Rund 1,9 Millionen Frauen und Männer in Deutschland haben im
Jahr 2020 Elterngeld erhalten. Das waren rund 4.000 oder 0,2 % weniger als im
Jahr 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich
die Zahl der Männer mit Elterngeldbezug im Vorjahrsvergleich um 6.500 erhöht
(+1,4 %), dagegen ging die Zahl der leistungsbeziehenden Frauen um
10 500 (-0,7 %) zurück. Dadurch stieg der Väteranteil auf 24,8 %
(2019: 24,4 %). Damit hat sich der kontinuierliche Anstieg des
Väteranteils auch 2020 fortgesetzt. Im Jahr 2015 hatte er noch bei 20,9 %
gelegen.
Der Väteranteil gibt den Anteil der männlichen Bezieher an
allen Elterngeldbezügen an. Er würde also genau 50 % betragen, wenn bei allen
Kindern sowohl der Vater als auch die Mutter gleichermaßen Elterngeld beziehen
würde.
Erhebliche regionale Unterschiede bei den
Väteranteilen
Spitzenreiter im Bundesländervergleich mit einem Väteranteil
von 30,0 % im Jahr 2020 war Sachsen, gefolgt von Bayern und Berlin mit je
27,2 %. Am niedrigsten lagen die Väteranteile 2020 im Saarland
(19,1 %) sowie in Bremen (20,7 %).
34,7 % der berechtigten Frauen und 14,2 % der
Männer wählten Elterngeld Plus
552.000 Bezieherinnen und Bezieher von Elterngeld planten im
Jahr 2020 die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus, und zwar 34,7 % der
Mütter und 14,2 % der Väter. Seit seiner Einführung wird das Elterngeld
Plus immer stärker nachgefragt. Zwar fällt das Elterngeld Plus in der Regel monatlich
niedriger aus als das sogenannte Basiselterngeld, wird dafür aber länger
gezahlt (bis zu 36 Bezugsmonate für beide Elternteile zusammen im Vergleich zu
14 Monaten beim Basiselterngeld). Der prozentuale Anteil der Empfängerinnen und
Empfänger von Elterngeld, die bei ihrem Elterngeldbezug zumindest anteilig auch
Elterngeld Plus einplanten, betrug im Jahr 2020 insgesamt 29,6 %. Das
waren 1,8 Prozentpunkte mehr als noch 2019.
Keine Änderung bei den von Vätern geplanten
Bezugsdauern
Die durchschnittliche Dauer des geplanten Elterngeldbezugs
lag bei den Frauen im Jahr 2020 bei 14,5 Monaten (2019: 14,3 Monate). Die von
Männern angestrebte Bezugsdauer war mit durchschnittlich 3,7 Monaten dagegen
deutlich kürzer. Damit blieben die geplanten Bezugsdauern der Väter in
den vergangenen Jahren praktisch konstant (2017 und 2019: ebenfalls 3,7 Monate;
2018: 3,8 Monate).
Herr Nelles, Frauen- und Kinderverbände wurden aus der
gesellschaftlichen Defensive gegründet. Gegen wen will sich das
Bundesforum Männer behaupten?
Wir wenden uns gegen Ignoranz gegenüber den Anliegen von Männern,
Jungen und Vätern. Aber wir haben uns nicht aus der Defensive heraus
zusammengeschlossen. Ich habe damals in den neunziger Jahren bei meinem
damaligen Arbeitgeber mit einem Projekt zur beruflichen Qualifizierung
während des Erziehungsurlaubs begonnen. Wir haben ausdrücklich auch
Väter angesprochen. Das Thema Erziehungsurlaub musste aus der Frauenecke
heraus. Die Zahl der Väter, die Erziehungsurlaub nahmen, war zwar sehr
gering. Aber es gab auch damals schon den Wunsch nach einer anderen
Aufteilung von Berufs- und Familienarbeit. Daran haben wir gearbeitet
und uns zusammengetan, um Kommunikationslinien in die Politik und in die
Verbände hinein aufbauen. Den Anfang machte das „Väterexpertennetz“.
Bald kamen auch Themen für Nichtväter dazu. Ein wichtiger Partner war
die evangelische Kirche, die schon lange eine sehr elaborierte
Männerarbeit geleistet hat. 2008 sind wir mit dem
Bundesfamilienministerium in Gespräch gekommen. Dort zeigte man sich
sehr aufgeschlossen, denn einen zentralen Ansprechpartner für die
Belange von Männern gab es nicht. 2010 haben wir mit zunächst zwei
Dutzend Verbänden das Bundesforum Männer gegründet – nicht gegen
irgendjemanden, sondern um Themen von Jungen, Männern und Vätern
gebündelt nach vorne zu bringen.
Personell grenzen Sie sich von Frauenverbänden ab, inhaltlich von
Männerbündnissen mit traditionellen Rollenbildern. Was genau ist Ihr
Markenkern?
