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Archiv für die 'Väterbilder' Kategorie

Normal, aber noch nicht Normalität

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Oktober 2013

Meine Kolumne in der aktuellen Ausgabe von LOB, der Zeitschrift für berufstätige Mütter und Väter:

Was ist eigentlich normal? Wenn ich das mache, was alle, oder doch zumindest die Mehrheit mir vormacht? Wenn ich den Erwartungen an mich, an Männer entspreche? Wenn ich für das, was ich tue Anerkennung erhalte? Wenn ich Wertschätzung von denen erfahre, die mir wichtig sind? Oder wenn ich von dem überzeugt bin, was ich unternehme? Reicht eines dieser Kriterien oder müssen es mehrere sein? Diese Fragen stellt sich wohl jeder, wenn er etwas vorhat, was noch nicht so gewöhnlich ist. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Fragen der Kategorie, ‚Falle ich aus der Rolle oder benehme ich mich nur daneben?‘ geht. Die Frage, wie fürsorglich darf Mann sein, wie viel Elternzeit und wie wenig Erwerbsarbeit gehören dazu, fällt in diese Kategorie.

Inzwischen nehmen zwar 28,2 Prozent der Väter Elternzeit in Anspruch und auch viele derjenigen, die dies nicht tun, leben eine engagierte Vaterschaft oder versuchen es zumindest. Dabei erleben fast alle Männer, dass sie das, was für sie normal ist bzw. sein soll, neu aushandeln und zum Teil gegen Widerstände erst einmal durchsetzen müssen.

Die Verhandlungen müssen sie mitnichten nicht nur mit sich selbst, ihrer Partnerin und ihrem Arbeitgeber aushandeln. Bei all diesen Gesprächen spielt auch das Bedürfnis nicht aus der Rolle zu fallen, weiter dazu zugehören und sich nicht nur in der Familie sondern auch im Betrieb weiter entwickeln zu können, entscheidend mit.

Zurück zur Elternzeit. Viele Väter haben das Gefühl, dass das, was sie tun noch lange keine Normalität ist. Insbesondere, wenn sie 6 Monate oder mehr Elternzeit nehmen oder ihre Arbeitszeiten im Anschluss daran dauerhaft reduzieren (wollen). Das hat zwar auch damit zu tun, dass sie in ihrem persönlichen Umfeld, in der Familie und im Freundeskreis selten Vorbilder haben und davon ausgehen, alles neu erfinden zu müssen. Entscheidender sind aber die Erfahrungen und Rückmeldungen derer, die sich getraut haben, ungewohnte Wege zu gehen und wie darüber berichtet wird.

Papa wird niemals die bessere Mama sein und Männer in Frauenberufen werden wir auch noch in 10 Jahren mit der Lupe suchen. Väter können selbstverständlich auch gut und fürsorglich mit kleinen Kindern umgehen. Wie gut und schnell sie das lernen können, erleben sie in dem Moment, wo sie sich auf diese Aufgabe einlassen. Und Männer in der Elementarerziehung, in der Kita oder der Grundschule, aber auch in pflegerischen Berufen werden dringend gebraucht. Das gelingt am ehesten, wenn die Zuschreibungen zu einem Geschlecht unterbleiben.

Was es braucht, sind Angebote für Männer und Väter, in Betrieben und anderswo, die sie dabei unterstützen, in neue ‚Normalitäten‘ hinein zu finden und im Austausch mit anderen dazu ermutigen für die weitere Lebensgestaltung auf eine gleichberechtigte Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Familienarbeit, ein ausgeglichenes Leben zu setzen.

Wenn die Partnerin mitzieht und auch familien- und steuerpolitisch eindeutige Anreize gesetzt werden, kann das Vorhaben gelingen. Die steigende Zahl der Väter in Elternzeit ist dafür Beleg und eine gute Voraussetzung.

Mehr zum Thema ‚Normal‘ gibt es auch im Oktoberheft von brandeins.

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Vaters Grill

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2013

Kann ein Vegetarier ein Grill-Restaurant vor der Pleite retten? Dürfen Pommes in einem Grill-Imbiss auch ohne Steak bestellt werden? Diese Fragen stellt und beantwortet der wunderbare Dokumentarfilm CESARS GRILL. Er startet bundesweit in deutschen Kinos am 3. Oktober.

