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Chancengleichheit bekommt jedem!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Oktober 2006

Wie bringt man Windeln und Laptop unter einen Hut? Wie stellt man Kindeswohl und Shareholder Value gleichermassen sicher? Und kann Mann und Frau das überhaupt ohne Herzinfarkt?

Diese Fragen stammen von den MacherInnen der Webseite www.gleichfalls.ch, einer Kampagne von Radio X in Basel in Zusammenarbeit mit  Radio toxic.fm in St. Gallen. Unterstützt wird sie vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung von Frau und Mann.

Das Projekt thematisiert das Rollenverhalten von Frau und Mann im Erwerbsleben, zeigt Chancen und Konflikte mittels Hörspielen und sucht gemeinsam mit Fachpersonen Lösungswege. Kernzielgruppe der Kampagne sind BerufseinsteigerInnen, dafür wurden in Berufsschulen und an Universitäten themenbezogene Workshops durchgeführt. Die daraus gewonnen Inhalte werden neben anderen Beiträgen in der sechsteiligen Sendereihe ausgestrahlt, welche ab November 2006 auf den beiden Sendern zu hören ist.

Auf der Homepage www.gleichfalls.ch können die Sendeinhalte abgerufen werden. Das Audiomaterial wird als Lehrmittel für Schulen oder andere Interessierte zur Verfügung gestellt.

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‚Bei echten Kerlen werden Sie keinen Blumentopf gewinnen‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Oktober 2006

Dies prophezeien die Interviewer Horst Eberhard Richter bei dem in der aktuellen Ausgabe des Spiegel abgedruckten Gespräch. In dem Interview äußert sich der Psychoanalytiker über sein Leben, seine Friedensarbeit und die Krise der Männlichkeit.

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In dem lesenswerten Gespräch äußert Richter unter anderem:…

SPIEGEL: … Wir erleben zurzeit eine Art Roll-back: Neokonservative Publizisten wünschen sich die Rückkehr der Fünfziger-Jahre-Familie. Die ehemalige Nachrichtensprecherin Eva Herman liefert mit ihrem „Eva-Prinzip“ weibliche Schützenhilfe.

Richter: Als Psychoanalytiker schließe ich: Wenn dieses Buch massenhaft gekauft wird, dann wird es wohl heimliche Wünsche von Leserinnen ansprechen.

SPIEGEL: Sie stimmen Frau Herman zu?

Richter: Überhaupt nicht. Der Befund stimmt: Weil Frauen erfolgreich aufbegehrt haben gegen den Ausschluss aus dem öffentlichen Leben, ist die traditionelle Familie geschwächt und damit ein Stück Solidarität aus der Gesellschaft verschwunden. Aber die Lösung kann nicht darin liegen, dass die Frau wieder ihre alte Service-Rolle für Familie und Mitmenschlichkeit einnimmt. Es ist jetzt an den Männern, diesen Mangel auszugleichen und ihrerseits Selbstachtung aus dem zu beziehen, was ich „Elterlichkeit“ nenne: gemeinschaftliche Sorge für andere und für Kinder.

SPIEGEL: Nach unserem Eindruck wollen das ja viele junge Väter. Aber ihr neues Selbstbild bringt sie in Konflikt: Sie können ihr Arbeitsleben nicht so organisieren, dass ihnen genügend Zeit für die Familie bleibt. Über hunderttausend Väter werden jedes Jahr geschieden – keine gute Voraussetzung für Elterlichkeit.

Richter: Immerhin formulieren manche von ihnen dieses Bedürfnis. Das ist neu. Ich finde übrigens, dabei können sie sich einiges von den alten Männern abschauen. Die haben oft überraschend viel Mütterliches in ihrem Denken, wenn sie erst einmal abgeschlossen haben mit der Karriere, dem Erobern und dem Siegenmüssen.

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Engagement von Vätern verbessert Karrierechancen von Frauen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. September 2006

Ein großer Teil der Führungskräfte in der Privatwirtschaft lebt in partnerschaftlichen Familienformen, verheiratet oder unverheiratet. Diese Partnerschaften gestalten sich allerdings bei Frauen und Männern ganz unterschiedlich: Die Partnerinnen von Männern in Führungspositionen sind mehrheitlich nicht erwerbstätig oder haben eine Teilzeitbeschäftigung.

