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Archiv für die 'Politik' Kategorie

Sachsen fördert Fachstelle für Männerarbeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. Oktober 2015

„Zur Gleichstellungspolitik gehört auch die Männerarbeit“ erklärt die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, „deshalb fördern wir eine Landesfachstelle für Männerarbeit.“

Dabei geht es um die stärkere Einbeziehung von Männern in das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Männer und Väter tun sich häufig schwer, männliche Ansprechpartner im Umfeld ihrer Kinder und ihres Wohnumfeldes zu finden. Das Personal in Krippen, Kindergärten, im Hort und in der Grundschule ist noch immer überwiegend weiblich dominiert. Hier versucht das Projekt „Mehr Männer in Kitas“ gegenzusteuern. Außerdem: Väter, die sich engagieren, brauchen Kontakt zu anderen Vätern, mit denen sie sich austauschen können. Über Erfahrungen im eigenen Umfeld, über Probleme mit dem Arbeitgeber, aber auch über die Beziehung zu Mutter und Kind. Erst zögerlich erarbeiten sich Männer solche Netzwerke, über die Frauen seit längerem verfügen. Es sind nicht zuletzt diese Netzwerke, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

„Dieser Nachholbedarf auf Seiten der Männer ist ein Grund für uns, eine Landesfachstelle für Männerarbeit zu fördern. Sie soll die Vernetzungsarbeit von Männerprojekten in ganz Sachsen anregen und unterstützen“, so Ministerin Köpping. „Künftig sollen Männer und Frauen gleichberechtigte Akteure der sächsischen Gleichstellungspolitik sein. Und die besondere Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter wird ein zentraler Schwerpunkt der Landesfachstelle sein.“

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Väter und Familie – erste Bilanz einer neuen Dynamik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Oktober 2015

… lautet der Titel eines Dossiers, das die Prognos AG im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt hat. Die Ergebnisse bestätigen im Wesentlichen die bisherige Politik, machen aber auch deutlich, welche Wegstrecke Politik, Unternehmen und Väter noch vor sich haben:

Väter identifizieren sich heute zunehmend mit einer aktiven Vaterrolle. Rund 70 Prozent geben an, dass sie sich mehr als ihre eigenen Väter an der Erziehung und der Betreuung ihrer Kinder beteiligen. Sehr gern würden sie ihre Rolle bei der Kinderbetreuung noch stärker ausweiten: Mehr als die Hälfte der Väter mit Kindern unter 6 Jahren äußert den Wunsch, mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung zu übernehmen. Insgesamt wünschen sich sogar 79 Prozent aller Väter mehr Zeit für die Familie.

Insgesamt wächst bei Vätern der Wunsch nach einer egalitären Aufteilung von Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit in der Partnerschaft. 60 Prozent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren fänden es ideal, wenn sich beide Partner gleichermaßen in Beruf und Familie einbringen könnten. Väter erleben dabei häufig Zeitkonflikte. Jeder zweite Vater wünscht sich, seine Arbeitszeit zu reduzieren, um mehr Zeit für die Familie zu haben.

Familienpolitik und Unternehmen können Väter dabei unterstützen, ihre Vorstellungen und Wünsche von einer aktiven Vaterschaft zu leben. Aus Sicht der Väter sind es insbesondere flexible Betreuungszeiten, mehr Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder sowie eine bessere finanzielle Unterstützung, durch die die Lebensqualität von Familien verbessert werden können. Aber auch flexible Arbeitszeiten und ein leichterer Wiedereinstieg nach der Elternzeit tragen dazu bei. Die Zustimmungswerte zu diesen Aspekten liegen mit 54 bis 61 Prozent aller Väter besonders hoch.

Auch Unternehmen sehen zunehmend die Notwendigkeit, für Väter attraktiv zu sein: Über 80 Prozent der Personalverantwortlichen haben bereits die Erfahrung gemacht, dass Väter den Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten äußern. Die meisten Unternehmen bieten zwar bereits familienfreundliche Maßnahmen an, sehen aber häufig selbst den Bedarf, insbesondere für Väter zukünftig vermehrt „individuelle, flexible und mobile Arbeitsmodelle“ zu entwickeln.

Dabei schätzen Personalverantwortliche die Unternehmenskultur heute bereits väterfreundlicher ein als die Väter selbst. Die explizit an Väter gerichtete Kommunikation familienfreundlicher Angebote sowie das Vorbildverhalten von Vorgesetzten können den Kulturwandel in der Arbeitswelt positiv beeinflussen.

