der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Archiv für die 'Rolllenbilder' Kategorie

Veraltete Geschlechterstereotypen sind noch sehr lebendig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. November 2018

„In unserem Haus übernehme ich eine Menge Verantwortung, die frühere Generationen verspottet hätten“, sagt Whit Honea, Mitbegründer von Dads 4 Change. In einer neuen Episode von Home School, The Atlantic’s animierter Serie über Erziehung, erklärt Honea, warum Eltern in einer Kultur, in der veraltete Geschlechterstereotypen „noch sehr lebendig“ sind, ihren Kindern keine Geschlechterrollen vorschreiben sollten.

Quelle

Abgelegt unter Gender, Kid's, Rolllenbilder | Keine Kommentare »

Der ‚neue Vater‘ – welche Rolle soll es sein?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 13. November 2018

KEPlakat181120Die Rolle der Väter hat sich in den vergangenen Jahren gesellschaftlich stark gewandelt: Vom traditionellen Haupternährer einer Familie hin zu einem Mann, der sich intensiv um die Kinder kümmert. Der ‚neue Vater‘ erscheint modern, aktiv, präsent und beteiligt.

  • Welche Erwartungen werden heutzutage an Väter gestellt?
  • Wie sehen sie sich selbst?
  • Welche Chancen und Risiken birgt eine Fokussierung auf den neuen Typus?
  • Wie viel Vater braucht das Kind?

Quelle

Abgelegt unter aktive Vaterschaft, Rolllenbilder, Väterbilder | Keine Kommentare »

Menschen, die uns prägen: Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. November 2018

Väter prägen ihre Kinder, aber ihre Rolle ist stark im Wandel. Jeder dritte nimmt Elternzeit und sieht das als persönlichen Gewinn.

Vaeterpraegen

Wie sich Väter heute engagieren, was sie ausmacht und was passiert, wenn sie fehlen, das ist Thema in diesem Familienschwerpunkt von „sonntags“.

Die Themen

  • Der Ernährer – Vatersein in den 60er Jahren
  • Im Baby-Rhythmus – Ein Vater in Elternzeit
  • Die schlimmsten Fehler – Was Väter falsch machen
  • Kein Bett bei der Ex – Übernachtungshilfe für Trennungsväter
  • Beruf Tagesvater – Radfahren mit vier Zweijährigen
Der Film ist bis zum 11. November 2023 in der Mediathek verfügbar.

Abgelegt unter Rolllenbilder, Väterbilder, Zukunft | Keine Kommentare »

Väterbilder von Giedre Gomes

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. November 2018

(c) Giedre Gomes

(c) Giedre Gomes

In den USA wird der Vatertag traditionell am dritten Sonntag im Juni gefeiert. Giedre Gomes, eine junge Fotografin aus Indiana, will mit ihrer Fotoserie Väter ehren. Sie sind die Helden des Alltags, eigentlich ganz gewöhnliche Menschen – Schwarze und Weiße, Heteros und Schwule – die ihre Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie lassen sich schminken und spielen Fee, sie unternehmen eine Radtour, wechseln Windeln und gehen angeln. Eine beeindruckende Serie, die nicht nur am Vatertag zu Herzen geht.

Quelle

Abgelegt unter Rolllenbilder, Väterbilder | Keine Kommentare »

Wechselmodell tut Trennungskindern gut

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 2. November 2018

Nach einer Trennung kann das sogenannte Residenzmodell zur Belastung werden. Kinder, die zu gleichen Teilen bei den Eltern leben, nach dem sogenannten Wechselmodell, geht es psychisch besser.

Stefan Rücker

Quelle

Abgelegt unter Rechtssprechung, Rolllenbilder, Vater bleiben | Keine Kommentare »

Gemeinsam getrennt erziehen ist ein Gewinn für Alle

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Oktober 2018

Wenn eine Partnerschaft zerbricht, gibt es häufig Streit um das Sorgerecht. Marc Serafin, Jugendamtsleiter in Niederkassel und Berater im Bundesfamilienministerium, spricht im Interview mit der Heilbronner Stimme über mögliche Lösungen im Sinne des Kindeswohls.

„Sie fordern nach der Trennung von Eltern mit Kindern eine Elternschaft auf Augenhöhe. Das ist leichter gesagt als getan. Wo liegen die Fallstricke?

