Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Februar 2009
Das Portal vaeter-nrw wird in diesem Jahr von einer Frau gestaltet. Eine von mir geschätzte Kollegin, die sicherlich ihr Bestes geben wird, um das Flaggschiff der Väterarbeit in NRW flott zu machen und inhaltlich weiter zu entwickeln. Aber dennoch habe ich Bauchschmerzen bei diesen Gedanken.
Eine Geschichte, die der Kollege Markus Hofer aus Österreich in seinem aktuellen Newsletter veröffentlicht, macht deutlich, was die Ursachen dafür sind:
‚In einem Interview fragte mich einmal eine Journalistin: „Herr Hofer, Sie schreiben: Männer werden zwar von Frauen geboren, aber Söhne können nicht von Müttern lernen, was es heißt Mann zu sein. Warum nicht? Das können doch Mütter auch!“ Zuerst einmal war ich sprachlos. Dann kam meine Gegenfrage: „Können Töchter von ihren Vätern lernen, was es heißt Frau zu sein?“ „Nein, das geht natürlich nicht!“, kam es wie aus der Pistole zurück. Dieses Missverständnis rührt letztlich an ein männliches Grunddilemma.
Wir alle, Männer wie Frauen, werden von einer Frau geboren. Das ist erst mal ein kleiner Vorteil für die Mädchen. Sie haben in der Mama eine weibliche Identifikationsfigur, sie können sein wie Mama, werden wie Mama oder auch nicht. Die kleinen Buben aber merken schon früh, dass es Mama und Papa gibt, dass sie nicht wie Mama sind und mit zunehmendem Alter wird ihnen immer bewusster, dass sie auch nicht werden dürfen wie Mama, weil sie kleine Männer sind. Die grundlegende Aufgabe der Buben ist eigentlich eine negative: keine Frau zu werden.
Darin wurzelt das Grunddilemma von uns Männern. Der Versuch, keine Frau zu werden, führt, gerade wenn keine starken Väter präsent sind, zu einer grundlegenden Unsicherheit in der eigenen Männlichkeit. Darum ist es auch für uns erwachsene Männer eine letztlich immer präsente Grundfrage, ob das, was wir tun, auch männlich ist. Das ganze übertriebene Männlichkeitsgehabe wurzelt in dieser existentiellen Unsicherheit. Die Bestätigung als Mann aber müssen wir uns und unseren Söhnen selbst geben, die kann nicht von Frauen oder Müttern kommen.’
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Februar 2009
Das Thema Elternzeit für Väter ist bislang zu wenig in den Betrieben und bei den Führungskräften angekommen. Theoretisch können Mutter und Vater sich die Elternzeit zwar mittlerweile aufteilen, wie sie wollen. Doch die Männer reden in der Firma zu wenig darüber, und ihre Chefs wissen viel zu wenig über dieses Thema. Das sagen Personalverantwortliche unterschiedlicher Branchen bei einer Veranstaltung in Lüneburg.
„Die Chefs kümmern sich um die Aufträge, und die männlichen Mitarbeiter sprechen das Thema nicht an“, sagt Susanne Bockelmann von der Vereinigung der Unternehmerfrauen im Handwerk. Sie und ihr Mann wurden mit der Elternzeit für Väter zum ersten Mal konfrontiert, als ein Angestellter sieben Wochen vor dem Termin mit seinem Wunsch auf sie zukam – kurz vor Ende der gesetzlichen Anmeldefrist. „Im Handwerk ist das Thema noch nicht angekommen“, resümiert Bockelmann.
Aber nicht nur dort. An der Leuphana Universität gibt es seit Kurzem überhaupt erst die Stelle einer Personalentwicklerin. Und diese sagt: „Bei den Männern hapert es noch.“ An der Uni komme das Problem der zahlreichen befristeten Verträge hinzu. Dr. Kathrin Becher: „Das Problem ist, selbst die Führungskräfte wissen wenig darüber. Wer zum Beispiel für drei Jahre an einer wissenschaftlichen Arbeit schreibt, wie soll der für einige Monate aussteigen? Wir wissen es nicht.“ Becher wünscht sich Kontakt mit anderen Personalverantwortlichen, um Informationen und Tipps auszutauschen. …
Aber eben nicht in den Unternehmen. „Während die Mütter offen über ihre Probleme sprechen, reden die Väter nicht darüber. Oft wissen die Unternehmen nicht einmal, dass ein Mitarbeiter Vater geworden ist.“
Wie sagt doch eine alte Volksweisheit, ‚denen die reden kann geholfen werden’.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Februar 2009
Für eine wissenschaftliche Studie an der Universität Würzburg werden Männer gesucht, die eine ihnen nahe stehende Person durch deren Tod verloren haben und darüber trauern. Anhand von zwei Fragebögen sollen sie im Internet anonym Fragen im Zusammenhang mit ihrem Verlust beantworten. Der Zeitaufwand beträgt etwa 15 Minuten.