„Mein Vater Cesar dachte, ich würde sein Grillrestaurant in Ecuador übernehmen, doch ich entschied mich für die Kunst und ging nach Deutschland.

Zehn Jahre später, als mich mein Vater in Deutschland zum ersten Mal aus Ecuador anruft, erzählt er mir, dass sein Grillrestaurant pleite ist, dass er Schulden bei gleich mehreren privaten Kredithaien und bei der Bank hat und seit über zwei Jahren keine Miete mehr bezahlt. Und auf einmal ist die fern geglaubte ecuadorianische Lebenswelt zum Greifen nah, und mir schwant, dass die Rettung des Restaurants zu unserem gemeinsamen Projekt werden könnte.

Eine Reise von Deutschland nach Ecuador, die mich als Erwachsener zurück zu den Eltern führt und in der ich als vegetarischer Sohn versuche, die finanziellen Probleme meines grillfleischbegeisterten Vaters zu lösen. Eine skurrile Debatte über Maiskolben, Leuchttafeln und Gewinnspannen entwickelt sich, bei der bald klar wird, dass es weniger um das marode Familienunternehmen geht, als vielmehr um die Auseinandersetzung mit uns selbst – mit enttäuschten Erwartungen und Hoffnungen, dem Erwachsenwerden und der Verantwortung füreinander.“

Man muss kein Fleisch-Fan sein, um diesen Film zu lieben. Denn CESARS GRILL ist eine berührende, offenherzige Familiengeschichte, von Regisseur und Musiker Dario Aguirre teilweise mit lakonischen Gesangseinlagen kommentiert, was dem Film bei aller Ernsthaftigkeit eine heitere und unterhaltsame Note verleiht.

Quelle

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Engagiert im Job und guter Vater?! – Väter diskutieren über ihre Lebensmodelle

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. August 2013

Wann ist ein Vater ein «guter Vater»? Einigkeit besteht zumeist darin, dass Väter sich ausreichend Zeit nehmen sollen für die Familie. Doch die Statistik zeigt, dass die Anzahl an Erwerbsarbeitsstunden zunimmt, sobald Männer Väter werden. Nicht einmal einer von zehn Vätern steckt zugunsten der Familie im Beruf zeitlich zurück. Sind die meisten also «schlechte Väter»? Ist ein hohes berufliches Engagement kompatibel mit positiv gelebter Vaterschaft? Die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich will es genauer wissen und lädt zum Podiumsgespräch.

Über ihre unterschiedlichen Lebensmodelle als Väter diskutieren

  • Martin Vollenwyder (alt Stadtrat von Zürich)
  • Walter Leimgruber (Kulturwissenschaftler Universität Basel)
  • Christian Traber (Gemeinderat Zürich)
  • Stefan Kohler (Moderator Radio SRF 1) und
  • Andreas Borter (Vizepräsident männer.ch).

Moderation: Christina Caprez (Journalistin Radio SRF 2 Kultur).

Zürich, Vortragssaal Kunsthaus (Eingang vis-à-vis Kunsthausrestaurant), Heimplatz 1, 25. September, 18 Uhr, anschl. Apéro. Eintritt frei

Quelle

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Väter waren (schon immer) so

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 25. Juli 2013

Die Szene war schon 1924 ein Foto wert!

Vater wirft Kind-UK-1924-groß

Quelle: Lewis, Charlie (2013): Fatherhood in the UK. Change and Diversity. In: Shwalb, David W./Shwalb, Barbara/Lamb, Michael E. (Ed.): Fathers in cultural context. New York, NY (u.a.): Routledge. Seite 334

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Wie Kinder ihre Väter sehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Juli 2013

„Wie sehe ich meinen Vater“ ist der Titel eines Fotowettbewerbs den die Gleichstellungsbeauftragte von Rheda-Wiedenbrück Susanne Fischer Sechs- bis 14-Jährige zur Teilnahme einlädt.

Kinder und Jugendliche brauchen ihre Väter als Gegenüber, Begleiter und Ratgeber. Wie der Nachwuchs sie am liebsten sieht, wobei er sich mit den Vätern am wohlsten fühlt, ist Thema des Fotowettbewerbs.

Warum sie den Mann als Vater in den Fokus des Fotowettbewerbs rückt, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte damit, dass längst klar ist, dass sich die Rolle der Frau wandelt. Die Festlegung der Frau auf die Gebärerin, die Erzieherin der Kinder und die Hüterin des Hauses wurde gesprengt.

