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Archiv für die 'Rolllenbilder' Kategorie

Die Wurzeln des Gender Pay Gap liegen in der Kindheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 27. Januar 2018

child_penalityEs ist bekannt, dass die Elternschaft Karrieren von Frauen zu beeinträchtigen, nicht aber die von Vätern. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder das Lebenseinkommen von Frauen senken, ein Phänomen, das als „Kinderstrafe” bekannt ist. Eine Vielzahl von individuellen Entscheidungen erzeugt diesen Effekt: Einige Frauen arbeiten weniger oder gar nicht, wenn ihre Kinder jung sind. Andere wechseln zu familienfreundlicheren, aber geringer bezahlten Arbeitsplätzen. Auch bei der Höhe des Verdienstrückgangs gibt es erhebliche Unterschiede, die von Null bis zu 100 % reichen (bei Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit ganz einstellen).

Eine neue wissenschaftliche Arbeit deckt einen interessanten Faktor auf, der dabei hilft, vorherzusagen, ob der Rückgang des Einkommens einer Frau aufgrund von Kindern wahrscheinlich groß oder klein sein wird: die Entscheidungen, die während ihrer Kindheit von ihrer eigenen Mutter getroffen wurden. Die Autoren der Studie, Henrik Kleven von der Princeton University, Camille Landais von der London School of Economics und Jakob Sogaard vom dänischen Steuerministerium, nutzten administrative Daten aus Dänemark, die die gesamte Bevölkerung des Landes über Generationen hinweg abdecken. Sie definierten die „Kinderstrafe“ als den Betrag, um den der Verdienst von Frauen nach der Geburt von Kindern hinter dem von Männern zurückblieb.

Von 1980 bis 2013 betrug die langfristige „Kinderstrafe“ etwa 20%. Da sich das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in diesem Zeitraum insgesamt verringert hat, machte die Kinderstrafe bis 2013 fast die gesamte verbleibende Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern aus. Bevor sie Mütter werden, hält das Einkommen von Frauen mehr oder weniger Schritt mit dem der Männer. Erst wenn sie Kinder haben, verlangsamen sich ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Als die Forscher mögliche Ursachen für dieses Phänomen erforschten, stellten sie fest, dass Frauen, die in Familien aufwuchsen, in denen die Mutter im Verhältnis zum Vater viel arbeitete, relativ kleine „Kinderstrafen“ erlitten. Umgekehrt waren diejenigen, deren Mütter zuhause geblieben sind, eher geneigt, ihre Karriere einzuschränken. Dies deutet darauf hin, dass Frauen, wenn es darum geht, Beruf und Familie in Einklang zu bringen stark von den Beispielen ihrer eigenen Mütter beeinflusst werden. Die Arbeitsmuster der Schwiegereltern einer Frau hatten keinen Einfluss auf die Strafe für ihr Kind, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungen der Frauen nicht von den Präferenzen beeinflusst werden, die ihre Partner während der Kindheit entwickelt haben.

Mütter, die wollen, dass ihre Töchter das geschlechtsspezifische Lohngefälle überbrücken können mit gutem Beispiel vorangehen, wenn diese jung sind.

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Familienzeit – Wie die Erwerbsarbeit den Takt vorgibt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. Januar 2018

Die in den letzten Jahrzehnten gestiegene Frauen- und in weiterer Folge Müttererwerbstätigkeit, gepaart mit einer Flexibilisierung in der Arbeitswelt mit unterschiedlichen Arbeitszeiten der einzelnen Familienmitglieder führt zu weniger gemeinsam verbrachter Zeit als Familie.

Der nun vorliegende Forschungsbericht untersucht die Zeitbelastungen österreichischer Familien und deren Wunsch nach mehr Familienzeit. In weiterer Folge werden unterschiedliche Arbeitszeitmodelle besprochen, die es Familien ermöglichen können, mehr Zeit miteinander zu verbringen und Praxisbeispiele auf staatlicher bzw. kommunaler und betrieblicher Ebene gegeben. Abschließend werden Vorschläge zur Novellierung im Arbeitszeitrecht auf gesetzlicher Ebene, in Kollektivverträgen und in Betriebsvereinbarungen dargelegt:

