Immer mehr Väter entscheiden sich, ihr Büro gegen das Kinderzimmer einzutauschen und zumindest einen Teil der Elternzeit mit ihrem Kind zu verbringen. Berlin ist dabei Spitze, rund jeder fünfte Antrag auf Elterngeld stammt hier von einem Vater. Für die Unternehmen bedeutet dies die Herausforderung, sich auf diese Bedarfe einzustellen. Die IHK Berlin möchte dieses Thema zusammen mit Unternehmensvertretern und Eltern diskutieren und lädt daher am 24. März 2009 zu einer Veranstaltung ein.
Bei der Veranstaltung geht es unter anderem um folgende Themen:
Was nutzt Väterfreundlichkeit den Berliner Betrieben? Almuth Nehring-Venus, Staatssekretärin für Wirtschaft, Technologie und Frauen
Auch Väter haben ein Vereinbarkeitsproblem – Perspektiven und Ansätze für mehr Väterfreundlichkeit in Betrieben, Dr. Peter Döge, Institut für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung e.V.
Das vollständige Programm können Sie hier als Flyer herunterladen.
Eine Schwangerschaft ist anstrengend. Der Bauch wird runder und runder, morgens stellen sich regelmäßig Schwindel und Übelkeit ein und häufig meldet sich dazu auch noch ein hämmernder Kopfschmerz. Allerdings plagen sich nicht nur viele werdende Mütter mit diesen schwangerschaftstypischen Beschwerden, sondern auch manch werdender Vater.
Das Phänomen ist in der Wissenschaft unter dem Namen ‚Couvade-Syndrom‚ bekannt. Im Französischen hat das Wort ‚couver‘ unter anderem die Bedeutung «ausbrüten» oder «liebevoll betreuen». Vor allem Männer, die ohnehin sehr mitfühlend seien, neigten oft zu ‚Parallelschwangerschaften‘, berichtet Harald Werneck von der Uni Wien. Die werdenden Väter versetzten sich derart intensiv in die Situation ihrer Partnerin hinein, dass sie psychosomatische Beschwerden entwickelten, die jenen der Schwangeren glichen.
In den meisten Fällen ist das Phänomen nach Angaben des Wissenschaftlers kein Grund zu größerer Sorge. Gleichwohl entwickelten einige Väter einen erheblichen Leidensdruck. Denn Grund des vermeintlichen Mitleidens könnten auch ungelöste Konflikte sein, sagt Werneck: «Hinter dem intensiven Mitgefühl können massive Ängste stehen.» Denkbar seien etwa Zukunftssorgen oder Bedenken der Väter, mit dem Kind in eine Rivalität um die Zuneigung der Mutter zu treten, erläutert der Psychologe.
Auf neurologischer Ebene lässt sich das Phänomen der ‚Parallelschwangerschaften‘ laut Werneck möglicherweise auch mit den erst seit einigen Jahren erforschten Spiegelneuronen erklären. Diese Nervenzellen im Gehirn lösten beim Betrachter quasi spiegelbildlich dieselben Handlungen aus, die er gerade beobachte.
Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten Frauen keine eigenen Kinder bekommen, wenn sie zu alt waren, keinen Mann hatten oder aus sonst einem Grund nicht schwanger wurden.
Heute gebären Frauen mit Mitte 60 Kinder, lesbische Paare erfüllen sich den Kinderwunsch und in einigen Ländern können Kinder mit Eigenschaften nach Wunsch bestellt werden. Die Dokumentation ‚Die Kindermacher – Von künstlichem Sperma und greisen Müttern’ zeigt was heute möglich ist und in einigen Jahren machbar sein könnte.
Die Spanierin Carmen Bousada wurde mit 67 Jahren Mutter. Nachdem sie ihre Eltern bis zu deren Tod – die Mutter wurde 105 – gepflegt hatte, war sie biologisch zu alt für eine natürliche Schwangerschaft. Aber sie wünschte sich Kinder als neuen Lebensinhalt. Da es in Spanien keine Möglichkeit in dieser Richtung gab, wandte sie sich an das Pacific Fertility Center in Los Angeles, wo ihr eine befruchtete Eizelle einer jungen Frau eingepflanzt wurde.
Heute lebt sie mit ihren Zwillingen, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung. Hilfe bekommt sie von ihrem 70 Jahre alten Bruder, der selbst längst Großvater ist. Carmen Bousada möchte noch erleben, dass ihre Jungen 18 Jahre alt werden, doch das ist fraglich. Ein Jahr nach der Geburt der beiden wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert – möglicherweise eine Folge der starken Hormonbehandlung.
In Frankfurt am Main erwarten Birgit und Melanie ihr zweites Kind. Melanie hat bereits eine Tochter zur Welt gebracht, gezeugt im Labor mit einer anonymen Samenspende. Auch das zweite Kind wird eine Tochter – und die leibliche Schwester des ersten, denn das Sperma stammt vom selben Spender.
