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Der Befreiungskampf der Männer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 30. September 2010

… lautet die Überschrift des Magazins Newsweek in dieser Woche. Vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Anforderungen an Männer und Frauen wird deutlich, dass es nicht darum gehen kann, alte Männlichkeitsideale wieder zu beleben, im Gegenteil, es geht um eine Erweiterung der Möglichkeiten für Männer.

What’s required, then, is not a reconnection with the past but a liberation from it; not a revival of the old role but an expansion of it. The End of Men isn’t nigh, nor is macho dead. But its definition should be broadened to include both Mr. T and Mr. Mom. It’s time, in other words, for a New Macho: a reimagining of what men should be expected to do in the two realms, home and work. …

Als entscheidender Hebel auf dem Weg hin zu diesen Rollenerweiterungen wird ein bezahlter Vaterschaftsurlaub angesehen und insbesondere auf das Modell Schweden verwiesen.

By altering the roles of the Swedish father and the Swedish worker, Sweden’s paternity-leave legislation has, in turn, rewritten the rules for Swedish men (and, by extension, women). “Swedish dads of my generation and younger have been raised to feel competent at child-rearing,” writes Slate’s Nathan Hegedus, an American who experienced the system firsthand. “They simply expect to do it, just as their wives and partners expect it of them.” If a man refuses time at home with the kids, he faces questions from friends, family, and, yes, other guys. Policy changes produced personal changes—and then, slowly but surely, society changed as well.

Auch anderswo sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten. In Deutschland ist der Anteil der Väter die Elternzeit nehmen um das siebenfache angestiegen, seit das Land sein eigenes, an Schweden orientiertes Gesetz im Jahr 2007 verabschiedet hat. …

On the surface, the New Macho is a paradox, a path to masculinity paved with girly jobs and dirty diapers. Dig a little deeper, however, and it begins to make a lot of sense—not just for men but for everyone. If men embraced parental leave, women would be spared the stigma of the “mommy track”—and the professional penalties (like lower pay) that come along with it. If men were involved fathers, more kids might stay in school, steer clear of crime, and avoid poverty as adults. And if the country achieved gender parity in the workplace—an optimal balance of fully employed men and women—the gross domestic product would grow by as much as 9 percent, according to a recent study by the World Economic Forum.

Ultimately, the New Macho boils down to a simple principle: in a changing world, men should do whatever it takes to contribute their fair share at home and at work, and schools, policymakers, and employers should do whatever they can to help them.

Und zum Schluss, was ist männlicher: ein starker, schweigender, arbeitslos abwesender Vater zu sein oder seine Hälfte der Abmachung als Ernährer und Vater zu erfüllen?

Quelle

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Ein Kommentar zu “Der Befreiungskampf der Männer”

  1. Thomas sagt:

    „alte Männlichkeitsideale wieder zu beleben, im Gegenteil, es geht um eine Erweiterung der Möglichkeiten für Männer.“

    Ein hervorragender Standpunkt, der es ermöglichen sollte, im Rahmen des männlichen Self-Empowerment alte, einengende und eindimensionale Rollengefängnisse zu verlassen.

    Zum „Befreiungskampf von Männern“ habe ich noch ein paar erweiternde Hinweise nach dem Stand der Wissenschaft, ein modernes integratives Konzept von Männlichkeit :

    “Eine stabile männliche Identität braucht die eigene Weiblichkeit nicht zu fürchten.Im Gegenteil: Eine reife männliche Geschlechtsidentität basiert auf dem im Körperbild verankerten sicheren Gefühl der Konstanz der eigenen phallischen Geschlechtlichkeit, welche gleichzeitig die Integration von männlichen und weiblichen Objektrepräsentanzen in das Selbstbild ermöglicht. Dies beinhaltet die Fähigkeit, auf der Ebene der Geschlechtsrollenidentität flexibel zwischen weiblich und männlich konnotiertem Verhalten hin und her changieren zu können, ohne dass die Geschlechtsidentität infrage gestellt wird.

    (Quelle : Männliche Identität, Dammasch/Metzger/Teising, S.12)

    Ich kenne noch die eher typisch männlich-martialische Jungensozialisation (Stichwort : Zwangsmännlichkeit) und finde vor diesem Hintergrund diese Aussage bemerkenswert :

    “Ich vertrete die Auffassung, dass die unausweichlichen Identitätsschwierigkeiten des Mannes im mittleren Alter ihm häufig dabei helfen, seine geschlechtsspezifische Ientität zu transformieren, indem er sich mit den Rätseln seiner Männlichkeit aussöhnt (Diamond 2004a,2006). Diese Entwicklung ist vor allem für solche Männer wahrscheinlich, die sich vorwiegend auf defensiv-phalische, weniger pluralistische Konstruktionen ihres subjektiven Männlichkeitsgefühls gestützt haben.” (ebd.,S.189)

    Vielleicht kann durch Berücksichtigung o.g. Aspekte unserer Jugend integrative moderne Sozialisationsmuster angeboten werden, die u.a. positive Auswirkungen auf die frühere Sterblichkeit von Männern von derzeit 5,4 Jahren haben müsste genauso wie die mitransportierte integrative Gelassenheit, Machtaufgaben mit Frauen zu teilen.

    Vielleicht ein verwertbarer Aspekt für das Thema „Jugendarbeit“ des professionell aufgestellten Bundesforums Männer.

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