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Drei Viertel der Bevölkerung sehen Staat und Wirtschaft gemeinsam in der Pflicht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Die aktive Rolle der Väter in der Familie ist dabei Teil einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit, die sich immer mehr Paare wünschen. Der Ausbau einer bedarfsgerechten und zuverlässigen Betreuungsinfrastruktur für Kinder und die Weiterentwicklung ehe- und familienbezogener Leistungen unter Berücksichtigung einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung unterstützt sie dabei, diesen Wunsch umzusetzen. Parallel dazu sind Unternehmen gefordert, durch eine lebensphasenorientierte Arbeitszeit und – organisation sowie betriebliche Betreuungsangebote und eine „väteraktive“ Kommunikation und Personalführung das Leitbild des aktiven Vaters zu fördern.

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Grüne wollen Elterngeld auf 24 Monate ausweiten

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Oktober 2015

Die Grünen im Bundestag wollen die Bezugsdauer des Elterngelds um zehn Monate auf insgesamt 24 Monate verlängern. Jedes Elternteil soll Anspruch auf acht Monate Elterngeld haben, weitere acht Monate sollen frei aufteilbar sein. Das Elterngeld soll aber auch genutzt werden können, um Einkommensverluste auszugleichen, wenn ein Elternteil nach dem ersten Lebensjahr des Kindes in Teilzeit mit mindestens 20 Wochenstunden arbeitet. Das sieht ein Konzept der zuständigen Fachpolitikerinnen der Bundestagsfraktion vor. „Wir wollen es Müttern und Vätern leichter machen, Kind und Beruf zu vereinbaren“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Dörner. Es müsse möglich sein, nicht nur nach der Geburt für das Baby eine Auszeit zu nehmen. „Viele Eltern wünschen sich, auch später vorübergehend im Job kürzertreten zu können, etwa wenn die Tochter oder der Sohn in die Schule kommt.“

In einem elfseitigen Bericht haben die Abgeordneten rund um die Familienexpertin Dörner und die Wirtschaftspolitikerin Kerstin Andreae Instrumente zusammengetragen, mit denen Berufstätige mehr Zeit verschafft werden soll. „Für viele Menschen ist dauernde Zeitknappheit ein großes Problem. Sie haben das Gefühl, sich dauernd in einem Hamsterrad zu bewegen. Wir wollen das Hamsterrad verlangsamen und für bestimmte Lebensphasen die Möglichkeit bieten, es ganz anzuhalten“, sagt Dörner.

Ihre Fraktionskollegin Andreae argumentiert, es lohne sich auch für Arbeitgeber, auf Familienfreundlichkeit und Zeitsouveränität zu setzen. „Unternehmen, die das berücksichtigen, haben nicht nur einen Vorteil bei der Auswahl ihres Personals, sie bekommen auch gesündere und produktivere Arbeitskräfte“, sagt Andreae. „Unsere Arbeitswelt muss insgesamt flexibler werden“, fordert sie.

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Sie will keine abgehetzten Mütter und Väter in Nordrhein Westfalen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Oktober 2015

… seit gestern ist Christina Kampmann als Ministerin zuständig für Familie, Sport und Kultur in NRW. In ihrem ersten Interview als Ministerin schildert sie im WDR unter anderem, was sie in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie unternehmen möchte:

„… WDR: Sie wollen sich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf widmen. Wie denn?

Kampmann: Dieses Thema ist für viele Familien momentan das größte Problem. Das heißt, es ist meine Aufgabe zu schauen: Wie können wir das besser lösen. Ich möchte keine abgehetzten Mütter und Väter in NRW haben. Deshalb werden wir in Kürze zu einem Familiengipfel einladen, um Antworten auf die Fragen zu finden, die der Familienbericht aufgeworfen hat.

WDR: Wie könnten diese Antworten lauten?

Kampmann: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es im Bereich Telearbeit und Home-Office noch Potenziale gibt. Jetzt kommt es darauf an, die zu nutzen.

WDR: Dann sitzen die Frauen zu Hause, beuten sich selbst aus und hüten nebenbei die Kinder.

Kampmann: Da muss man klare Regeln definieren, das bekommen wir aber hin. Denn ausbeuten möchten wir natürlich nicht, wir wollen, dass die Frauen und Männer einen Vorteil davon haben.