Im Jahr 2001 schlossen die Bundesregierung und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft eine freiwillige Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft. In diesem Zusammenhang entstand die IAB-Führungskräftestudie, mit der der Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft untersucht werden soll. Die Studie zeigt: Ein großer Teil der Führungskräfte in der Privatwirtschaft lebte in den Jahre 2000 und 2004 in partnerschaftlichen Familienformen. Diese Partnerschaften gestalten sich für Frauen und Männer allerdings unterschiedlich: Die Partnerinnen von Männern in Führungspositionen sind größtenteils nicht erwerbstätig oder haben eine Teilzeitbeschäftigung. Etwa ein Viertel von ihnen arbeitet Vollzeit und nur sieben Prozent haben selbst Führungsfunktionen inne. Umgekehrt sind die Partner von Frauen in Führungspositionen aber mehrheitlich vollzeiterwerbstätig oder selbst Führungskräfte.

Auch im Bezug auf die gelebten Familienformen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen. Frauen leben häufiger alleine oder mit einem Partner, aber meistens ohne Kinder oder sie sind allein erziehend, während Männer sehr viel häufiger mit einer Partnerin und Kindern zusammenleben. Für die Sorge um die Kinder und die familiären Pflichten kommen die Partnerinnen der männlichen Führungskräfte auf, die zugunsten der Kinder und der Karriere des Mannes ihre berufliche Verwirklichung nach hinten anstellen. Kurz: Beruf und Familie lassen sich für weibliche Führungskräfte selten miteinander vereinbaren. Sie leben öfter als Männer alleine oder mit Partnern, die selbst stark auf Beruf und Karriere hin orientiert sind, haben deutlich seltener Kinder und sind meist vollzeiterwerbstätig mit relativ langen Arbeitszeiten.

Bisher gilt noch immer: Kinder stellen für erwerbstätige Mütter ein Karriererisiko dar. Dies gilt besonders für Führungspositionen, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dort noch schwieriger ist als in anderen beruflichen Tätigkeiten. Aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten können Frauen beides häufig nur verbinden, indem sie Erwerbsunterbrechungen einlegen und ihre Arbeitszeit reduzieren. Beides wirkt sich oftmals negativ auf die anschließende Karriere aus.

Der Diversity-Experte, Michael Stuber, konstatiert: Noch immer ist Kindererziehung in Deutschland Frauensache, obwohl Männer heute häufig viel aufgeschlossener gegenüber Kindererziehung sind und gerade junge Männer den expliziten Wunsch danach äußern, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Die aktuelle Work-Life-Praxis Studie (WLPS) zeigt, dass bisherige familienorientierte Maßnahmen zu wenig darauf ausgerichtet, Männer zu einer aktiven Vaterschaft zu motivieren. „Vorurteile gegenüber Väter, die sich Zeit für eine Vaterschaft nehmen und berufliche Ziele zurückstecken, sind der Hauptgrund für deren geringe Beteiligung an der Familienarbeit hierzulande“, so Stuber weiter. Engagieren sich Väter stärker als bisher verbessern sich auch die Karrierechancen von Frauen, ist Stuber überzeugt.  Quelle

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Frauen und Männer sind stolz auf ihre finanzielle Unabhängigkeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. September 2006

Frauen und Männer sind einer Umfrage zufolge oft auf unterschiedliche Dinge stolz. Das geht aus einer Umfrage des Gewis-Instituts im Auftrag der Zeitschrift „Freundin“ hervor.Während Frauen öfter ihre Kinder oder ihre Beziehung nannten, gaben Männer eher berufliche Erfolge oder „Auto und Haus“ an.

Im Einzelnen sind 52 Prozent der Frauen, aber nur 46 Prozent der Männer auf ihre Kinder stolz. 40 Prozent der Frauen sind stolz auf ihre Beziehung, bei den Männern sind es dagegen nur 29 Prozent. Die Aussage „Ich bin stolz auf das, was ich mir leisten kann, zum Beispiel mein Auto oder mein Haus“, bejahten 17 Prozent der Frauen, aber 38 Prozent der Männer. Und auf ihr „gutes Aussehen“ sind 28 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer stolz.

