht was tun? Samuel Steiner

Das Ende des Nettseins Warum SM ein interessantes Spiel sein kann. Paul Hasler

«Das Sorgerecht ist mutterzentriert» Interview mit der Familienrechtsprofessorin Hildegund Sünderhauf-Kravets

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Jeder Zweite möchte, aber nur jeder Zehnte macht es

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 29. Mai 2013

… weniger arbeiten. Rinaldo Dieziger setzt sich im heutigen Papablog mit der Frage auseinander, wo Erklärungen und Gründe für diesen Widerspruch liegen könnten.

‚… Warum bieten bei derart rosigen Aussichten auf Effizienz- und letztendlich auch Gewinnsteigerung nicht mehr Unternehmen Teilzeitstellen an? Ist Teilzeit am Ende gar keine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern der Unternehmenskultur? Oder der Politik?

Weder noch. Der Hund liegt in unserem eigenen Garten begraben. Wir sind Angsthasen oder haben gelogen. Der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen hat mehrere Hundert Männer bei der UBS befragt. 78 Prozent gaben an, konkret über Teilzeit nachzudenken. Klingt wie ein Witz. Aber diese hohen Werte bestätigen die Ergebnisse der repräsentativen Studie im Kanton St. Gallen aus dem Jahre 2011 sowie zweier Befragungen, die nach der Lancierung des Projekts «Der Teilzeitmann» durchgeführt wurden. Gemäss einer Umfrage der «Coopzeitung» befürworten 62 Prozent Teilzeitarbeit, bei den 30- bis 49-Jährigen ziehen gar 78 Prozent eine Teilzeitstelle vor.

Wie zum Teufel kann es sein, dass trotzdem nur einer von zehn Männern zugunsten der Familie beruflich kürzer tritt? Weil sie nicht wollen. Jedenfalls nicht wirklich. Wahrscheinlich würden sie sogar, wenn sie könnten. Aber sie können nicht. Weil sie zwar still und heimlich bei ein paar Bier darüber sinnieren, aber nie beim Arbeitgeber nachfragen. …

Fragen kostet nichts. Ausser eine verdammt gute Vorbereitung. Clevere Arbeitnehmer mutieren in einem solchen Gespräch zum Arbeitgeber. Geben ist nun mal seliger denn Nehmen. Unternehmer schenken ungern einem Arbeitnehmer Gehör, der noch mehr (frei) nehmen will. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken, was Mann als Arbeitnehmer geben kann. Wie der Chef konkret von Teilzeitarbeit profitiert. Ich empfehle, eine Lösung gespickt mit schlagenden Argumenten für Steigerung von Effizienz und Gewinn zu präsentieren. Und kein Problem. Denn Probleme haben Arbeitgeber genug. Ich weiss das, weil ich selbst Unternehmer bin. Und 80 Prozent arbeite.‘

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Aufgabenteilung in der Familie ist Verhandlungssache

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 28. Mai 2013

Diese Auffassung vertritt Christian Beuker, Koordinator des Väternetzes Niedersachsen, Sozialpsychologe und Pädagoge, im Interview mit der Nordwestzeitung

Frage: Immer mehr Väter beziehen Elterngeld – spricht das für ein sich wandelndes Rollenbild?

Beuker: Das Elterngeld war im Grunde der Auslöser dafür. Ein sich wandelndes Bild in der Rollenverteilung gab es schon vorher, aber durch den Rechtsanspruch haben sich immer mehr Männer getraut, auch tatsächlich zu Hause zu bleiben.

Frage: Welche Rolle spielt denn der ökonomische Gedanke beim Thema Elterngeld?

Beuker: Die Frage ist: „Was will ich?“ Es gibt Familien, da bleibt der Vater der Haupternährer und die Frau findet’s ganz toll. Das ist das klassische Bild. Es geht natürlich auch andersherum. Die Paare müssen für sich entscheiden – wie wollen wir leben und was brauchen wir als Familie? Da kann es auch sein, den Lebensstandard an die Familienzeit und das Einkommen anzupassen.

Frage: Wie kann man Vätern noch weiter Mut machen, ihren Anteil an der Elternzeit wahrzunehmen?

Beuker: Wichtig ist, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Väter zu stärken. Es können immer wieder Krisen entstehen, wenn der Mann in seiner Betreuungsrolle verunsichert wird. Das geschieht durch das klassische Kontrollbild, wenn Mütter oder Großmütter auf dem Spielplatz genau hinschauen, ob der Vater sich in ihren Augen richtig verhält. Für so etwas gibt es Vater-Kind-Seminare, in denen Väter die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren und auszutauschen.

Frage: Was ist in Ihren Augen eine moderne Rollenverteilung in der Familie?

Beuker: Modern bedeutet für mich, dass Partner untereinander aushandeln, welche für sie die beste Lösung ist. Es geht nicht darum, sich die Elternzeit einfach in zwei gleichwertige Hälften zu teilen – das ist nur eines von vielen Modellen. Für eine moderne Rollenverteilung sollten sich die Paare fragen: „Wie wollen wir die Zeit gemäß unseren Begabungen gestalten?“

Frage: Ist die moderne Rollenverteilung bei jungen Eltern eher verbreitet als bei Paaren, die in höherem Alter Kinder kriegen?