Diese Entwicklung hat sich auf die Männer ausgewirkt. Sie konnten und sollten schon immer das Geld für den Lebensunterhalt verdienen, Herr im Haus und damit der gestrenge Vater sein. Lange galt der Mann als unfähig zu lieben, und damit auch als unfähig, eine emotionale Bindung zu seinen Kindern aufzubauen. Das habe sich geändert, so Fischer.

Sie stellt in dem Fotowettbewerb den Teil des Mannes in den Mittelpunkt, mit dem er bisher am wenigsten Anerkennung in der Gesellschaft finden konnte und um den er immer noch ringen muss. Denn inzwischen wollten Männer ihre Vaterrolle intensiver leben. Das zeiten Untersuchungen. „Wie die Kinder ihren Vater sehen ist deshalb eine spannende Momentaufnahme in einem Rollenwandel“, meint sie.

Die drei besten Fotos werden von einer Jury ausgewählt und prämiert. Die Fotos werden ab Samstag, 28. September, im Foyer des Rathauses ausgestellt. Die Abzüge müssen bis Samstag, 7. September, bei der Gleichstellungsstelle im Rathaus eingereicht werden. Alle, die mitmachen, erhalten ein kleines Dankeschön.

Auskunft erteilt Fischer per Mail susanne.fischer@gt-net.de.

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Vater sein ist die schönste Schnittstelle zur eigenen Frau

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Juli 2013

Im Interview mit vaeter.nrw erzählt der Schauspieler und Kabarettist Fatih Çevikkollu über das Vatersein und wie es sein künstlerisches Schaffen beeinflusst.

‚… vaeter.nrw.de: Wie wird denn aus Ihren Erlebnissen und Erfahrungen Kabarett?

Fatih Çevikkollu: Das ist ein Prozess. Es gelingt beim Machen. Ein Rezept dafür habe ich nicht. Für mein Kabarettprogramm nutze ich Themen, die mich selbst besonders beschäftigen, die mir auffallen, die mich berühren. Ich verdichte dann unterschiedliche Erfahrungen und spitze die Geschichten zu. Menschen lachen über Dinge, die sie kennen. Die meisten wissen zum Beispiel, welche Strapaze es ist, ein Kind morgens für die Kita fertig zu machen und erkennen die Situation wieder, die ich beschreibe.

vaeter.nrw.de: Welche besonderen Erfahrungen als Vater haben Eingang in Ihre Programme gefunden?

Fatih Çevikkollu: Seit meine Tochter auf der Welt ist, begleitet das Thema mein Programm: Ich habe zum Beispiel von der Hausgeburt erzählt – ein wirklich einschneidendes Erlebnis. Eine Geburt ist ja eines der wenigen erfahrbaren Wunder auf unserem Planeten. Es ist atemberaubend, das mitzuerleben. In meinem zweiten Programm war es Thema, wie ich als Vater morgens jeden Schritt und jeden Handgriff meiner Tochter begleite, damit wir rechtzeitig für den Kindergarten aus dem Haus kommen. In meinem nächsten Programm wird es um das Thema Selbstständigkeit gehen und darum, wie schwer es für Eltern ist, das zuzulassen. Es geht um Vertrauen und Zutrauen.

vaeter.nrw.de: In Ihren Programmen berichten Sie auch darüber, wie Sie als Kind Ihren eigenen Vater, der sehr streng war, erlebt haben. Welche Auswirkungen haben Ihre Erlebnisse als Kind mit Ihrem Vater darauf, wie Sie selbst die Vaterrolle gestalten?

Fatih Çevikkollu: Unsere Kinder leben in einer ganz anderen Welt als wir damals. Heute kümmern sich die meisten Eltern sehr darum, dass ihre Kinder viele Anregungen bekommen oder mit pädagogisch wertvollem Spielzeug spielen. Das war zu meiner Jugendzeit noch nicht so. Ich hätte mir von meinen Eltern damals mehr Unterstützung gewünscht. Mir ist es daher wichtig, viel von meiner Tochter mitzubekommen und ihr viele Anregungen zu geben. Sie soll viele Bildungserfahrungen machen können. Dabei versuchen wir ein gutes Maß zu finden und die Freizeitaktivitäten nicht zu übertreiben. …‘

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Was vom Mann übrig bleibt – Elternzeit ist (k)ein Praktikum für Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Juli 2013

Sie wollen Karriere machen und ihre Kinder betreuen. Jeder vierte deutsche Vater nimmt heute Elternzeit. Aber ist er deshalb automatisch ein „neuer Vater“? Oder macht er nur ein zweimonatiges „Praktikum“ bei Mutti? Das untersucht „X:enius“ in Frankreich und in Deutschland.