Marc Serafin: Die partnerschaftliche Aufteilung von Familienarbeit und Beruf ist heute ein weithin geteiltes gesellschaftliches Leitbild. Männer und Frauen sind beide berufstätig. Väter nehmen in weit stärker Anteil an der Erziehung als in der Vergangenheit. Kinder profitieren von der intensiveren Beziehung mit beiden Eltern. Das ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Das sollte auch nach einer Elterntrennung möglich sein. Unser Familienrecht orientiert sich im Fall einer Elterntrennung aber immer noch am überholten familiären Leitbild der „Hausfrauenehe“, bei der die Mutter die Kinder betreut und der Vater fürs Geldverdienen zuständig ist. Das passt nicht mehr zu heutigen Lebensrealität und führt zu viel Streit.

Wenn man an das Kindeswohl denkt. Ist das Wichtigste nicht, dass das Verhältnis möglichst konfliktfrei läuft?

Serafin: Aufgabe der Eltern ist es, ihre Kinder aus ihren Partnerschaftskonflikten herauszuhalten. Die sind nicht Sache der Kinder. Dazu gehört bei den Eltern die Fähigkeit, zwischen der Partnerebene und der Elternebene zu unterscheiden. Als Eltern haben beide die Verpflichtung die Eltern-Kind-Bindung zu beiden Eltern zu respektieren und zu fördern. Wir wissen aus der Bindungsforschung, dass dies existentiell wichtig für das Aufwachsen von Kindern ist. Eltern können durch professionelle Beratung Unterstützung dafür erhalten.

Muss eine Seite zurückstecken?

Serafin: Als Familie nach einer Partnerschaftstrennung dennoch bewusst Familie zu bleiben und nach guten Wegen von „gemeinsam getrennt Erziehen“ zu suchen, ist eine Win-Win-Situation für alle, insbesondere für die Kinder. Demgegenüber steht das Modell der Alleinerziehenden-Konstellation als Verlustmodell dar …

Lässt sich ein Modell mit zwei gleichberechtigten Partnern überhaupt bewerkstelligen? Schließlich könnte oft eine Seite dann nicht voll arbeiten.

Serafin: Partnerschaftliche Aufteilung heißt, das Leben partnerschaftlich organisieren. Jeder übernimmt Aufgaben und partizipiert an den Vorteilen. Eltern teilen sich Berufstätigkeit und Kindererziehung auf. Wie es vielfach ja auch bereits im Zusammenleben und unterstützt von Kindertagesbetreuung praktiziert wird. Berechnungen haben nachgewiesen, dass Betreuung der Kinder in Doppelresidenz im Kern nicht teurer als Betreuung nur durch einen Elternteil ist. Da wo vielleicht Mehrkosten für mehr Platz und eine kindgerechtere Gestaltung in beiden elterlichen Wohnungen entstehen, sollte uns das im Sinne der Kinder wert sein. …“

Quelle

Abgelegt unter Rechtssprechung, Rolllenbilder, Vater bleiben | Keine Kommentare »

Aachener Paarstudie zur Elternschaft

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 28. September 2018

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern ein wichtiges und einschneidendes Ereignis. In diesem Forschungsprojekt der RWTH Aachen University wird untersucht, wie Paare ihre berufliche und familiäre Situation vor und nach der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes erleben. Insbesondere geht es uns darum, mehr Erkenntnisse über die berufs- und familienbezogenen Entscheidungen sowie die individuellen Erfahrungen beider Elternteile zu erlangen. Dafür sind wir auf die Unterstützung durch 300 teilnehmende Paare angewiesen.
Die Hauptstudie besteht aus fünf Befragungen, deren Bearbeitung jeweils etwa 15 – 20 Minuten in Anspruch nimmt. Daneben besteht die Möglichkeit an einer einwöchigen Zusatzstudie mit täglichen Kurzbefragungen teilzunehmen (Dauer: jeweils ca. 5 Minuten). Genauere Informationen zum Ablauf finden Sie weiter unten.

Wer kann teilnehmen?

Die Studie richtet sich an heterosexuelle Paare, die ihr erstes gemeinsames Kind erwarten (bisher beide kinderlos) und erwerbstätig sind (jeweils im Umfang von min. 18 Std./Woche).

