der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Wolfgang Niedecken moderiert WDR-Magazin ‘Mann tv’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 8. Februar 2018

Wolfgang Niedecken stand als BAP-Chef schon auf vielen Bühnen und vor vielen Kameras. Am 15. Februar 2018 betritt der Musiker, Autor und vierfache Familienvater Neuland: Er moderiert von 22.10 bis 22.40 Uhr im WDR Fernsehen „Mann tv“. Für die Moderation hat sich Wolfgang Niedecken mit einem außergewöhnlichen Video in der Redaktion beworben. Als mittelalterlicher Troubadour verkleidet sang er sich vor der Kölner Severinstorburg in die Herzen der Frauen und Männer.

„Mann tv“ rückt seit 2015 in loser Reihenfolge auf den Platz von „Frau tv“. Das Magazin beschäftigt sich mit Themen, die Männer bewegen. In der sechsten Ausgabe von „Mann tv“ geht es um Lebensträume, um unerwartete Veränderungen und neue Pläne im Leben von Männern. Wolfgang Niedecken erlebte durch einen Schlaganfall vor einigen Jahren selbst einschneidende Veränderungen. Aber er war sich von Anfang an sicher, „dass alles wieder gut wird“ und hat sich neue Ziele gesetzt. Genauso wie Werner Schlangen, der ganz neue Wege gegangen ist. Mit über 50 wurde der kaufmännische Leiter eines Verlags arbeitslos. Er sattelte um und wagte einen kompletten Neustart – als Puppenspieler.

Ein weiteres Thema in „Mann tv“: Was passiert, wenn Lebenspläne durcheinander geworfen werden? Johannes träumte von einem Haus voller Kinder. Die richtige Frau dazu hat er gefunden. Aber der gemeinsame Kinderwunsch bleibt unerfüllt. Wie geht er als Mann damit um?

Darüber hinaus geht es um ungewöhnliche Erlebnisse für Männer – zum Beispiel um eine Nacht im Spielzeugladen. Für 54 Männer wird dieser Traum wahr. Alfred Westhöfer veranstaltet in seinem Laden in der Bonner Innenstadt nach Geschäftsschluss Männerabende. Er schickt die Teilnehmer durch einen Parcours mit 14 Stationen. Am Kicker, der Rennbahn, mit Dartpfeilen und Legosteinen kämpfen sie um Medaillen und dürfen nochmal Kind sein.

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Anspruch auf verkürzte Vollzeit – Wahlrecht und zusätzliche freie Tage für Pflege und Kindererziehung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 7. Februar 2018

Die Tarifvertragsparteien in der Metall- und Elektroindustrie haben sich am Montagabend in Stuttgart auf einen Tarifabschluss geeinigt. Demnach steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für die mehr als 900.000 Beschäftigten ab April 2018 um 4,3 Prozent, für die Monate Januar bis März gibt es 100 Euro Einmalzahlung. 2019 erhalten alle Beschäftigten zudem einen Festbetrag von 400 Euro sowie ein neues tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens.

Dieser Abschluss hat nicht nur für die gesamte Branche Vorbildcharakter sondern stellt auch einen Meilenstein bei den Tarifauseinandersetzungen dar: erstmals haben Väter und alle anderen mit Careaufgaben befassten Personen neben den gesetzlichen Regelungen auch den betrieblichen Anspruch, Geldleistungen in freie Zeit umzuwandeln.

Beschäftigte mit familiären und beruflichen Belastungen können das neue tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln und profitieren dabei von zusätzlicher Freizeit. Ebenfalls ab 2019 gilt für alle Vollzeit-Beschäftigten ein individueller Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit von bis zu 28 Wochenstunden für maximal zwei Jahre.

