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Archiv für die 'Gender' Kategorie

Warum Männer ihre eigenen Interessen sabotieren und was Frauen dadurch entgeht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 31. März 2013

Markus Theunert titelt sein neues Buch etwas anders und auch der Klappentext klingt reißerischer: „Eine Verschwörung gegen die Geschlechtergerechtigkeit. Sie reden wie Männer von morgen und handeln wie Patriarchen von gestern: Co-Feministen sind Wölfe im Schafspelz der Geschlechtergerechtigkeit.“ Ich habe etwas gegen Verschwörungstheorien, sie verweisen in der Regel auf die labile Persönlichkeit derer, die ihr anhängen.

In seinem Buch versucht der Autor aber tatsächliches Verhalten zu erklären, für das es auf den ersten Blick keine vernünftige Erklärung gibt. Warum verhalten sich Männer gegen ihre eigenen Interessen, leugnen ihre Gefühlswelt und heucheln Unterstützung mit der Wirkung des berühmten Dolches hinter dem Rücken.

Das Verhalten und die Menschen, es gibt mit Sicherheit auch Co-Feministinnen, die es ausüben beschreibt Theunert anhand von zahlreichen persönlichen Beobachtungen und Begegnungen nachvollziehbar und plausibel und in dem Abschnitt „Die zehn Spielarten des Co-Feminismus“ präzisiert er seine Typologie mit den Kriterien politische Einstellung, Identität, Motivation, Wertung und Lebenswelt, mit deren Hilfe jeglicher Co-Feminismus, man könnte auch sagen Opportunismus, kategorisiert werden kann.

Die Frage, die sich von Anfang an aufdrängt ist die nach dem Sinn eines solchen Verhaltens. Theunert versucht eine Antwort mit Hilfe des Konzepts der ‚Co-Abhängigkeit‘ deren Definition er an den Beginn des Kapitels „Warum Co-Feminismus?“ stellt: „Co-Feministen sind stets freundlich und höflich und  bemühen sich fortwährend, es anderen recht zu machen. Auch wenn die Befindlichkeit zwischen euphorischer Hoffnung und abgrundtiefer Verzweiflung wechselt …“ Der Autor räumt ein, dass das Konzept durchaus umstritten ist und es andere Erklärungen geben kann.

Meiner Meinung nach geht es bei jeglichem Verhalten, also in unserem Fall auch bei Pro- oder Antifeminismus um den Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung. Anerkennung für die Leistung am Arbeitsplatz, in der Familie und an allen anderen gesellschaftlichen Orten und in jeglichen Beziehungen. Diejenigen, denen Wertschätzung und Anerkennung versagt wird, werden alles unternehmen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Auch Ablehnung ist eine Form der Anerkennung und hat gerade für Minderheiten stabilisierende Wirkungen. Weiterlesen »

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Der Mann. Eine interdisziplinäre Herausforderung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 10. Februar 2013

Vom 21. Februar bis zum 23. Mai 2013, findet an der Universität Zürich, jeweils donnerstags, um 18:15 Uhr, eine öffentliche interdisziplinäre Ringvorlesung zum Thema ‚Der Mann. Eine interdisziplinäre Herausforderung‘ statt.

21. Februar Men’s Studies. From Men to Masculinities Referent: Prof. Michael Kimmel, PhD, State University of New York, Stony Brook (USA), Discussant: Prof. Dr. Brigitte Liebig, Fachhochschule Nordwestschweiz

28. Februar «Natürlich» gibt es (k)ein Geschlecht – der Mann aus biologischer Perspektive Referent: Dr. med. Jürg C. Streuli, Universität Zürich, Discussant: Dr. med. David Garcia, Universitätsspital Zürich

7. März Auf der Suche nach dem «Mann im Gehirn»: Neuropsychologische Erkenntnisse Referent: Prof. Dr. Lutz Jäncke, Universität Zürich, Discussant: Prof. Dr. Brigitte Boothe, Universität Zürich

14. März Men, Masculinity and Law Referent: Prof. Richard Collier, PhD, New Castle University (GB), Discussant: Dr. Eylem Copur, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

