der VAETER.blog

lebe deinen Traum!

Wie viel Vater braucht ein Kind?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 5. Juni 2013

Die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) hat in Wien den „Geburtstag“ ihrer Mitgliederzeitschrift gefeiert. Das Männermagazin „Ypsilon“ wurde im März 2003 zum ersten Mal herausgegeben und hat derzeit eine österreichweite Auflage von 38.000 Exemplaren.

Das Jubiläum wurde am Montag mit einer Feier bei der KMBÖ in Wien begangen. Der Bundesvorsitzende Leopold Wimmer erinnerte dabei an das Ringen um die Linie des Presseproduktes, das für ein modernes Männerbild steht. „Ypsilon“ sei jenseits von Sensationsmeldungen „qualitativ hochwertig, die Artikel regen zum Nachdenken, zum Überlegen, zum Weiterdenken und zur Kritik an“. Manche Artikel hätten zu Widerspruch bis zum Austritt aus der KMB geführt, insgesamt gelinge es mit Hilfe des Magazin aber, Mitglieder zu integrieren, den Austausch zu ermöglichen und voneinander zu lernen.

Markus Himmelbauer, Chefredakteur seit 2003, bezeichnete „Ypsilon“ als Aushängeschild, das unter den Männern Identität stifte. Stolz ist Himmelbauer, dass von Anfang an eine geschlechtergerechte Sprache verwendet wurde. Den Vorwurf der erschwerten Lesbarkeit, wenn Männer und Frauen im Text genannt werden, würden nur wenige teilen.

Die aktuelle „Ypsilon“-Ausgabe widmet sich der Frage „Wie viel Vater braucht ein Kind?“ und bietet anlässlich des Vatertages am kommenden Sonntag ein Dossier über Vatersein als „bereichernde Lebensaufgabe“.

Die KMBÖ bietet rund um den Vatertag zahlreiche Aktivitäten für Väter mit ihren Kindern an. Besonders beliebt sind die Vater-Kind-Wochenenden, die in der Steiermark, Salzburg und Oberösterreich angeboten werden. Weiters werden heuer Tausende „Daddy cool“-Tattoos, Gebetsfalter und das Mitgliedermagazin „Ypsilon“ verteilt.

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Mir fehlt die Anerkennung von außen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 4. Juni 2013

Wer sind die Männer, die heute Väter sind? Auf dem Platz der Väter am Kopf der Familientafel sitzen jetzt immer öfter die Mütter. Oder die neuen Männer der Mütter. Eine Selbstverständlichkeit ist Vatersein über die Zeugung hinaus nicht mehr. Männer müssen sich messen lassen an ihrem Engagement für die Familie, ihren Fertigkeiten als Zuhörer und an der Dauer ihrer Elternzeit.

Den Antworten auf diese Fragen spüren die Hamburger Fotografin Gesche Jäger und der Journalist Jochen Brenner in dem großformatigen Bildband VAETERLAND nach. Gesche Jäger hat über Monate hinweg immer wieder in elf deutschen Familien gelebt. Mit der Kamera beobachtete sie den Alltag von Vätern, Töchtern und Söhnen. Die Männer, die sie traf, sind jung, alt, alleinerziehend, homosexuell, geistig beeinträchtigt oder waren früher Kinderhasser. Sie leben in Patchworkfamilien, in offenen Beziehungen oder haben für die Kinder ihren Beruf aufgegeben. Wer sie gerade nicht sein wollen, wissen die Männer heutzutage von ihren eigenen Vätern. Wer sie sein könnten, finden die meisten von ihnen erst nach Jahren heraus.

