Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Januar 2009
… und manchmal sind Krisen Katalysatoren für eine nachhaltige Veränderung. Über die aktuelle Wirtschaftskrise ist lange geredet worden, inzwischen hat sie auch den Arbeitsmarkt erreicht.
Auch an dieser Stelle habe ich in den vergangenen Jahren geschrieben, dass der Boom und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften die Umsetzung von Väter- und familienbewusster Personalpolitik und die Entwicklung entsprechender Unternehmenskulturen erleichtert. Wie wird es also weiter gehen? Wird sich das Anliegen als ‚Schönwetter-Thema’ erweisen? Nice to have aber im Moment nicht bezahlbar?
Ich denke, das Gegenteil ist der Fall! Die vor uns liegenden Monate werden für die Unternehmen eine Glaubwürdigkeitsprobe darstellen. Es kommt für sie ja nicht nur darauf an, die Krise zu überstehen, sondern sich auch mit motivierten Beschäftigten auf die Zeit danach vor zu bereiten.
Welche Auswirkungen die wirtschaftlichen Entwicklungen zum Beispiel auf die Väter in Banken hat, die ihren Job bereits verloren haben oder im Anbetracht von angekündigten Einsparungen und Fusionen um ihn fürchten, wird hierzulande, im Gegensatz zu den USA, nicht öffentlich diskutiert. Dort schreibt zum Beispiel ein Senior Vice President von Lehman Brothers im Wall Street Journal über sein väterliches Engagement und seine Gefühlslage nach der Entlassung und in der Huffingtonpost wird unter der Überschrift ‚Family, Meet the New Recession (Same As the Old Recession?)’ unter anderem die Auswirkung der Krise(n) auf die Betreuung von Vorschulkindern durch Väter beleuchtet.
Ich werde die Entwicklung in Deutschland genau beobachten und an dieser Stelle dokumentieren.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Januar 2009
Vor gut drei Monaten habe ich an dieser Stelle über das Buch von Uli Hauser „Eltern brauchen Grenzen“ in dem er für eine entspanntere Erziehung plädiert, berichtet. Denn Kinder wollen neugierig sein dürfen, lieben und geliebt werden. Und groß werden in dem sicheren Gefühl, dass Vater und Mutter ihnen zutrauen, das Leben meistern zu können.
Heute nimmt sich Walter Schmidt in der Frankfurter Rundschau das Thema von einer anderen, beängstigenden Seite vor.
‚Vor vierzig Jahren war die Kindheit ein einziger Schrecken: Fußballplätze mit scharfkantigen Schottersplittern, brandgefährliche Kartoffelfeuer und wacklige Baumhäuser, aus denen grässliche Nägel hervorstachen.
Gut, dass einige Kinder aus jener Zeit überlebt und selber Nachwuchs gezeugt haben, auch wenn dieser sich heute noch viel übleren Gefahren ausgesetzt sieht: Playstations, die beim Herunterfallen zarte Zehen zu zertrümmern drohen; Handys, an denen man sich beim Simsen den Daumen zerrt; und dann die vielen rasenden Mütter, die ihre Kinder noch schnell vor dem Job zum Kindergarten fahren, weil entlang des quälend langen, fast zweihundert Meter messenden Fußwegs so viele gefährliche Autos unterwegs sind.
Kein Wunder, dass die Kinder von heute mit Handys ausgestattet werden, über die man sie jederzeit bequem orten kann. Verlassen sie einen definierten Raum rings um die Wohnung oder den Schulweg, sendet das Mobiltelefon sofort eine Kurznachricht an die Eltern. …
Noch besser eignet sich auch das satellitengestützte GPS-Ortungssystem zur Fernüberwachung von Dreikäsehochs. Längst gibt es entsprechend ausgerüstete Kinder-Handys. Das ist eine Art virtuelle Nabelschnur, mit der vor allem die Mutter-Kind-Bindung in bisher unerreichter Weise aufrechterhalten werden kann, notfalls auch über Jahrzehnte. … Das Handy ist übrigens strahlungsarm, dafür strahlen die entspannten Eltern umso mehr.’