21. März «Männlicher Widerwille gegen weibische Weichlichkeit» (GutsMuths 1793). Historische und gegenwärtige Männlichkeits-konstruktionen im Sport Referentin: Prof. Dr. Sandra Günter, Universität Bern, Discussant: Prof. Dr. Kurt Murer, ETH Zürich

11. April Von «echten Kerlen»‚ «neuen Männern» und «betrogenen Vätern». Mediale Inszenierungen von Männlichkeiten Referentin: Prof. Dr. Elisabeth Klaus, Universität Salzburg, Discussant: Ivo Knill, Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen

18. April Schuf Gott den Mann nach seinem Bild? Referentin: Prof. Dr. Silvia Schroer, Universität Bern, Discussant: Andreas Borter, Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen

25. April Homo Faber – Homo Oeconomicus Referentin: Prof. Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh, University of Warwick (GB), Discussant: PD Dr. Dietmar J. Wetzel, Universität Bern

2. Mai Benachteiligte Jungen – erfolgreiche Männer? Auf der Suche nach Ursachen für Geschlechterunterschiede im Schulerfolg Referent: Prof. Dr. Andreas Hadjar, Universität Luxemburg, Discussant: Dr. Sybille Bayard, Universität Zürich

16. Mai Hard Ware and Soft Men? Männlichkeit in der Informatik Referentin: Prof. Dr. Heidi Schelhowe, Universität Bremen, Discussant: Dr. Ruedi Arnold, Hochschule Luzern

23. Mai Mann und Maschine Referentin: Prof. Dr. Susanne Ihsen, Technische Universität München, Discussant: Umberto Annino, PricewaterhouseCoopers, Zürich

30. Mai Wann ist ein Mann ein Mann? Podiumsdiskussion mit Vertreter/innen aus Politik und Wissenschaft

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Unterstützt fühlen die Befragten sich vor allem durch ihre Väter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 7. Januar 2013

Hohe Arbeitsmarktchancen, die Möglichkeit auf Teilzeitarbeit sowie die Freude am Umgang mit Kindern. Dies sind zentrale Gründe für die Wahl des Lehrberufs, die von angehenden Lehrern im Rahmen einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Studie der PH Zürich genannt wurden. Weiter zeigt die Untersuchung, dass Maßnahmen gegen den Mangel an männlichen Lehrpersonen bereits in der Primarstufe erfolgen sollten. Denn viele junge Männer entscheiden sich schon sehr früh gegen den Lehrberuf.

In den letzten 50 Jahren ist in der Schweiz der Anteil an männlichen Primarschul-Lehrpersonen von 60 % auf 20 % zurückgegangen. Mit dem Ziel herauszufinden, weshalb junge Männer sich überhaupt für den Lehrberuf entscheiden, befragte ein Team von vier Forscherinnen der PH Zürich angehende männliche Lehrpersonen zu den Gründen ihrer Studienwahl.

Als wichtige Faktoren nannten diese die hohen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die Praxisorientierung, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit sowie die Freude am Umgang mit Kindern. Hinzu kamen die Übereinstimmung mit ihren Fähigkeiten und Interessen, die praktische und horizonterweiternde Ausbildung sowie die hohe Verantwortung im Beruf.

Einen großen Einfluss hatten zudem Familienmitglieder und Bekannte, die ebenfalls im Lehrberuf tätig sind. Unterstützt fühlten die Befragten sich vor allem durch ihre Väter, jedoch kaum durch Laufbahnberatende oder Gymnasiallehrpersonen.

Weiter zeigt die Studie, dass die Entscheidung gegen den Lehrberuf bei Gymnasiasten oft bereits zu Beginn der Mittelschule gefallen ist: In einer Zusatzbefragung bei 15-jährigen Gymnasiasten zogen es nur 12 % der Schüler in Betracht, Lehrer zu werden. Es braucht deshalb frühe Interventionen, um den Männeranteil unter den Lehrpersonen anheben zu können: «Die Schüler sollten bereits in der Primarstufe dazu ermuntert werden, pädagogische Erfahrungen beispielsweise in altersdurchmischten Lerngruppen oder in der freiwilligen Jugendarbeit, in einem Sportverein oder als Nachhilfelehrer zu sammeln», sagt Christine Bieri Buschor, Forschungsgruppenleiterin an der PH Zürich.