WDR: Wie viel Zeit werden Sie als Ministerin für Ihre Familie haben?

Kampmann: Mir ist es immer noch wichtig, Zeit für meine Familie zu haben, eine Work-Life-Balance zu haben. Ich bin aber optimistisch, dass das auch als Ministerin funktioniert. Es hat ja auch im Bundestag funktioniert.

WDR: Wie haben Sie das gemacht?

Kampmann: Man muss einfach feste Zeiten im Kalender einplanen für Freunde, Familie und Hobbys. …“

Ich denke, da geht noch mehr.

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Nur 41 Prozent der jungen Frauen im Osten wollen gleichberechtigte Partnerschaft

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. September 2015

Die Mehrheit der ostdeutschen Männer wünscht sich eine gleichberechtigte Partnerschaft. Das zeigt nach SPIEGEL-Informationen eine Studie des Familienministeriums. Jungen Frauen hingegen attestieren die Forscher eine „Retraditionalisierung“.

Das traditionelle Rollenmodell, bei dem der Mann Hauptverdiener ist und die Frau wenig bis gar nichts verdient, wird von immer weniger Deutschen gewünscht. Das zeigt eine repräsentative Studie des Bundesfamilienministeriums, für die über 3000 Männer und Frauen befragt wurden.

Nach Informationen des „SPIEGEL“ lautet eines der Ergebnisse, dass 43 % der westdeutschen und 55 % der ostdeutschen Befragten eine Partnerschaft wollen, in der beide berufstätig sind und sich die Kinderbetreuung und Hausarbeit teilen. Bei ostdeutschen Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren gab es laut den Autoren der Studie jedoch einen „Retraditionalisierungsschub“: Während 68 % der jungen Männer eine gleichgestellte Partnerschaft wünschen, sagen dies nur 41 % der Frauen aus Ostdeutschland.

Bei den Frauen ab 40 Jahren ist der Anteil wesentlich höher (61 %). Auch die jungen Frauen im Westen liegen mit knapp 60 Prozent weit über ihren Altersgenossinnen im Osten. Eine „Rolle rückwärts“ im Osten will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) im SPIEGEL-Gespräch aber nicht erkennen: „Ich sehe da keinen Rückschritt. Ich sehe es auch als Freiheit, dass heute Frauen und Männer in Ostdeutschland entscheiden können, ob sie Voll- oder Teilzeit arbeiten wollen.“

Die Ergebnisse stellen für die Politik einen Paradigmenwechsel dar, ist sie doch bislang davon ausgegangen, dass Frauen zu 80 % für Gleichberechtigung sind und der Männeranteil nur die Hälfte davon beträgt. Aufgabe von Politik wird es sein, die von Schwesig erwähnte ‚Freiheit‘ Arbeitszeit zu reduzieren, auch Männern zu ermöglichen.

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Familie und Arbeitswelt – Die NEUE Vereinbarkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. September 2015

… so lautet der Titel des Memorandums, das Familienministerin Manuela Schwesig am Montag gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften unterzeichnet hat.

Das Memorandum betont die Gleichwertigkeit von beruflichen und familiären Aufgaben.  In zehn Leitsätzen verpflichten sich Politik und Wirtschaft,  die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote.

Vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern und Unternehmen erläuterte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die NEUE Vereinbarkeit: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und damit für die Familien und die Wirtschaft. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Wirtschaft und Gewerkschaften einen bemerkenswerten Konsens für eine NEUE Vereinbarkeit zu erreichen. Mütter und Väter müssen die Möglichkeit haben Beruf und Familie tatsächlich zu vereinbaren. Dafür brauchen wir gute und verlässliche Kitas, Ganztagsschulen und eine neue Arbeitskultur, die auch Zeiten für Familien mitberücksichtigt, das heißt innovative Arbeitsmodelle und Rahmenbedingungen auf der Höhe der Zeit für alle: für Männer und Frauen als Eltern, Alleinerziehende, getrennt Lebende oder Pflegende.“

Unterzeichnet wurde das Memorandum neben Manuela Schwesig von der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsminister, Iris Gleicke, dem Präsidenten der Deutschen Arbeitgeberverbände, Ingo Kramer, dem Präsidenten des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer und der stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Elke Hannack. Erarbeitet wurde das Memorandum im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“.