Die Teilnahme bietet werdenden Eltern die Möglichkeit, ihr Erleben und ihre Entscheidungen in dieser wichtigen Lebensphase zu reflektieren. Die Studie soll dazu beitragen, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu gewinnen, von denen Paare zukünftig beim Übergang zur Elternschaft profitieren können. Als Dankeschön können Paare nach der Bearbeitung jedes Fragebogens der Hauptstudie an einer Verlosung von je 10 x 150 € teilnehmen. Die Paare, die an der Zusatzstudie teilnehmen, erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 €.

Ablauf der Studie


Beide Elternteile werden insgesamt jeweils fünf Mal befragt und bekommen zu jedem Befragungszeitpunkt einen eigenen Fragebogen. Zum Zeitpunkt der jeweiligen Befragung erhalten Teilnehmende per E-Mail eine Einladung inklusive Link zum Online-Fragebogen. Die Fragebogen können bequem von zu Hause beantwortet werden. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, die Fragebogen in Papierform auszufüllen und per Post zugesandt zu bekommen (inkl. frankiertem Rückumschlag). Der erste Fragebogen ist noch vor der Geburt des Kindes ausfüllen, die weiteren, 3, 6, 12 und 18 Monate nach der Geburt (siehe Abbildung).

Wir möchten gerne mehr darüber erfahren, wie Mütter und Väter ihren Alltag nach dem Übergang zur Elternschaft erleben. Deshalb haben interessierte Paare die Möglichkeit, an einer einwöchigen Zusatzstudie mit täglichen Kurzbefragungen teilzunehmen.

Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet.

Projektleitung: Prof. Dr. Bettina S. Wiese & Dipl.-Psych. Anna M. Stertz, Telefon +49 241 80 93991, berufundfamilie@psych.rwth-aachen.de

Wenn Sie als Paar Interesse an einer Teilnahme haben, gelangen Sie unter folgendem Link zu Befragung: www.soscisurvey.de/AachenerPaarstudie/

Quelle

Abgelegt unter Elternzeit, Mütter, Partnerschaft, Rolllenbilder, Vater werden | Keine Kommentare »

Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in Hessen gegründet

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. September 2018

In Hessen machen sich viele Initiativen und Organisationen für die Väterarbeit stark. Meist lokal oder regional aktiv, bieten sie Vätern und Familien Orientierung und Unterstützung und nehmen Einfluss auf politische Prozesse. Um gemeinsam mehr Wirkung zu entfalten, hat sich auf Initiative der hessenstiftung – familie hat zukunft am 22. August 2018 in Frankfurt am Main eine landesweite Arbeitsgemeinschaft gegründet

Die neue Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in Hessen versteht sich als Interessensverbund von Initiativen und Organisationen vor Ort und als Schnittstelle zu den politischen Entscheidern. Gemeinsam wollen die Mitglieder erreichen, dass Väterpolitik stärker als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe wahrgenommen wird. Laut Satzung möchte die Landesarbeitsgemeinschaft insbesondere in den Bereichen Familien- und Gleichstellungspolitik, Bildungs-, Rechts-, Arbeits- und Sozialpolitik aktiv werden.

Als Ziel nennt die Arbeitsgemeinschaft, dass Vaterschaft ein anerkannter gesellschaftlicher Wert und die Gleichstellung von Vätern und Müttern selbstverständlich werden. Politische Akteure sollen Väter ermutigen und unterstützen, sich von der alleinigen Funktion als Ernährer zu verabschieden und ihrer sozialen Funktion die Familie mehr Raum zu geben.

Für die Praxis will die Landesarbeitsgemeinschaft gelungene Beispiele von Väterarbeit austauschen und den Wissenstransfer über die Trägerorganisationen fördern. Dazu zählen funktionierende und vätertaugliche Orte und Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch der Väter über ihre familiären und beruflichen Pläne. Als Interessensverbund setzt sich die Landesarbeitsgemeinschaft für eine väterbewusste Familienpolitik und Unternehmenskultur ein, die es Vätern ermöglicht, Beruf und Vaterschaft nach dem jeweils bevorzugten Modell zu gestalten.

Gründungsmitglieder LAG_klein

Im Rahmen der Gründungsveranstaltung wählten die Mitglieder den Vorstand für die nächsten drei Jahre. Zum ersten Vorsitzenden wurde Ulrich Kuther (hessenstiftung – familie hat zukunft) gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Sigel-Schönig (Männerarbeit Ev. Kirche Kurhessen-Waldeck). Beisitzer wurden Alexander Miksch (Mütterzentrum Fulda), Uli Severin (Väteraufbruch für Kinder, Marburg) und Alexandros Stathopoulos (Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V.).