Am meisten Wert legten die befragten Männer und Frauen jedoch auf ihre finanzielle Unabhängigkeit: Auf sie sind 55 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer stolz. Befragt wurden insgesamt 1071 Deutsche im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.

Quelle

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Wenn der Vater mit dem Sohn …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2006

… über die Energiepolitik diskutiert. In der Kolumne ‚Meine Woche‘ der Welt gibt Hajo Schumacher Einblicke in ein Gespräch über Energiefragen mit einem Zwölfjährigen.

‚Fragt der Sohn: „Du, Papa, bekommt die Welt wirklich ein Klimaproblem?“ Sonore Antwort: „Gut möglich. Viele Wissenschaftler betrachten die Erderwärmung als eines der großen Zukunftsprobleme. Nur weil Arnold Schwarzenegger das jetzt auch glaubt, muss es ja nicht gleich falsch sein.“

Sohn: „Trägt unser Auto auch zum Klimaproblem bei?“ Zögerliche Antwort: „Na ja, ein klitzekleinwenig schon.“

Sohn lauernd: „Warum fahren denn dann nicht alle Autos mit Wasserstoff?“ Pädagogisch-präsidiale Antwort: „Das ist eine tolle Idee. Aber es gibt noch keine Wasserstoffautos.“

Sohn triumphierend: „Doch. In Bayern fahren jetzt ganz viele BMW mit Wasserstoff.“ Vater ungehalten: „Wir sind aber nicht in Bayern. Außerdem ist das viel zu teuer.“

Sohn vorlaut: „Benzin wird auch immer teurer. Und die Mullahs können uns jederzeit den Hahn abdrehen. Hast du selbst gesagt.“ Vater unsicher: „Das ist was ganz anderes.“

Sohn vorwurfsvoll: „Warum baut Deutschland nicht Wasserstoffautos für die ganze Welt?“ Vater gönnerhaft: „Das ist eine tolle Idee …“

Sohn forschend: „Und warum machen wir das dann nicht?“‚ weiterlesen

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Mütter der Nation

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2006

‚Angeblich wollen alle Parteien für Familien nur das Beste. Die wenigen jungen Mütter in den eigenen Reihen haben da so ihre Zweifel.‘ Corinna Emundts berichtet in der aktuellen Ausgabe der Zeit über die wenigen Frauen im Deutschen Bundestag mit Kindern.

‚Deutsche Politikerinnen mit Kleinkindern werden bestaunt wie Affen im Zoo. Sie sind eine seltene Spezies. … Diese Frauen gelten als lebender Beweis für die Vereinbarkeit von Karriere und Kind – und das bei Terminkalendern, die denen von Managern gleichen. Die Mutterschaft einer erfolgreichen Frau – die die normalste Sache der Welt sein sollte – wird für manche zum Störfaktor.‘

Silvana Koch – Mehrin beantwortet die immer wiederkehrenden „Wie-schaffen-Sie-das-bloß-Fragen“ mit einem festgelegten Antwortmuster: ‚»Sie« sei sicher im Plural gemeint, sie habe ja einen Partner, den das genauso betreffe. Sie beantwortet diese Fragen in der Hoffnung, dass ihre Töchter später nicht mehr solche Gespräche führen müssen. … »Bei mir kommt dann die Wut, weil kein Vater solche Konflikte austragen muss.«‘

Solange die ‚Väter der Nation‘ und die übrigen Männer in Deckung bleiben, werden ‚diese Politikerinnen zu Botschafterinnen für moderne Geschlechterrollen, die in Ländern wie Frankreich bereits viel selbstverständlicher sind. Oder in Brüssel, wo Koch-Mehrin wohnt. Sie erzählt von einem deutschen Fernsehmoderator, der nach einer Sendung zu ihr sagte, sie müsse ja zu Hause bei ihrem Partner sehr populär sein, dass der dieses Leben mitmache und sie ihn damit halten könne. »Halten« – bei dem Wort zieht sie die Augenbrauen hoch. »Dass die Leute hier niemals auf den Gedanken kommen, dass ein Mann das großartig findet«, sagt sie, das verstehe sie einfach nicht.‘

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Von neuen Vätern und alten Vorurteilen …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2006

… ist in dem Dossier ‚Männersache? Väter zwischen Kind und Karriere‘ in der aktuellen Ausgabe von Brigitte zu lesen.