„… Sowohl unter dem Blickwinkel der Gleichstellung von Frauen und Männern als auch im Hinblick auf die gestiegenen Koordinationsanforderungen und sonstigen innerfamilialen Erwartungshaltungen, wäre vielmehr zu fordern, dass sowohl Väter wie Mütter ihr Arbeitszeitverhalten grundsätzlich ändern und auf einem gleichen Zeitniveau angleichen können, das unter der heutigen Normalarbeitszeit, jedenfalls aber unter der heutigen tatsächlichen durchschnittlichen Arbeitszeit von Männern liegt. Damit verbindet sich die Debatte um die Familienzeit sowohl mit der Debatte um Arbeitszeitverkürzung als auch mit der Teilzeitdebatte.“

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Wo Karriere und Kinder gut zusammengehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. Januar 2018

KuK_Indey_DeFoEin neuer Index zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeigt große Unterschiede in Europa: Während die skandinavischen Länder erwartungsgemäß am besten abschneiden, erreicht Schlusslicht Portugal nicht einmal ein Drittel der Höchstpunktzahl. Das zeigt eine neue Studie, in der die familienpolitischen Bedingungen, die Arbeitsmarktstruktur und soziale Normen in 30 europäischen Ländern untersucht wurden.

Bei dem Versuch, Kinder und Karriere zu vereinbaren, gibt es zahlreiche Stolpersteine: Chefs oder Unternehmen, für die flexible Arbeitszeiten und Homeoffice undenkbar sind, fehlende Betreuungsplätze für den Nachwuchs oder auch einfach nur eine soziale Umgebung, in der erwartet wird, dass die Mutter zu Hause bei den Kindern bleibt. Grob lassen sich diese Stolpersteine drei verschiedenen Gruppen zuordnen: familienpolitische Bedingungen, Arbeitsmarktstrukturen und soziale Normen.

Anna Matysiak vom Vienna Institute of Demography und Dorota Węziak-Białowolska von der Harvard University haben diese Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nun in 30 europäischen Ländern untersucht und verglichen. Herausgekommen ist ein Index, an dessen Spitze die skandinavischen Länder stehen.

Um überhaupt einen aussagekräftigen Index erstellen zu können, haben die beiden Wissenschaftlerinnen verschiedene Parameter in den Ländern untersucht. Für die familienpolitischen Bedingungen berücksichtigten sie zum einen die Kinderbetreuung, also wie viele Stunden die Kinder im Schnitt betreut werden, wie viele Kinder auf einen Erzieher kommen und wie viel ein Betreuungsplatz kostet. Zum anderen schauten sie auf die Bedingungen für Elternzeit und Elterngeld bei Müttern und Vätern sowie die Möglichkeit, bei einer Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben. Wie schwer oder leicht es Mütter auf dem Arbeitsmarkt haben, lasen die Autorinnen der Studie daran ab, wie viele Frauen ihre Arbeitszeit frei oder flexibel einteilen konnten, wie hoch der Anteil der gut bezahlten Teilzeitstellen ist und wie stark der (Wieder-) Einstieg in die Arbeitswelt erschwert wird.

Zu guter Letzt wurden noch die vorherrschenden sozialen Normen anhand von fünf Fragen analysiert. Ob eine arbeitende Mutter genauso gut für ihre Kinder sorgen kann wie eine Hausfrau oder ob der Vater ebenso wie die Mutter für die Betreuung der Kinder geeignet ist und zuständig sein sollte, wurde hier beispielsweise abgefragt. Verwendet wurden Daten aus den Jahren 2008 bis 2009.

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(Nicht nur) Großbritanniens Väter brauchen faire Jobs

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 22. Dezember 2017

Das Arbeitsrecht für Eltern sollte überarbeitet werden, beginnend mit einer gut bezahlten „Väterzeit” von 3 Monaten, so die Studie „Cash or carry“. Diese basiert auf der umfassendsten Untersuchung, die jemals in Großbritannien durchgeführt wurde, und zwar auf jahrzehntelanger Forschung über die Rolle von Vätern in Familien, die von der Nuffield Foundation finanziert wurde.

cah-or-carryDarin wird eine radikale Neuordnung des Arbeitsrechts empfohlen, um es Vätern und Müttern zu erleichtern, für ihre Familien zu sorgen und erwerbstätig zu sein. Von den Arbeitgebern wird erwartet, dass sie den Eltern eine gleichberechtigte bezahlte Elternzeit anbieten und Maßnahmen ergreifen, um die Inanspruchnahme durch die Väter zu fördern. Dies spiegelt die Erkenntnis wider, dass Väter genauso viel Zeit damit verbringen, sich direkt mit der Betreuung sehr kleiner Kinder zu beschäftigen wie Mütter in den 1960er Jahren.