Den Worten und bedrucktem Papier müssen aber auch Taten folgen, insbesondere was die Zeit angeht, die Väter und Mütter (mehr) in und mit Familie verbringen wollen. Sonst wird es bald heißen: ‚Neue Vereinbarkeit, geht auch nicht!“

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Väter ermutigen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. September 2015

45 Prozent der nordrhein-westfälischen Eltern finden es ideal, wenn beide Partner in gleichem Umfang erwerbstätig sind und sich partnerschaftlich um Haushalt und Familie kümmern. Das ist eines der Ergebnisse des 250 Seiten starken Familienberichts, den Familienministerin Ute Schäfer heute in Düsseldorf vorstellte. Der Bericht enthält nicht nur wichtige Zahlen und Fakten dazu, wie Familien heute leben, sondern auch eine repräsentative Befragung dazu, wie Eltern die Qualität von Kinderbetreuung einschätzen und was sie sich für ihren Alltag wünschen. Nämlich vor allem: mehr Zeit. „Die Familienbefragung hat ergeben, dass nicht nur die Länge, sondern auch die fehlende Flexibilität von Arbeitszeiten zu Zeitmangel führt. Wir werden daher alle beteiligten Akteure – Vertreter der Wirtschaft, der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften, der kommunalen Spitzenverbände, der Familienverbände und der Politik – im Rahmen eines Familiengipfels an einen Tisch holen, um uns auf gemeinsame Ziele für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verständigen“, erklärte Ministerin Schäfer.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Lebenssituation von Familien grundlegend verändert. Familien leben heute vielfältiger denn je: 73,6 Prozent der Familien bestehen aus verheirateten Paaren mit Kindern, 19,1 Prozent sind Alleinerziehende und 7,3 Prozent Lebensgemeinschaften. 55 Prozent von ihnen geben Zeitmangel als ein Problem an, 22 Prozent sogar als ein großes Problem – mehr als in allen anderen Themenbereichen wie Geld, Kinderbetreuung, Wohnen, Beratung und Sicherheit in ihrer Wohngegend.

Mit der Qualität der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen sind Eltern dagegen ausgesprochen zufrieden. 76 Prozent der Eltern von Kindern in der U3-Betreuung beurteilten deren Qualität als „sehr gut“ (44 Prozent) bis „gut“ (32 Prozent). Bei der Ü3-Betreuung schätzen 68 Prozent der Eltern deren Qualität als „sehr gut“ (24 Prozent) und „gut“ (44 Prozent). Im Durchschnitt liegt die vergebene Note bei 1,9 für den U3-Bereich und bei 2,2 für den Ü3-Bereich. „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, das zeigt, dass die Eltern in Nordrhein-Westfalen den Kindertageseinrichtungen sowie der Kindertagespflege großes Vertrauen entgegen bringen. Und es verdeutlicht auch, dass es sich lohnt, in den nächsten Jahren weiterhin die Kinderbetreuung den Bedarfen der Familien entsprechend auszubauen“, sagte Schäfer. Darüber hinaus will die Landesregierung im Rahmen einer Väterkampagne die Vaterrolle stärken und Väter zur Inanspruchnahme von mehr Elternzeit ermutigen.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hatte im März 2015 im Auftrag der Landesregierung 1.000 Familien telefonisch befragt. Beantwortet wurden die Fragen zu sechs Themenfeldern entweder durch die Mutter oder den Vater: Wie bewerten Familien selbst ihre Situation? Wo liegen ihre Probleme im Alltag? Welche Unterstützung benötigen sie von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft?

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Väter sind unverzichtbar!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 23. August 2015

Lasst Väter Vater sein‘ lautet der Titel der aktuellen Veröffentlichung von Barbara Streidl, die noch mit dem Zusatz ‚Eine Streitschrift‘ versehen ist. Als jemand, der selbst Vater von drei erwachsenen Kindern ist und sich seit fast 20 Jahren beruflich mit dem Thema Vaterschaft in ihren unterschiedlichsten Facetten in Politik, Gesellschaft und Unternehmen, aber auch auf der privaten Ebene beschäftigt, kommt mir als erstes die Frage in den Kopf: Was ist daran strittig, Väter Vater sein zu lassen?