Für das lesbische Paar Melanie und Birgit gibt es nur ein störendes Element in ihrem glücklichen Familienleben: den «unbekannten Dritten», den leiblichen Vater, nach dessen Identität die Kinder vielleicht einmal fragen werden. Mit der Volljährigkeit haben sie nach deutschem Recht Anspruch darauf, seinen Namen zu erfahren.
Sendetermin: Freitag 13.3.2009, 19.00 Uhr, bei Arte. Wiederholung: 14.03.2009 um 10:30 Uhr
Dieser Satz bringt bei Google heute ganze 5 Treffer und keinen Hinweis darauf, dass mit dieser Überschrift der erste Megatrend des 1999 gegründeten Zukunftsinstituts von Matthias Horx beschrieben wurde.
‚Männer: Das Marketing entdeckt eine neue Zielgruppe – Wieso wir uns von verkrusteten Rollenbildern verabschieden müssen’ lautet heute der Titel in der Jubiläumsausgabe ‚10 Jahre Zukunftsletter’. Dort wird punktgenau das Dilemma thematisiert, dass gerade in diesem Monat, am 8. März war Weltfrauentag und am 20. März ist Equal Pay Day.
‚In weiten Teilen herrschte in unserer Kultur- und Konsumwelt ein höchst einseitiges Bild von den Männern vor. ER war das Maß aller Dinge. … Doch je weiter Die Emanzipation und die Gleichstellung voranschritt, desto stärker gerieten auch männliche Geschlechter- und Rollenidentitäten unter Druck. …
Damals nutzten zwar zwar gerade 1,5% der Männer die Möglichkeit, Erziehungsurlaub zu nehmen, jedoch der Trend war schon erkennbar. Erste Unternehmen wurden zu Vorreitern in Sachen Familienpolitik für Väter und nahmen die Bedürfnisse moderner Familien vorweg.’
So wie die Hotelfirma Marriot International, die mit der Working Father Campaign Leistungsträgern mit Kindern Fähigkeiten des Familienmanagements näher bringen wollte.
Und heute?
Hat sich die Situation grundlegend geändert. ‚Nicht nur, das die ‚gefühlte Väterdichte’ auf den Spielplätzen und vor den Kindergärten der Republik deutlich zugenommen hat, auch die Blogosphäre ist voll von Väterseiten (z.B. www.vaeterblog.de) und sozialen Netzwerken (z.B. www.ichbinpapa.de) rund um das Thema Vaterschaft.
Ein Buch für Männer, über das ‚Nabelschnurdilemma’ und die Notwendigkeit, dieses zweite Band zur Mutter in einem emanzipatorischen Akt zu durchtrennen. ‚Älter wird Mann von alleine. Erwachsen nicht unbedingt.’ Der Autor Roland Kopp-Wichmann schöpft aus einer 25-jährigen Praxis als Paartherapeut, Coach und Führungskräftetrainer, die in das Buch in Form unterhaltsamer Beispiele von Mamasöhnchen im Nadelstreifen einfließen.
Kopp-Wichmann führt seine Leser anschaulich durch die psychologischen Hinter- und Abgründe von Paarbeziehungen, beschreibt die Vorteile für Frauen (und Männer), einen nicht erwachsenen Partner zu haben, um dann konkrete Wege zur Ablösung für Männer aufzuzeigen, die sich entschieden haben, erwachsen zu werden, denn ‚Männer lassen sich durch Frauen nicht verändern’, und das gilt umgekehrt genauso. Mann muss es schon wollen.
Dazu gehört dann u.a. ein Test ‚Wie erwachsen bin ich?’, eine Anleitung, sich mit seinem eigenen Vater (-bild) auseinanderzusetzen und eine ganze Reihe von praktischen Übungen zur Ablösung. Beeindruckt hat mich das Bild des Autopiloten, der in vielen Alltagssituationen sehr hilfreich ist, in der Partnerschaft aber häufig zur Kollision im Blindflug führt.
Im letzten Abschnitt gibt es dann auch noch Hinweise für die Partnerin, die Lektorin war schließlich der Überzeugung, dass das Buch zu 80% von Frauen gekauft wird. Aber deshalb hätte es nicht so rosa sein müssen.
Zu dem Themenschwerpunkt „Die Rolle des Vaters in der frühen Kindheit“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Das Heft enthält Beiträge u. a. von Dieter Thomä: „Der Vater – ein Meister der Kniebeuge. Ein Plädoyer für aktive Vaterschaft“,
Isabelle Krok: „Wann und wie viele oder überhaupt? Kinderwünsche junger Männer“,
Claudia Zerle: „Vielfältige Vaterschaftskonzepte: Die Vorstellungen junger Männer vom Vatersein“,
Bernd Neumann und Volker Baisch: „Wozu sind Väter überhaupt gut?“,
Ingeborg Rakete-Dombek: („Väter sorglos? Zur gemeinsamen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern“) sowie ein
Interview mit Wassilios E. Fthenakis: „Der Einsatz des Vaters im Alltag erweitert die Erfahrungs- und Lernchancen für das Kind“.
Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge: Eberhard Schäfer: „Väterzentrum Berlin: Kicker, Carrera und „care“: Wie die Generation Papa tickt und wo sie sich trifft“ und Hans-Georg Nelles: „Väter wollen das! Das Väterexpertennetzwerk Deutschland VEND e.V.“
Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 4,50 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden
Wie intelligent ein Kind ist, hängt auch vom Alter des Vaters ab. Das fanden australische Hirnforscher heraus, die Daten von 33 437 Kindern auswerteten. Ältere Väter, so das Ergebnis, hätten weniger intelligenten Nachwuchs.
Bei Frauen sei das umgekehrt: Je älter die Mutter, desto klüger das Kind. Auch was auf den Teller kommt, soll auf die Geisteskraft wirken, meinen Forscher der Uni Göteborg. Nach ihrer Studie haben Teenager um sechs Prozent erhöhte verbale und andere geistige Fähigkeiten, wenn sie einmal pro Woche Fisch essen, plus elf Prozent bei zweimal und häufiger Fisch pro Woche, unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern.
… titelt die Schwäbische Zeitung einen Bericht zu den neuen Elterngeldzahlen und gibt an, bei den größten Arbeitgebern in Biberach und bei Expertinnen nachgefragt zu haben, ob Männer mehr Verantwortung bei der Erziehung der Kinder übernehmen wollen.
Die Antwort wird dann aber schon einmal ohne die erwähnte Expertise geliefert: ‚Der neue Mann, der ein halbes oder ein ganzes Jahr Elternzeit in Anspruch nimmt, um sich in dieser Zeit ausschließlich seinem Nachwuchs zu widmen, ist offenbar nach wie vor ein Exot.’
Dazu die Arbeitgeber der Region: ‚Dass ein männlicher Mitarbeiter sechs Monate oder ein Jahr zu Hause bleibt, seien Einzelfälle, sagt Vollmer-Personalleiter Hans Wahl. „Ein paar sind zwei oder drei Monate zu Hause geblieben.“ Bei Liebherr gingen 2008 zwölf Väter in Elternzeit. Die zeitlichen Spannen reichen von einem bis zu sieben Monaten. Auch bei Boehringer genehmigen sich Väter lieber kürzere Auszeiten und nehmen eher zwei bis drei Monate Elternzeit. „Mehrheitlich bleiben die Frauen zu Hause, zunehmend aber auch Männer“, sagt Boehringer-Pressesprecher Gunter Engelberg.’
Die Erklärung für dieses Verhalten ist schwäbisch simpel: ‚Die gesetzlichen Regelungen führten zwar allmählich zu einem Umdenken, entscheidender sei aber, wer das größere Gehalt bezieht. „Verdient die Frau mehr, bleibt eben der Mann zu Hause.“’ Die Unternehmen haben auch noch ein Eigeninteresse, ihre Beschäftigten nicht allzu lange ziehen zu lassen:
Sollte bei Boehringer ein Vater oder eine Mutter in Elternzeit gehen, suche man individuelle, auf die jeweilige Stelle zugeschnittene Lösungen. Der Pharmakonzern gibt sich nicht ohne Grund betont kinderfreundlich. „Wir wollen das Knowhow der Mitarbeiter für das Unternehmen sichern.“
Die ebenfalls befragte Expertin, die Leiterin der Familienbildungsstätte Karin Burgmair-Laengerer, berichtet von einer Veranstaltung zum Thema „Männer in der Arbeitsfalle“ im vergangenen Jahr und sagt: „Männer brauchen mehr Selbstbewusstsein, ihren Rechtsanspruch auch einzufordern. Viele trauen sich nicht, weil sie Unannehmlichkeiten fürchten.“
Ich denke, Ermutigung und ‚Traute’ sind angesagt, aber bei der Recherche zu dieser Veranstaltung gab mir das ‚Google Orakel meinten Sie’ einen interessanten Hinweis.
Immer mehr Hessen beanspruchen Elterngeld: Die Zahl der Anträge ist im vergangenen Jahr um 12.000 auf mehr als 62.400 gestiegen. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Gießen mit. Das RP ist hessenweit für Anträge auf Elterngeld zuständig. Seit dem Start der staatlichen Förderung am 1. Januar 2007 seien in Hessen mehr als 113.000 Anträge gestellt worden. Derzeit beziehen nach RP-Angaben 42.632 Mütter und Väter Elterngeld.
Von den rund 5000 Anträgen auf Elterngeld, die jeden Monat im Durchschnitt bei den Versorgungsämtern eingingen, entfielen etwa 17 Prozent auf Männer, die meist die zwei Partnermonate beantragen, teilte das RP weiter mit. Allein in Frankfurt wurden mehr als 15.600 Anträge gestellt. Bei der hessenweiten Elterngeld-Hotline gingen mehr als 9500 Anrufe ein.