Große Arbeitgeber, die bereits verpflichtet sind, Informationen über geschlechtsspezifische „Lohngerechtigkeit” zu veröffentlichen, sollten ebenfalls über die Verteilung der Care-Aufgaben berichten müssen, und angeben, wer welche Familienleistungen in Anspruch nimmt.

Die Studie hat auch ergeben, dass Anträge berufstätiger Väter auf flexible Arbeit fast doppelt so häufig abgelehnt werden wie die der Mütter und dass sie befürchten müssen, dass die Forderung nach flexibler Arbeit ihre Karriere schädigen wird. Arbeitgeber sind auch eher bereit, die Höhe des Mutterschaftsgeldes aufzustocken als Vaterschafts- oder Elternzeitgehälter, um weibliche Arbeitnehmer, aber nicht ihre männlichen Kollegen, bei der Inanspruchnahme der Elternzeit zu unterstützen.

Adrienne Burgess, die den Bericht verfasst hat und Geschäftsführerin des Fatherhood Instituts ist, sagte: „Die bestehende Beschäftigungspolitik und -praxis ist mit dem Leben und den Wünschen der Eltern unvereinbar. Sie verursacht bei Müttern und Vätern wirtschaftliche und persönliche Not und schadet den Kindern. Dieser Arbeitsplan gibt beiden Elternteilen eine gleichberechtigte Plattform, um ihr Bestes für ihre Kinder zu geben.”

Einige wichtige Eekenntnisse aus dem Bericht:

1. Die Fürsorge der Väter hat zugenommen. Die heutigen Väter verbringen so viel Zeit damit, sich direkt mit der Betreuung sehr kleiner Kinder zu beschäftigen, wie die Mütter in den 1960er Jahren. Dies geschieht vor allem durch die Reduzierung der persönlichen Zeit – und des Schlafes. Wenn die Zeit, die für das Erwerben und die Pflege aufgewendet wird, kombiniert wird, arbeiten Väter an Wochentagen länger als Mütter.

2. Kinder entwickeln sich besser mit guter Pflege durch ihre Väter. Die Ergebnisse der Kinder sind besser, wenn ihr Vater sie während ihres ersten Lebensjahres regelmäßig „solo” betreut hat. Umgekehrt ist die lange Arbeitszeit von Vätern von Säuglingen mit Verhaltensproblemen bei Kindern im Alter von 9-11 Jahren verbunden.

3. Arbeitgeber diskriminieren Väter. Weiterlesen »

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Väter und Mütter wollen Partnerschaft in Beruf und Familie

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Dezember 2017

Ist Familie eigentlich noch „in“? Wie bekommen Eltern Familie und Arbeit unter einen Hut und was wünschen sie sich? Wie ist es um die vielbeschworene Vereinbarkeit in den Unternehmen bestellt? Was hat sich in Sachen Kinderbetreuung getan und was muss sich noch ändern?

Auf der Grundlage aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Studien des Bundesfamilienministeriums hat die Unternehmensberatung Roland Berger Antworten auf dieses Fragen gefunden und diese in einer Infografik aufbereitet.

Väter und Mütter betrachten das Thema „Arbeit und Familie“ immer noch aus unterschiedlichen Blickwinkeln – haben aber das gleiche Ziel.

©Roland Berger

©Roland Berger

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Väter in Österreich engagieren sich für das Wohl ihrer Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. Dezember 2017

Österreichs Väter sind engagiert und selbstkritisch, aber den Familien geht es gut: So lässt sich die aktuelle Situation der Eltern beschreiben, die an der ersten Familienweltenstudie von Milupa Österreich im Frühjahr 2017 teilnahmen. Über 500 Mütter und Väter gaben dabei Auskunft zu ihrem Familienalltag mit Kindern im Alter von 0-3 Jahren. Das Ergebnis: Die ersten 1.000 Tage eines Kindes sind eine intensive, aber erfüllende Zeit. Väter und Mütter sind zwar gefordert, stellen sich aber gemeinsam den Herausforderungen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Familienweltenstudie:

Eltern könnten selbstbewusster sein Österreichs Mütter und Väter zeigen starkes Engagement, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Dennoch geben sich über 80 Prozent mit einem „Gut“ oder „Befriedigend“ sehr selbstkritisch – gerade einmal ein Fünftel schreibt sich selbst ein „Sehr gut“ für die eigene Elternrolle aus. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es bei der Selbsteinschätzung kaum, dafür beurteilen jüngere Eltern (20 bis 24 Jahre) ihr Tun deutlich besser und stellen sich ebenso ein besseres Zeugnis aus – ebenso wie Eltern, die nur ein Kind haben, beziehungsweise Kinder im Alter von bis zu sechs Monaten. Als größte Stärke der Eltern wird die Zuneigung für den Nachwuchs genannt, gefolgt von der Geduld, die sie für die Kleinen aufbringen. Diese wird allerdings in stressigen Zeiten für rund 20 Prozent rasch zu Ungeduld und damit auch zur meistgenannten Schwäche. Väter sehen ihr größtes Manko in der wegen beruflicher Verpflichtungen eingeschränkten Verfügbarkeit für ihre Kinder.

Wenn der Tag 26 Stunden hätte Eltern verbringen insgesamt etwa ein Drittel ihres Tages mit Arbeiten und ein Drittel mit den Kindern, haben aber nur 7,5 % der Zeit für sich. Hätte ein Tag 2 Stunden mehr, würden 34 % noch mehr Zeit für die Familie aufbringen, 18 % die Zeit für sich nutzen und 14 % das Mehr dem Partner widmen.

Österreichs Väter sind voll bei der Sache Die gleichberechtigte Aufteilung bei der Betreuung und Erziehung der Kinder ist 60 Prozent der Befragten sehr wichtig – Mütter liegen dabei mit 61 Prozent nur knapp vor den Vätern (58,3 %). Vermutlich sorgen die Themen „Haushalt“ und „Erziehung“ deshalb regelmäßig für Zündstoff: Knapp ein Viertel der Elternpaare diskutiert mindestens einmal pro Woche über die Mithilfe im Haushalt. Zu Konflikten wegen unterschiedlicher Vorstellungen bzw. Meinungsverschiedenheiten betreffend Kind und Erziehung kommt es bei rund 40 Prozent der Befragten. Grundsätzlich streiten Österreichs Eltern aber selten bis wenig und präsentieren sich durchwegs als gut eingespieltes Team. Väter bringen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten stark ins Familienleben ein, fühlen sich in ihrer Vaterrolle sehr wohl und stellen sich ihrer Verantwortung in allen Fragen der Kindererziehung. Die Rollenverteilung im Familiengefüge differiert: Während Väter vorrangig wichtig finden, für die Sicherheit ihrer Kinder zu sorgen, als entspannte Spielkameraden aufzutreten und gemeinsame Unternehmungen mit ihren Kindern vorzunehmen, bringen Mütter in der Eigenwahrnehmung vor allem Einfühlungsvermögen, Fürsorglichkeit und Verständnis für die Kleinen mit, setzen aber auch häufiger Erziehungsmaßnahmen.

Zwischen Beruf und Familie Familie kostet Geld und fast zwei Drittel der Eltern machen sich Gedanken zur finanziellen Situation (58,3 %). Nahezu 70 % der Mütter und Väter haben einen Job und befinden sich in der Situation, Beruf mit Familie vereinbaren zu müssen. Sie alle wünschen sich mehr Zeit für die Kinder und sich selbst.

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Moderne Väter sind ‚normale‘ Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Dezember 2017

„What the Facts” lautete der Titel des jüngsten Goldbach Round Tables, bei dem sich alles um Erkenntnisse und Fakten, die dabei helfen, Kommunikationsbotschaften an die Bedürfnisse und Gegebenheiten der heutigen Zeit anzupassen, drehte. Pauline Keating von Viacom International Media Networks GSA präsentierte im 25hours Hotel Wien die Erkenntnisse aus zwei Studien mit bisher noch unveröffentlichten Österreich-Ergebnissen: „Modern Dads” zeigt auf, wie sich das Vaterbild im 21. Jahrhundert verändert hat und wie man mit seiner Botschaft ins Herz der modernen Väter trifft.