Beuker: Das hängt auch von der beruflichen Situation ab. Habe ich noch die Möglichkeit, einen Schritt weiterzukommen, oder stecke ich vielleicht sogar noch in Studium oder Ausbildung. Das ist situationsbedingt. Allerdings überwiegt bei jüngeren Paaren die Unsicherheit in ihrer Elternrolle.

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Väterbeteiligung beim Elterngeld mit 27,3 % auf neuem Höchststand

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 27. Mai 2013

Der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben Väter von 181 000 der insgesamt rund 663 000 im Jahr 2011 geborenen Kinder Elterngeld bezogen. Dies entspricht einer Väterbeteiligung von 27,3 %. Damit ist die Väterbeteiligung gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich um 2 Prozentpunkte angestiegen. Mütter bezogen in durchschnittlich 95 % der Fälle Elterngeld.

Die höchste Väterbeteiligung gab es wie schon in den letzten Jahren in Bayern (35,8 %) und Sachsen (35,6 %). Sie war dort somit mehr als doppelt so hoch wie im Saarland, das mit 17,5 % nach wie vor das Schlusslicht bildet.

Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte wies die thüringische Stadt Jena mit 47,2 % die höchste Väterbeteiligung auf, gefolgt vom bayerischen Landkreis Cham (46,2 %). In mehr als jedem dritten Kreis (in 143 von insgesamt 402 Landkreisen und kreisfreien Städten) lag die Väterbeteiligung mittlerweile über 30 %. Die geringsten Werte gab es in den nordrhein-westfälischen Städten Hagen und Gelsenkirchen mit jeweils rund 10 %.

Veränderungen bei der Dauer der Inanspruchnahme gab es hingegen kaum. Nach wie vor bezogen etwas mehr als drei von vier Vätern (77 %) Elterngeld für maximal zwei Monate. Nur knapp 7 % der Väter nimmt die Leistung für zwölf Monate in Anspruch. Mütter bezogen weiter in neun von zehn Fällen das Elterngeld für zwölf Monate.

Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1 204 Euro und war damit nach wie vor mehr als ein Drittel (39 %) höher als der vergleichbare Anspruch von Müttern (868 Euro).

Dabei gibt es jeweils deutliche regionale Unterschiede. So betrug der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, in den meisten süddeutschen und westdeutschen Kreisen über 1 200 Euro. Die Kreise, in denen der Anspruch niedriger als 1 000 Euro war, liegen hingegen fast ausnahmslos in den ostdeutschen Bundesländern. Bei den Müttern zeigt sich ein ähnliches Bild: Auch hier lag der Elterngeldanspruch insbesondere in den west- und süddeutschen Kreisen deutlich über dem in den ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Detaillierte Ergebnisse der Elterngeldstatistik für im Jahr 2011 geborene Kinder sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes abrufbar. Dort stehen auch die Ergebnisse zu allen 402 Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung.

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‚Papa ist auf Montage‘ – Väter in der JVA Bützow halten engen Kontakt zu ihren Familien

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 26. Mai 2013

„Mit dem Start des Modellprojekts „Papa ist auf Montage“ ist die Justizvollzugsanstalt Bützow am 31. Mai 2012 neue Wege im Strafvollzug gegangen. 20 inhaftierte Männer mit ihren Kindern und Kindesmüttern nahmen seitdem teil. Vor wenigen Tagen startete ein neuer Kurs mit weiteren zehn Männern und ihren Familien“, so Justizministerin Kuder.

Die Kurse beinhalten Seminare und ein Vätertraining. So lernt der Gefangene sein Kind verstehen und stärkt seine Erziehungskompetenz. Zusätzliche Besuchszeiten in einem separaten Raum in der JVA gehören dazu. Es ist eine gute Sache, im Strafvollzug den Blick auf die Verantwortung, die sie nach der Haftentlassung für das Kind wieder wahrnehmen sollen, zu behalten“, sagte die Ministerin.

Sie hob auch die Wichtigkeit des Projektes für die Kinder hervor, die oft gar nichts von der kriminellen Vorgeschichte des eigenen Vaters wissen. „Für Kinder bis zu zehn Jahren ist das Fernbleiben des Vaters oft besonders traumatisch. Beide Seiten sollten sich auch nicht voneinander entfremden. Wenn jedoch die Resozialisierung schon in der JVA beginnt, kann sich der inhaftierte Vater auf seine künftige Rolle nachhaltig vorbereiten. Parallel werden die betroffenen Mütter ebenfalls von der JVA unterstützt.“

In dem ersten Jahr haben sich bereits mehrere Anstalten für „Papa ist auf Montage“ interessiert. „Das zeigt, dass wir in Bützow mit dem familienfreundlichen Vollzug weit vorn sind. Ich danke der JVA für ihr Engagement und wünsche weiterhin viel Erfolg“, sagte Justizministerin Kuder.

Mit dem Projekt werden unter anderen folgende Ziele verfolgt:

  • Nachhaltige Stärkung der Familien und insbesondere der Vater-Kind Beziehung.
  • Die Handlungskompetenzen von Vätern werden stabilisiert, entwickelt und gefördert, so dass diese in der Lage sind, die Mütter in der Lebens- und Berufswegplanung zu unterstützen.
  • Aufrechterhaltung der familiären/sozialen Bindungen bis zum Haftende und darüber hinaus.
  • Kinder sind in der Lage mit der Situation des inhaftierten Vaters umzugehen.
  • Väter und Mütter verfügen über Schlüsselkompetenzen zur nachhaltigen Lösung von familiären Konflikten – auch über die Haftzeit hinaus.

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