der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Männer Bashing statt echter Gleichstellungspolitik

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juli 2010

In ihrem aktuellen Newsletter kommentieren die Kollegen von Männernet.at in Vorarlberg die Präsentation des Frauenberichts durch die zuständige Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek am 28. Mai in Wien.

‚Nach dem Vorliegen des neuen Frauenberichtes, waren die Männer im Visier der Frauenpolitikerinnen. Doch, wenn man Männer zu einer Veränderung bewegen will, macht auch der Ton die Musik.

Der Frauenbericht 2010, der Ende Mai präsentiert wurde, ist 540 Seiten dick und besteht aus statistischem Zahlenmaterial, das verständlicherweise kaum jemand liest oder lesen kann. Also muss so ein Bericht medial aufbereitet werden. Das geschieht manchmal sehr differenziert, manchmal allerdings auch äußerst plakativ. Da waren so dumme Sätze zu lesen wie: „Nichts hat sich geändert.“ Und das zum Beispiel angesichts der Tatsache, dass es heute mehr Akademikerinnen gibt als Akademiker.

Wenn die Frauenministerin sagt, „Die Männer reden wie Paradefeministen, handeln aber wie Alltagsmachos!“, dann ist das genauso geschmackvoll, wie wenn ich sagen würde: „Die Frauen reden wie Paradefeministinnen, handeln aber wie Alltagsglucken!“ Und wenn eine Journalistin schreibt: „Freiwillig werden die Männer nichts hergeben“, so ist das eine sprachliche Kriegserklärung.

Die altfeministischen Kampfparolen haben sich, aus meiner Sicht, genauso überlebt wie die Machosprüche vom Stammtisch – und sie sind nicht mehr zielführend. Männer gewinnt man, wenn man sie würdigt. Wenn man nur auf uns herumhackt, nur fordert, dann ziehen wir uns eher zurück. Allen Kampfparolen fehlt die grundsätzliche Achtung vor dem anderen Geschlecht. Die Grundlage für das Teilen von Verantwortung und Arbeit ist aber die gegenseitige Würdigung. Man hilft einander auch gerne, wenn es anerkannt wird.

Statt sich gegenseitig Schuld zu geben, statt sich nur jeweils die Schwächen und Defizite aufzurechnen, könnten wir uns doch auch zu einem gemeinsamen Richtungswechsel aufmachen. Nicht zuletzt, weil wir Männer wie Frauen im selben Boot sitzen.’

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Wie gleichberechtigt sind wir?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 6. März 2010

Wie können Männer und Frauen schon im Studium die Weichen für ein gleichberechtigtes Leben stellen? Darüber streiten die ZEIT CAMPUS-Autoren Inge Kutter und Justus Bender.

Eigentlich können Frauen und Männer heute alles haben: Eine hervorragende Bildung, Erfolg im Beruf und ein Familienleben – doch wie sieht die Realität aus? Ist das nur eine Wunschvorstellung? Muss letztlich immer einer zurückstecken? Die ZEIT CAMPUS-Autoren Inge Kutter und Justus Bender streiten über die aktuelle Titelgeschichte „Frauen sind besser, aber Männer kriegen die Jobs“.

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Neue Freiheit – altes System? Was Frauen vor 50 Jahren nicht durften

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 20. Januar 2010

Groß war der internationale Aufschrei, als Afghanistan im letzten Jahr ein Ehegesetz verabschieden wollte, das Frauen dazu verpflichtet, die sexuellen Wünsche ihres Ehemanns zu erfüllen. Doch so modern, wie man gerne glauben will, sind auch wir noch nicht lange. Erst seit 1958 dürfen Frauen ohne Erlaubnis des Gatten den Führerschein machen, erst seit 1977 einen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Erst 1997 wurde Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt.

Julitta Münch fragt in der Sendung Hallo Ü-Wagen am 23. Januar, ob es auch heute noch Lebensbereiche gibt, in denen von Gleichberechtigung keine Rede sein kann.

Gäste bei der Sendung in Oberhausen, Marktstraße/ Ecke Stöckmannstraße sind:

Prof. Gerhardt Amendt Soziologe, Institut für Geschlechter- und Generationsforschung, Uni Bremen

Friedhelm van den Mond Alt- Oberbürgermeister von Oberhausen

Dr. Barbelies Wiegmann Juristin, Mediatorin

Dr. Sibylle Plogstedt Autorin

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In Österreich soll Alles (fast) so bleiben wie es woanders schon ist

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 19. Juni 2009

20 % der Väter in Karenz, der Anteil der Frauen in allen SPÖ-Gremien beträgt 40 %, mehr Vollzeitbeschäftigung und eine Betreuungsquote von 30 % für Unter-Dreijährige. Dort soll Österreich in 10 Jahren stehen, geht es nach Gabriele Heinisch-Hosek, die am Sonntag zur neuen SP-Frauenvorsitzenden gewählt wird.