Wenn es um die Begleitung, Beratung und Therapie von Menschen in Trauer geht, steht Deutschland gut da. Anders verhält es sich mit dem Gebiet der Trauerforschung; diese wird in Deutschland kaum betrieben.
Dies zeigt sich unter anderem darin, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungsverfahren zur Erfassung des Trauerns gibt, wie sie in englischer Sprache seit langem in Gebrauch sind. Dabei könnten derartige Verfahren zu einem deutlich besseren Verständnis des Trauerverlaufs beitragen; mit diesem Wissen ließe sich die Situation der Betroffenen spürbar verbessern.
Dieses Defizit wollen Wissenschaftler nun beheben: In einem Projekt am Institut für Psychologie der Universität Würzburg, das gemeinsam mit der Praxis für Psychologische Diagnostik und Beratung in Würzburg und des Trauerzentrums Frankfurt/M. durchgeführt wird, sammeln sie gegenwärtig Informationen von Menschen, die eine ihnen nahe stehende Person durch deren Tod verloren haben und darüber trauern.
Da sich bisher überwiegend Frauen an der Umfrage beteiligt haben, sind nun besonders Männer mit einem Verlusterlebnis gesucht. Männer, die sich selbst als Trauernde betrachten, auch wenn der Verlust schon lange zurückliegen mag, werden gebeten, via Internet an der Befragung teilzunehmen. Der Zeitaufwand beträgt etwa 15 Minuten.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Februar 2009
Durchaus nicht alltäglich, aber auch weit davon entfernt ein Einzelfall oder die Ausnahme zu sein. 5 % der in Deutschland geborenen Kinder haben einen Vater, der älter als fünfzig Jahre ist.
Eine überraschende statistische Zahl, die man zunächst nicht vermutet. Die Väter haben schon meist älteren Nachwuchs aus einer früheren Phase. Jetzt im reifen Alter akzeptieren und begrüßen sie die Möglichkeiten, die sich aufgrund einer neuen Konstellation ergeben. Sie holen nach, was sie aufgrund familiärer Gegebenheiten oder die Inanspruchnahme durch den Beruf, nach ihrer Auffassung versäumt haben.
Eine nachvollziehbare Situation, aber in der überraschenden Häufigkeit, dass jedes zwanzigste bei uns geborene Kind einen Vater jenseits der 50 hat.
In einer 60 minütigen „stern-TV-Reportage“ werden die Lebensläufe und die momentane Situation unter dem Motto „Zweiter Frühling – Später Vater“ anhand von Beispielen dargestellt.
Sendetermin: Dienstag 3.2.2009, VOX, 22:10 Uhr
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Februar 2009
Ich finde es ja interessant, das jedes Jahr, vorzugsweise im Januar, ‚das neue Bild vom Vater’ ein GEO Artikel aus dem Jahre 2001 durch die Community’s gereicht wird. Aber auch wenn der Beitrag und die Ergebnisse der dort zitierten Forschung mittlerweile 8 Jahre alt sind, er ist immer wieder lesenswert und enthält für Viele wohl auch immer noch neue Erkenntnisse.
‚Familienforscher haben herausgefunden: Die Wichtigkeit der Mutter bei der Kindererziehung wird reichlich überschätzt. Ohne Väter ist kein Nachwuchs richtig fit fürs Leben
Ein Psychologenteam um Karin Grossmann und Heinz Kindler von der Universität Regensburg hat wissenschaftliche Aufzeichnungen ausgewertet, die den Umgang verschiedener Väter mit ihren Kindern über viele Jahre hinweg dokumentieren. Die bisherigen Erkenntnisse der Forscher: Die Feinfühligkeit des Vaters beim Spiel, etwa mit Zweijährigen, korreliert extrem stark und eindeutig mit dem Bindungsverhalten der Kinder noch im Alter von 16 und 22 Jahren. Je sensibler der Vater das Kleinkind behandelt, desto sicherer geht der junge Erwachsene mit emotionalen Bindungen um.