Außerdem geht es um das Verhältnis des Mannes zur Schönheit. Während der deutsche Mann bislang als „weibisch“ galt, wenn er sich für Mode interessierte, ist der französische Mann traditionell elegant gekleidet. In Zeiten der Globalisierung ändert sich auch das. Es gibt viele Möglichkeiten, heute ein Mann zu sein, doch die jahrhundertealten Rollenmuster sitzen tief.

Um herauszufinden, wie viel länderübergreifend von dem Konstrukt „Mann“ noch übriggeblieben ist, lernen die „X:enius“-Moderatorinnen Dörthe Eickelberg und Emilie Langlade, wie Männer zu denken. Dabei hilft ihnen Tania Witte, die ihnen in einem Workshop zeigt, wie viel Macht Männer allein durch ihr Auftreten haben.

Die Erstausstrahlungstermin war am Freitag, den 5. Juli 2013 auf Arte. In der Mediathek können Sie den Film noch sehen.

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Was perfekte Väter drauf haben sollen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juli 2013

… erklären Andrea Micus und der Kinderpsychologe Uwe Bohlmann in ihrem Buch „Starke Väter – starke Kinder„. Für das Autorenduo vereint der „perfekte Vater“ diese sieben Eigenschaften:

  • Er hat reichlich Zeit für die Kinder: Der ideale Vater hat jeden Tag zwei bis drei Stunden Zeit für seine Kinder, am Wochenende sogar vier bis fünf Stunden täglich. In dieser Zeit klammert er Job und Freunde komplett aus, um sich völlig auf die Kinder einzustellen.
  • Er spielt: Der ideale Vater spielt viel mit seinen Kindern und liebt es, mit ihnen herumzualbern und zu toben. Dabei weiß er auch, welche Sportart die Motorik der Kinder unterstützt.
  • Er hilft bei den Schularbeiten: Der ideale Vater beaufsichtigt regelmäßig die Hausaufgaben, begleitet seine Kinder durch die Bearbeitung des Schulstoffs und kennt die Lehrer seiner Kinder.
  • Er fördert: Der ideale Vater weiß, auf welchen Gebieten seine Kinder stark und förderungswürdig sind. Er unterstützt ihre Interessen und stärkt ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
  • Er erzieht: Der ideale Vater achtet auf eine konsequente Umsetzung festgelegter Regeln. Dabei ist er ein liebevoller Begleiter der Kinder und lasse dort Freiräume, wo sie den Kindern in ihrer Entwicklung nutzen.
  • Er baut Emotionalität auf: Der ideale Vater zeigt seinen Kindern gegenüber seine Gefühle und begegnet ihnen mit Zuneigung, Offenheit und Verständnis. Gewaltsame Erziehungsmethoden sind für ihn ausgeschlossen.
  • Er übernimmt finanzielle Verantwortung: Der ideale Vater sorgt für die finanzielle Sicherheit seines Nachwuchses.

Leicht gesagt, aber unmöglich umzusetzen! Oder, um es mit Micus und Bohlmann zu sagen: „Den perfekten Vater gibt es nicht.“

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… ich leite ein kleines Familienunternehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Juni 2013

Frauen sind mit der Situation vertraut: Wenn sie nach der Babypause in einer Teilzeitstelle zur Arbeit zurückkehren, kommen sie vielerorts für eine Beförderung oder Führungsaufgabe nicht mehr infrage. Diese Erfahrung machen nun auch immer mehr Männer, denn der Anteil der Väter, die zu Hause Erziehungsaufgaben übernehmen und deshalb Teilzeit arbeiten, steigt. Rund 330 000 Männer sind es, die in der Schweiz aktuell im Teilpensum arbeiten.

