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Archiv für Juni 29th, 2009

Anreize für Väter könnten noch größer sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2009

In Österreich haben sich die Regierungsparteien offensichtlich auf ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld als vierte Variante des Kindergeldes geeinigt. Das neue Modell (unbestätigten Berichten zufolge 80 % des letzten Nettoverdiensts für 14 Monate – mindestens 1.000 und höchstens 2.000 Euro) soll zu einer höheren Väterbeteiligung führen.

Die Familien – Expertin der Arbeiterkammer in Wien, Ingrid Moritz, lobt die Pläne, die ihrer Ansicht nach einen größeren „Gestaltungsspielraum“ für Eltern bringen.

Im derStandard.at-Interview hebt sie besonders hervor „Das ist sicher ein Anreiz für eine höhere Väterbeteiligung.“

derStandard.at: Warum ist die zusätzliche Kindergeld-Variante notwendig?

Moritz: Der Vorteil ist, dass es einen höheren Einkommensersatz gibt. Der Lohnverlust ist ein geringerer. Das ist gerade für besser Qualifizierte ein Anreiz. Sicherlich führt das zu einer höheren Väterbeteiligung.

derStandard.at: Ist es nach wie vor so, dass die Väter aus Angst zu viel Geld zu verlieren, eher nicht zuhause bleiben?

Moritz: Ja, wir hören das aus den Beratungsstellen immer wieder, dass die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ein ganz gewichtiger Faktor ist. Die Familien sagen, wenn das nicht besser abgegolten wird, dann ist es finanziell günstiger, wenn die Frau zuhause bleibt und der Mann sich nicht an der Karenz beteiligt.

Die Einkommensschere ist nach wie vor sehr groß und das ist in der Anreizwirkung, wer zuhause bleibt, relevant. Wenn aber, wie beim einkommensabhängigen Kindergeld, der Verlust nicht zu groß ist, ist das ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung. …

derStandard.at: Finden Sie es positiv, dass es vier verschiedene Modelle geben wird oder wären weniger besser?

Moritz: Nein, die steigende Wahlmöglichkeit ist sicher als Fortschritt zu sehen. Das ist ein Mehr an Gestaltungsspielraum, nicht an Komplexität. Die Eltern können flexibler agieren. Kompliziert ist nur die Zuverdienstgrenze (derzeit 16.200 Euro pro Jahr, Anm.), wie sie derzeit geregelt ist.

Die starre Zuverdienstgrenze ist gerade für die gutverdienenden oder besserqualifizierten ein Problem, weil es die Wirkung hat, dass man nur wenige Stunden arbeiten kann, damit man die Grenze nicht überschreitet. Das ist in der Praxis für die Besserverdienenden eine Erwerbsbarriere. …

derStandard.at: Die Regierung ist sich noch uneinig beim Kindergeld für AlleinerzieherInnen. Wie ist hier Ihre Position?

Moritz: Wir haben einen klaren Standpunkt, die AlleinerzieherInnen sollen nicht benachteiligt werden, sie sollen ebenso die Möglichkeit haben, das Kinderbetreuungsgeld mit längerer Bezugsdauer zu beziehen.

Der Anreiz für Väter könnte auch noch größer sein. Analog zum im Arbeitsrecht geregelten Anspruch auf drei Monate Väterkarenz fordern wir, dass die Bezugsdauer bei partnerschaftlicher Teilung auf von zwei auf drei Monate verlängert wird. Und damit Väter von Anfang an bei der Kinderbetreuung beteiligt sein können, fordern wir die Einführung des Papamonats. Wir haben es betriebsintern schon eingefüht, es revolutioniert nichts, aber es ist auf jeden Fall ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung.

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Universität Koblenz-Landau fördert promovierende Mütter und Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Juni 2009

Die Universität Koblenz-Landau geht bei der Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen neue Wege. Sie hat das Förderprogramm „Promovieren mit Kind“ aufgelegt. Damit unterstützt sie Promovierende, die neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit noch als Mütter oder Väter Kindererziehung und -betreuung zu leisten haben.

Diese besonders familiengerechte Form der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung sei bislang einmalig in Rheinland-Pfalz, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal. Die Universität wolle ihren Beitrag dazu leisten, dass wissenschaftliche Qualifizierung und familiäre Verpflichtungen besser miteinander vereinbart werden können.

Das Programm ist auf ausgesprochen positive Resonanz gestoßen. Zurzeit werden sechs promovierende Mütter und Väter unterstützt. Für ein Jahr wird ihnen eine studentische Hilfskraft mit einem Arbeitsvolumen von 156 Stunden finanziert, die sie zum Beispiel bei Recherchen oder Laborarbeiten unterstützt. Über die Verteilung der Arbeitsstunden kann die Doktorandin bzw. der Doktorand frei verfügen.

Initiiert wurde das neue Förderprogramm vom Interdisziplinären Promotionszentrum (IPZ) und den Frauenbüros der Universität. Es ist Bestandteil des umfangreichen Ziel- und Maßnahmenpakets im Rahmen der Zertifizierung der Universität als „Familiengerechte Hochschule“.

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