Mehr noch: Als Erwachsene reproduzieren die Kinder in ihren Beziehungen ziemlich genau jenes Verhalten, das die Väter ihnen gegenüber im Spiel gezeigt haben. Ist der Papa dem Kind gegenüber geduldig, aufmerksam und zugewandt, so sind es 22-Jährige ihren Partnern gegenüber auch; sie vertrauen ihnen mehr, sind offener, emotional erfüllter und wenden sich öfter an Mitmenschen um Hilfe und Zuspruch. Kinder von unsensiblen Vätern haben dagegen weit mehr Probleme in Partnerschaften, sind zugeknöpfter, misstrauischer. Und noch ein Ergebnis: Die Spiel-Feinfühligkeit der Mutter spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Die Suche nach der Wahrheit über das Wesen des Vaters ist schwer. Zu viele Vorurteile verstellen den Blick: vom angeblich abwesenden, faulen, säumigen, gewalttätigen Vater, vom Versager – Vater, vom Zerfall der Familie, vom Ende der Elternschaft… ‚
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Januar 2009
‚Gestern war ein Freudentag für alle Väter in der Schweiz, insbesondere aber für die getrennt oder geschiedenen Väter. Mit der Publikation des Gesetzesvorschlages für das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall hat der Bundesrat eine längst überfällige Gesetzeslücke angegangen.‘ sagt Oliver Hunziker, Präsident von GeCoBi, der Schweizer Vereinigung für gemeinsame Elternschaft.
Heute wird das Sorgerecht bei Unverheirateten zunächst automatisch und ausschließlich der Mutter zugesprochen. Nur wenn sie sich einverstanden erklärt, darf der Lebenspartner mitreden. Bei Scheidungen herrschte bis anhin ebenfalls eine Art Monopol für Frauen. In jüngster Vergangenheit zeigt die Statistik indes eine Tendenz hin zum gemeinsamen Sorgerecht: Anfang des Jahrzehnts einigten sich 1200 Paare im Scheidungsprozess, die Verantwortung für die Kinder zusammen zu tragen, vor zwei Jahren war dies fast 5000 Mal der Fall. Gegenüber 8850 Scheidungen mit alleinigem Sorgerecht der Mutter und 745 gescheiterten Ehen, in denen dieses Recht dem Vater übertragen wurde.
Eine weitere Änderung sieht der Bundesrat im Strafgesetz vor. Nach seinem Vorschlag riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, wer einen Elternteil daran hindert, das Besuchsrecht auszuüben. Wie Felix Schöbi vom Bundesamt für Justiz ausführt, vereitelten Mütter teilweise die Ausübung des väterlichen Besuchsrechts. Diese Frauen riskierten keinerlei Sanktionen, während ein Vater, der das Kind nicht zurückbringe, strafrechtlich belangt werden könne. Mit der geplanten Gesetzesänderung solle auch in diesem Punkt Gleichberechtigung herrschen.
Und was ist mit den Vätern, die ihre Sorgepflicht nicht wahrnehmen, den Sprössling nicht besuchen? Laut Felix Schöbi kann gegen solche Nachlässigkeit schon nach geltendem Recht vorgegangen werden, mit dem Entzug des Sorgerechts sowie der Verpflichtung zu höheren Alimentenzahlungen. «Weitergehende Sanktionen hingegen wären nach unserem Rechtsverständnis übertrieben», findet er.
Gleiche Rechte bedeutet auch gleiche Pflichten, das ist einerseits selbstverständlich, andererseits liegt es jetzt an den Vätern, dies jetzt auch zu leben.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. Januar 2009
Die Vaterrolle im gesellschaftlichen Wandel – was sich trocken anhört, wird lebendig und emotional in der Ausstellung „Zusammen wachsen – Väter und ihre Kinder“. Sie ist noch bis zum 28. Februar im Gesundheitshaus an der Gasselstiege 13 zu sehen (Mo – Fr, jeweils von 8 bis 22 Uhr).
Ein Besuch lohnt sich, vor allem für die, die noch immer keinen passenden Kalender für 2009 gefunden haben. Denn die aussagekräftigsten Bilder sind in einem Foto-Kalender zusammengestellt. Sie zeigen sehr persönliche Momente aus der Vater-Kind-Beziehung, festgehalten von Fotografen, Müttern und Freunden. Der Kalender ist zum Preis von 14 Euro erhältlich.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Januar 2009
Wenn die Kinder krank sind, bleiben inzwischen auch in Baden-Württemberg öfter die Väter zuhause. Nach einer Statistik der DAK Baden-Württemberg stieg der Anteil der Männer, die für ihre kranken Kinder einen „blauen Schein“ eingereicht haben, in der Summe zwischen 2005 und 2007 um fast 20 %. Insgesamt lag der Männeranteil vor vier Jahren noch bei 5,4 %, zwei Jahre später schon bei 6,4 %, teilte die Kasse am Dienstag in Stuttgart mit. Im Jahr 2007 wurden bei der DAK 6735 Anträge auf Kinderkrankengeld eingereicht, davon stammten 432 stammten von Vätern. Allerdings hinkt Baden-Württemberg im Bundesvergleich noch hinterher.
Grund für den Trend könnte nach Ansicht der DAK die wachsende Zahl berufstätiger Mütter sein. „Wenn man dies als Indiz für fortschreitende Gleichberechtigung sehen möchte, dann sind wir in Baden-Württemberg zwar auf einem guten Weg, haben aber noch etwas Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Ländern“, sagte DAK-Landeschef Markus Saur.