Für „Modern Dads” wurden 8.290 Männer in 22 Ländern – zudem 619 davon in Österreich als zusätzliche Studie – befragt. Die Väter von heute und ihre Rollen seien geprägt von ihrem neuen „normalen” Verständnis von toleranten Einstellungen. Väter setzen heute neue Prioritäten, um mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können und profitieren von ihrer neuen Rolle: durch emotionale Nähe und ein erfüllendes Lebensgefühl. Immerhin 92 Prozent der österreichischen Männer sind gemäß dieser Studie der Ansicht “Männer können Kinder genauso gut großziehen wie Frauen”.

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Die heimische Männerwelt sticht in ihrem Engagement sogar im internationalen Vergleich positiv hervor. Sind es im globalen Durchschnitt nur 81 Prozent der Herren, die der Aussage “Heutzutage erwarte ich, dass ein Vater ebenso aktiv an der Erziehung des Kindes beteiligt ist wie die Mutter” zu – in Österreich sind es 89 Prozent und somit sind unsere Männer absolute Vorreiter – nur die schwedischen Papas sind mit 90 Prozent noch ein wenig engagierter. 98 Prozent der österreichischen Papas haben das Gefühl, dass sie eine sehr enge Beziehung zu ihren Kindern haben – auch hier liegen die Austrian Dads über dem Länderdurchschnitt (96 Prozent).

Aber die neue Einstellung stellt Männer auch vor einen Balanceakt: Die moderne Vaterrolle bringe erhöhten Druck auf die Väter. In der Ansprache von “Modern Dads” sollte sich die Vielfalt der Rollen, die Väter heute einnehmen widerspiegeln. Ein weiteres Kriterium für den Erfolg in der werblichen Ansprache ist es, Interesse zu zeigen an ihrer Meinung als Eltern. Moderne Väter darf man auch in ihrer verletzlichen oder sensiblen Seite ansprechen. Werbebotschaften, die Spiel und Spaß mit den Kindern widerspiegeln und Hilfe zur Entschleunigung und zur Erschaffung von unvergesslichen Momenten suggerieren, werden besonders erfolgreich sein. Zum Abschluss der Studienpräsentation standen dann noch die jungen Dads aus dem Hause Goldbach als Probe aufs Exempel zur Verfügung und diskutierten über ihre persönlichen Erfahrungen.

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Wie können ‚deutsche Mütter‘ skandinavischer werden?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 18. Oktober 2017

Sabine Rennefanz berichtet in der Berliner Zeitung durchaus selbstkritisch über eine Veranstaltung, bei der es um die Rolle der Väter ging. Die Tagung fand in den Nordischen Botschaften statt, mit Rednern unter anderem aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Deutschland. Es wurden viele Zahlen präsentiert. So führte Schweden bereits 1974, also 33 Jahre vor Deutschland eine Art Elternzeit nur für Väter ein. Bereits 1971 wurde das Ehegattensplitting abgeschafft und eine Individualbesteuerung eingeführt.

„Inzwischen beanspruchen neunzig Prozent aller schwedischen Männer nach der Geburt eines Kindes einen mindestens dreimonatigen Erziehungsurlaub – das sind dreimal so viele wie in Deutschland. Ich lernte, dass sich in Norwegen fast die Hälfte der Paare die Hausarbeit teilen – hierzulande ist das überwiegend Frauensache. Wie können die deutschen Männer ein bisschen skandinavischer werden?

Der deutsche Vater, erfuhr ich, steht unter starkem Druck, er fühlt sich zerrissen zwischen seinen Rollen. Achtzig Prozent sagen laut Väterreport 2015, dass sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen, in der Realität sind Männer aber eher seltener zu Hause, sobald ein Kind kommt.

Sie arbeiten sogar mehr als ihre kinderlosen Kollegen, fünfzig Prozent von ihnen verbringen laut Deutschem Jugendinstitut mehr als vierzig Stunden pro Woche am Arbeitsplatz – offenbar mit schlechtem Gewissen. Die Soziologin Karin Jurczyk sagt, dass Männer sehr stark unter den Spannungen zwischen Beruf und Familie leiden.