Das Resümee des Autors dazu: ‚ein pädagogisches Desaster’. Ich würde noch weiter gehen, ein menschliches Desaster, 1984 als Familiengeschichte.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. Januar 2009
Das Väterzentrum Berlin ist im Jahr 2009 einer von 365 ausgezeichneten „Orten im Land der Ideen“. Damit repräsentiere das Väterzentrum Berlin die Innovationskraft und Kreativität Deutschlands, formuliert das Glückwunschschreiben der Initiative „Deutschland-Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler. Die Idee des Väterzentrums, so heißt es weiter, habe „Vorbildcharakter“ für die Potenziale und Chancen Deutschlands. Am 6. Januar um 10.30 Uhr wird die Auszeichnung an das Väterzentrum Berlin vergeben.
„Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Idee der Förderung engagierter Vaterschaft ausgezeichnet wird“, sagt der Leiter des Berliner Väterzentrums, Eberhard Schäfer. „Damit wird auch deutlich, dass die Vereinbarung von Beruf und Familie für Väter zunehmend als Standortfaktor erkannt wird.“ Das Väterzentrum fördert, vernetzt und berät Väter, die Beruf und Familie besser vereinbaren möchten.
„Wenn die Papas in Elternzeit mit ihren Kindern zum Papacafé kommen, brummt unser Papaladen, und die Kinderwagen parken in Dreierreihen“, beschreibt der „Local Manager“ des Väterzentrums Marc Schulte die Szenerie im „Papaladen“. „Die Väter, die zu uns kommen, sind echte Trendsetter“, so Schulte. „Bei uns findet die Väterlichkeit der Zukunft schon jetzt statt.“
Das Väterzentrum Berlin im kinderreichsten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bietet neben dem vielbesuchten Papa-Café unter anderem Kurse für werdende Väter, Vater-Kind-Abenteuerreisen, Elternzeitberatung und Coaching für Väter. Aber auch der Spaß für das Kind im Manne kommt nicht zu kurz: Kicker und Carrerabahn gehören zur Ausstattung des Papaladens.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Januar 2009
Unterhaltspflichtige Väter (und Mütter) müssen für Trennungskinder im Alter bis elf Jahren künftig etwas weniger zahlen, für ältere Sprösslinge aber deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus der heute veröffentlichten neuen „Düsseldorfer Tabelle“ zum Unterhaltsrecht hervor. Alle betroffenen Kinder hätten jedoch dank der jüngsten Kindergelderhöhung unter dem Strich mehr Geld zur Verfügung, betonte der Koordinator der Tabelle, Jürgen Soyka.
Die „Düsseldorfer Tabelle“ ist bundesweit die Richtschnur für die Berechnung der Unterhaltssätze von Trennungskindern. Sie wird vom Düsseldorfer Oberlandesgericht in Abstimmung mit den anderen deutschen Oberlandesgerichten erarbeitet.
Für Kinder im Alter bis fünf Jahren sinken danach Unterhaltszahlungen je nach Einkommen des Unterhaltspflichtigen um zwei bis drei Euro, für sechs- bis elfjährige Kinder sogar um fünf Euro im Monat. Die Absenkung ist darauf zurückzuführen, dass die Kindergelderhöhung um zehn Euro zur Hälfte auf die Zahlungsverpflichtung angerechnet wird.
Für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren steigen dagegen die Unterhaltszahlungen um 7 bis 15 Euro und für junge Erwachsene über 18 Jahre sogar um 14 bis 29 Euro. Die deutlichen Steigerungen bei den älteren Kindern seien darauf zurückzuführen, dass bei der im vergangenen Jahr geltenden Übergangsregelung höhere Altersgruppen tendenziell eher benachteiligt worden seien.
Väter mit einem Einkommen bis 1.500 Euro müssen demnach künftig – nach Abzug des Kindergeldanteils – für ein Einzelkind im Alter bis fünf Jahre 199 Euro zahlen. Für sechs- bis elfjährige Kinder sind 240 Euro, für 12- bis 17-jährige 295 Euro und für über 18-Jährige 268 Euro fällig. Väter mit einem Netto-Einkommen knapp unter 5.100 Euro zahlen in der ersten Altersgruppe 368 Euro, in den folgenden 434, 522 und 528 Euro.