Denn trotz der Steigerung wird die Betreuung kranker Kinder in kaum einem anderen Bundesland derart häufig den Müttern überlassen. Nur in Rheinland-Pfalz ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern noch deutlicher. In Brandenburg sind dagegen fast zwölf Prozent derjenigen, die für kranke Kinder von der Arbeit fern bleiben, Männer.
Generell zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr und Kind das Kinderpflege-Krankengeld. Bei Alleinerziehenden gilt dies für 20 Arbeitstage. Anrecht auf die Zahlung haben nur gesetzlich versicherte Eltern mit Kindern bis zu zwölf Jahren.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Januar 2009
Ein hierzulande noch nicht bekanntes Instrument der Familienfreundlichkeit wird jetzt von Canon ausprobiert:
Japans Familien leiden unter den 12-Stunden-Schichten der Väter. Canon will jetzt Japans rekordtiefe Geburtenrate ankurbeln – und schickt seine Angestellten zweimal wöchentlich um 17.30 nach Hause.
Das Ziel des frühen Feierabends: Die Angestellten sollen nach Hause gehen, sich um ihre Partner kümmern – und mit ihnen Kinder zeugen. Von dem ungewöhnlichen Programm berichtet heute CNN.
‚Canon hat ein sehr starkes Familienplanungsprogramm‘, wird Sprecher Hiroshi Yoshinaga zitiert, ‚unsere Mitarbeiter früh nach Hause zu schicken ist ein Teil davon.‘
Die Geburtenrate Japans ist mit 1,34 Kindern eine der tiefsten der Welt. Den Aufruf an die Unternehmen, sich für mehr Familienzeit stark zu machen, kommt von der renommierten Wirtschaftskammer Keidanren. Ihr sind 1300 Firmen im Land angeschlossen, und sie ermuntert jetzt ihre Mitglieder, die Angestellten früher nach Hause zu schicken.
Die Maßnahme hat für Canon selber natürlich auch einen Vorteil: Das Unternehmen kann jetzt in der Wirtschaftsflaute die Überzeitguthaben seiner Mitarbeiter abbauen. Die Angestellten freuen sich über den frühen Feierabend. ‚Es ist grossartig, dass wir früh nach Hause gehen können und uns dabei nicht schämen müssen‘, zitiert CNN den Angestellten Miwa Iwasaki.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 26. Januar 2009
Der Anteil von Männern unter den Beschäftigten in Kindertagesstätten und Grundschulen ist gering. Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Demnach seien im März 2007 beispielsweise in Tageseinrichtungen nur 3 % der Beschäftigten Männer gewesen. Der Bundesregierung ist bewusst, dass Männer im pädagogischen Arbeitsfeld der Kindertageseinrichtungen nur sehr langsam Fuß fassen.
Ein Grund dafür sei, dass die Aufgabe der Kinderbetreuung traditionell als weibliches Berufsbild gelte. Schuld seien aber auch die „wenig attraktiven Arbeitsbedingungen“. So seien unzureichende Bezahlung und fehlende Karrieremöglichkeit typisch für diesen Berufszweig.
Unterschiede hinsichtlich des Männeranteils macht die Bundesregierung in verschiedenen Altersgruppen aus. So liege der Männeranteil bei den unter 25-jährigen pädagogisch Arbeitenden deutlich höher. Dies sei allerdings auf die zahlreichen Praktikanten und die jungen Männer im Freiwilligen Sozialen Jahr zurückzuführen.
Die Bedeutung des Themas, ‚Männer in KiTas’ ist schon im März 2007 bei der ersten bundesweiten Tagung zu diesem Thema in Dresden deutlich geworden. Im Interview mit dem Stern äußerte Holger Brandes, einer der Initiatoren, seinerzeit:
‚Viele Kinder wachsen ohne wirkliche „männliche“ Betreuung auf, entweder weil der Vater sehr viel arbeitet oder die Mutter sogar alleinerziehend ist. Was für Folgen hat das für die kindliche Entwicklung?
Untersuchungen zeigen, dass Kinder die optimalen Entwicklungsmöglichkeiten haben, wenn sie von Mann und Frau erzogen werden. Alleinerziehende Mütter können manchmal den Part des Vaters ganz gut übernehmen, aber es ist eine Herausforderung und manchmal auch Belastung, der nicht alle gewachsen sind. Hinzu kommt, dass vaterlose Kinder keinen lebendigen Umgang mit männlichen Personen lernen und mit diesem Defizit sind wiederum manche Kinder überfordert. Sie müssen sich dann – etwa über Medien – einen Vater vorstellen. Aber der hat manchmal wenig mit der Realität zu tun. Besonders die Jungen lernen dann auch zu wenig, mit ihrer Grobmotorik und ihren Aggressionen umzugehen.’
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