Es beginnt mit Martin Roggentin, Vater von 8 Kindern, der alleine für die finanzielle Versorgung der Familie verantwortlich ist und sich schon öfters gewünscht hat, einmal die Rollen tauschen zu können, abr ‚als Großfamilie lebt man von der Hand in den Mund, reich werden wir nicht mehr.‘

Hartmut Wittenberg ist Ende 50, als seine dritte Tochter Greta geboren wir, aber ‚Fremde halten mich auch so gut wie nie für den Großvater meiner Töchter. Es sind die vertrauten Gesten im Umgang, die den Vater erkennen lassen.‘ Christian und Matthias Dieter sind Papi und Papa von Fabius, den sie in einer ‚halboffenen‘ Adoption in ihrer Familie aufnehmen konnten. ‚Ein bis zwei Mal im Jahr stehen wir in Kontakt mit der leiblichen Mutter. Wir nennen sie „Bauchmama“, damit ist das Wort „Mama“ für Fabius ganz konkret besetzt.

Mit Jan Hadewig wird ein Mann porträtiert, der niemals Vater werden wollte, jetzt aber Vater des einjährigen Jesse ist. Denis Röseler, selbst behindert und Vater des dreijährigen Malte und Martin Müller, der als Samenspender Vater werden kann.

Die Bilder von Gesche Jäger drücken die Beziehungen, der Väter zu ihren Kindern, aber auch zu Ihren PartnerInnen einfühlsam aus, unabhängig davon, ob sie ein Jahr oder 13 Jahre alt sind. Die von Jochen Brenner geschriebenen Texte geben auf jeweils knapp 2 Seiten einen guten Einblick in die Vorstellungswelt der porträtierten Männer und ihr jewiliges Verständnis von Vaterschaft. Ein tolles Buch, das die Facetten von Väterlichkeit in der Moderne aufgreift und deutlich macht.

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Das Elterngeld entfaltet Wirkung, nicht nur auf Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 4. Juni 2013

In Zeiten sich verändernder Familien- und Arbeitsbiographien zeigt das Elterngeld Wirkung. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung zu den Wirkungen des vor fast sieben Jahren verabschiedeten Bundeselternzeit- und Elterngeldgesetzes (BEEG). Demnach sind die meisten vom Gesetzgeber intendierten Ziele des Elterngeldes bisher erfüllt worden. Die Studie zeigt, welche der Ziele ganz oder nur in Ansätzen erfüllt und wo die Erwartungen sogar übertroffen wurden.

Das Elterngeld zeigt unterschiedlich starke Wirkungen auf die fünf verschiedenen Zieldimensionen:

  • Besonders deutlich ist die Erhöhung der Väterbeteiligung an Elternzeit, die von deutlich unter fünf Prozent auf inzwischen knapp 28 Prozent angestiegen ist. Dies dient den übergeordneten Zielen der Gleichstellung und des Schonraums für Familien in der Phase mit Babys.
  • Deutlich zeigt sich auch die Wirkung des Elterngelds auf das Einkommen: Der durchschnittliche Einbruch des Haushaltseinkommens nach der Geburt von Kindern hat sich verringert. Die Einkommenseffekte kommen vor allem bereits berufstätigen und hoch qualifizierten Eltern zugute. Der Verteilungseffekt des Elterngelds gleicht folglich nicht gruppenspezifische Einkommensunterschiede aus (Sozialhilfelogik), sondern er glättet das Einkommen von Familien im Lebensverlauf.
  • Auf die Fürsorgezeit mit Kindern hat das Elterngeld unterschiedliche Effekte: Bei Familien mit Babys wird Eltern mehr Zeit ermöglicht, da die ohnehin geringe Zahl arbeitender Mütter mit Babys sich weiter reduziert hat und Väter sich stärker an der Fürsorgearbeit beteiligen. Bei Müttern mit Kleinkindern hat sich dagegen die Zeit für Kinder leicht reduziert, während sich die Arbeitszeit etwas erhöht hat.
  • Das Elterngeld verstärkt auch die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Kleinkindern. Der starke Trend der steigenden Müttererwerbstätigkeit beruht jedoch überwiegend auf dem Ausbau der Betreuungsinfrastruktur und der Arbeitsmarktnachfrage.
  • Die Geburtenrate ist durch das Elterngeld nicht gestiegen, allerdings lässt sich auch keine Wirkungslosigkeit belegen. Bei Akademikerinnen – einer besonderen Zielgruppe des Elterngelds – ist in den letzten Jahren der Geburtenrückgang gestoppt. Da Wirkungen auf die Fertilität sich überwiegend langfristig vollziehen, bleibt die Entwicklung der nächsten Jahre abzuwarten. Dazu impliziert das Elterngeld durch seine lohnabhängige Konzeption die Botschaft, dass Fürsorgearbeit und Erwerbsarbeit gleichwertig sind – eine elementare Anerkennung für Fürsorgeleistende, die im deutschen Sozialstaat ihresgleichen sucht.