Quelle

Abgelegt unter Politik, Rolllenbilder | Keine Kommentare »

Abgeordnete dürfen keine Elternzeit nehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. August 2018

Weil sie ein schlafendes Baby auf dem Arm hatte, wurde die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling des Thüringer Plenarsaals verwiesen – auf Anweisung des Landtagspräsidenten. „Er sagte, ich solle das Kind betreuen lassen“, sagt Henfling. „Aber es gibt gar keine Kinderbetreuung im Landtag.“ Und ein Recht auf Elternzeit, wie es andere berufstätige Mütter haben, hat sie als Abgeordnete nicht.

„Das Mandat ist eine verfassungsrechtliche Pflicht. Die kann man annehmen oder ablegen, dazwischen gibt es nichts.“ So formuliert es der Landtag in Baden-Württemberg. Und von der Pressestelle des Deutschen Bundestages heißt es: „Gemäß Artikel 38 Grundgesetz üben Abgeordnete ein freies Mandat aus, bei dem sie nicht an Aufträge und Weisungen gebunden sind. Deshalb sind die Regelungen des Elternzeitgesetzes nicht anwendbar.“

Das heißt mit anderen Worten: Ob Abgeordnete viel, wenig oder gar nicht arbeiten, darf ihnen niemand vorschreiben. Es bleibt einzig ihrem Gewissen überlassen. So gibt es aber auch keine Grundlage für eine Babypause – zum Leidwesen der Betroffenen.

Maren Jasper-Winter, 41, FDP-Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus und seit rund sechs Monaten Mutter, versucht seit der Geburt ihres Babys deshalb, irgendwie trotzdem weiterzuarbeiten – per Handy, am Laptop, über soziale Medien. „Das ist kein Job, den man einfach liegen lässt“, sagt sie. Trotzdem wollte sie nicht direkt nach dem achtwöchigen Mutterschutz wieder voll in den Job einsteigen. Vier Monate ließ sie die Arbeit in Ausschüssen und Plenarsitzungen ruhen.

Wenn eine Abgeordnete fehlt, kann das allerdings verschiedene Probleme mit sich bringen. „Sind Mehrheiten im Parlament knapp, müssen sich Eltern überlegen, ob sie bei einer Abstimmung fehlen und es dann an ihnen liegt, wenn ihre Fraktion mit einem Antrag scheitert“, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich, die selbst drei Kinder hat. „Das ist ein immenser Druck.“ Außerdem gebe es Sitzungstermine mit Präsenzpflicht.

Nur während des Mutterschutzes dürfen Bundestagsabgeordnete unentschuldigt fehlen, andernfalls wird ihr Sitzungsgeld gekürzt, pro Termin bis zu 200 Euro. „Das kann schon ins Geld gehen“, sagt Rüthrich. Für Väter sei es noch härter: „Die müssen nach der Geburt ihres Kindes im Zweifel direkt vom Kreißsaal zur Abstimmung im Bundestag hetzen.“

Dass auch Politiker Arbeit und Familie vereinbaren wollen, ist für viele noch immer ein ungewohnter Gedanke. Das ist zumindest die Erfahrung von Benjamin Raschke, Grünen-Politiker im Brandenburger Landtag. Er machte 2016 knapp zwei Monate Babypause. In der Fraktion habe er viel Verständnis und Hilfsbereitschaft erfahren, sagt er, aber er sei auch oft gefragt worden, „warum sich nicht einfach meine Frau ums Kind kümmert“.

Quelle

Abgelegt unter Elternzeit, Kinderbetreuung, Politik, Rolllenbilder | Keine Kommentare »

Väterpolitik muss beim gesellschaftlichen Bewusstsein ansetzen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 14. August 2018

Katrin Harms, Referentin im niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung für die Väterarbeit und koordiniert die Arbeit des Landesarbeitsforums. Sie hat die Entwicklung des Handlungskonzepts Zukunftsorientierte Väterpolitik in Niedersachsen begleitet. Ziel der darin beschriebenen Maßnahmen ist es, die Aufmerksamkeit für die Rolle der Väter in der Erziehung zu stärken und für mehr Akzeptanz in der Arbeitswelt zu sorgen. Im Interview erläutert sie Möglichkeiten und Grenzen einer Politik für Väter.