Zentral für uns sind Geschlechtergerechtigkeit und Dialog. Es geht
uns um Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen. Wir treten in den
Dialog mit denjenigen, die zuständig sind für Gesetzgebung und für
Arbeitsbedingungen. Mit der IG Metall haben wir uns zum Beispiel darüber
auseinandergesetzt, wie sich Arbeitszeiten so gestalten lassen, dass
sie aktive Vaterschaft ermöglichen. Einige unserer Mitgliedsvereine
legen ihren Schwerpunkt auf Gewaltprävention oder Gesundheitsvorsorge.
Die Lebens- und Arbeitsweise von Männern führt dazu, dass sie eine
niedrigere Lebenserwartung haben. Zu vernünftigen Ergebnissen in der
Gleichstellungspolitik kommen wir nur, wenn wir das ganze Leben von
Männern betrachten.
Gehören dem Bundesforum Männer auch Vereine und Organisationen mit traditionellen Männerthemen an?
Wir sind im Gespräch zum Beispiel mit dem Nationalen Olympischen
Komitee und anderen Vereinen. Aber Bedingung für eine Mitgliedschaft bei
uns ist, dass die Interessen von Männern in der eigenen Organisation
thematisiert werden. Es gibt zwar viele große Vereine, in denen
massenhaft Männer organisiert sind, die spezifische Perspektive von
Jungen, Männern und Vätern wird dort aber oft noch nicht adressiert.
Doch es gibt Bewegung. Väter im Fußball, zum Beispiel, ist durchaus ein
Thema.
Klassiker traditioneller Männerarbeit sind Holzhacken oder Reparaturen rund ums Haus. Was ist Ihr Verständnis von Männerarbeit?
Wir arbeiten daran, Geschlechterklischees zu überwinden. Viele Männer
wollen beim Kindergartenfest nicht nur am Grill stehen. Sie möchten
auch fürsorglich sein und als Erziehungspartner akzeptiert werden. Die
gesetzlichen Rahmenbedingungen, etwa das Ehegattensplitting, wirken
jedoch einer partnerschaftlichen Aufteilung der Erwerbs- und
Familienarbeit entgegen. Derartige Fehlanreize führen dazu, dass Männer,
gerade wenn sie Väter geworden sind, nicht das Leben führen können, das
sie eigentlich gerne leben würden.
Die meisten Ihrer Mitgliedsorganisationen kommen aus den Bereichen
Bildung, Gesundheit, Kirche, Arbeit und Soziales. Sind auch Unternehmen
eingebunden?
Mit der „Väter gGmbH“ haben wir ein Mitglied, das sehr aktiv und
erfolgreich Netzwerkarbeit für Väter in Unternehmen betreibt. Die Väter
gGmbh berät bundesweit Unternehmen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und
Familie aus Vätersicht. In verschiedenen Branchen wurden Väternetzwerke
aufgebaut, im Bankenwesen ebenso wie in Mobilfunkunternehmen, in der
Pharmaindustrie und im Handel. Ich würde allerdings vehement der These
widersprechen, dass kleine Betriebe sich mit der Väterarbeit schwerer
tun als Großkonzerne. Aus eigener Erfahrung in Unternehmen verschiedener
Größe kann ich berichten, dass es immer darauf ankommt, die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich zu leben und vorzuleben.
Wenn ein Handwerksmeister ein halbes Jahr in Elternzeit geht und
tatsächlich „nur“ 30 Wochenstunden im Betrieb ist, wird sich etwas
verändern.
Sie haben viele Aktive aus dem kirchlichen Bereich. Wie sieht es aus
mit Organisationen anderer Religionsgemeinschaften. Gibt es unter Ihrem
Dach islamische Verbände?
Aktuell liegt uns ein Mitgliedsantrag des Sozialdienstes muslimischer Frauen (SmF) vor . . .
Eines Frauenverbandes?
Ja, der Sozialdienst betreibt auch eine sehr engagierte Väterarbeit.
Einen Sozialdienst muslimischer Männer gibt es bislang nicht. Die
Aufnahme des SmF wäre in der Tat ein Präzedenzfall. Aber in unseren
Mitgliedsverbänden sind nicht ausschließlich Männer tätig. Einige
schicken auch weibliche Delegierte zu unseren Mitgliedsversammlungen.
Ihr Verband empfiehlt sich der Politik aber als Ansprechpartner für
die Anliegen von Männern. Was unterscheidet männer- von
frauenpolitischen Themen?
Die unterschiedliche Perspektive. Im Koalitionsvertrag ist zum
Beispiel vereinbart, dass das Umgangs- und Sorgerecht neu geregelt wird.
Unsere Erwartung war, dass die Interessen von Vätern künftig früher
berücksichtigt werden und unverheiratete Väter nach der
Vaterschaftsanerkennung automatisch sorgeberechtigt sein werden. Danach
sieht es aber nun leider nicht aus. Dabei hatte eine Arbeitsgruppe von
Familienrechtlern diesen Reformschritt empfohlen und überzeugend
dargelegt, dass Kinder von Geburt an Anspruch auf zwei sorgeberechtigte
Eltern haben.
Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf, wenn es um die Rechte und Interessen von Jungen, Männern und Vätern geht?
Das Feld vor und rund um die Geburt von Kindern muss insgesamt
stärker ins Blickfeld rücken. Denn bereits bei der Geburtsvorbereitung
werden die Weichen gestellt für alles weitere, was man später versucht,
durch Gleichstellungspolitik zu reparieren. Deshalb ist es so wichtig,
Vätern zu diesem frühen Zeitpunkt Angebote zu machen. Noch viel mehr
passieren müsste beim Gewaltschutz. Auch Männer werden Opfer häuslicher
Gewalt. Zumindest im Hellfeld nicht so häufig wie Frauen, aber der
Anteil liegt immerhin bei rund 20 Prozent. Für Männer gibt es jedoch
kaum Schutzräume. Einige Gewaltschutzwohnungen wurden mittlerweile im
Rahmen von Modellprojekten in Bayern und in Nordrhein-Westfalen
eingerichtet. In Sachsen gibt es ebenfalls eine Einrichtung. Aber
insgesamt sind es viel zu wenige. Wir bräuchten auch deutlich mehr
Beratungsstellen für Männer, die häusliche Gewalt erleben. Auf einer
Internetseite haben wir bislang rund 280 Angebote gebündelt, damit
Männer möglichst frühzeitig Hilfe suchen und Krisen überwunden werden
können, ohne dass es zur Trennung kommt.
Ihr Verband arbeitet ja auch mit Frauenorganisationen zusammen. Bei
welchen Themen funktioniert die Kooperation gut und wo gibt es
Differenzen?
Wir haben von Anfang an mit dem Deutschen Frauenrat
zusammengearbeitet. In den allermeisten Fällen klappt das sehr gut. Aber
manchmal haben wir unterschiedliche Perspektiven, etwa im Bereich
Pflege. Mit der Ausgangsthese, Männer würden sich hier nicht engagieren,
erreicht man nichts. Gerade ältere Männer übernehmen häufig
Pflegeverantwortung für ihre Frauen oder Partnerinnen, fast ebenso
häufig wie ältere Frauen. Wenn man erreichen möchte, dass Männer sich
insgesamt mehr in der Pflege engagieren, auch beruflich, sollte man auch
anerkennen, wo sie bereits als Pflegende aktiv sind.
Die Corona-Pandemie gilt als Rückschlag für die
Gleichstellungspolitik. Frauen und Mütter gelten als die Verliererinnen.
Stimmen Sie zu?
Nein, das sehe ich nicht so. Die Corona-Krise wirkt wie ein
Brennglas, das heißt man sieht in besonderer Schärfe, was vorher schon
war. So hat sich in der Pandemie besonders bemerkbar gemacht, dass
überwiegend die Männer Vollzeit arbeiten und die Frauen sehr häufig in
Teilzeit tätig sind, wenn sie Familie haben. Wie sich dieses Modell in
der Corona-Krise auf die Familie ausgewirkt hat, war zum Teil sehr stark
branchenabhängig. Arbeitet der Mann in einem Unternehmen, das
Kurzarbeit anmeldete, blieb er zu Hause. Eine Partnerin, die im
Pflegebereich tätig ist, war beruflich voll eingespannt. Aber nach einer
Umfrage, die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hatte,
ist die Aufteilung bei der Kinderbetreuung in knapp 60 Prozent der
Familien so gut wie gleich geblieben. In rund 20 Prozent der befragten
Familien ging es partnerschaftlicher zu und in weiteren rund 20 Prozent
wurde die Aufteilung ungleicher. Einen großen Trend zur
Retraditionalisierung sehe ich hier nicht. Im Gegenteil: Das familiäre
Engagement der Väter hat in der Corona-Krise stärker zugenommen als in
früheren Jahren, auch wenn Frauen sich insgesamt noch mehr engagieren.
Ihr Verband blickte im November 2020 auf sein zehnjähriges Jubiläum zurück. Was gab es zu feiern?
Unser Verband und unser Einfluss sind deutlich gewachsen. Nicht nur
in Berlin, auch in vielen Bundesländern werden unsere Themen
aufgegriffen. Aber es gibt weiterhin viel zu tun. Die traditionelle
Überzeugung, dass Kinder und Mütter mehr zusammengehören und Väter
zweitrangig sind, ist immer noch da. Vor allem bei den Themen Trennung,
Sorge und Unterhalt sind wir noch lange nicht am Ziel.
Treffen Sie sich mit Ihrem Sohn manchmal zu einem klassischen Männerabend?
Dazu haben wir leider zu selten Gelegenheit gehabt. Seit dem Abitur
vor 13 Jahren ist mein Sohn in der Weltgeschichte unterwegs. Mal
gemeinsam vor dem Fernseher abzuhängen und Bier zu trinken, das wird, in
Zeiten von Corona, in diesem Jahr aber klappen.