Ist es die Tatsache, dass sich mit Barbara Streidl eines der Alphamädchen und Mitbegründerin des Blogs ‚Mädchenmannschaft‘ für Väter schreibt und zum Umdenken aufruft? Sind es ihre neun Forderungen am Ende des Buches für eine bessere Zukunft? Oder die Sichtweisen, die sie in Gesprächen mit Autoren wie Thomas Gesterkamp und Reinhard Winter und anderen Vätern zusammenträgt? Ich denke daran ist nichts Spektakuläres. Auch die Fakten über die Bedeutung und Unersetzbarkeit von Vätern die Paul Raeburn in seinem Band ‚Do Fathers Matter? What Science is telling Us About the Parent We’ve Overlooked‘ zusammengetragen hat und von denen sie einige Wenige anführt machen noch nicht die Provokation aus, die eine ‚Streitschrift‘ hervorruft.

Es ist vielmehr die Klarheit in der Gedankenführung und die Konsequenz, mit der Streidl Dinge benennt, die scheinbar unstrittig sind, aber zu einer permanenten Abwertung von Vätern und väterlichem Engagement führen. Diese wird auch in der deutschen Übersetzung des Bandes von Paul Raeburn ‚Väter! Warum sie trotzdem wichtig sind‘ lautet der übersetzte Titel.

„Ich bin sicher: Ohne Väter geht es nicht. … Väter sind unverzichtbar, weil Eltern sein zu zweit nicht nur leichter ist, sondern auch besser. Für alle Beteiligten! Mama ist nicht genug …“ Diese Haltung ist der rote Faden von Barbara Streidl und ist vielleicht für Manche der strittige Punkt. Aber es kommt nicht nur auf individuelle Haltungen, sondern auch auf gesellschaftliche Werte, die ihren Ausdruck in gesetzlichen Regelungen, Anerkennung und Wertschätzung finden, an. Diese zeigen sich insbesondere an Regelungen und Konsequenzen bei Krisen- und Konfliktsituationen wie z.B. Trennung und Scheidung. „Trennungsväter benötigen Unterstützung und zwar nicht nur aus ihren engen familiären Beziehungen. … Wenn eine geschiedene Mutter fast schon zur Heiligen verklärt wird, weil sie sich aufopfernd um ihr Kind kümmert, das ja nun niemanden mehr hat als sie …“ „Ein Kind, das ohne Vater aufwächst, wird dadurch seelisch beschädigt. Mal mehr, mal weniger…“ „Wir brauchen mehr Empathie, mehr Verständnis für Väter, die ebenso schwer unter ‚Kindesentzug leiden können wie Mütter…“ Es sind solche Aussagen von Streidl, die Widerspruch hervorrufen werden und die Diskussion um Getrennterziehende und einer neuen, gleichen Aufteilung von elterlicher Verantwortung nach einer Trennung hoffentlich beleben werden.

Dass Mütter und Väter Zeit brauchen, neue Arbeitszeitmodelle wie Familienarbeitszeit dabei hilfreich sind, darüber gibt es Interessenkonflikte zwischen Beschäftigten und ihren Arbeitgebern, die müssen und können ausgehandelt werden. Die Zuschreibung von Autorität, Anerkennung und Vertrauen in väterliches Handeln und die Fähigkeiten von Vätern kommt von außen. Ohne sie wird vielen Vätern der Weg zu einer eigenen Väteridentität und der Nutzung der Väterchance verschlossen bleiben. Dafür lohnt es sich zu streiten.

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Sonntags gehören Vati und Mutti uns – Eltern in der Politik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Juli 2015

Eine interfraktionelle Gruppe von Bundestagsabgeordneten mit kleinen Kindern hat Vorschläge erarbeitet, wie sich die Ausübung eines Bundestagsmandats besser mit familiärer Verantwortung vereinbaren lässt. Die Initiative möchte vor allem auch zu einer Kultur in der deutschen Politik beitragen, die achtsam mit den familiären und privaten Belangen der Menschen, die sich politisch engagieren oder im politischen Bereich arbeiten, umgeht.

Herzstück der Initiative der Bundestagsabgeordneten Dr. Franziska Brantner (Bündnis 90/Die Grünen), Katja Kipping (Die Linke), Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Susann Rüthrich (SPD), Dagmar Schmidt (SPD) und Dr. Kristina Schröder (CDU/CSU) ist daher eine Selbstverpflichtung.

