Diese und andere Fragen stellen sich wohl alle werdenden Väter. Ein gutes Angebot von Geburtsvorbereitungskursen für Väter und der Austausch mit erfahrenen Vätern würde Antworten auf die meisten Fragen liefern.
Da es diese Angebote und Möglichkeiten aber kaum gibt, hat Andreas Lorenz in seinem Blog Papa-Online 15 Dinge über das Vatersein zusammengeschrieben, die er so vorher nicht wusste:
Der Staat holt sich einen guten Teil des Elterngeldes zurück. … Die große Überraschung kommt bei der ersten Steuererklärung. …
Deine Lebensplanung war umsonst. Die Prioritäten verändern sich mit Kindern vollständig. Was früher wichtig war, ist heute Nebensache. …
Du kannst tolle Wochenenden haben, ohne richtig einen draufzumachen. …
Auch Eltern gehen auf Parties. Mit der richtigen Vorbereitung müssen wir keine Feier auslassen. …
Du solltest nur Spielzeug kaufen, mit dem Du auch gerne spielst. Wenn es mir keinen Spaß macht damit zu spielen, haben auch meine Kinder wenig davon. …
Eltern haben Sex. Ja, tatsächlich – Euer Sexleben geht auch nach der Geburt weiter. Zwar nicht unmittelbar danach, aber es geht weiter. …
Auch Videospiele sind eine tolle Beschäftigung. Die Kleinen unternehmen etwas mit Papa, lernen den dosierten Umgang mit anderen Medien und genießen die Zeit.
Du wirst es lieben mit Puppen zu spielen. Ja, in der Tat. Mit Puppen zu spielen macht wirklich Spaß. Sie imitieren Mama & Papa und spielen Eure Familie nach. …
Du gehst nachmittags ins Kino und findest es toll Nachmittagsvorstellungen im Kino sind super. Keine langen Schlangen, kein 2 m großer Hüne, der sich genau vor Deine Nase setzt und Dir die Sicht nimmt. …
Du wirst Deine Freunde vernachlässigen und es stört Dich nicht. Der Job, die Familie, die Hobbies. Alles beansprucht seine Zeit und da Dein Tag auch als Vater nur 24 Stunden lang ist, wird etwas drunter leiden müssen. …
Im Gespräch mit derStandard.at analysiert der Familienforscher Wolfgang Mazal die Gründe für diese Entwicklung. Seiner Ansicht nach signalisieren viele Unternehmer nur in Sonntagsreden Familienfreundlichkeit. An der konkreten Umsetzung hapere es jedoch. Zudem lehnten immer mehr junge Männer dem Spagat zwischen Familienernährer und aktiver Vaterschaft ab.
‚… derStandard.at: Auch Männer tragen zur geringen Geburtenrate bei. Neben dem Geburtenstreik spricht man von der Zeugungsverweigerung. Was ist das Problem der Männer?
Mazal: Dazu gibt es unterschiedliche Theorien und das Thema ist noch nicht sehr gut beforscht. Zum Teil führen das Forscherkollegen darauf zurück, dass jetzt Männer in die Familienphase treten, die selbst in Kleinstfamilien aufgewachsen sind, dementsprechend gestalten sie ihre eigene Familiengründung. Allerdings ist dieser Effekt in anderen Ländern, wo Männer ebenfalls aus Kleinstfamilien kommen nicht beobachtbar. Das ist ein statistisches Sonderphänomen in Österreich. In Österreich nimmt der Kinderwunsch der Männer signifikant ab, während das in anderen Ländern nicht der Fall ist.
derStandard.at: Warum wollen immer weniger Männer in Österreich Kinder bekommen?
Mazal: Das ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Das mag zusammenhängen mit dem als stark männerfeindlich empfunden Scheidungsfolgenrecht. Viele Männer mögen sich denken, wenn es zu einer Scheidung kommt, sehen sie ihr Kind nicht mehr und dürfen nur mehr dafür bezahlen. Valide erforscht ist die Ursache noch nicht. Wir haben zu wenig Geld für komplexe Männerforschung in Österreich.
derStandard.at: Sie haben bei einer Podiumsdiskussion gesagt, von Männer wird einerseits erwartet, dass sie die Familie ernähren und andererseits auch ein aktives Familienleben führen. Sind sie damit überfordert?
Mazal: Die Erwartungshaltung an die Männer ist nach wie vor sehr traditionell und ist gleichzeitig angereichert mit der Erwartung, er muss sich auch um die Familie mehr kümmern. Das ist ein Spagat, den junge Männer mit Sicherheit auch ablehnen.
derStandard.at: Und was wollen die Männer eigentlich? Wollen sie arbeiten oder sich mehr um die Kinder kümmern?