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Aufgabenteilung zwischen Väter und Müttern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 15. Dezember 2012

AufgabenteilungFrauen und Männer sind von einer fairen Arbeitsteilung im Haushalt nach Ansicht de Hans-Böckler-Stiftung noch weit entfernt. In Deutschland ist knapp jede fünfte Frau davon überzeugt, dass die Hausarbeit vor allem zu ihren Lasten geht – von den Männern sagt dies nicht einmal jeder dreißigste.

Am unzufriedensten über die praktizierte Arbeitsteilung äußerten sich in einer europaweiten Studie die Französinnen, von denen knapp zwei Drittel nach eigener Einschätzung mehr als den fairen Anteil der Hausarbeit übernehmen. In Finnland sagen mit elf Prozent im europäischen Vergleich die wenigsten Frauen, dass sich ihr Partner zu wenig im Haushalt engagiert.

Dies ist allerdings nur ein Blickwinkel auf die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Männern und Frauen. Schon die Darstellung der Aufteilung von unbezahlter Arbeit bei erwerbstätigen Männern und Frauen ergibt zumindest für Deutschland ein anderes Bild. Und der Umfang der Erwerbstätigkeit spielt an dieser Stelle ja auch eine wesentliche Rolle.

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über:morgen – Der neue Mann

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 11. Dezember 2012

Herkömmliche Männerrollen sind „out”, neue sind weder eindeutig definiert noch allgemein akzeptiert. Väter tummeln sich auf Spielplätzen und in Kindertanzkursen, sie übernehmen Haushaltspflichten und wechseln Windeln. Andererseits lässt die Berufswahl zum „Hebammer” oder Kindergartenpädagogen hinter vorgehaltener Hand immer noch an der heterosexuellen Orientierung zweifeln. Das sogenannte „hegemoniale Männlichkeitsbild”, ein „Übermann” stets erfolgreich, stark und im Geiste ein Pionier – ist nach wie vor das unerreichbare Vorbild in der westlichen Welt.

In dieser Ausgabe von „über:morgen” kommen politisch Verantwortliche, Sozialwissenschaftler, Feministinnen und vor allem Männer selbst zu Wort und erörtern, welche Form der Gleichberechtigung die Gesellschaft anstreben soll und kann, warum es dazu „neue” Männer braucht und welche Vorstellungen davon bereits Gestalt annehmen.

Ein Film von Doris Hochmayr, auf 3sat, Samstag, 15. Dezember 2012 von 18:00 – 18:30 Uhr, über:morgen, das Zukunftsmagazin – Moderation: Hubert Nowak.

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Jungen und Bücher

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 10. Dezember 2012

Spätestens seit den internationalen PISA-Studien ist bekannt, dass Jungen auch in Deutschland im Bereich Lesekompetenz schwächer abschneiden als Mädchen. Das liegt unter anderem daran, dass sie in ihrer Freizeit weniger lesen als Mädchen, dass ihre Lesemotivation geringer ausgeprägt ist und dass sie in der Schule selten Lesestoffe angeboten bekommen, die sie interessieren.

Obwohl die geringere Begeisterung der Jungen fürs Lesen offenbar ein internationales Phänomen darstellt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Ursachen in der Biologie der Geschlechterunterschiede liegen. Zum einen gibt es selbstverständlich auch männliche Leseratten (ebenso wie weibliche Wenig- oder Nicht-Leser), zum anderen lesen Jungen in Deutschland den IGLU-Studien zufolge in der Grundschule ähnlich gut und gerne wie Mädchen. Allerdings lässt sich feststellen, dass der „Leseknick“ im Übergang von der Kindheit zur Pubertät bei Jungen heutzutage früher einsetzt und stärker ausfällt als bei Mädchen.