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Brigitte hat ja bereits im Jahr 1975 die erste ‚Männerstudie‘ von Helge Pross mitfinanziert und ist seitdem sehr engagiert, den Männern den Spiegel vorzuhalten, wie es in dem Vorwort der ersten Studie heißt.
Überrascht war der Autor des Dossiers, Marian Blasberg aber dennoch davon, dass in den meisten Familien vor der Geburt der Kinder nicht über die Rollenverteilung gesprochen wird.

Interessant sind neben den Portraits der Väter auch die Ergebnisse der bei IPSOS in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage bei 1000 Männern:

Fast dreiviertel können sich gut vorstellen, als Vater und Hausmann ein Jahr lang zu Hause zu bleiben. Allerdings glauben 64 Prozent, dass ein Mann, der Elternzeit nimmt, mit beruflichen Nachteilen rechnen muss. Auf der anderen Seite ist jeder Dritte (37%) der Ansicht, dass ein Mann, der nicht bereit ist, für seine Kinder beruflich zurückzustecken, ein schlechter Vater ist.

Mit der neuen Elterngeld-Regelung, die im kommenden Jahr in Kraft tritt, könnten sich 68 Prozent der Männer der Umfrage zufolge gut vorstellen, Elternzeit zu nehmen. Knapp ein Drittel sagt aber auch, dass sie sich gern um die Kinder kümmern würden – auf die Hausarbeit aber keine Lust hätten. Nur 21% der Männer sehnen sich nicht besonders nach Heim und Herd: sie würden auch dann keine Elternzeit nehmen, wenn die Frau mehr verdient und somit der Lebensunterhalt gesichert wäre.

Gegenüber den bislang diskutierten Zahlen, die Bundesregierung geht von 27% Vätern aus, die von der neuen Regelung Gebrauch machen werden, Allensbach hatte im letzten Jahr 48% Bereitschaft erfragt, ist die Zahl der Männer, die sich eine partnerschaftliche Aufgabenteilung vorstellen können also weiter gestiegen.

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Aktive Väter bei der Commerzbank

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. September 2006

Papa arbeitet, Mama kümmert sich zuhause um die Kinder. Das war gestern. Heute ist das klassische Doppel nur eines von vielen verschiedenen Modellen, wie Partner Kindererziehung und Erwerbsarbeit untereinander aufteilen können.

Auch in der Commerzbank gibt es immer mehr Männer, die ihre Vaterschaft aktiver leben möchten. Einige von ihnen arbeiten an drei Tagen in der Woche, andere reduzieren nur wenige Stunden oder arbeiten in Vollzeit. Allein gemeinsam ist der Wunsch, für die eigenen Kinder da zu sein. Nicht nur im Urlaub oder am Wochenende.

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Mütter und Väter im Unternehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. September 2006

Familienpolitische und unternehmerische Herausforderungen, so lautete der Titel des 19. Wirtschaftsethischen Forums, das am 26. September im Heizkraftwerk von Vattenfall Europe in Berlin stattfand.

Der Gastgeber Klaus Schmid, Mitglied des Vorstands und dort zuständig für Personal machte bereits in der Begrüßungsrede klar, dass es sich bei dem Titel der Tagung nichtz um Etikettenschwindel handelt. Bei einem Männeranteil von 75% bei Vattenfall sind 12% der Teilzeitbeschäftigten männlich. Schmid berichtete ausführlich übere seine Erfahrungen mit den (Vorstands-) Kollegen aus Schweden. Dort habe Familie eine viel höhere Bedeutung und auch in Führungskreisen eine hohe Akzeptanz. Das Management definiere sich nicht über lange Anwesenheitszeiten und der ‚Tatsache‘ alle Fäden in der Hand zu halten, sondern durch eine effektive Delegation von Aufgaben, die es auch den Chefs erlaube, sich um 17:00 Uhr um Kinder und Familie zu kümmern.

Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln nannte als Grund für Unternehmen, familienfreundlich zu werden, deren originäres Bestandsinteresse. Die Veränderungen in den Strukturen der Wertschöpfung und die diskontinuierlichen Lebensläufe der Beschäftigten erforderten ein neues ‚Reputationsmanagement‘ zur Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit biete zusätzliche Spielräume für eine familienfreundliche Personalpolitik. Die Sorgen der Väter, bei einem stärkeren Engagement für die Familie berufliche Nachteile zu erleiden müsse durch die Kommunikation von guten Beispielen in den Unternehmen begegnet werden.

Hans Bertram von der Humboldt Universität in Berlin bezeichnete die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Männerthema, nicht zuletzt, weil Männer über die Fragen der Vereinbarkeit entscheiden. Er beklagte, das es kein positives Leitbild gäbe, wie sich ein ‚aktiver Vater verhalten könne. Die Rolle sei bis dato als Verliererrolle definiert: Männer sollen ihre Ernährerfunktion aufgeben und zu Hause als Assistenten arbeiten. Am Arbeitsplatz erlitten die aktiven Väter die gleichen Nachteile wie bislang schon die Frauen. Den Versuch, das klassische Modell am Leben zu erhalten oder gar das Rad der Emanzipation zurückzudrehen, verglich er mit den Bemühungen, die Kohleförderung in Deutschland mit Milliardenbeträgen dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Die Subvention der Kohleförderung endet bekanntlich im Jahr 2018. Es sollte vorher gelingen, ein neues Familienmodell, in dem Fürsorge für Kinder und bedürftige Eltern als Aufgabe von Männern und Frauen eine zentrale Rolle spielt, zu etablieren.

Thomas Huber, Personalleiter des mittelständischen Textilunternehmens Rösch in Tübingen betonte mehrfach, dass Rösch sich seine familienfreundliche Personalpolitik nicht leiste, weil es dem Betrieb so gut gehe, das Gegenteil sei der Fall, die Beschäftigten ständen auch in Krisenzeiten aufgrund der glaubwürdigen Personalpolitik zum Unternehmen. Die Fluktuation sei seit Jahrzehnetn gleich Null.
Er wünschte sich aber von seinen Führungskräften, dass sie win oder zwei Mal im Jahr um 15:00 Uhr den Arbeitsplatz verließen um mit den Kindern Geburtstag zu feiern oder ihnen bei einer Aufführung im Kindergarten zuzusehen, ohne dabei von den Kollegen und Kolleginnen belächelt zu werden. Hier gebe es trotz der mehr als 10-Jährigen Tradition familienfreundlicher Maßnahmen und mehrfacher Auszeichnung des Unternehmens noch Entwicklungsbedarf.

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Wider die Lebenslüge der Kolumnisten und Anchormen …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. September 2006

Matthies, Claus und Konsorten. Diese nutzen jede Gelegenheit, die ‚Vätermonate‘ schlecht zu reden und zu schreiben.

Das Denkmuster ihrer Beiträge sieht ungefähr so aus: Fürsorge für Kinder und ältere Menschen, Erziehung sei keine Arbeit, Männer die hier aktiv werden, ‚verkrümeln‘ sich von ihrer wahren Bestimmung. Auch die übrigen Aufgaben im Haushalt und in der Familie seien genuin weiblich und für echte Männer eine Überforderung. Führungskräfte, die sich in diesem Bereich engagierten ünterminierten als ‚Kinderversteher‘ ihre Autorität.

Deshalb rät Matthies im Tagesspiegel, die strittige Überforderungsklausel der Gesundheitsreform auf die neue Elterngeldregelungen zu übertragen.
So nicht meine Herren! Was es dringend braucht sind neue, partnerschaftliche Rollenmuster für Väter und Mütter. Novelliert werden müssen allenfalls die Denkschablonen der herrschenden Alt-Männerriege in den Chefredaktionen.

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