Mazal: Junge Männer wollen die Erwerbsarbeit nicht aufgeben, möchten sich aber auch stark an die Familie orientieren. …’
Vaterschaft ist ein zentrales Thema im Leben vieler Männer. Eine Broschüre der Väterberatung der esperanza – Schwangerschaftsberatungsstellen im Erzbistum Köln zeigt, welche Herausforderungen mit der Vaterrolle vielfach verbunden sind und gibt Einblicke in die Angebote für Väter.
In den 11 esperanza – Schwangerschaftsberatungsstellen des Diözesan-Caritasverbandes des Erzbistums Köln gehört Beratung für Männer, die Väter werden bzw. es bereits sind, seit rund zehn Jahren zum fest etablierten Angebot. Die Broschüre „Von Mann zu Mann – Väter in der Beratung“ macht das Themenspektrum deutlich, mit dem Väter in die Beratung kommen.
Buchautor und Väterexperte Thomas Gesterkamp zeigt mit seiner – augenzwinkernden – Vätertypologie die Bandbreite väterlicher Lebensentwürfe und beschreibt in einem weiteren Beitrag die Schwierigkeiten, vor die sich viele Männer bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestellt sehen.
Die Familientherapeutin Angela Blomberg stellt in ihrem Beitrag „Vater, Mutter, Kind – das ‚System‘ Familie“ sehr einfühlsam dar, dass gemeinsame Elternschaft eine unauflösliche Bindung zueinander als Eltern sowie jeweils zum Kind begründet. Durch eine Trennung der Eltern als (Liebes)-Paar sei sie nicht aufzulösen und müsse weiter gelebt und gestaltet werden.
Die esperanza – Väterberater Karl-Heinz Klücken und Gerd Mokros berichten von ganz konkreten Beratungsfällen. Über Geburtsvorbereitungstreffen für Väter und die dort häufig diskutieren Fragen schreibt Gregor Keiner.
Zu bestellen ist die kostenlose Broschüre bei Silvia Florian vom Diözesan-Caritasverband in Köln.
Männer, die gerne Väter werden wollen, sollten sich beim Mobiltelefonieren zurückhalten. Dies gilt einer neuen Studie zufolge vor allem dann, wenn es mit der Qualität ihres Spermas sowieso nicht zum Besten bestellt ist. Forscher der Universität Graz und der Queen’s University in Kanada haben den Einfluss von Mobiltelefonen auf die männliche Fruchtbarkeit untersucht. Das Ergebnis ist etwas verwirrend, wie sie schreiben.
Wer viel mit dem Handy telefoniert, produziert offenbar mehr des männlichen Geschlechthormons Testosteron. Hingegen nimmt die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH), das an der Spermienreifung beteiligt ist, ab. Tiefergehende Forschung sei notwendig, um den Zusammenhang zwischen der elektromagnetischen Handystrahlung und der männlichen Fertilität zu verstehen, so die Autoren.
Das Fatherhood Institut hat auf Youtube einen Channel für junge Väter gestartet mit dem diese unterstützt und in die Lage versetzt werden, die auf sie zukommenden Aufgaben zu bewältigen.
Die Bundesjustizministerin hatte bereits Mitte letzten Jahres einen Gesetzentwurf zum Gemeinsamen Sorgerecht von nicht miteinander verheirateten angekündigt, diesen allerdings bis heute noch nicht vorgelegt. Die grüne Bundestagsabgeordnete Katja Dörner hat die Bundesregierung deshalb in einer schriftlichen Frage zum Stand des Verfahrens befragt.
Die Antwort ist mehr als ernüchternd: Die Bundesregierung kann die Frage, wann mit einem Gesetzentwurf zu rechnen sei, nicht beantworten und hat diesbezüglich offensichtlich keine weiteren Ambitionen. Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von Dezember 2009 und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von August letzten Jahres steht die Bundesregierung unter Druck, die Sorgerechtsregelung zu reformieren.
Scheinbar keine leichte Aufgabe für Schwarz-Gelb, denn (auch) bei diesem Thema gehen die Vorstellungen so weit auseinander, dass gar nichts mehr passiert.
‚… Finden Sie es wichtig, dass Männer mit in den Kreißsaal kommen? Die Frau sollte nicht allein sein, das ist wichtig. Sie braucht jemanden, den sie gut kennt. Trotzdem sollten die Männer nicht am Geburtsbett festgebunden werden – da hat niemand was davon.