Ab 2019 können Beschäftigte ihre Arbeitszeit für mindestens sechs und maximal 24 Monate auf bis zu 28 Wochenstunden absenken; nach Ablauf des vereinbarten Zeitraums kann sich der Beschäftigte erneut entscheiden. Im Gegenzug zur Möglichkeit kürzer zu arbeiten, können die Arbeitgeber in vergleichbarem Umfang auch mehr Arbeitsverträge bis zu 40 Wochenstunden abschließen. Dafür wurde der Zugang zu bereits existierenden Quoten für Arbeitsverträge oberhalb von 35 Stunden erleichtert – zum Beispiel, wenn Unternehmen Fachkräfteengpässe nachweisen können.

Beschäftigte mit Kindern bis 8 Jahren, zu pflegenden Angehörigen oder in Schichtsystemen können erstmals für das Jahr 2019 wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgelds 8 freie Tage haben wollen. 2 Tage davon tragen die Arbeitgeber bei. Dazu der Verhandlungsführer der IG Metall Zitzelsberger: “Mit diesem Modell schaffen wir einen Ausgleich für Belastungen und sorgen dafür, dass unsere Kolleginnen und Kollegen länger gesund bleiben. Außerdem schaffen wir Freiräume für wichtige gesellschaftliche Aufgaben und erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.”

Dazu passt auch, dass sich die Tarifpartner auf einen Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten verständigt haben, der einen einheitlichen Rahmen für Betriebsvereinbarungen für die Arbeit von zuhause oder unterwegs definiert und vor unbezahlter Mehrarbeit schützt. Auszubildende erhalten künftig vor ihren Abschlussprüfungen zwei freie Tage zur Vorbereitung.

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In der Partnerschaft auf Augenhöhe bleiben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 5. Februar 2018

In Punkto Familie und Beruf finden sich immer noch klare Rollenzuweisungen – und das obwohl Generation Y lauthals nach Gleichberechtigung schreit. Während Mütter-Karrieren unter Windelbergen verschwinden, werden Väter in die der Rolle des Workaholic-Alleinverdieners gedrängt.

Aber warum ist das noch so? Immerhin wollen 66 % der Väter ihre Kinder viel öfter sehen. Martin Drechsler von der Väter gGmbH berichtet im Gespräch mit kununu, mit welchen Problemen und Vorurteilen Teilzeit-Väter auf dem deutschen Arbeitsmarkt konfrontiert werden.

kununu: Worin sehen Sie momentan noch das größte Problem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Martin Drechsler: Die Herausforderung liegt oft im Unternehmen bzw. bei den direkten Vorgesetzten. Meist sind diese noch nicht auf die Vereinbarkeitsbedürfnisse von Vätern eingestellt und können sich damit nicht identifizieren, dass ihre männlichen Mitarbeiter auch den Wunsch haben gleichberechtigt am Familienleben teilzuhaben. Und auch mal Nachmittags früher zu gehen, bei Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben oder auch mal eine Zeit lang nur vier Tage zu arbeiten.

Warum ist es immer noch so selten?

Das hat meiner Ansicht nach drei Gründe: In Deutschland wird Vätern suggeriert, dass ihre Elternzeit nur zwei Monate beträgt, die sogenannten „Väter-Monate“. Da gibt es ein Kommunikationsproblem, das bis heute nicht gelöst ist! Die Partnerschaftsmonate im Rahmen der Elternzeit oder die Möglichkeit mit dem ElterngeldPlus-Modell eine längere Zeit nur vier Tage zu arbeiten, ist bei vielen Vätern noch nicht bekannt. Unternehmen kommunizieren diese Modelle aber auch nicht oder werden als Best Practicemodelle aufgegriffen und veröffentlicht.

Der zweite Grund ist der äußerliche Rahmen: Väter haben besonders hohe finanzielle Einbußen während der Elternzeit, da Sie meistens die Hauptverdiener in der Familie sind und sich die Familie eine längere Elternzeit nicht leisten kann.

Außerdem haben Väter ihre Kollegen im Blick und nehmen Rücksicht, wenn sie in Elternzeit gehen, da es für ihre Elternzeit oft keine Vertretung gibt. Und natürlich spielt auch die eigene Sorge eine Rolle, wie der Vorgesetzte reagiert und wie es sich auf das berufliche Fortkommen auswirkt.

