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Archiv für Mai 21st, 2011

Mein Vater sitzt im Knast

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 21. Mai 2011

„Seit 15 Jahren warten wir und nichts verändert sich“. Jonathan (17) und Daniel (15) verbringen die gesamte Kindheit ohne ihren Vater. Denn der sitzt in einem Bielefelder Gefängnis. Bis zu seiner Entlassung müssen die Brüder noch mindestens zwei Jahre warten.

Und ob sich der Vater nach den vielen Knastjahren in Freiheit zurechtfinden wird, können die beiden nur hoffen, aber sie zweifeln daran. Immer wieder hatte es kurze Phasen gegeben, in denen der Familienvater bei Daniel und Jonathan sein konnte.

Er wurde vorzeitig entlassen, wegen guter Führung. Doch dann hatte er wieder in großem Stil gestohlen und musste zurück ins Gefängnis. Daniel und Jonathan erleben schmerzhaft, dass die Strafe ihres Vaters auch ihre eigene ist. Ihr Vater ist eingesperrt, und die beiden Brüder sind ausgesperrt. Sie gehören nie dazu, werden von Mitschülern nicht eingeladen, fühlen sich oft ausgegrenzt und wie mitbestraft.

Das kennen sie schon so lange und haben sich trotzdem bis heute nicht daran gewöhnt: an die ständige Sehnsucht nach ihrem Vater. An beklemmende Sonntage im anonymen Besucherraum, das Abtasten durch die Wärter, Mobbing in der Schule. Was den beiden bleibt, ist die Hoffnung, dass dieser Albtraum eines Tages endlich ein Ende hat und ihr Vater nie wieder eine Straftat begeht.

Eltern zu haben, die im Gefängnis sind, ist etwas, wofür viele Kinder sich schämen, was sie verunsichert und wofür sie sich schlimmstenfalls auch noch verantwortlich fühlen. Den Vater, der Vorbild sein sollte, von dem sie lernen, den sie bewundern wollen, erleben sie als schwach, fehlbar und von der Gesellschaft geächtet.

Sendetermin: ZDF 37 Grad, Dienstag, 24. Mai 2011 22:15 – 22:45 Uhr, Wiederholung am 25 Mai um 4:15 Uhr im Nachtprogramm.

Quelle

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