Nun fordern Personalverantwortliche und Politiker, man müsse Kindererziehung als Führungsqualifikation für den Job anerkennen. Für Matthias Mölleney, Präsident der Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement, haben Frauen und Männer, die zu Hause Kinder betreuen, Führungserfahrung in den Bereichen Planung, Ressourcenzuteilung und Troubleshooting. Mölleney rät Teilzeitarbeitern, ihren Anteil an der Familienarbeit im Lebenslauf zu erwähnen und so zu signalisieren, dass das Thema im Bewerbungsinterview zur Sprache kommen soll. Auch FDP-Präsident Philipp Müller hebt hervor: „Den Haushalt schmeissen und die Kinder betreuen sind in etwa das Gleiche wie das Führen eines Kleinbetriebes.“

Die plötzliche Anerkennung der Arbeit, die Väter und Mütter zu Hause leisten, freut auch Politikerinnen. „Ich muss zugeben: Es macht mich schon nachdenklich zu hören, dass diese Wertschätzung offenbar bis jetzt nicht da war. Doch ist es sehr gut, wenn jetzt Frauen und Männer gemeinsam die bessere Vereinbarkeit und Gleichstellung fordern“, sagt Carmen Walker Späh, Präsidentin der FDP Frauen Schweiz und Zürcher Kantonsrätin.

Heute sei es für Männer und Frauen nicht Karriere fördernd, Kinder betreut zu haben. Genau so wenig, wie Freiwilligenarbeit in der Regel bei Arbeitgebern Anerkennung findet. «Wertschätzung für diese Arbeiten kann man weder befehlen, noch regulatorisch erreichen. Das muss in den Köpfen der Vorgesetzten und auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer passieren», sagt Walker Späh. Sie findet, Väter und Mütter sollten den Mut haben, im Lebenslauf auf ihr familiäres Engagement hinzuweisen – statt dieses zu verstecken oder herunterzuspielen, wie es heute oft gemacht wird.

Auch SP-Präsidentin und Nationalrätin Yvonne Feri ist der Meinung, dass Familienzeit nicht zum Karriereknick führen muss. „Managementfähigkeiten kann man sich unbedingt und ohne Not im Familienleben aneignen“, sagt die zweifache Mutter, die ihre Kinder alleine aufgezogen hat.

Sie hebtt hervor, dass die Forderung einer größeren Wertschätzung von Familienarbeit nicht neu ist. „Wenn nur die Frauen aufschreien, braucht es viel länger, bis ein Thema in der Gesellschaft zur Kenntnis genommen wird. Jetzt kommen die Männer, dann wird es wahrgenommen“, sagt sie. Sie stört sich allerdings nicht daran, denn: „Dass Männer je länger je mehr diese Forderungen teilen, hilft Frauen in Fragen der Gleichstellung sehr viel.“

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Entsorgte Väter, besorgte Mütter – Wieviel Papa braucht das Kind?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. Juni 2013

Seit dem 19. Mai ist das neue Gesetz zur elterlichen Sorge in Kraft. Höchste Zeit, sagen die einen. Denn es stärkt die unverheirateten Väter und erleichtert ihnen den Umgang mit ihren Kindern. Nicht richtig durchdacht, kritisieren die anderen. Denn es reguliere zu allgemein, lasse zu wenig Spielraum für die Einzelfallprüfung und berücksichtige das Kindeswohl nicht ausreichend. Außer Frage steht allerdings, dass eine Neufassung notwendig war.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Rolle der Väter von Grund auf gewandelt. Die klassische bürgerliche Familie ist passé. Patchworkfamilien gehören zum Alltag – mit Konstellationen, die von allen Beteiligten Flexibilität und guten Willen verlangen.

Kein Wunder, dass es immer wieder zu Konflikten kommt. Einerseits gibt es die „neuen“ Väter, die sich mit Leidenschaft für ihre Kinder engagieren. Aber wie wird ihr Lebensmodell in der Berufswelt akzeptiert? Andererseits sind immer mehr alleinerziehende Mütter auf sich selbst gestellt. Der Vater ist dann allenfalls als Besuchspapi präsent. Sind wir tatsächlich, wie manche Psychologen meinen, auf dem Weg in eine „vaterlose“ Gesellschaft? Welche Rolle spielen die Männer für die Sozialisation ihrer Kinder? Und wie wichtig ist es, ob der biologische Vater anwesend ist?

Darüber diskutiert Holger Noltze am Sonntag, den 23. Juni beim westArt Talk im WDR Foyer mit seinen Gästen:

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