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Geburtstraumata von Vätern sind vermeidbar

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 3. Juni 2013

Wenn von traumatisierenden Geburten die Rede ist, denkt man in erster Linie an die Mutter. Sie bringt das Kind zur Welt, ihr Körper ist es, der die ganze Arbeit verrichtet und womöglich eine Operation über sich ergehen lassen muss. Sie ist also auch diejenige, bei der nach einer besonders schweren Geburt psychische Folgen auftreten können. Doch nicht nur sie: Wie eine neue Studie der Oxford University zeigt, sind Väter ebenso betroffen.

Die befragten Väter, die allesamt mit komplizierten bis lebensgefährdenden Geburten konfrontiert waren, erzählten den Studienleitern von blutigen Notfallkaiserschnitten und Hektik im Gebärsaal. Und sie erwähnten dabei immer wieder, wie alleine gelassen und uninformiert sie sich gefühlt hätten. Man habe ihn «einfach in eine Ecke gestellt», während sich das Ärzteteam um seine Frau kümmerte, sagte ein Mann. Mit keinem Wort hätten ihm die Mediziner erklärt, was genau ablaufe und ob seine Frau und das Baby in Gefahr seien. Sie ignorierten ihn und seine Ängste und «nahmen einfach an, dass ich okay sei».

Denn man dürfe nicht vergessen, so die Studienleiterin, dass die Männer im Gegensatz zu den Frauen jedes Detail der Geburt eins zu eins mitbekommen. Gerade weil sie nicht körperlich betroffen sind, stehen sie hellwach mitten in der furchteinflössenden Szenerie, emotional hochinvolviert, aber dennoch handlungsunfähig. Ein Zustand, der Spuren hinterlässt. So speichert manch einer die traumatisierenden Bilder ab, traut sich aber danach nicht, darüber zu reden. Das wäre schliesslich unmännlich. Und sonderbar. Denn Probleme mit dem Verarbeiten einer schweren Geburt hat Mann einfach nicht, das ist ein Frauending.

Gott sei Dank sind solche dramatischen Geburten selten, in etwa 1 % der Fälle kommt es zu derartigen Komplikationen. Eine Geburtsvorbereitung für werdende Väter und die Einbeziehung und Ansprache der Männer während der Geburt erleichtert aber auch den übrigen 99 % die Verarbeitung der Geburtserlebnisse und das stabilisiert mit Sicherheit diePartnerschaft und hilft dem Vater von Anfang an eine Bindung zu dem Kind aufzubauen.

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Schweizer Vätertag 2013

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 2. Juni 2013

Bereits zum siebten Mal wird in diesem Jahr in der Schweiz ein Vätertag gefeiert: Am 2. Juni 2013 werden wiederum an verschiedenen Orten in der Schweiz Veranstaltung aus Anlass des Vätertages stattfinden. In einzelnen Unternehmen werden rund um den Vätertag Aktionen durchgeführt und in manchen Vereinen und Organisationen wird es nach und nach zur Tradition, aus Anlass des Vätertages  eine spzezielle  Zusammenkunft zu organisieren.

männer.ch als Initiator des Schweizer Vätertages, unterstützt im Rahmen des Vätertages 2013 einerseits verschiedene Initiativen und Anlässe, welche das im vergangenen Jahr lancierte  Projekt  „Vätergeschichten“ weiterführen. Mit dem Projekt wurde ein neuer, kreativer Ansatz zur  Thematisierung von Väterlichkeit im öffentlich und im betrieblichen Raum entwickelt. Aus Anlass des Vätertages 2013 wird nun auch die Vätergeschichten-Homepage offiziell freigeschaltet.