In dieser Studie, deren Ergebnisse sicher auch auf Deutschland und Österreich übertragen werden können, wird (auch) der volkswirtschaftliche Nutzen der Arbeit mit Vätern und Beratungs- und Bildungsangebote für sie dargelegt
Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind entscheidend für dessen
weitere Entwicklung. Dasselbe gilt für die Rahmenbedingungen, die diesen
Lebensabschnitt begleiten sollten. Sie sind unerlässlich, um
Chancengerechtigkeit für jedes Kind zu gewährleisten und es in die Lage zu
versetzen, sein Potenzial zu entfalten. Wenn jedes Kind schon vor dem
Schuleintritt in seiner Entwicklung unterstützt wird, unabhängig von seiner familiären
Situation und seinem Hintergrund, dann sind die langfristigen Vorteile gegeben:
für das Kind in Bezug auf Bildung und berufliche Entwicklung, für die Eltern in
Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und das Lohneinkommen und schließlich
auch für den Staat selbst.
Das vorliegende White Paper der Jacobs Foundation ist ein Novum:
Zum ersten Mal wird für die Schweiz aufgezeigt, dass ein Ausbau der
Betreuungsangebote im Frühbereich auch positive Auswirkungen auf die Schweizer
Volkswirtschaft hat. Die Jacobs Foundation hat die diesem White Paper
zugrundeliegende Studie von BAK-Economics und die darin durchgeführten
Simulationen von verschiedenen namhaften Ökonomen und Politikern und
Politikerinnen begleiten lassen, um einen qualitativ hochwertigen Prozess
sicherzustellen.
Diese Studie ist das finale Projekt der Forschungsagenda der Jacobs Foundation, ein wesentliches Element ihrer Strategie 2016––2020 zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Bereich der frühen Kindheit in der Schweiz. Eine Strategie, die sowohl auf die Politik als auch auf die Wirtschaft abzielt, damit in unserem Land eine echte Politik der frühen Kindheit entwickelt werden kann.
In einer gemeinsame Pressemitteilung des FrauenRat NRW, der Landesarbeitsgemeinschaft Familienverbände NRW, des Fachforums Familienselbsthilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW und der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW, wird eine nachhaltige Unterstützung von Familien eingefordert:
„In der Ausnahmesituation der Pandemie muss den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Familien Rechnung getragen werden. Während der Corona-Krise verschärfen sich längst bekannte strukturelle Probleme.
„Wir wollen gestärkt aus der Krise hervorgehen, daher müssen
wir uns jetzt um grundsätzliche Lösungen bemühen“, sagt Hans-Georg Nelles,
Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW.
Mütter und Väter müssen in der aktuellen Situation
gleichzeitig Erwerbsarbeit, Erziehung, Betreuung, Beschulung und Pflege
stemmen. Sie sind am Rande ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Bestehende
strukturelle Diskriminierungen in Bezug auf Sexismus, soziale Lage,
Heteronormativität und Rassismus u.a. werden in dieser Situation noch
verschärft. Alleinerziehende können sich diese Belastungen mit niemandem
teilen.
Der komplette Ausfall der gesellschaftlichen Infrastruktur
muss durch die Familien im Privaten aufgefangen werden. Auch Homeoffice wird
für Eltern leicht zu einer Falle. Familien- und Berufsarbeit können nicht
gleichzeitig ausgeführt werden. Es sind eigenständige Tätigkeiten, mit jeweils
eigenem Zeitbedarf.
Eine alleinige verbale Würdigung dieser Leistungen von
Familien reicht bei weitem nicht aus. Auch die finanziellen Auswirkungen und
die Unsicherheit der zukünftigen Entwicklung führen zu Ängsten, zu
Existenznöten und zu noch mehr Kinderarmut. Familien, deren Mitglieder in
verschiedenen Ländern leben, wurden durch die strikten Grenzschließungen
zerrissen.
Fast immer sind es die Mütter, die bis zur Erschöpfung
arbeiten, um den Anforderungen in Beruf und Familie zu genügen. Dort, wo keine
partnerschaftliche Aufteilung zwischen Berufs- und Familienarbeit gelebt wird,
droht eine Überlastung der Mütter. Equal-Pay und Equal-Care werden zwar seit
Langem diskutiert, werden aber nicht ausreichend umgesetzt.
„Wir müssen verhindern, dass Mütter und Väter in das
traditionelle Rollenbild zurückgedrängt werden, das wir schon längst überwunden
geglaubt haben“, sagt Dr. Patricia Aden. „Im Gegenteil, wir müssen die
strukturellen Hindernisse beseitigen, die gleichberechtigten Lebensmodellen
entgegenstehen“, so die Vorsitzende des FrauenRat NRW.