Aber der Grund, warum der deutsche Mann sich als Vater nicht ausleben kann, ist offenbar nicht sein Chef, sondern seine Partnerin. Das legt zumindest die Forschung nahe. Denn entscheidend dafür, wie Eltern sich Berufstätigkeit und Hausarbeit aufteilen, seien die Rollenmodelle der Frau, sagt die Soziologin Jurczyk. Sie sprach davon, dass oft Frauen diejenigen mit den stereotypen Vorstellungen seien, die dazu neigten, Kinder und Erziehung an sich zu reißen, „maternal gatekeeping“ heiße das.

Ach, Mann! Schon wieder sollen die Mütter schuld sein? In mir regte sich Widerspruch, doch dann dachte ich an die Sätze, die ich auch schon von Frauen gehört hatte. „In den ersten drei Jahren wirst du alles allein machen, egal wie ihr euch das vorher aufteilt“, hatte eine Bekannte vor der Geburt meines ersten Kindes gesagt. Eine Freundin schrieb, es sei ihr unangenehm, das zuzugeben, aber auch sie sehe sich als Mutter als Nummer Eins bei ihrem Kind und ihren Freund nur als Beiwerk. …”

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Partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit– davon haben alle was

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Oktober 2017

Anna-Lena und Rüdiger Dreier haben seit der Geburt ihrer beiden Töchter, die gemeinsame Vision von einem partnerschaftlichen Familienmodell verwirklicht. Im Interview mit vaeter.nrw erzählen die Lehrerin und der Diplom-Sozialpädagoge aus Münster davon, wie sie ihre Vereinbarungen aushandeln, wie sie Konflikte bewältigen und warum es bei den Absprachen immer mal wieder anders kommt.

“vaeter.nrw: Wie sieht ihr derzeitiges Vereinbarkeitsmodell aus?

Rüdiger Dreier: Das Modell, das wir bei unserer ersten Tochter Luise ausprobiert haben, hat sich bewährt. Deshalb haben wir es bei Alma fast genauso wiederholt. Meine Frau ist am Anfang acht Monate zu Hause geblieben, weil sie die Mädchen gestillt hat. Dann ist sie auf ihre Vollzeitstelle in der Schule zurückgekehrt und ich habe für die nächsten sechs Monate übernommen. Luise ist mit einem Jahr in eine U3-Gruppe in die Kinderbetreuung gekommen, so dass auch Alma zuerst mit meiner Frau und dann mit mir eine exklusive Zeit hatte. Weil ich anfangs unbedingt einen Fuß in meinem Berufsalltag behalten wollte, habe ich in Luises Elternzeit noch fünf Stunden in der Woche gearbeitet. Bei Alma brauchte ich diese Absicherung nicht mehr und habe mich ganz aufs Vatersein konzentriert. …

vaeter.nrw: Worin lag für Sie beide der größte Gewinn der partnerschaftlich aufgeteilten Elternzeit?

Rüdiger Dreier: Wir haben mit der Elternzeit, in der wir unser Lebensmodell partnerschaftlich umgesetzt haben, eine solide Basis für unser Familienleben geschaffen. Davon werden wir profitieren, wenn wir jetzt beide wieder berufstätig sind. Außerdem war ich begeistert davon, dass ich in der Elternzeit bei allen wichtigen Entwicklungsschritten von Luise und Alma live dabei war. Dadurch haben beide eine sehr intensive Beziehung zu mir aufgebaut. Für Luise bin ich bis heute die erste Ansprechperson. Ich weiß was es bedeutet, wenn einem das Kind am Rockzipfel hängt.

Anna-Lena Dreier: Wir müssen uns nicht erklären, wie es mit den Kindern läuft. Wenn einer nach Hause kommt und der andere weg muss, kann man nahtlos ansetzen. Der größte Gewinn für mich ist, dass die Kinder uns beide akzeptieren und auch ohne Probleme damit klarkommen, dass wir beide Dinge unterschiedlich machen. Das heißt natürlich auch, dass jeder dem anderen sein Fahrwasser lassen muss. Diese Toleranz ist wichtig. So haben wir uns auch durch die Kinder nicht auseinanderdividiert. Im Gegenteil: Da ist zusätzliche Nähe entstanden. Ich finde, dass wir als Eltern ein hervorragendes Team sind. Wir diskutieren und handeln viel aus, aber vieles geht auch ohne Worte Hand in Hand.

vaeter.nrw: Wie haben Sie die Aufgaben aufgeteilt, und wie liefen solche Aushandlungsprozesse konkret ab?