Der diesjährige Vätertag wird zugleich genutzt, um einmal mehr auf das von männer.ch getragene und vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung finanzierte Projekt „Der Teilzeitmann“  hinzuweisen und sichtbar zu machen, welche Aktivitäten und Entwicklungen in diesem Rahmen im Gange sind.

Auf der politischen Ebene erwartet männer.ch gespannt auf den vom Eidgenössischen Departement des Innern für den Frühsommer in Aussicht gestellten Bericht mit Ideen zur Ausgestaltung einer zukünftigen Elternzeit in unserem Land, und mit einer  Stellungnahme zu der von männer.ch entwickelten Idee einer neuen Form von Familienvorsorge (Sparen 3e).

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Dialogtagung des Bundesforum Männer zum Thema ‚Beschneidung von Jungen‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 1. Juni 2013

Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung vom 7. Mai 2012 hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema in Gang gesetzt. Mit der Bundestagsentscheidung vom 12. Dezember 2012 gibt es zwar wieder Rechtssicherheit für die Religionsgemeinschaften, die Debatte über die Beschneidung geht aber weiter. Dabei reden Juristen, Mediziner_innen, Kinderrechtlerinnen und Religionsvertreter aneinander vorbei, weil sie jeweils die eigene Perspektive für die wichtigste halten und die Positionen der anderen nicht wahrnehmen.

Das Bundesforum Männer will mit dieser ersten Dialogveranstaltung einen Prozess anstoßen, in den Religionsgemeinschaften ebenso wie bei den Beschneidungsgegnern, und die jeweiligen Positionen nachvollziehbar machen.

Anknüpfungspunkt ist eine Äußerung von Stephan Kramer im ZEIT-Interview im Oktober 2012: „Ich finde, wir können, ja wir müssen über vieles reden. Insofern könnte man der Debatte sogar etwas Positives abgewinnen, weil noch nie so viel über das Thema Beschneidung – auch in der jüdischen Gemeinschaft – gesprochen wurde. Aber wir kommen ja gar nicht dazu, darüber in Ruhe miteinander zu diskutieren …“

Dialog ist für das Bundesforum Männer eine Form des Gesprächs, in dem nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern in erster Linie Horizonte eröffnet werden. Ein Dialog bietet die Chance, Neues zu entdecken – keine Garantie, Altes zu bewahren.

Folgende Kompetenzen unterstützen diesen Prozess: Eine Lernende Haltung: Nicht als Wissende auftreten und Interesse an neuen Sichtweisen zeigen, die tradierte Denkmuster in Frage stellen. Radikaler Respekt: Die Gesprächs-partner_innen in ihrem ‚So-sein‘ akzeptieren und versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu sehen. Von Herzen sprechen: Das sagen, was mir wirklich wichtig ist und auf Belehrungen verzichten. Aktiv und empathisch zuhören: Durch innere Teilnahme einen Raum schaffen, in dem die oder der Sprechende sich entdecken kann. Reaktionen in der Schwebe halten: Sich die eigenen Annahmen und Bewertungen bewusst machen und von Beobachtungen unterscheiden.

Informationen zum Ablauf der Tagung und eine Anmeldemöglichkeit gibt es hier.

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Die Arbeit an den Bedürfnissen von Vätern und Müttern ausrichten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 31. Mai 2013

Die Berufswelt nimmt wenig Rücksicht auf Mütter und Väter. Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner schreibt in einem Gastbeitrag für die ZEIT darüber, was neben einer qualitaiv guten Kinderbetreuung in Sachen ‚Verenbarkeit‘ noch größere Bedeutung hat

‚Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Deutschland meistens mit dem Ruf nach flächendeckender und besserer Betreuung der Kleinen beantwortet. Die Debatte zeigt auch Wirkung. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, denn selbst mit dem besten Betreuungssystem der Welt wird das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gelöst. Was noch immer fehlt, ist das gesellschaftliche Zugeständnis, dass sich die Arbeit in erster Linie nach der Situation der Betreuenden richten muss – nicht umgekehrt. …