Diese Ziele nennt sie selbst ambitioniert, trotzdem möchte sie sich die Latte nicht allzuhoch legen, denn: „Ich möchte ein Vorbild an Glaubwürdigkeit sein, möchte nicht Dinge versprechen, die nicht einzuhalten sind“.

Als neue Frauenchefin plant Heinisch-Hosek Wege abseits der bereits etablierten Pfade zu beschreiten. Und abseits der bekannten Themen Gleichberechtigung und Vereinbarkeit, aber auch Gewalt – die man natürlich weiterfahren werde – möchte sie neue Themen „anreißen“ und zeigen, dass Frauen auch gut wirtschaften können:

„Es soll uns niemand mehr vormachen, wie Wirtschaft funktioniert.“ Sie setzt sich das Ziel, die Themen Ökonomie, erneuerbare Energie, Klimawandel, neue Technologien und neue Medien den Frauen zugänglich machen. „Geld, Macht und Zeit dürfen nicht nur männlich besetzte Themen sein“, so die Frauenministerin.

Es geht nicht um Versprechen, es geht um Ziele die erreicht werden sollen, und da möchte Österreich wohl in 10 Jahren da sein, wo Deutschland heute schon fast ist. Na dann mal viel Glück bei der Reise in die Vergangenheit!

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‚Für die Männer wird’s schwieriger’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 1. Juni 2009

Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt skizziert Birte Kruse-Gobrecht, die neue Gleichstellungsbeauftragte von Stormarn, zukünftige Aufgaben und Entwicklungen.

‚Kruse-Gobrecht: … Wir haben heute andere Themen als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ich muss heute nicht mehr so feministisch sein wie meine Vorgängerinnen. Aber ohne die Anfangsarbeit und ohne deren Intensität wären wir nicht da, wo wir heute sind.

Abendblatt: Wie steht’s aktuell um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern?

Kruse-Gobrecht: Es gibt nach wie vor viele Bereiche, in denen es für Frauen schwieriger ist als für Männer. Aber gerade vor dem Hintergrund von Elterngeld, Elternzeit und einer damit verbundenen neuen Aufgabenverteilung in vielen Familien wird es für die neuen Männer in unserer Generation schwieriger. Ich habe Studien gelesen, denen zufolge immer mehr Männer sagen, sie wollen mehr Familienzeiten, sie wollen stärker an der Erziehung beteiligt sein. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass das auch für Männer das Karriere-Aus bedeuten kann.

Abendblatt: Haben Sie schon von solchen Fällen gehört?

Kruse-Gobrecht: Ja, aber es war noch keiner bei mir. Wir erleben für die Männer eine eher rückläufige Entwicklung. Die Frauendiskriminierung färbt ein Stück weit auf die männliche Welt ab. In anderen europäischen Ländern hat es eine ganz andere Selbstverständlichkeit, dass Beruf und Familie miteinander vereinbar sind. …

Abendblatt: … Sie gehen davon aus, dass bald auch Männer Ihre Hilfe benötigen.

Kruse-Gobrecht: Ja. In der ganzen Zeit hat man die Männer nicht mitgenommen. Warum haben wir keine Männer in den sozialen und pflegerischen Einrichtungen oder in den Grundschulen? Da wird in den jetzt heranwachsenden Generationen Handlungsbedarf bestehen. Ich glaube, dass sich da für Männer ganz neue Chancen auftun. Und ich will gleichermaßen Ansprechpartnerin für die Männer zu sein.

Abendblatt: Wie wollen Sie die Wirtschaft davon überzeugen, dass Mütter und Väter nach der Familienzeit bessere Chancen haben?

Kruse-Gobrecht: Familienfreundlichkeit und Gesundheitsmanagement sind Wettbewerbsvorteile. Es ist belegt, dass Menschen, die selber Wertschätzung erfahren, für ein Unternehmen sehr viel effektiver arbeiten. Man geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt infolge der Wirtschaftskrise um sieben Prozent zurückgeht. Zum Vergleich: Psychische Belastungen, Stress, Depressionen und Burn-out-Syndrom senken das Bruttoinlandsprodukt um fünf Prozent. Aber das Jahr für Jahr. Ich möchte die Firmen davon überzeugen, dass sie von zufriedenen Mitarbeitern letztlich betriebswirtschaftlichen Nutzen haben, weil sie Personalkosten sparen, weil sie mehr Umsatz machen, weil ihre Mitarbeiter durch ihre Außenwirkung die beste Werbung sind. …

Abendblatt: Ist die Wirtschaftskrise denn der richtige Zeitpunkt für Veränderungen?