„In der öffentlichen Diskussion der letzten Wochen kamen
Kinder mit ihren Rechten und besonderen Bedürfnissen nicht vor“, sagt Sabine
Nagl vom Kinderschutzbund LV NRW e.V.. „Die Schließung von Schulen, Kitas und
sogar von Spielplätzen sowie das Kontaktverbot beeinträchtigen die Kinder in
ihrer geistigen und sozialen Entwicklung“ so die Familienfachberaterin. Kinder
haben auch in Zeiten von Corona ein Recht auf Bildung. Die Schließung von
Bildungs- und Freizeiteinrichtungen diskriminiert vor allem Kinder aus
wirtschaftlich benachteiligten Familien sowie Kinder mit besonderem Förder- und
Pflegebedarf.
Finanzielle Entlastung wie ein einmaliger Kinderbonus und
eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer sind zwar besser als eine rein
verbale Würdigung der Leistungen der Familien, aber sie genügen bei weitem
nicht, um die coronabedingten Ängste, Existenznöte und die wachsenden
Kinderarmut langfristig abzumildern.
„Familien sind systemrelevant. Sie sind das Rückgrat einer stabilen Gesellschaft. Wir, der FrauenRat NRW und die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände NRW, stärken dieses Rückgrat, machen es krisentauglich und fordern eine breite öffentliche Debatte über Familie und gute Rahmenbedingungen.“ sagt André Hartjes, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände NRW.“
Aus Anlass des heutigen Schweizer Vätertages begründet Syna-Präsident
Arno Kerst warum die Schweiz einen Vaterschaftsurlaub benötigt.
Am 27. September 2020 stimmen wir darüber ab, ob es in der
Schweiz endlich auch einen Vaterschaftsurlaub geben wird, der seinen Namen
verdient und für alle Väter gilt. Die Abstimmung wird kein Selbstläufer, auch
wenn das Anliegen eine Selbstverständlichkeit ist.
Fast 85% der Bevölkerung ist für einen Vaterschaftsurlaub, so das Ergebnis
einer repräsentativen Umfrage im Auftrag unsere Dachverbandes Travail.Suisse
vom letzten September. Doch seit diesem Frühling scheint die Welt eine andere
zu sein. Das Coronavirus und der Lockdown haben das private und berufliche
Leben auf den Kopf gestellt: Liebgewonnenes ist von einem Tag auf den anderen
Tag nicht mehr möglich, Selbstverständliches gilt auf einmal nicht mehr, die
Zukunft ist ungewiss wie schon lange nicht mehr. Wann habe ich eine annähernd
vergleichbare Situation das letzte Mal erlebt?
Zeit für die junge Familie
Es war vor 27 Jahren: Als ich Vater wurde. Ja, auch die
Geburt eines Kindes ist für die betroffene Familie eine Ausnahmesituation! Wenn
der Nachwuchs kommt, heisst es sich von bisherigen Gewohnheiten zu
verabschieden und Neues und Unsicheres zu begrüssen. Auf einmal zählt die
Familie ein Mitglied mehr, das zudem ganz viel Aufmerksamkeit braucht und
bekommt. Die Partnerin ist ganz als Mutter gefragt und die praktische
Unterstützung des Vaters ist gefordert.
Was der junge Vater und mit ihm seine Familie in dieser
Situation brauchen, ist Zeit, bezahlte Zeit. Zeit in der der Arbeitnehmende
Vater sein, oder besser Vater werden kann! Denn gerade die erste Phase nach der
Geburt ist prägend für das ganze weitere Familienleben.
Flagge zeigen Nach der Coronakrise werde die Welt eine andere sein, hört man viel in diesen Tagen. Wie sie sein wird, hängt davon ab, wie wir sie gestalten, welche Entscheidungen wir treffen. Am 27. September haben wir die Chance, eine für die Familien und Väter in der Schweiz wichtige Weichenstellung vorzunehmen: hin zu zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Denn dieser ist notwendig, zeitgemäss und bezahlbar.
Viele Väter sind es gewöhnt, acht bis zehn Stunden täglich
im Büro zu verbringen, sagt Volker Baisch von der Väter gGmbH. Denn in 77
Prozent der Familien sind sie nach wie vor der Hauptverdiener und damit der
Ernährer der Familie. Im Homeoffice sind sie nun häufig damit konfrontiert, dass
Kinderbetreuung und Home-Schooling eben nicht nebenbei funktioniert. So wie
Stefan Nachbar aus Freiburg, der seine drei Kinder gerade zu Hause betreut.
Weil seine Frau beruflich viel außer Haus ist, wird der Familienvater nun mehr
und mehr zum ersten Ansprechpartner für seine Kinder.
Viele Väter sehen nun auch, dass sich die so genannte
Care-Arbeit, die viele Frauen tagtäglich neben der Berufstätigkeit leisten,
kraft- und zeitraubend ist und fühlen sich überfordert. Tatsächlich sagten 42
Prozent der befragten Väter in zwei Forsa-Umfragen in den Monaten April und
Mai, dass sie wegen der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder unter Druck stehen
würden. Im November 2019 war nur ein Drittel der Väter von den Kindern
gestresst. Und nicht nur die Arbeit und die Familie leidet: Auch die
Paarbeziehung zwischen Eltern ist in der Corona-Krise echten Belastungsproben
ausgesetzt.