Sie können zu einer besseren Transparenz in Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei! Gemeinsam mit care.com und den Kooperationspartnern families@work, kununu, XING und nextexitfuture, hat die Väter gGmbH eine Umfrage gestartet. Sie setzt sich mit dem Thema auseinander: Vereinbarkeit verhandeln – Wie handeln Eltern berufliche und familiäre Aufgaben in der Partnerschaft aus? Teilnehmen können Sie bis zum 14. Februar 2018 und helfen, ein Gesamtbild der aktuellen Situation aufzuzeigen. Wie meistern Paare mit Kindern berufliche und familiäre Entscheidungen? Welche Lösungen haben Sie für Ihre Partnerschaft gefunden und welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen für Ihre beruflichen Entwicklungen?

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Väter in Kalifornien nutzen ihre Chance, bezahlte Elternzeit zu nehmen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 4. Februar 2018

Ungefähr 85.000 Männer nahmen in Kalifornien im vergangenen Jahr eine bezahlte Elternzeit in Anspruch, damit hat sich die Zahl der Inanspruchnahme des Vaterschaftsurlaubs seit 2009 verdoppelt. Die Zahl der Frauen, die in diesem Zeitraum bezahlten Mutterschaftsurlaub nehmen, stieg um bescheidene 6 Prozent.

PaudLeave

Im Rahmen eines kalifornischen Programms können Frauen nach einer Geburt bis zu 12 Wochen lang Zahlungen für Arbeitsunfähigkeit erhalten. Nach 2004 konnten auch Frauen und Männer bis zu sechs Wochen bezahlten Familienurlaub in Anspruch nehmen. Der Staat zahlt die Leistungen über die Beiträge der staatlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherung (SDI). Arbeitnehmer können auch in einen freiwilligen Plan einzahlen; Arbeitgeber zahlen nicht.

Kalifornien ist einer von nur einer Handvoll Staaten, die bezahlten Familienurlaub für Männer und Frauen anbieten. Die meisten Staaten bieten stattdessen unbezahlten Urlaub an. Die bezahlte Elternzeit verringert den Druck auf die Männer, weiter zu arbeiten, nachdem ein Kind geboren wurde, um das Einkommen zu sichern.

Vor einem Jahrzehnt wurden weniger als 25 Prozent der Ansprüche auf Familienurlaub in Kalifornien von Männern eingereicht; im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf fast 40 Prozent. Väter nehmen in zunehmendem Maße die Väterzeit, nachdem Mütter zurück zur Arbeit gehen, um die Zeitspanne zu verlängern, die ein Neugeborenes mit einem Elternteil zu Hause ist.

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Doppelresidenz vs. Residenzmodell – neue Metastudie

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 3. Februar 2018

Prof. Linda Nielsen´s neue Analyse von mittlerweile 60 Studien rund um die Doppelresidenz bestätigt die Annahme, dass die Doppelresidenz in der Regel für Kinder bessere Ergebnisse erzielt als das in Deutschland noch häufig gelebte „Alleinerziehenden-“ oder „Residenzmodell“, bei dem in der Regel der Vater als alle-vierzehn-tage-am-wochenende-freizeitelternteil für das Kind präsent ist.

In den veröffentlichten 60 englischsprachigen Studien fanden 34 Studien heraus, dass Kinder in der Doppelresidenz in allen untersuchten Punkten in Bezug auf Verhalten, emotionales, physisches und schulisches Wohlbefinden und die Beziehung zu Eltern und Großeltern besser abschnitten als Kinder im Residenzmodell. In weiteren 14 Studien hatten Kinder in der Doppelresidenz in einigen Punkten die gleichen Ergebnisse und in anderen bessere Ergebnisse verglichen mit Kindern im Residenzmodell. In 6 Studien konnten keine Unterschiede zwischen beiden Betreuungsmodellen festgestellt werden und in weiteren 6 Studien ergaben sich für Kinder in der Doppelresidenz in einem Merkmal schlechtere Ergebnisse als im Residenzmodell, aber gleiche oder bessere in den anderen Merkmalsausprägungen.

Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei der Betrachtung des Familienreinkommens (25 Studien, davon 18 Doppelresidenz besser in allen Merkmalsausprägungen, 4 Studien gleiche oder bessere Ergebnisse, eine Studie mit gleichen Ergebnissen und zwei Studien mit schlechteren Ergebnissen in einem Merkmal, aber besseren in den anderen Merkmalen.

Die Schlussfolgerungen

“As the studies summarized in this article demonstrate, JPC is linked to better outcomes than SPC for children, independent of family income or the level of conflict between parents.”

Wie die in diesem Artikel zusammengefassten Studien zeigen, weist die Doppelresidenz (JPC – joint physical custody) bessere Ergebnisse als Einzelresidenz (SPC – sole physical custody) für Kinder auf, unabhängig von Familieneinkommen oder dem Konfliktniveau zwischen den Eltern. Das soll nicht heißen, dass Kinder nicht von einem Leben in Familien mit höherem Einkommen, niedrigerem Konflikt oder gut kooperierenden Eltern profitieren.

Was diese Studien aber aussagen ist, dass die besseren Ergebnisse für in Doppelresidenz lebende Kinder nicht auf ein höheres Familieneinkommen oder einen geringeren Konflikt zwischen deren Eltern zurückgeführt werden können. Darüber hinaus zeigen alle 30 Studien, die die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern und anderen Verwandten untersuchten, bessere Ergebnisse für die Doppelresidenz-Kinder.

Der Aufsatz von wurde im „Journal of Child Custody” unter dem Titel: „Joint versus sole physical custody: Outcomes for children independent of family income or parental conflict, Journal of Child Custody“ veröffentlicht.

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Handlungskonzept ‚Zukunftsorientierte Väterpolitik in Niedersachsen’

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 1. Februar 2018

Das Niedersächsische Sozialministerium hat in enger Zusammenarbeit mit dem Landesarbeitsforum „Aktive Vaterrolle” das Handlungskonzept „Zukunftsorientierte Väterpolitik in Niedersachsen” entwickelt. Das Handlungskonzept umfasst fünf relevante Handlungsfelder der Väterpolitik. Die darin beschriebenen Ziele und Maßnahmen sollen die Aufmerksamkeit für die Rolle der Väter in der Erziehung stärken und für mehr Akzeptanz in der Arbeitswelt sorgen. Das Handlungskonzept war 2013 im Koalitionsvertrag vereinbart worden und soll als fachliche Grundlage für die zukünftige Väterarbeit in Niedersachsen dienen.

Ein Expertenforum mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wissenschaft und Praxis, Jugendhilfe, dem Bildungssektor und der Wirtschaft hatte im Herbst 2016 konkrete Ziele und Umsetzungsvorschläge für fünf Handlungsfelder erarbeitet, in denen eine aktive Väterpolitik in Niedersachsen vorangebracht werden soll:

  • Jungen- und Väterarbeit: Schulprojekte zu Lebensplanung und Berufsorientierung, sozialpädagogische Begleitung von jungen Vätern im Alter von 14 bis 21 Jahren, Unterstützung von Vätern in Trennungs- und Ein-Eltern-Familien
  • Geschlechterbezogene Bildung unter besonderer Berücksichtigung der Väter: Konzeption und Ausbau von Fortbildungsangeboten für Väterbildungsarbeit, stärkere Verankerung eines Bildes von fürsorglicher Vaterschaft in Ausbildungscurricula und Bildungsplänen, mediale Vermittlung positiver Rollenbilder
  • Väter und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Werbung für väterfreundliche Arbeitsorganisation und Unterstützung aktiver Vaterschaft sowie für Möglichkeiten betrieblicher Kinderbetreuung in Unternehmen
  • Migrationssensible Väterarbeit: Verankerung von aktiven Vaterschaftsmodellen in den Lehrmaterialien im Bereich Deutsch als Fremdsprache, Weiterentwicklung des Informationsangebotes für Väter mit Migrationshintergrund, Sensibilisierung für aktive Vaterschaftsmodelle
  • Genderforschung: Untersuchungen zum Rückfall von Vätern und Müttern in traditionelle Rollenmuster nach der Geburt eines Kindes und im Kontext “Rund um die Geburt”