Wo sind die Grenzen der Verfügbarkeit im Arbeitsleben? Welche Ansprüche und Gewohnheiten sind wir bereit aufzugeben, um eine echte Vereinbarkeit zu ermöglichen? Und wollen wir wirklich, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Chefs oder auch Politikerinnen Kinder haben, um die sie sich auch kümmern können? Wenn wir das so wollen, dann müssen wir unsere Erwartungen an sie ändern! …

In unseren Institutionen und Arbeitswelten glaubt man immer noch, dass derjenige am meisten oder am effizientesten arbeitet, der am längsten im Büro ist. Auch dieser Irrglaube trägt zur Unvereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Dänemark. In der Regel verlassen alle das Büro, wenn die Kita schließt. Dem Vater, der um sieben Uhr noch im Büro sitzt, kann es passieren, dass ihn Kollegen fragen, ob ihm seine Familie nicht wichtig sei. …‘

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Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist,

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 30. Mai 2013

… und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Im Editorial zur 50 Ausgabe der Männerzeitung greift Ivo Knill ein Zitat von Friedrich Schiller auf, für den das Spiel ein Übungsfeld der Freiheit darstellt.

‚Im Spiel sind wir frei zu wählen. Bettler oder Fürst, Bösewicht oder Heiliger, wir wählen und schulen unser Gespür dafür, dass wir sind, was wir aus uns machen. Im Spiel erfindet sich der Mensch ständig neu. Im Spiel ist er frei und insofern sollte er das Leben als Spiel begreifen.

Ob Schiller uns beide gemeint hat, Paul-Otto und mich, die im Rausch von Sieg und Niederlage die Nacht im Spiel feierten? Ich weiss es nicht. Ob er, wie wir, dieses Gefühl kennen gelernt hat: Seine Freiheit im Spiel verjubeln, sich dem unsicheren Glück in die Arme werfen, sich abhängig machen vom Zufall der Würfel, untergehen im zufälligen Los des Daseins? Ja, ich bin sicher: Er hat es. Und was ist aus Paul-Otto und mir geworden? Ich bin zwischenzeitlich Spielmuffel geworden. Zu viel zu tun, keine Zeit für Spielchen. Zu viele schlechte Verlierer (ich gewinne immer, wenn nicht in Zahlen, so doch in Worten). …‘

Folgende Beiträge der aktuellen Ausgabe sind online verfügbar.

«Ich finde meine Ernährerrolle furchtbar!» Sven Broder will mehr Zeit zum Töffliflicken. Interview: Anna Miller

Und was spielen wir heute? Es ist Sonntagnachmittag und Sie wissen nicht was tun? Samuel Steiner

Das Ende des Nettseins Warum SM ein interessantes Spiel sein kann. Paul Hasler

«Das Sorgerecht ist mutterzentriert» Interview mit der Familienrechtsprofessorin Hildegund Sünderhauf-Kravets

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Jeder Zweite möchte, aber nur jeder Zehnte macht es

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 29. Mai 2013

… weniger arbeiten. Rinaldo Dieziger setzt sich im heutigen Papablog mit der Frage auseinander, wo Erklärungen und Gründe für diesen Widerspruch liegen könnten.

‚… Warum bieten bei derart rosigen Aussichten auf Effizienz- und letztendlich auch Gewinnsteigerung nicht mehr Unternehmen Teilzeitstellen an? Ist Teilzeit am Ende gar keine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern der Unternehmenskultur? Oder der Politik?

Weder noch. Der Hund liegt in unserem eigenen Garten begraben. Wir sind Angsthasen oder haben gelogen. Der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen hat mehrere Hundert Männer bei der UBS befragt. 78 Prozent gaben an, konkret über Teilzeit nachzudenken. Klingt wie ein Witz. Aber diese hohen Werte bestätigen die Ergebnisse der repräsentativen Studie im Kanton St. Gallen aus dem Jahre 2011 sowie zweier Befragungen, die nach der Lancierung des Projekts «Der Teilzeitmann» durchgeführt wurden. Gemäss einer Umfrage der «Coopzeitung» befürworten 62 Prozent Teilzeitarbeit, bei den 30- bis 49-Jährigen ziehen gar 78 Prozent eine Teilzeitstelle vor.