Frage: Welche Herausforderungen im Hinblick auf ein modernes Väterbild werden durch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure im Landesarbeitsforum „Aktive Vaterrolle“ sichtbar?

… Sicherlich gab es schon Momente, in denen erst mit Denkhemmungen aufgeräumt werden musste, bevor über das gemeinsame Ziel gesprochen werden konnte. Ich erinnere mich beispielsweise an die vereinzelt geäußerte Kritik, die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Väterbilder“ könne nicht von einer Frau erfolgen. In einer anderen Situation wurde deutlich, dass Väterarbeit von einem ausschließlich positiv besetzten Väterbild ausgehen soll. Dieser Ansatz ist sicherlich auch richtig, was Projekte wie „Achtung, Väter, los“ belegen. …

Dessen ungeachtet ist die unterschiedliche Besetzung des Landesarbeitsforums für alle allein von Vorteil. Das unterschiedliche Wissen und vor allem die verschiedenen Netzwerke werden gut genutzt und stetig in die Arbeit eingebracht. Darüber hinaus schätze ich auch sehr den konstruktiven und kreativen Umgang aller, der immer von einem Miteinander und nicht von einem Gegeneinander geprägt ist.

Frage: Welche Zielgruppen sollten besonders in den Blick genommen werden?

Mit der Umsetzung des Handlungskonzepts nehmen wir zunächst zukünftige Väter, also Jungen, und Väter mit Migrationshintergrund in den Blick.

Frage: Wie können Väter im Hinblick auf berufliche Vereinbarkeit gestärkt werden?

Väter können vor allem durch die Mütter ihrer Kinder gestärkt werden, denn die Entscheidung über die Aufteilung von Familienaufgaben und Beruf fällt das Paar.

Das Leben von Familien mit Kindern hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht geändert. Das Selbstverständnis heutiger Väter hat sich dabei im Vergleich zu dem ihrer eigenen Väter sehr gewandelt. Viele Väter kümmern sich aktiver und intensiver um ihre Kinder als frühere Vätergenerationen dies taten. Dennoch verbringen Väter in Deutschland nach wie vor weniger Zeit mit ihren Kindern als Mütter. Mit der Reform des Elterngeldes im Jahr 2015 sind wichtige Weichen gestellt worden, um eine partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Eltern zu stärken. Dennoch sehen wir am Antragsverhalten im Bereich des Elterngeldes, dass immer noch signifikant mehr Frauen Erziehungsaufgaben übernehmen.

Es bleibt also festzuhalten, dass bereits jetzt die gesetzlichen Möglichkeiten für Väter dieselben sind wie für Mütter und der Aushandlungsprozess in der Partnerschaft von Politik offenbar nur bis zu einem gewissen Punkt erfolgreich beeinflusst werden kann.

Frage: Wie können Familien bei der Realisierung einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung in der Erziehungsgemeinschaft unterstützt werden?

Zunächst müssen wir uns fragen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch verbessert werden können. Das Elterngeld sichert die wirtschaftliche Existenz der jungen Familien und hilft Vätern und Müttern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Allerdings zeigt der Bericht des Bundes über die Auswirkungen der Regelungen zum Elterngeld Plus und zum Partnerschaftsbonus sowie zur Elternzeit auch, wo Optimierungsbedarfe bestehen. So ist bekannt, dass Eltern sich u.a. gegen den Partnerschaftsbonus entscheiden, weil sie Unwägbarkeiten in der vollständigen Erfüllung der Leistungsvoraussetzungen und in der Folge Rückzahlungen der Leistungen befürchten. …

Dessen ungeachtet sollten wir im Moment neben der Verbesserung gesetzlicher Rahmenbedingungen mehr daran arbeiten, dass die bereits vorhandenen Möglichkeiten von beiden Geschlechtern auch genutzt werden. Diese Veränderung beginnt beim Paar, das Einigkeit über die Aufteilung des Einkommens und der Sorge fürs Kind erzielen muss und diese Einigkeit dann nach außen, beispielsweise gegenüber Arbeitgebern, vertreten muss. Der zukünftige Weg, für mehr Partnerschaftlichkeit zu werben, muss also – wie im Handlungskonzept vorgesehen – derzeit vor allem beim gesellschaftlichen Bewusstsein ansetzen.

Quelle

Abgelegt unter Partnerschaft, Politik, Rolllenbilder | Keine Kommentare »