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Ein sauberer Deal? – Tiefere Steuern für Firmen gegen eine Väterzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 30. Januar 2018

Der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer steht vor einer kniffligen Aufgabe: Wie kann er die Reform der Unternehmenssteuern ausgestalten, damit sie die Bürgerlichen unterstützen und die Linke nicht erneut das Referendum dagegen ergreift und sie so vors Volk bringt? Erst vor einem Jahr ist die Unternehmenssteuerreform an der Urne mit 59 Prozent klar gescheitert.

Nun bringen die Gewerkschaften einen neuen Vorschlag ein, wie Maurer ein Referendum von linker Seite verhindern kann: mit einem Vaterschaftsurlaub. «Das wäre ein eigentlicher Referendumsblocker», ist Adrian Wüthrich überzeugt, Geschäftsleiter des Gewerkschaftsdachverbands Travailsuisse.

Die Gewerkschaften wollen, dass Väter bei der Geburt eines Kindes künftig 20 Tage Urlaub beziehen können. Finanziert werden soll er wie schon der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung. Nach Berechnungen des Bundesrats entstünden dadurch Kosten von 420 Millionen Franken pro Jahr. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten dafür einen Bruchteil eines Lohnprozents – 0,055 Prozent – bezahlen.

Wenn der Vaterschaftsurlaub eingeführt wäre der Bundesrat nach Einschätzung Wüthrichs mit seiner Vorlage auf der sicheren Seite. Er sieht auch Vorteile für kleine und mittlere Unternehmen: Gerade diese könnten es sich nicht leisten, auf eigene Kosten einen Vaterschaftsurlaub einzuführen, und gerieten dadurch im Wettbewerb um gut qualifizierte Arbeitskräfte ins Hintertreffen.

Die Gewerkschaften orientieren sich mit ihrem Vorschlag am Kanton Waadt: Den Bürgerlichen und der Wirtschaft wurden vor der Abstimmung zur kantonalen Unternehmenssteuerreform tiefere Steuern in Aussicht gestellt, den Privaten Kindergelder, Beiträge an die Kinderbetreuung und an die Krankenkassenprämien. Die Vorlage wurde 2016 von 87 Prozent der Stimmenden angenommen.

Die Gewerkschaften stoßen mit ihrem Vorschlag auch in der politischen Mitte auf Sympathien. Für Pirmin Bischof, Präsident der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats, ist der Vaterschaftsurlaub eine denkbare Option. Damit eine Reform bei der Stimmbevölkerung eine Chance habe, brauche es einen sozialen Ausgleich, und der Vaterschaftsurlaub sei dafür eine Option. Die neue Steuervorlage aber sei praktisch dieselbe wie jene, die vor einem Jahr an der Urne abgestürzt sei. Damit sich das nicht wiederhole, brauche es zusätzliche Anstrengungen.

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Beitragsfreie Kitas verändern Frauenerwerbsquote nicht

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 30. Januar 2018

Mütter weiten ihr Arbeitsangebot nicht aus, wenn ihnen eine kostenlose Kindertagesbetreuung zur Verfügung steht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Zwar steigert die Beitragsfreiheit die Kita-Besuchsquote von Kleinkindern, doch das familienpolitische Ziel einer Stärkung der Frauenerwerbstätigkeit wird verfehlt.