… Ein gutes Beispiel für einen Aushandlungsprozess war die Frage, wer nachts für die Kinder aufsteht. Da Luise ein echtes Papa-Kind ist, hatten wir die Nächte anfangs nach den Kindern geteilt. Meine Frau war für Alma zuständig, und ich habe mich um Luise gekümmert. Doch dieses Modell haben wir geändert und an unsere persönlichen Tiefschlafphasen angepasst. Bis drei Uhr stehe ich jetzt für beide Kinder auf, danach meine Frau. Das erspart uns eine Menge Stress. Wenn man weiß, dass der oder die andere zuständig ist, kann man sich getrost dem Schlaf hingeben. …

vaeter.nrw: Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihr partnerschaftliches Lebensmodell?

Anna-Lena Dreier: Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon darauf angesprochen wurde, warum ich denn wieder Vollzeit arbeite. Wenn ich um fünf Uhr nachmittags noch in der Schule bin, fragen ältere Kollegen oft: Wer ist denn jetzt bei deinen Kindern? Theoretisch sind alle für Gleichberechtigung, aber wenn es konkret wird, entscheiden sich doch fast alle für das klassische Rollenmodell. Wir haben mit unserem Lebensmodell immer noch Exoten-Status. …”

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Bei der Vereinbarkeit von Job und Kind treten wir auf der Stelle

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2017

Noch nie waren sich die Lebensentwürfe von Männern und Frauen so ähnlich. Und noch nie war der Wunsch nach tatsächlich gelebter Gleichberechtigung so groß. Darauf deutet die neue BRIGITTE-Studie „Mein Leben, mein Job, und ich”. Wir stehen an einem Wendepunkt. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

Egal ob es um die Übernahme von Verantwortung geht oder um die berufliche Weiterentwicklung, ums explizite „Karrieremachen” oder die Bedeutung von Job und Bildung — in ihren beruflichen Ambitionen ziehen die Frauen heute ganz klar mit den Männern gleich. Auch was die konkrete Bedeutung von Arbeit angeht, gibt es kaum noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Zwar finden es Frauen wichtiger als Männer, im Beruf mit Menschen in Kontakt zu kommen. Doch für beide ist ihre Berufstätigkeit vor allem gleichbedeutend mit finanzieller Flexibilität — und mit der Verrichtung einer sinnvollen Tätigkeit.

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Mutter zu werden ist dagegen für die Lebenszufriedenheit vieler Frauen nicht der bestimmende Aspekt. Zumindest im Vergleich zur zentralen Bedeutung von Job (79 Prozent) und finanzieller Unabhängigkeit (94 Prozent) ist ihr Bedürfnis, Kinder zu haben oder zu bekommen, mit 68 Prozent Zustimmung auffallend nachgeordnet. Dass die Zustimmungsrate der Männer zum Kinder-Thema bemerkenswert nahe am Wert der Frauen liegt, lässt vermuten: Auch die Männer haben ihre traditionelle Rollenzuschreibung satt. Sie wollen nicht mehr nur Karriere machen, sondern auch aktiv Väter sein.

Für die bessere Work-Life-Balance von Familien wurde in den vergangenen zehn Jahren einiges getan: Elterngeld und ElterngeldPlus wurden eingeführt, der Ausbau von Kitas und Ganztagesschulen wurde vorangetrieben, immer mehr Unternehmen bieten — zumindest offiziell — flexible Arbeitszeiten und HomeOffice an. Trotzdem sagen nur 37 Prozent der Mütter: Beruf, Familienleben und persönliche Interessen lassen sich heute generell besser vereinbaren als vor zehn Jahren. Für 24 Prozent hat sich an der Situation nichts geändert. 29 Prozent finden sogar: Die Vereinbarkeit gelingt heute schlechter. Offenbar ist noch einiges nötig, damit sich Gesellschaft und Unternehmen an die geänderten Lebensentwürfe der Frauen — und Männer — anpassen. Ganz oben auf der Wunschliste der Mütter stehen hier eine bessere finanzielle Unterstützung für Familien, flexiblere Arbeitszeiten und mehr gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.

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