Keine Veränderungen gab es beim Eigenbedarf der Unterhaltspflichtigen. Er sei im vergangenen Jahr ohnehin recht großzügig berechnet worden, meinte Soyka.
Die nächste Überarbeitung der „Düsseldorfer Tabelle“ wird vermutlich im Januar 2011 in Kraft treten.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. Januar 2009
Wenn Väter die Qualität ihrer Beziehung als hoch bewerten, hat das Auswirkungen auf ihr Verhalten zu den Kindern.
Denn die Häufigkeit und Intensität der väterlichen Interaktion mit dem Kind hängen von der Qualität der Partnerschaft ab, erläutert das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München im Bulletin 83/84.
Verschlechtert sich die Partnerschaft, komme es häufiger auch zu einer Verschlechterung der Vater-Kinder-Beziehung, da sich der Vater dann emotional zurückzieht.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. Januar 2009
Welche väterpolitischen Positionen haben die fünf im hessischen Landtag vertretenen Parteien? Diese Frage stellte Bernd Michael Uhl, selbsternannter Systemkritiker und Väteraktivist aus Kassel den Landes- und Bundesverbänden der Parteien.
Bis Ende 2008 lagen drei Antworten vor:
Der Landes FDP, Das Büro des Fraktionsvorsitzenden Jörg Uwe Hahn äußerte unter anderem: ‚Alleinerziehende sowie Väter, die Zeit für ihr Kind brauchen und wollen, haben es in unserer Gesellschaft besonders schwer. Deshalb werden wir unsere sozialpolitische Arbeit auch künftig auf diese Personengruppe ausrichten. Politische Arbeit kann jedoch nicht alles leisten! Wir brauchen einen Mentalitätswechsel in Gesellschaft und Berufsleben. Väter, die sich um ihre Kinder kümmern müssen bzw. wollen, sollten künftig ein ganz selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft – ohne jegliche Nachteile im Berufsleben – sein. Hier gibt es noch einiges zu tun!’
Der Bundes SPD: ‚Mir sind keine Materialien mit dem speziellen Blick auf Väter oder auf allein erziehende bekannt.’ Und der Bundes Linken, die einen Verweis mit einem Link auf die Homepage der Hessischen Linken sandten, die Suche nach ‚Väter‘ ergibt dort einen Treffer, den Hinweis auf die ‚Landesarbeitsgemeinschaft Gleichberechtigung auch für Männer’.
Dort heißt es u.a. ‚Wir wollen die Abschaffung von Zwangsdiensten für Männer (Wehrpflicht, auch ZIVI), ein faires Sorgerecht (auch für unverheiratete Väter) sowie kategorische Vaterschaftstests als fester Bestandteil eines jeden Familienbuches. Des weiteren wollen wir ein neues „Männerbild“ erzeugen. Wir sind nicht Versorger, Beschützer oder das starke Geschlecht sondern verantwortungsbewusste, pazifistische und tolerante Männer, die sich reale Gleichberechtigung sehnlichst wünschen.’
Dieses im doppelten Sinne magere Ergebnis mag dem kurzen Wahlkampf und der Jahreszeit geschuldet sein, angesichts des Superwahljahres 2009 darf das jedoch nicht alles gewesen sein.
Es bedarf wohl aber einer väterpolitischen Initiative, die den politisch Verantwortlichen in diesem Lande deutlich macht, dass Familienpolitik wichtig ist, Frauen- und Männer- bzw. Väterpolitik nicht ersetzen kann. Denn nicht überall wo Familie drauf steht, sind auch Väter drin und ‚mitgemeint‘ hatten wir schon einmal.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Januar 2009

Welcher Trend zieht Sie an?