Die Fraktionen des Deutschen Bundestages und aller Landtage, unsere Parteien von der Bundes- bis zur Gemeindeebene und alle Mandats- und Amtsträgerinnen und -träger Deutschlands sind eingeladen, sich öffentlich selbst zu verpflichten, achtsam mit den familiären Belangen der Menschen, die sich politisch engagieren oder die im politischen Bereich arbeiten, umzugehen. Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Initiative markieren dies auf ihren Websites durch einen Button. Diese Selbstverpflichtung umfasst:

Politikfreier Sonntag: Der Sonntag sollte politikfrei sein. Wir legen selbst grundsätzlich keine Sitzungen auf den Sonntag.

Familienfreundliche Veranstaltungen: Wir laden nur zu solchen Veranstaltungen am Wochenende ein, bei denen die ganze Familie willkommen ist. Wir freuen uns, wenn andere Veranstaltungen familienfreundlich gestaltet werden und besuchen solche Veranstaltungen besonders gerne.

Effiziente Sitzungsleitung: Als Vorsitzender oder Vorsitzende von Gremien des Parlaments oder der Partei achten wir auf eine effiziente Sitzungsleitung. Wir laden grundsätzlich unter Angabe eines Endzeitpunktes ein. Bei Terminierungen nehmen wir auf Belange von Kolleginnen und Kollegen mit Kindern besondere Rücksicht.

Flexible Arbeitszeiten: Als Arbeitgeber oder Arbeitgeberin setzen wir auf Effizienz, statt auf Präsenz. Wir ermöglichen flexible Arbeitszeiten und Teilzeit auch in Führungspositionen. Wir wollen die Arbeitszeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Abend und am Wochenende so weit wie möglich reduzieren.

Fairer Wettbewerb: Als politische Wettbewerber oder Wettbewerberinnen nehmen wir besondere Rücksicht auf politische Konkurrenten, deren Kind gerade zur Welt gekommen ist. Wir kommentieren es grundsätzlich nicht negativ, wenn aus familiären Gründen Termine nicht wahrgenommen werden.

Die Initiative kann auch dadurch gewinnen, dass sich Väter in der Politik zu ihr bekennen.

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Erhebung zur Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Juni 2015

Im Auftrag des Familienministeriums ist 2003 erstmals eine Erhebung zur Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen durchgeführt worden. In den seither vergangenen 12 Jahren sind die Rahmenbedingungen für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung in der Familie deutlich verbessert worden: Unter anderem durch die Einführung des Elterngeldes und der sogenannten ‚Partnermonate‘ ist die Zahl der Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen deutlich gewachsen: von rund 3 % auf aktuell knapp 30 %.

Mit der aktiveren Beteiligung an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder wächst bei Vätern auch der Wunsch, sich stärker bei familienbegleitenden Angeboten einzubringen oder diese selbst in Anspruch zu nehmen: So beteiligen sich Väter heute z.B. in Kitas und Familienzentren, fragen Vater-Kind Angebote in der Familienbildung nach oder suchen nach Möglichkeiten, sich mit anderen Vätern auszutauschen.

Grund genug, mit einer neuen Erhebung zu ermitteln, wie sich die Angebotslandschaft für Väter in Nordrhein-Westfalen inzwischen weiterentwickelt hat, in welchem Umfang die Angebote genutzt werden und wo noch Entwicklungs- und Unterstützungsbedarf besteht. Die Befragung richtet sich an die unterschiedlichsten Organisationen, Einrichtungen und Initiativen, die Angebote für Väter machen. Wenn Ihnen in ihrem Umfeld (weitere) Angebote für Väter bekannt sind, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie diese Umfrage dorthin weiterleiten würden.

Diese neue Befragung wird von der seit Juli 2014 vom Familienministerium geförderten ‚Fachstelle Väterarbeit in NRW‘ durchgeführt. Auch wenn Sie über die Erhebung hinaus Fragen oder Anregungen zur Väterarbeit in NRW haben, können Sie sich gerne an Hans-Georg Nelles wenden.

Mit der Beantwortung der Fragen leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, aktive Vaterschaft in Nordrhein-Westfalen zu stärken, für den wir uns schon an dieser Stelle herzlich bedanken möchten!

Das Ausfüllen des internetgestützten Fragebogens (https://de.surveymonkey.com/s/vaeterarbeit) nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Alle Teilnehmenden erhalten auf Wunsch die Ergebnisse der Erhebung nach der Auswertung per Mail zugesandt. Unter allen Teilnehmenden, die die Fragen vollständig beantworten werden ein ‚Wellnessgutschein‘ im Wert von 100 Euro und zwei Einkaufsgutscheine im Wert von je 50 Euro verlost.

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