Man sieht heute viel mehr Männer mit Kinderwagen als vor 15 Jahren. Sind die Männer heute andere Väter als früher? Die Männer aus den Familien, die ich in den späten Siebzigern und Achtzigern bei Geburten betreut habe, waren alle sehr engagierte Väter. Ich habe das Gefühl, dass sich das gerade wieder ändert. Der Arbeitsplatz steht im Vordergrund, die Väter können nicht mehr so lang Urlaub nehmen. Es müsste eine intensivere Betreuung für Väter geben. Ein Vater ist allein nach einem so einschneidenden Erlebnis wie der Geburt eines Kindes. Die Frau kann sich austauschen, mit der Hebamme oder anderen Frauen. Einen »Vaterbegleiter« gibt es meines Wissens nicht.
Vielleicht reden Männer einfach nicht so gern wie Frauen. Sie können das ja auf ihre Art machen, können fischen gehen oder bowlen. Wichtig wäre, unter Männern in der gleichen Situation zu sein. Ich finde, Väter tauschen sich immer noch zu wenig aus. …’
Dies fordert der sächsische Justizministers Jürgen Martens (FDP). Auf seine Initiative haben die Justizministerinnen und Justizminister der Länder und des Bundes auf der Justizministerkonferenz am vergangenen Mittwoch in Halle über eine grundlegende Neuregelung des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern beraten.
„Die Ungleichbehandlung zwischen Vätern und Müttern muss endlich beseitigt werden. Die derzeitige Situation ist lebensfremd und entspricht auch nicht dem Kindeswohl. Ist der Vater zur Miterziehung des Kindes bereit, muss er ohne gerichtliches Verfahren das Sorgerecht mit der Mutter erhalten.“
Die Justizministerinnen und Justizminister haben sich darauf verständigt, dass eine gesetzliche Neuregelung erforderlich ist. Sie konnten sich aber nicht auf die Forderung nach einem gemeinsamen automatischen Sorgerecht einigen.
„Hier wurde leider die Chance für eine zeitgemäße Lösung vertan. In den meisten Ländern der Europäischen Union gibt es bereits vergleichbare Regelungen. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass auch nicht verheiratete Eltern automatisch gemeinsam das Sorgerecht erhalten, wenn der Vater sein Interesse am Sorgerecht erklärt hat; und zwar ohne unnötige Bürokratie. Ich bitte die Bundesjustizministerin, schnellstmöglich einen Vorschlag für eine Neuregelung des Sorgerechts vorzulegen, der der Lebenswirklichkeit von allen Müttern und Vätern in Deutschland gerecht wird,“ erklärte Martens.
Die Aussicht, bald eine eigene Familie zu haben, lässt Männer nicht kalt: Sie belasten vor allem finanzielle Sorgen. Ihrer schwangeren Partnerin greifen sie häufiger praktisch als emotional unter die Arme.
ManSoo Yu von der University of Missouri hat in einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Advanced Nursing (JAN) erschienen ist, herausgefunden, dass die Schwangerschaft auch werdende Väter stresst. Der Stress wirkt sich auf die Gesundheit aus, und darunter leiden dann auch die werdende Mutter und das Baby.
Er empfiehlt deshalb, in der schwangerschaftsbegleitenden Vorsorge die Aufmerksamkeit auch auf den Partner der Schwangeren zu richten. Denn die werdenden Väter litten oft unter Ängsten, mangelnder sozialer Unterstützung und einem geringen Selbstbewusstsein. Dabei seien gerade sie wichtig, um die Frauen zu unterstützen und zu umsorgen, sagt ManSoo Yu.
„Viel zu oft werden Männer als reine Beobachter des Schwangerschaftsprozesses angesehen“, erklärt er. „Es ist aber sehr empfehlenswert, auch auf die Gesundheit des Mannes zu achten. Deshalb macht es Sinn, auch die Männer in den Monaten vor der Geburt zu begleiten. Das kann sie ermuntern, eine aktivere Rolle in der Schwangerschaft zu spielen, was sich auch positiv auf die Frau und das Baby auswirkt.“
ManSoo Yu fand heraus, dass Männer schwangerschaftsbezogene Themen, Weiterlesen »
Für werdende Eltern sind die Ultraschalluntersuchungen ihres ungeborenen Kindes ein großer Moment, geht es doch darum, das eigene Baby auf einem Bildschirm zu sehen. Vielen Männern wird dadurch erst richtig bewusst, dass sie Vater werden. Diese Ultraschalluntersuchungen werden in regelmäßigen Abständen von Gynäkologen durchgeführt. Viele werdende Väter und Mütter würden ihr ungeborenes Kind aber gerne häufiger sehen um die Entwicklung ihres Kindes mitzuerleben.
Die Designerin Melody Shiue hat ‚Prevue’ entwickelt, das werdenden Eltern ermöglichen soll, die Entwicklung ihres ungeborenen Kindes im Bauch der Mutter mitzuverfolgen. Dabei handelt es sich um einen Gürtel, den sich die schwangere Frau um ihren Bauch legt. Wie das Produkt aussehen soll, zeigt die Abbildung.