Die Studie von Anna Busse und Christina Gathmann, Ökonominnen an der Universität Heidelberg, untersucht anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2010 bis 2015, wie sich die Abschaffung der Gebühren für Kindergärten und Kindertagesstätten in verschiedenen Bundesländern auf die Betreuungssituation, Erwerbstätigkeit und kindliche Entwicklung ausgewirkt haben. Das letzte Kindergartenjahr ist inzwischen in neun der elf alten Bundesländer beitragsfrei. Drei dieser Länder haben die Beitragsfreiheit bereits auf jüngere Kinder ausgeweitet.

Die Einführung des kostenlosen letzten Kindergartenjahres hatte auf die Besuchsquote, die in dieser Altersgruppe bereits vor der Beitragsfreiheit bei 97 Prozent lag, praktisch keinen Einfluss. Bei den Zwei- bis Dreijährigen erhöhte die Reform hingegen die Besuchsquote um 8 Prozentpunkte. Besonders stark fiel der Anstieg bei Kindern aus einkommensschwachen Familien aus. „Diese Entwicklung ist positiv zu bewerten, da Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten in einem qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot besser ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln können“, erklärt Wirtschaftsprofessorin Christina Gathmann. Insbesondere Mädchen profitieren der Studie zufolge von der außerhäuslichen Betreuung.

Insgesamt habe die Einführung der Beitragsfreiheit aber hauptsächlich zu „Mitnahmeeffekten“ geführt, die zwar das Familienbudget erhöhen, jedoch die gewählte Kinderbetreuung nur unwesentlich beeinflussen. Außerdem fanden die Forscherinnen kaum positive Wirkungen auf die Erwerbsbeteiligung oder die wöchentliche Arbeitsstundenzahl von Müttern. Eher scheinen die Familien das zusätzliche Einkommen zu nutzen, um das Arbeitsangebot der Mütter zu verringern.

Das Ziel, durch die Bereitstellung beitragsfreier Betreuungsplätze die Erwerbstätigkeit und damit die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen, vor allem von Alleinerziehenden, zu erhöhen, werde jedenfalls durch diese Politik nicht erreicht, so das Fazit der Untersuchung.

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Aus der Praxis für die Praxis – Unternehmenskulturen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 29. Januar 2018

Viele Unternehmen bieten Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten oder Zuschüsse zur Kinderbetreuung an. Ob die Beschäftigten diese Maßnahmen kennen und bei Bedarf tatsächlich in Anspruch nehmen, hängt maßgeblich von der Kultur innerhalb Ihres Unternehmens ab.

Diskutieren Sie am 1. März 2018 in Hannover über Erfolgsfaktoren einer familienfreundlichen Unternehmenskultur.

  • wodurch sich eine familienfreundliche Unternehmenskultur konkret auszeichnet,
  • welche Schritte Sie gehen sollten, um eine familienfreundliche Unternehmenskultur fest zu etablieren, und
  • welche Rolle dabei Führungskräfte und eine offene Kommunikation spielen.

Aus dem Programm

9.30 Eintreffen, frühstücken, sich vernetzen

10.45 Keynote Prof. Sonja A. Sackmann, Ph.D., Institut Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen, Forschungszentrum für Strategie, Führung, Unternehmenskultur und Personalmanagement, Universität der Bundeswehr München

11.30 Verstehen, verantworten, verankern – familienfreundliche Unternehmenskultur in der Praxis

Diskutieren Sie in der Fish Bowl mit Prof. Sonja A. Sackmann und Gästen aus folgenden Unternehmen:

Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG, Emden Eine Mitarbeiterbefragung stellte die Unternehmenskultur auf neue Füße. Die persönliche Entwicklung der Beschäftigten ist nun ein Leitziel des Unternehmens – mit beeindruckenden Ergebnissen für die Gesamtorganisation.

ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen am Bodensee Der Konzern nutzt Kompetenzen, die Beschäftigte in der Familie erwerben. Familiär bedingte Auszeiten wirken sich positiv auf die Karriere aus.

domino-world ™, Berlin Das Unternehmen setzt erfolgreich auf Aus- und Weiterbildung der Pflegefachkräfte. Das Ergebnis: viele Bewerbungen und begeisterte Auszubildende.

LAT-Gruppe, Berlin Digitale Klemmbretter und Videotelefonie schaffen Zeit und Freiräume für die Familie.

Albrecht Bühler Baum und Garten GmbH, Nürtingen Das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen bindet seine Fachkräfte mit lebensphasenorientierten Arbeitszeiten und Führung in Teilzeit.

12.30 Ihre Fragen bitte!

14.00 Open Space an Gesprächsinseln

Die Veranstaltung des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ findet am Donnerstag, den 1. März 2018 von 9.30 bis 16 Uhr in der königlichen Reithalle Cavallo, Dragonerstraße 34, 30163 Hannover statt.

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Die Wurzeln des Gender Pay Gap liegen in der Kindheit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 27. Januar 2018

child_penalityEs ist bekannt, dass die Elternschaft Karrieren von Frauen zu beeinträchtigen, nicht aber die von Vätern. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder das Lebenseinkommen von Frauen senken, ein Phänomen, das als „Kinderstrafe” bekannt ist. Eine Vielzahl von individuellen Entscheidungen erzeugt diesen Effekt: Einige Frauen arbeiten weniger oder gar nicht, wenn ihre Kinder jung sind. Andere wechseln zu familienfreundlicheren, aber geringer bezahlten Arbeitsplätzen. Auch bei der Höhe des Verdienstrückgangs gibt es erhebliche Unterschiede, die von Null bis zu 100 % reichen (bei Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit ganz einstellen).

Eine neue wissenschaftliche Arbeit deckt einen interessanten Faktor auf, der dabei hilft, vorherzusagen, ob der Rückgang des Einkommens einer Frau aufgrund von Kindern wahrscheinlich groß oder klein sein wird: die Entscheidungen, die während ihrer Kindheit von ihrer eigenen Mutter getroffen wurden. Die Autoren der Studie, Henrik Kleven von der Princeton University, Camille Landais von der London School of Economics und Jakob Sogaard vom dänischen Steuerministerium, nutzten administrative Daten aus Dänemark, die die gesamte Bevölkerung des Landes über Generationen hinweg abdecken. Sie definierten die „Kinderstrafe“ als den Betrag, um den der Verdienst von Frauen nach der Geburt von Kindern hinter dem von Männern zurückblieb.

Von 1980 bis 2013 betrug die langfristige „Kinderstrafe“ etwa 20%. Da sich das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in diesem Zeitraum insgesamt verringert hat, machte die Kinderstrafe bis 2013 fast die gesamte verbleibende Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern aus. Bevor sie Mütter werden, hält das Einkommen von Frauen mehr oder weniger Schritt mit dem der Männer. Erst wenn sie Kinder haben, verlangsamen sich ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Als die Forscher mögliche Ursachen für dieses Phänomen erforschten, stellten sie fest, dass Frauen, die in Familien aufwuchsen, in denen die Mutter im Verhältnis zum Vater viel arbeitete, relativ kleine „Kinderstrafen“ erlitten. Umgekehrt waren diejenigen, deren Mütter zuhause geblieben sind, eher geneigt, ihre Karriere einzuschränken. Dies deutet darauf hin, dass Frauen, wenn es darum geht, Beruf und Familie in Einklang zu bringen stark von den Beispielen ihrer eigenen Mütter beeinflusst werden. Die Arbeitsmuster der Schwiegereltern einer Frau hatten keinen Einfluss auf die Strafe für ihr Kind, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungen der Frauen nicht von den Präferenzen beeinflusst werden, die ihre Partner während der Kindheit entwickelt haben.

Mütter, die wollen, dass ihre Töchter das geschlechtsspezifische Lohngefälle überbrücken können mit gutem Beispiel vorangehen, wenn diese jung sind.

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