Kruse-Gobrecht: Gerade die Krise können wir als Umbruch begreifen, um den Standort neu aufzustellen. Typisch deutsch ist dieser sture Maßnahmenkatalog: Befristete werden nicht entfristet, Neueinstellungen werden gestoppt, Kurzarbeit. Stattdessen müssen wir gucken, wie man die Krise als Chance nutzen kann. Dann relativieren sich die Zahlen: Fünf Prozent Ausfall durch psychische Erkrankungen Jahr für Jahr gegen sieben Prozent Ausfall durch die Krise. …’

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Union will Elterngeld verlängern

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 29. Mai 2009

CDU und CSU haben sich darauf verständigt, die Zahlung des Elterngeldes für den Fall eines Wahlsieges bei der Bundestagswahl zu verlängern. Künftig soll es bis zu 16 Monate lang gezahlt werden, wenn sich Väter vier Monate um ihre Kinder kümmern. Auf einen entsprechenden Vorstoß im gemeinsamen Wahlprogramm der Unionsparteien haben sich die Generalsekretäre von CDU und CSU, Ronald Pofalla und Alexander Dobrindt, nach Informationen des Handelsblatts verständigt.

„Gleichberechtigung wird nur verwirklicht werden können, wenn das herkömmliche Rollenverständnis von Männern und Frauen überwunden wird und sich mehr Männer als bisher an der Familienarbeit beteiligen, die Kindererziehung als gemeinsame Aufgabe betrachten und ihren Kindern ein partnerschaftliches Miteinander vorleben“, heißt es dazu in einem Entwurf für den familienpolitischen Teil des Wahlprogramms, den auch die CSU-Spitze abgesegnet hat.

Bislang wird das Elterngeld maximal 14 Monate lang unter der Bedingung gewährt, dass sich auch der andere Elternteil – meist der Vater – mindestens zwei Monate um das Kind kümmert und seinen Beruf so lange aufgibt. Die Kosten für das Elterngeld belaufen sich derzeit auf jährlich 4 Milliarden Euro.

Das ist ein weiterer Trippelschritt in die richtige Richtung. Gleichberechtigung wird aber nur dann verwirklicht werden (können), wenn sie auch im Gesetz verankert ist. Bei insgesamt 16 Monaten Elternzeit hieße das 8 Monate für den Vater und 8 Monate für die Mutter!

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‚Gleichberechtigung habe ich mir leichter vorgestellt‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 8. März 2009

Es ist vertrackt: Frauen an die Macht!, lautet seit Jahrzehnten die Parole – die Realität in Job, Familie, Alltag sieht, insbesondere für Väter und Mütter, immer noch anders aus. SPIEGEL ONLINE fragt zum Frauentag nach. Fünf Männer, fünf aufschlussreiche Antworten:

Paartherapeut Woinoff: „Partnersuche nach archaischen Gesichtspunkten“
„Natürlich machen Männer öfter Karriere, sie haben ja auch einen doppelten Anreiz: Sie bekommen nicht nur das Geld und die gesellschaftliche Anerkennung – sie werden dadurch auch für Frauen attraktiver.“ mehr…

„Brigitte“-Chefredakteur Lebert: „Ich bin ein Mann, aber das ist Zufall“
„Das ‚Brigitte‘-Team besteht zu 95 Prozent aus Frauen, da sind Teilzeit- und Halbtagsjobs Alltag. Auch auf Führungsebene. Die Arbeit mit Frauen ist sehr angenehm. Sie kommen zum Beispiel – entgegen aller Vorurteile – schneller zum Punkt.“ mehr…

SPIEGEL-Redakteur Bednarz: „Gleichberechtigung ist schwerer, als ich mir vorgestellt habe“
„Meine Frau Esther und ich versuchen, Gleichberechtigung zu leben, und das ist schwerer als wir uns vorgestellt haben. Vor allem als ich mir vorgestellt habe.“ mehr…

Business-School-Präsident Steffens: „Viele Assistentinnen sind Akademikerinnen“
„Bei uns im Kollegium ist der Frauenanteil relativ groß, wir sind schließlich ein Lehr- und Wissenschaftsbetrieb, also eine der so genannten weichen Industrien. Und natürlich sind viele megastarke Frauen dabei, auch in Führungspositionen. Aber ich beobachte ein interessantes Phänomen.“ mehr…

Familienwissenschaftler Bertram: „Deutschland ist weit hinten bei der Gleichberechtigung“
„Die Bundesrepublik ist noch mehr als andere Länder eine Industriegesellschaft. Männlich dominierte Branchen wie die Autoindustrie oder der Maschinenbau prägen die Wirtschaft – deshalb sind wir ziemlich weit hinten, wenn es um Gleichberechtigung geht.“ mehr…

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