Prof. Dr. Christine Garbe, die seit Jahrzehnten zum Thema „Gender und Lesen” forscht und lehrt  hat die Konzeption der Webseite boys & books entwickelt. Der Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg bringt die praktische Erfahrung aus Hunderten von Veranstaltungen mit der Zielgruppe in das Projekt ein. Er hat dazu spezielle Lesungen und Workshops zur Leseanimation nur für Jungen entwickelt.

Die Webseite “boys & books” unterscheidet sich von anderen Internet-Ressourcen zur Kinder- und Jugendliteratur in mehreren Aspekten:

Sie empfiehlt Kinder- und Jugendliteratur (speziell für Jungen) nach Kriterien einer leserorientierten Kinder- und Jugendliteraturkritik, während die meisten Webseiten mit entsprechenden Empfehlungen den Normen einer literar-ästhetischen Kritik folgen, wie sie in der Regel auch den Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur zugrunde liegen. Das Problem der üblichen Bewertung von Kinder- und Jugendliteratur aus der Perspektive erwachsener, oft literaturwissenschaftlich ausgebildeter “Literatur-Profis” besteht aber darin, dass die von ihnen empfohlenen Bücher nicht unbedingt den Geschmack der kindlichen und jugendlichen LeserInnen treffen.

Wenn erwachsene “Literatur-Agenten” nicht in diese Falle tappen wollen – also ihren eigenen Lesegeschmack mit demjenigen von Kindern und Jugendlichen zu verwechseln – müssen sie sich empirisch mit den Zielgruppen ihrer Empfehlungen auseinander setzen, das heißt die Lesegewohnheiten und den Lesegeschmack von Kindern und Jugendlichen empirisch erforschen. Neben literaturwissenschaftlicher Expertise ist darum die empirische Leseforschung das zweite Fundament, auf dem die Webseite “boys & books” basiert.

Die Konzeption des Leseprojekts zum Download gibt es hier.

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Jahrhundertelang hatten wir es lässig

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 5. Dezember 2012

… sagt der rumänischer Projektmanager von cafebabel.com, dem mehrsprachigen Europamagazin, an seinem letzten Arbeitstag mit dem nostalgischen Nachgeschmack eines Dosenbier-saufenden, im Bademantel durch den Supermarkt schlappenden „Dude“ in Big Lebowski. Aber wohin weiter? Irgendwo zwischen Schmerzensmann und übersexuell wurde in den letzten Jahren eifrig immer wieder an neuen Begriffen gebastelt, um den postmodernen Mann in eine Schublade zu stecken, die nicht mehr so richtig einrasten will.

Feminismus und Konsumkultur haben das traditionelle Bild des ‘balzenden Bringers und Brotverdieners’ aus den Fugen gehoben. Aber bedeutet dies das „Ende des Mannes“, wie es die Journalistin Hanna Rosin in ihrem kürzlich erschienenen ‘The End of Men’ proklamiert?

‚Männer‘, ein Dossier von Frauen und Männern bei cafebabel.com.

Männlichkeit 2012: 50 Shades of Mann Am Anfang war 1994 David Beckham. Bereits 17 Jahre ist es her, dass der englische Journalist Mark Simpson den Begriff ‘metrosexuell’ prägte. Seitdem sind unzählige Attribute zur Beschreibung des Mannes aufgekommen, die den Mann in eine Schublade stecken wollen. Immer darauf bedacht, sich von Homosexualität und Verweibung abzugrenzen. Befeuert hat dieses linguistische und soziologische Spiel die Kulturindustrie. Haben wir jemanden vergessen? Ach ja, die Rolle der modernen Frau.

Pick-Up Artists: Männer zwischen Führung und Verführung FMAC mit HB nach der 3s Rule? Pick-Up ist nicht etwa – wie oft in Presse und wissenschaftlichen Studien behauptet – eine frauenfeindliche Aufreißtaktik unter (teurer) Anleitung, sondern die Lehre vom erfolgreichen Umgang mit sich selbst und mit Frauen, sagt zumindest unser Autor und Mitglied der PU-Community.