Die guten Seiten der Krise
Viele Väter blicken aber auch positiv auf die vergangenen
Wochen zurück. Mehr Zeit zu Hause hat für sie eben auch bedeutet, mehr
mitzubekommen von der Entwicklung der Kinder. Welches Spiel ist gerade
angesagt? Welches Buch steht gerade hoch im Kurs und wie heißen die liebsten
Serienhelden? All diese Fragen können viele Papas jetzt im Schlaf beantworten.
Das stärkt die Beziehung zum Kind und damit auch den Wunsch, künftig mehr Zeit
miteinander zu verbringen.
Jeder zweite Vater würde gerne weniger arbeiten
Das klassische Wochenend-Papa-Modell sei gerade bei vielen
jungen Vätern nicht mehr gewünscht, sagt Baisch. Viele wollten sich zu Hause
stärker einbringen und mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Hier hätte die
Corona-Krise auch positive Seiten, denn viele Väter hätten es auch genossen,
mehr Zeit zu Hause mit den Kindern zu verbringen. Und jeder zweite Vater wolle
gerne weniger arbeiten, um sich mehr um die Erziehung kümmern zu können. Das
geht auch mit den Wünschen vieler Mütter einher, die sich in der Teilzeit-Falle
gefangen sehen und häufig das Gefühl haben, in ihren wenigen Stunden
extra-effizient arbeiten zu müssen.
Erklärung der LAG Väterarbeit in NRW zum Vatertag am 21. Mai
2020
In dem Maße, wie sich die Situation in den Krankenhäusern
angesichts der sinkenden Zahl der an Covid-19 Erkrankten entspannt, werden die gesellschaftlichen
Konsequenzen der ergriffenen Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung von
Corona sichtbar. Während für Unternehmen und Arbeitsplätze verschiedene
Schutzschirme geöffnet worden sind, warten Väter und Mütter, Kinder und
Jugendliche noch immer auf Unterstützung und klare Perspektiven für die
nächsten Wochen und Monate.
Jede Krise wirkt wie ein Brennglas für bestehende Probleme. So ist es auch mit Corona: Es wird deutlich, dass wir von dem Wunsch der meisten jungen Väter und Mütter, sich Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufzuteilen, noch weit entfernt sind. 2018 arbeiteten in den alten Bundesländern 18% der Mütter mit Kindern unter sechs Jahren in Vollzeit, 58% in Teilzeit und 24% waren voll und ganz für ihre Kinder da. Demgegenüber arbeiteten über 90% der Väter in Vollzeit. Die jetzt von vielen befürchtete ‚Retraditionalisierung‘ fällt auf einen ‚fruchtbaren Boden‘.
Aber auch wenn Frauen zuhause einen großen Teil der Care-Arbeiten übernehmen, Kinder betreuen und beschulen, engagieren sich Väter seit dem Lockdown und der Schließung der Schulen und Kindertagesstätten verstärkt in Familie und mit ihren Kindern. Dazu erklärt Hans-Georg Nelles, Vorsitzender der LAG: „Väter, die in Kurzarbeit sind und deren Frauen in den sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, im Einzelhandel, in der Pflege oder im Krankenhaus, übernehmen selbstverständlich Beschulung und Betreuung ihrer Kinder sowie die Aufgaben im Haushalt. Dass dies die vollzeitbeschäftigten Väter – sei es im Homeoffice oder an der Werkbank – nicht im gleichen Maße machen können, liegt auf der Hand. Doch auch diese Väter engagieren sich bis zur Belastungsgrenze und häufig darüber hinaus in und für ihre Familien.“
Damit dies gelingen kann, brauchen die Väter Unterstützung und Beratung, vor allem aber Austauschmöglichkeiten mit anderen Vätern. Ein Mitglied der LAG, der Verein ‚Väter in Köln e.V.‘ hat schon vor Corona eine WhatsApp Gruppe eingerichtet, in der sich Väter austauschen und gegenseitig unterstützen. In Zeiten geschlossener Familienbildungs- und Beratungseinrichtungen kommt diesen digitalen Möglichkeiten eine steigende Bedeutung zu.
Vor allem aber gilt es, Väter in ihren unterschiedlichen
Lebenslagen in den Blick zu nehmen und sichtbar zu machen. Den getrenntlebenden
Vater, der sein Kind im Wechselmodell betreut und dazu jede zweite Woche
täglich 16 Stunden arbeitet um in der anderen für seine Tochter da sein zu
können. Die Väter, die in beengten Wohnverhältnissen, Homeoffice und -schooling
am Küchentisch erledigen sollen. Und auch die Väter, die sich an ihren
Arbeitsplätzen Sorgen um ihre Gesundheit machen und sich nach 10 Stunden
Erwerbsarbeit zuhause ihren Kindern widmen.