Wie zum Teufel kann es sein, dass trotzdem nur einer von zehn Männern zugunsten der Familie beruflich kürzer tritt? Weil sie nicht wollen. Jedenfalls nicht wirklich. Wahrscheinlich würden sie sogar, wenn sie könnten. Aber sie können nicht. Weil sie zwar still und heimlich bei ein paar Bier darüber sinnieren, aber nie beim Arbeitgeber nachfragen. …

Fragen kostet nichts. Ausser eine verdammt gute Vorbereitung. Clevere Arbeitnehmer mutieren in einem solchen Gespräch zum Arbeitgeber. Geben ist nun mal seliger denn Nehmen. Unternehmer schenken ungern einem Arbeitnehmer Gehör, der noch mehr (frei) nehmen will. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken, was Mann als Arbeitnehmer geben kann. Wie der Chef konkret von Teilzeitarbeit profitiert. Ich empfehle, eine Lösung gespickt mit schlagenden Argumenten für Steigerung von Effizienz und Gewinn zu präsentieren. Und kein Problem. Denn Probleme haben Arbeitgeber genug. Ich weiss das, weil ich selbst Unternehmer bin. Und 80 Prozent arbeite.‘

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Aufgabenteilung in der Familie ist Verhandlungssache

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 28. Mai 2013

Diese Auffassung vertritt Christian Beuker, Koordinator des Väternetzes Niedersachsen, Sozialpsychologe und Pädagoge, im Interview mit der Nordwestzeitung

Frage: Immer mehr Väter beziehen Elterngeld – spricht das für ein sich wandelndes Rollenbild?

Beuker: Das Elterngeld war im Grunde der Auslöser dafür. Ein sich wandelndes Bild in der Rollenverteilung gab es schon vorher, aber durch den Rechtsanspruch haben sich immer mehr Männer getraut, auch tatsächlich zu Hause zu bleiben.

Frage: Welche Rolle spielt denn der ökonomische Gedanke beim Thema Elterngeld?

Beuker: Die Frage ist: „Was will ich?“ Es gibt Familien, da bleibt der Vater der Haupternährer und die Frau findet’s ganz toll. Das ist das klassische Bild. Es geht natürlich auch andersherum. Die Paare müssen für sich entscheiden – wie wollen wir leben und was brauchen wir als Familie? Da kann es auch sein, den Lebensstandard an die Familienzeit und das Einkommen anzupassen.

Frage: Wie kann man Vätern noch weiter Mut machen, ihren Anteil an der Elternzeit wahrzunehmen?

Beuker: Wichtig ist, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Väter zu stärken. Es können immer wieder Krisen entstehen, wenn der Mann in seiner Betreuungsrolle verunsichert wird. Das geschieht durch das klassische Kontrollbild, wenn Mütter oder Großmütter auf dem Spielplatz genau hinschauen, ob der Vater sich in ihren Augen richtig verhält. Für so etwas gibt es Vater-Kind-Seminare, in denen Väter die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren und auszutauschen.

Frage: Was ist in Ihren Augen eine moderne Rollenverteilung in der Familie?

Beuker: Modern bedeutet für mich, dass Partner untereinander aushandeln, welche für sie die beste Lösung ist. Es geht nicht darum, sich die Elternzeit einfach in zwei gleichwertige Hälften zu teilen – das ist nur eines von vielen Modellen. Für eine moderne Rollenverteilung sollten sich die Paare fragen: „Wie wollen wir die Zeit gemäß unseren Begabungen gestalten?“

Frage: Ist die moderne Rollenverteilung bei jungen Eltern eher verbreitet als bei Paaren, die in höherem Alter Kinder kriegen?

Beuker: Das hängt auch von der beruflichen Situation ab. Habe ich noch die Möglichkeit, einen Schritt weiterzukommen, oder stecke ich vielleicht sogar noch in Studium oder Ausbildung. Das ist situationsbedingt. Allerdings überwiegt bei jüngeren Paaren die Unsicherheit in ihrer Elternrolle.

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