Das Trendbüro aus Hamburg skizziert in seinem Silvester Newsletter die wichtigsten Trend, die wir in 2009 mit gestalten können. Ich habe die sechs der vierzehn Trends ausgewählt, die meiner Ansicht nach am meisten mit dem Themen dieses Blogs zu tun haben:
‚Silver Sex – Zweite Pubertät statt Midlife-Crisis
… Die Sache hat freilich einen Haken. Man wird trotz aller Anti-Aging-Parolen auch in Zukunft älter. Die alterslose Gesellschaft bleibt eine Sehnsucht der Konsumenten und ein Marketing-Märchen zugleich. Spätestens wenn man anfängt, zu den neuen Alten zu gehören, begreift man das. Es geht also um die individuelle und aktive Gestaltung eines längeren Lebens und der Chancen, länger zu lieben, und sei es, sich selbst.
Kidults – Die selbstbewusste Art, unreif zu bleiben
Erwachsensein nach bisherigen Vorstellungen besitzt keine Attraktivität mehr. … Wohin sollten sich Mittdreißiger auch flüchten, wenn über 60-Jährige ihr Junggebliebensein demonstrieren und Verbindlichkeiten immer seltener werden: Frauen heiraten durchschnittlich mit 33, Beziehungen fallen flexiblen Arbeitsbedingungen zum Opfer, Kinder werden später gezeugt, und 50 Prozent der 21- bis 25-Jährigen leben in Deutschland noch bei ihren Eltern. Was früher abwertend als „kindisch“ bezeichnet wurde, ist heute ein Gesellschaftsphänomen von beträchtlichem Ausmaß.
Prokrastination – Verschiebetaktik: „Ich will mich definitiv nicht entscheiden“
Die multioptionale Gesellschaft leidet unter Entscheidungsdruck. Von der Generation Praktikum bis zum Kurzzeitmanager liegt im Aufschieben von Entscheidungen die Taktik: immer bereit, auf Unvorhergesehenes zu reagieren, hoffend, dass nötige Informationen noch eintreffen, die die Lage wieder anders beleuchten, oder sich das Problem durch neue Umstände von selbst aus der Welt schafft. Die Verschiebetaktik suggeriert, alle Optionen für die Zukunft aufrechtzuerhalten. … In der Gesamtheit verstärkt diese Aufschiebetaktik jedoch die allgemeine Ungewissheit. Einziges Mittel gegen die Verschiebetaktik: Vertrauen, die richtige Wahl getroffen zu haben.
Female Shift – Frauen werden das starke Geschlecht
Unsere Gesellschaft wird weiblicher. Frauen sind selbstbewusster und unabhängiger als je zuvor, was in direkter Konsequenz auch veränderte Ansprüche an Partnerschaften mit sich bringt. Frauen treffen 80 Prozent der Kaufentscheidungen und werden künftig auch in der Berufswelt wesentlich stärker auf Mitspracherecht drängen. … Das lässt beide Geschlechter ihre jeweiligen Positionen neu ausloten und eröffnet Frauen wie Männern neue Perspektiven und eine noch individuellere Lebensführung. Weiterlesen »
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. Dezember 2008
Das Mütter nach der Geburt glücklich sind, lässt sich physiologisch durch einen Hormonschub erklären. Doch offenbar werden auch die euphorischen Gefühle frischgebackener Väter von Hormonen gesteuert, schreibt der Züricher Entwicklungspädiater Remo Largo in seinem neuen Buch ‚Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht’.
„In den ersten Monaten nach der Geburt sinkt beim Vater der Spiegel der typisch männlichen Hormone und die Menge der eher weiblichen Hormone steigt für einige Monate an. Offenbar lässt der Haut- und Körperkontakt zum Baby auch bei Vätern, wenngleich in geringerem Ausmaß als bei Müttern, das Hormon Oxytozin ansteigen. Oxytozin löst Glücksgefühle aus“.
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Dezember 2008
„Diamonds are a girl’s best friend”, trällerte einst Marilyn Monroe. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Emnid – Meinungsstudie stimmen ihr bei dieser materiellen Sichtweise heute mehr Frauen zu als je zuvor.
Es geht ihr nicht um die große Kariere und nicht um das große Geld – aber auf milde Gaben ihres Mannes will die Frau von heute auch nicht mehr angewiesen sein. 94 % der Frauen in Deutschland bezeichnen die finanzielle Unabhängigkeit als wichtiges Lebensziel, nur 88 % sagen dies dagegen über den Wunsch nach Kindern.