Das bedeutet für alle Väter einen ungeheuren Zeit- und Kraftaufwand und die LAG Väterarbeit fordert Politik und Arbeitgebende dazu auf, Väter und ihre Familien dabei nicht im Stich zu lassen. „Eine deutliche Entlastung würde es bringen, wenn Väter (und Mütter) zum Beispiel im Rahmen einer Familienarbeitszeit ihre Erwerbsarbeitszeiten auf 32 Stunden pro Woche reduzieren könnten und die Verdienstdifferenzen durch ein entsprechendes ‚Kurzarbeitergeld‘ ausgeglichen würden,“ erklärt Nelles. Und „wenn Arbeitgebende Beschäftigte ins Homeoffice schicken, dürfen sie nicht erwarten, dass die Arbeiten in den üblichen Arbeitszeiten erledigt werden. Väter benötigen Freiräume für ihr familiäres Engagement.“ Vor allem aber brauchen sie Perspektiven für die Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen.
Den Vatertag am kommenden Donnerstag werden die LAG und ihre Mitgliedsverbände nutzen, um auf das vielfältige Engagement von Vätern hinzuweisen und Väter gemeinsam mit ihren Kindern sichtbar zu machen. Dies geschieht in den sozialen Medien unter #CoronaVäter und an den Orten, wo sich Väter mit ihren Kindern aufhalten: Auf Spielplätzen, in der freien Natur und an allen anderen Plätzen.
Die LAG Väterarbeit ist vor vier Jahren angetreten, Vätern Wege in die Familie zu ebnen und ihnen eine gute Beziehung zu ihren Kindern zu ermöglichen. Vatersein ist eine Bereicherung im Leben und die 25 in der LAG vertretenen Organisationen und Vereine setzen sich dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen. Durch ihr Handeln unterstützen sie Väter, unabhängig von ihren ethnisch-kulturellen Zugehörigkeiten, von Hautfarbe, Alter, sexueller Orientierung, sozialer Lage und/oder körperlicher bzw. geistiger Beeinträchtigung/Fähigkeit in ihren jeweiligen Entwicklungen von Identitäten und Lebensentwürfen.
während der Corona-Krise, die viele neuen existenziellen
Herausforderungen mit sich bringt, stehen momentan Frauen und Mütter im Fokus
der öffentlichen Wahrnehmung. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass
insbesondere die Lage von Allein- und Getrennterziehenden dramatisch ist,
Frauen und Mütter sich schon seit langem am gesellschaftlichen Diskurs
beteiligen, besser organisiert sind und sich bemerkbar machen können.
Die Positionen pendeln in etwa zwischen „Wir werden von den
Männern (und der Politik) im Stich gelassen.“, „Zum Glück bin ich als Mutter zu
Hause und kann mich um alles kümmern.“ oder gar „Die absehbare
Retraditionalisierung nimmt den Frauen die Würde“, wie es Frau Allmendinger
formuliert.
Doch wie geht es eigentlich den Vätern? Bevor sie völlig aus
der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden, möchte die LAG Väterarbeit in NRW dazu
einen Lagebericht bzw. ein Positionspapier verfassen und Veröffentlichen. Dazu
brauchen wir Ihre Mithilfe.
Wie nehmen Sie Väter momentan wahr?
Wie halten Sie Kontakt zu ihnen?
Vor welchen Herausforderungen stehen Väter und
wie meistern sie diese?
Was stellen Sie Bezug auf die Erwerbsarbeit
(Homeoffice), die Kinderbetreuung und Home Schooling fest?
Welche Rollenmodelle bewähren sich gerade eher?
Welche Veränderungen nehmen Sie bei Vätern wahr?
Welche (neuen/ zusätzlichen Bedarfe von Vätern
erkennen Sie?
Was sollten Öffentlichkeit und Politik über Väter
jetzt erfahren?
Das Elterngeld ist eine Familienleistung, die von fast allen
Eltern in Anspruch genommen wird. Damit Väter und Mütter, die in der
Corona-Krise die Voraussetzungen für den Bezug nicht mehr einhalten können,
keine Nachteile haben, werden die Bedingungen für den Bezug des Elterngeldes flexibilisiert.
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie haben auch
zur Folge, dass eine steigende Zahl von Eltern die Voraussetzungen nicht mehr
einhalten können, die für den Bezug des Elterngeldes vorgesehen sind. So werden
Eltern, die bestimmten Berufsgruppen angehören (zum Beispiel Pflegepersonal,
Ärztinnen und Ärzte, Polizistinnen und Polizisten) an ihrem Arbeitsplatz
dringend benötigt und können weder über den Arbeitsumfang noch über die
Arbeitszeit selbst bestimmen. Andere Berufsgruppen sind von Kurzarbeit oder
Freistellungen betroffen und geraten in wirtschaftliche Notlagen während des
Elterngeldbezugs. Werdende Eltern befürchten Nachteile bei der späteren
Elterngeldberechnung durch die Corona-bedingte Kurzarbeit oder Freistellung
während der Elternzeit.