Gewalt an Männern: Falschanzeigen und Machtlosigkeit Beim Thema Gewalt scheint die Rollenverteilung oft eindeutig: Männer sind Täter, Frauen Opfer. Dass auch Männer Gewalt seitens ihrer Partnerinnen erfahren, ist im öffentlichen Bewusstsein weniger präsent. Gerade in Spanien, wo frauenfeindliches Verhalten dank eines geschlechtsspezifischen Gesetzes, das in der EU einzigartig ist, besonders hart bestraft wird, verhallt die Stimme von männlichen Opfern. Die Kehrseite ambitionierter Gleichstellungs- und Schutzmaßnahmen von Frauen zeigt der Fall des Spaniers Rafael.

Adopte un mec: Anmach-Discounter aus Frankreich Adopteunmec.com [Adoptiere einen Typen] ist eine Art Online-Dating-Supermarkt, wo Frauen einkaufen und Männer Charme senden. Das Erfolgsrezept der Franzosen? Hier haben die Frauen das Sagen. Der Untertitel der Webseite lautet „männliche Objekte zum Streicheln“ [*hommes-objets à câliner]. Seit Februar 2012 darf auch in Italien und Spanien gestreichelt werden. Zwischen Hyperfeminismus, Ironie und Konsumrausch, hier der Erfahrungsbericht von 3 Männern auf der Einkaufsliste.

Mein Name ist Boy, ‘Oh Boy’: der Anti-James-Bond Seit Jahren suggerieren uns die Medien, dass unser Männerbild ins Wanken geraten ist. Der Macho-Mann soll Vergangenheit sein – aber ein neues Ideal ist noch nicht gefunden. Jan-Ole Gersters Debütfilm Oh Boy zeigt Männerbilder im Jahr 2012.

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Kinder ja, heiraten nein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 17. November 2012

Immer mehr Paare in Europa werden ohne Trauschein Eltern. In Deutschland hat sich der Anteil nichtehelicher Geburten von 7,6 % im Jahr 1960 auf 33,3 % im Jahr 2010 mehr als vervierfacht. Damit steht die Bundesrepublik aber lediglich im Mittelfeld eines rapiden Anstiegs, der ganz Europa betrifft. Dies konnten Sebastian Klüsener, Brienna Perelli-Harris und Nora Sánchez Gassen vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock erstmals im Detail belegen. Ihre Erkenntnisse, für die sie Daten aus fast 500 verschiedenen Regionen ausgewertet haben, sind jetzt in der Zeitschrift „European Journal of Population“ nachzulesen.

Demnach stieg der Anteil nichtehelicher Geburten in Teilen Skandinaviens, Frankreichs und Großbritanniens mit Zuwächsen von 55 bis über 60 % seit 1960 weitaus stärker an als hierzulande. Für Deutschland zeigt die Regionalanalyse, dass sich neue und alte Bundesländer sehr voneinander unterscheiden: “Die Anteile nichtehelicher Kinder sind heute im Osten mit rund 60 % weitaus höher als im Westen mit etwa 20 bis 40 %”, sagt Klüsener. “Der Osten war dem Westen in dieser Hinsicht schon vor 1945 voraus und in den letzten Jahrzehnten hat sich dieser Unterschied noch verstärkt.“

Mit einem Plus um 53 % auf 64 % im Jahr 2007 ging es mit dem Anteil außerehelicher Geburten in Neubrandenburg im Osten Mecklenburg-Vorpommerns am steilsten bergauf. Am schwächsten kletterte die Quote innerhalb Ostdeutschlands um Chemnitz, wo sie um 43 % auf 55 % zunahm. Das übertrifft die West-Region mit dem stärksten Anstieg immer noch bei Weitem: Hier führt Bremen die Liste an, das von 7 % auf 35 % zulegte. Schlusslicht beim Anstieg ist in den alten Ländern Oberbayern, wo im Vergleich zu den 12 % von 1960 im Jahr 2007 lediglich 11 % mehr Kinder zur Welt kamen, deren Eltern keinen Trauschein hatten. Am konservativsten zeigt sich in dieser Hinsicht aber der Raum Stuttgart, wo der entsprechende Anteil insgesamt nur 18 % betrug.

