der VÄTER Blog

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Archiv für Mai 30th, 2008

… und eine Konterrevolution bei Emma

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Mai 2008

«Die Kollegin eignet sich nicht…» – so deutlich erklärt die Redaktion von «Emma» den plötzlichen Abschied von Chefin Lisa Ortgies. Der Versuch, die Zeitschrift von Alice Schwarzer zu emanzipieren, ist damit gescheitert, schreibt die Netzzeitung.

Lisa Ortgies, zuvor Redakteurin von «Frau TV» , gibt die Chefredaktion von «Emma» nach nur sechs Monaten wieder ab. Ob auf eigenes oder fremdes Betreiben, ist noch ein wenig unklar.

Ortgies selbst gab die Trennung am gestrigen Donnerstag bekannt. Am Freitag nun kursiert eine Stellungnahme der Kölner «Emma»-Redaktion. «Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin (…) nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin», zitiert daraus die Nachrichtenagentur dpa.

Die Absicht von Ortgies, nicht nur aus Frauensicht über Männer und Väter zu schreiben sondern diese auch selber in Emma schreiben zu lassen und sogar einen Schwerpunkt zum Thema ’neue Väter‘ zu planen, gingen den Gralshüterinnen der Emanzipation wohl zu weit.

Mit alten Feindbildern zu hantieren erscheint ihnen wohl immer noch einfacher als gemeinsame Visionen zu entwickeln und Wege zu suchen, diese auch umzusetzen.

Da hat Heide Oestreich, die im vergangenen Dezember zur Einführung der Neuen in der taz schrieb: ‚Mit der 41-Jährigen könnte sich das berühmteste Frauenmagazin Deutschlands modernisieren. …Einen eigenen politischen Standpunkt hat Schwarzer ihren Untergebenen bisher aber kaum zugestanden’ wohl schon kommen sehen, was jetzt passiert ist.

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Eine leise Revolution …

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 30. Mai 2008

… vollziehe sich zurzeit in den Betrieben und Unternehmen, die sich auf Familie nicht einlassen, wird der Markt bald gnadenlos abstrafen, diese Ansichten vertritt die Bundesfamilienministerin im Interview mit dem Handelsblatt.

Frau von der Leyen, Sie haben sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf die Fahnen geschrieben und viel bewegt. Tun Unternehmen genug für Mitarbeiter mit Familie?

Wir können und müssen da noch besser werden, aber ich spüre deutlich ein Umdenken in innovativen Firmen. Diese Trendsetter wissen: Familienbewusstsein ist ganz entscheidend, wenn sie heute Fachkräfte halten und morgen noch am Markt sein wollen. Wer in guter Balance zwischen Familie und Beruf seine Kinder erziehen oder ältere Angehörige pflegen kann, bringt auch dem Unternehmen Rendite. Denn er ist loyaler und leistungsbereiter.

Unternehmen, die sich auf Familie nicht einlassen, wird der Markt bald gnadenlos abstrafen. In einer GfK-Studie sagten 80 % der befragten Fachkräfte von 25 bis 40 Jahren: Ist mein Job mit Familie nicht vereinbar, dann suche ich einen anderen.

HANDELSBLATT: Heute gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit, doch keinen Anspruch auf die alte Vollzeitstelle, wenn die Kinder flügge sind. Verdammt dies nicht vor allem Mütter zu Teilzeit bis zur Rente?

Von der Leyen: Es ist eine deutsche Krankheit, Teilzeit als weiblich und als Nebengleis zu definieren. Niederländische oder skandinavische Unternehmen setzen Teilzeit längst flexibel und als vollwertige Karriereoption ein. Dieser Weg ist wirtschaftlich klüger als nach dem Gesetzgeber zu rufen. Fatal wäre, wenn sich eine im Gesetz festgeschriebene Rückkehroption auf Vollzeit zum Bumerang entwickelte, der vor allem junge Frauen trifft.

HANDELSBLATT: Setzen die Arbeitgeber „Familie“ nicht häufig mit „Müttern“ gleich und tun dies als reines Frauenthema ab?

Von der Leyen: Leider noch zu oft. Aber in den Firmen spielt sich gerade eine leise Revolution ab. Mit großer Dynamik nehmen mittlere Führungskräfte Vatermonate. Die Unternehmen lernen: Kinder sind ein Thema, das beide Elternteile betrifft, und eine Bereicherung für das Unternehmen, weil sie Qualitäten wie Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und Flexibilität fördern. So stieg nach dem ersten Jahr die Zustimmung der Unternehmen zu den ‚Väter – Monaten’ von 40 auf 61 %.

Quelle

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