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat daher
kurzfristige Anpassungen vorgeschlagen, auf die sich nun auch die
Koalitionsfraktionen geeinigt haben. Folgende Regelungen sollen gesetzlich
geändert werden:
Anpassungen
beim Elterngeld für Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen
arbeiten. Da sie jetzt besonders gebraucht werden, können sie ihre
Elterngeldmonate aufschieben.
Außerdem
sollen Eltern den Partnerschaftsbonus – eine zusätzliche Leistung, die
Mütter und Väter bekommen, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten, um sich die
Kindererziehung zu teilen – nicht verlieren, wenn sie aufgrund der
Corona-Krise aktuell mehr oder weniger arbeiten als geplant.
Zudem
sollen Eltern und werdende Eltern, die aktuell Einkommensverluste haben,
weil sie zum Beispiel in Kurzarbeit sind, keinen Nachteil im Elterngeld
haben. Konkret: Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I wegen Corona
reduzieren das Elterngeld nicht und fließen auch bei der späteren
Berechnung des Elterngeldes für ein weiteres Kind nicht mit ein.
Dr. Franziska Giffey: „Deutschlands bekannteste und beliebteste Familienleistung ist auch in Corona-Zeiten krisenfest. Wir wollen Eltern und denen, die es demnächst werden, die Sorge nehmen, dass sie wegen der Corona-Epidemie Nachteile beim Elterngeld haben könnten. Mit den drei Regelungen, die ich vorgeschlagen habe und auf die wir uns mit den Koalitionsfraktionen nun geeinigt haben, berücksichtigen wir Situationen, in denen Eltern anders als sonst nicht alle Voraussetzungen für den Bezug des Elterngeldes erfüllen können. Wir wollen die Anpassungen so zügig wie möglich durch das Kabinett und das parlamentarische Verfahren bringen.“
… vermutlich
sitzen Sie jetzt im Homeoffice oder halten mit wenigen Kolleg*innen die
Stellung in Ihrer Einrichtung. Die tägliche (Väter-) Arbeit hat sich in den
letzten 14 Tagen grundlegend verändert.
Auch für
unsere Zielgruppe: Väter, die zuhause arbeiten können oder müssen, fragen sich,
wie sie dies geregelt bekommen, wenn sie gleichzeitig Kinder betreuen und/ oder
beschulen sollen. Väter, die täglich noch zum Arbeitsplatz fahren machen sich
Gedanken wie lange das noch gut geht und die in den systemerhaltenden Berufen
arbeiten bis zum Limit oder darüber hinaus.
Das sind in
jedem Fall belastende und Konflikt befördernde Situationen für Väter (und
Mütter) in den Familien, vor allem vor dem Hintergrund, dass Freizeit-,
Bildungs- und Beratungsangebote in der herkömmlichen Form vorläufig nicht
zur Verfügung stehen. In den Medien sind bereits Berichte über die Zunahme von
Konflikten und Gewalt im häuslichen Umfeld zu lesen.
• Umgang mit
wirtschaftlichen Sorgen und Ängsten
• Gestaltung des Familienalltags in Zeiten der Schul- und Kitaschließungen
• Kommunikationstipps für die Partnerschaft in der Krise
• Unterstützung der Kinder beim Lernen
• Umgang mit Krisensituationen, insbesondere wenn die Kinder bei der Mutter
leben
• Unterstützung werdender Väter. Was tun, wenn ich als Vater nicht mit in den
Kreissaal darf?
• Das Positive nicht aus dem Auge verlieren …
• …
gibt es aber
gar nicht. Und auch väter- und männerspezifische Beratungsangebote sind eher selten
(www.männerberatungsnetz.de). Dazu
kommen für Sie Sorgen um die eigene Gesundheit und die Zukunft Ihrer
Einrichtung und deren Angebote.
Die
Geschäftsstelle der LAG Väterarbeit möchte diese ‚kontaktlose‘ Zeit nutzen,
gemeinsam mit Ihnen zu überlegen, was Väter jetzt brauchen, welche Angebote wir
ihnen machen können und wie wir und die Väter die Erfahrungen, die jetzt
gemacht werden, auch in Zukunft nutzen können.
Denn mehr
Zeit mit und für die Kinder zu haben ist ja (eigentlich) das, was sich die
große Mehrheit der Väter wünscht.
Ich lade Sie daher herzlich
dazu ein, Ihre Gedanken und Ideen aber auch Sorgen und Befürchtungen mit mir zu
teilen. Zunächst per Mail, wir werden uns in den nächsten Tagen aber auch
Gedanken zu interaktiveren Formaten machen. Alle die mitmachen bekommen die
gesammelten, anonymisierten Ergebnisse zurück und wir werden Sie dabei
unterstützen, die Ideen und Vorschläge bei Ihrer zukünftigen Arbeit umzusetzen.
In diesem
Sinne freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen. In jeder Krise steckt auch eine
Chance und die können und müssen wir jetzt nutzen.