Theoretisch stuft sich laut Emnid nur noch jede zehnte Deutsche als „Vollblut-Familienfrau” ein – also als Heimchen am Herd. 52 % der Frauen suchten stattdessen die Balance zwischen Beruf und Privatleben. Aber fast jede Dritte glaubt gleichzeitig, dass sich Kariere und Kinder in Deutschland nach wie vor nicht kombinieren lassen – und will das auch gar nicht. „Im Zweifelsfall”, sagt Meinungsforscher Scheffler, „entscheidet sich die Mehrheit dann eher für Familie und Partnerschaft.”
„Frauen übernehmen eben immer noch automatisch die Verantwortung, wenn es darum geht, Familien und Beruf auszutarieren”, sagt Marina Rupp vom Familienforschungsinstitut der Universität Bamberg. Nicht selten stünden sich die Mütter dabei mit ihren eigenen Weltbildern im Weg. Sobald es um die Frage der Kindererziehung gehe, fühlten sich die Frauen „verpflichtet aus dem Job auszusteigen und bereit zu stehen”. An der Wirklichkeit in Deutschland habe sich letztlich weniger geändert als an den Wünschen der Frauen.
Während der Deutsche Familienverband an Politik und Gesellschaft appelliert, die Betreuungsangebote für Kinder zu verbessern und den Frauen nach einer Erziehungsphase den Wiedereinstieg in die „tendenziell familienfeindlichen Arbeitswelt” zu erleichtern, sieht Familienforscherin Rupp auch die deutschen Männer in der Pflicht: „Je mehr Männer auch mal eine Pause einlegen, desto weniger werden Job und Karriere ein rein weibliches Problem sein.” Damit würden die Väter ihren Frauen „sehr viel erleichtern”.
Diese Perspektive scheint indes so manchen Vater zu überfordern. Die Gewerkschaft ver.di verkündete am Mittwoch in Hessen die Einrichtung eines Sorgentelefons für Männer. Es ist für diejenigen Vertreter des „starken Geschlechts” gedacht, die Beistand suchen beim Versuch, Beruf und Partnerschaft, Familie und Freizeit auf die Reihe zu kriegen. Gut ein Fünftel der deutschen Männer wolle sehr wohl aktivere Väter sein. Doch es gebe dabei oft Probleme mit dem Umfeld: Im schlimmsten Fall werde der aktive Vater als „unmännlich abgestempelt und ausgegrenzt”.
Ach so, eh ich es vergesse, die Untersuchung ist aus dem Jahr 2002 und die Themen haben wir doch inzwischen abgearbeitet, oder?
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Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Dezember 2008

(C) sanjarok photocase
Junge und alte Väter beschäftigen sich am meisten mit ihren Kindern. Väter im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 49 Jahren haben dagegen größere Schwierigkeiten, sich in die Erziehung und Versorgung der Kinder einzubringen und gleichzeitig den Anforderungen am Arbeitsmarkt gerecht zu werden.
Das geht aus einer Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München hervor. Denn der Job fordere von ihnen häufig dauerhaft erhöhte «Flexibilität und Innovation». So sei es in der mittleren Lebensphase für Männer am wenigsten möglich, die Vaterrolle aktiv zu gestalten, ohne negative Folgen im Beruf befürchten und sich weiter in der eigenen Freizeit einschränken zu müssen.
Väter über 50 Jahren könnten dagegen ihre Prioritäten verlagern, so das DJI. Für die meisten betroffenen Männer sei dann der Höhepunkt der beruflichen Entwicklung erreicht, weshalb sie sich mehr auf die Vaterschaft konzentrieren könnten.
Je mehr ein Mann arbeitet, desto weniger Zeit verbringt er mit seinen Kindern, berichtet das DJI im «DJI Bulletin 83/84». Väter, die 50 Stunden und mehr arbeiten, übernehmen «einschneidend weniger Verantwortung» in der Versorgung ihres Kindes und teilen im Vergleich zu den anderen Vätern am wenigsten das alltägliche Geschehen mit ihrem Nachwuchs. Wird im mittleren Alter ein wöchentliches Arbeitspensum von 50 Stunden überschritten, entziehe das dem Kind den Vater.
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