“Das Bedürfnis, vor der Geburt der Kinder zu heiraten, hat an Bedeutung verloren. Insofern ist das goldene Zeitalter der Ehe eindeutig vorbei”, sagt Geograf Klüsener. 1960, als europaweit noch kaum nichteheliche Kinder auf die Welt kamen, lagen die Quoten in großen Teilen des Kontinents unter 15 %. Zwischen 1975 und 1990 stieg der %satz in vielen Ländern West- und Zentraleuropas geradezu sprunghaft an, insbesondere in Großbritannien, Frankreich, Dänemark und der ehemaligen DDR.

Es ist also an der Zeit, dieser Entwicklung in allen gesetzlichen Regelungen, also auch beim Sorgerecht, gerecht zu werden.

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Der Kanton Zürich hat bald einen Verantwortlichen für Männer

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 3. November 2012

Der 47-jährige Edgar Frey verstärkt ab März 2013 die Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich. Dies teilt die Direktion der Justiz und des Innern am Freitag mit. Er tritt somit die Nachfolge des im Sommer zurückgetretenen Männerbeauftragten Markus Theunert an.

Der neue Mann für Zürichs Männer wird aber explizit nicht mehr Männerbeauftragter genannt, sondern ‚Projektverantwortlicher unserer Fachstelle für die Jungen, Väter und Männer im Kanton‘, sagt Helena Trachsel, Leiterin der Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann, auf Anfrage. ‚Dass wir damals von einem Männerbeauftragten redeten, war ein Marketingentscheid. Die Bezeichnung hat eine Eigendynamik bekommen, die wir so nicht mehr wollten‘, erklärte Trachsel gegenüber dem Tagesanzeiger.

Frey werde sich als Projektleiter in der Fachstelle an den vielfältigen Arbeiten im Bereich der Gleichstellung beteiligen, heisst es in der Mitteilung weiter. Schwerpunkt seiner Arbeit werde der Bereich Jungen, Väter und Männer sein, wo er die Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen und Arbeitgebenden suchen werde.

Frey lebt in Zürich, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Gegenwärtig ist er Leiter Personal der Schweizer Niederlassung der Festo AG.

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Jungen im Hintertreffen?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 4. Oktober 2012

Sind die Mädchen inzwischen an den Jungs vorbeigezogen? Ja, meinen 57 % der Teilnehmer einer Umfrage in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift familie&co, die vom Marktforschungsportal FamilyVote.de und dem Institut YouGov durchgeführt wurde. Befragt wurden 525 Mütter und Väter von Kindern im Alter bis 18 Jahren in Deutschland.

Immerhin 25 % der Befragten sind der Meinung, dass Jungen in der Schule benachteiligt werden. Was ihren persönlichen Umgang mit Mädchen und Jungen betrifft, gibt der Großteil (85 %) der Eltern allerdings an, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu machen. Zeitbudget-Studien zeigen jedoch durchaus Unterschiede: Eltern lesen Jungs weniger vor und toben dafür mehr mit ihnen.

Ziel der Befragung war es unter anderem herauszufinden, was für Jungen beim Aufwachsen besonders wichtig ist. Interessant: Die große Mehrheit der Eltern (87 %) hält die Beziehung eines Sohnes zu seinem Vater für gleich wichtig wie die Beziehung zu seiner Mutter. Lediglich 4 % messen der Mutter-Sohn-Beziehung eine größere Bedeutung zu; immerhin 9 % der Vater-Sohn-Beziehung.

Ob in der Kita, in der Schule oder auch zu Hause – Kinder sind mehrheitlich überwiegend von Frauen umgeben: 71 % der befragten Eltern geben an, dass ihr Kind mehr Zeit mit weiblichen Bezugspersonen verbringt. Für Jungen hat dies zur Folge, dass reale männliche Vorbilder fehlen. Deshalb, so das Ergebnis verschiedener Studien, orientieren sie sich stärker als Mädchen an TV- und Kinohelden.

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