der VÄTER Blog

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Hochstrittige Elternkonflikte

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 21. März 2018

FT_HochstrittigkeitAm 14. Dezember 2017 fand der 4. Fachtag des Papaladens Berlin, diesmal zum Thema ‚Hochstrittige Elternkonflikte‘ im Rathaus Pankow statt. Die mit rund 120 Fachleuten ausgebuchte Veranstaltung gab Impulse für die Unterstützung von betroffenen Kindern und Eltern und thematisierte notwendige Haltungen von Beraterinnen und Berater.

Der Fachtag widmet sich einem schwierigen Thema – schwierig für Kinder, Väter und Mütter, sowie für Beraterinnen und Berater. Das Vorbereitungsteam war sich über die Notwendigkeit einig, sich auch diesem herausfordernden Thema zu widmen, und so kam das Tagungsprojekt auf den Weg, in kollegialer Kooperation von Regionalem Sozialen Dienst des Jugendamtes Pankow, der Erziehungs- und Familienberatung Pankow, des Jugendhilfeträgers SEHstern e.V. und dem Väterzentrum Berlin.

Der Väterzentrum e.V. als Veranstalter setzt damit eine Serie von Fachtagen fort, die 2013 begonnen wurde mit dem Fachtag ‚Väterfreundliches Pankow‘. Es folgten die Themen ‚Väter in den Frühen Hilfen‘ sowie ‚Das Wechselmodell – zwischen Wunsch und Wirklichkeit‘ im Jahr 2015. Die Wahl des Themas ‚Hochstrittige Trennungskonflikte‘ traf offenbar die Bedürfnisse vieler Kolleginnen und Kollegen in der Beratungsarbeit. Innerhalb kürzester Zeit war der Fachtag mit 120 interessierten Fachleuten ausgebucht.

Eine der dramatischen Folgen von hochstrittigen Trennungskonflikte ist die Umgangsverweigerung von Kindern zum nicht betreuenden Elternteil. Was Kinder bewegt und dazu bringt den Umgang zu einem Elternteil zu verweigern, dazu referierte Mike Lehmann, Psychologe und Sachverständiger vom Berliner Institut für lösungsorientierte Arbeit BILOA.

Was fördert in diesen herausfordernden Situationen unsere Kompetenz als Beraterinnen und Berater, und was stärkt unsere emotionale Kraft, unsere Belastbarkeit? „Der Humor ist eine Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbstachtung“ so der Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor E. Frankl. Anders gesagt: gerade in kritischer Lage hilft Humor gegen das Gefühl der Machtlosigkeit. – Oder: Humor kann helfen!

Wie man mit einer humorvollen Haltung in der Beratung mit hochstrittigen Eltern arbeiten kann, erklärt Dr. Alexander Lohmeier, Leiter der Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas in Traunstein. Die Workshops vertieften die Inhalte der Vorträge und erschlossen praxisnah weitere Aspekte zum Thema Hochstrittigkeit. Hier geht zur Dokumentation

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Väter einbeziehen, von Anfang an

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 20. März 2018

Ein neues Video aus Polen wirbt für die Zusammenarbeit mit Vätern in Neugeborenen Stationen. Zu den Empfehlungen gehören:

1. Informieren Sie Väter und Mütter gemeinsam. Zwei Personen, die Fragen stellen, Informationen verarbeiten und diese dann gemeinsam diskutieren, führen zu einem besseren Verständnis führen.

2. Beziehen Sie Väter in alle Aufgaben ein. Befestigen Sie ein Aufgabenbrett am Bett, das die Aufgaben zeigt, die der Mutter, dem Vater und dem Gesundheitspersonal zugewiesen wurden.

3. Eröffnen Sie einen 24-Stunden-Zugang für Eltern, so dass berufstätige Väter unabhängig von ihrer Arbeitszeit kommen können.

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MÄNNER. MACHT. THERAPIE

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 17. März 2018

Das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Düsseldorf und die Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf laden am 21. und 22. September zum fünften Männerkongress ein. Unser diesjähriges Tagungsthema MÄNNER. MACHT. THERAPIE. ist bewusst etwas doppeldeutig gewählt.

Die Auswirkungen eines entgrenzten Verwertungskapitalismus in Form der Globalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt, sozialer Segregation nach innen und Migration von außen sowie big data und Cyberspace, bewirken vielfältige Verunsicherungen und Ängste vor einem Verlust von Autonomie, Halt und Identität. Diese Entwicklungen erzeugen ein gesellschaftliches Klima, das von vielen Menschen als diffuse Bedrohung wahrgenommen wird und dann zu unterschiedlichen Reaktionsbildungen führt. Dazu zählen auch (sub)kulturelle Erscheinungsformen neuer oder restaurativer Männlichkeit, die sich in überwunden geglaubten Prozessen und Protagonisten in der Politik, in der Wirtschaft aber auch in der Jugendkultur manifestieren.

Das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit bringt so individuell und gesellschaftlich neue und alte Formen der projektiven Delegation und Aneignung von Macht hervor. Kann Sicherheit in Zeiten wachsender Beunruhigung und struktureller Umbrüche aber auch mithilfe psychoanalytisch inspirierter Reflexion oder Psychotherapie erwachsen? In welcher Weise existieren hier vielleicht Alternativen zu destruktiven Scheinlösungen gerade auch für Jungen und Männer? Diesen Themen gehen ausgewiesene Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen nach.

Freitag 21. September

13:00 – 13:30 Uhr

Begrüßung durch die Veranstalter

13:30 – 15:00 Uhr

Zur Einführung
Axel Meyer
Die (evolutions)biologische Basis der Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Hans-Geert Metzger
Autorität und Aggressivität der Väter – Über die Veränderungen der Vaterschaft

15:00 – 15:30 Uhr

Kaffeepause

15:30 – 17:00 Uhr

Männliche Suchbewegungen in der Jugendkultur I
Peter Zimmermann
Bindung bei Jungen: Einflussfaktoren und Auswirkungen
Michael Günter
Macht und Ohnmacht, Sexualität und Gewalt. Angstabwehr und Beziehungswünsche in der männlichen adoleszenten Entwicklung

17:00 – 17:30 Uhr

Kaffeepause

17:30 – 19:00 Uhr

Männliche Suchbewegungen in der Jugendkultur II
Gunter Neubauer
Muskelmännlichkeit. „Archaische“ Körperbilder und Körpermodifikationen von Jungen und jungen Männern
Christiane Bakhit
„Mann, wohin gehst Du?“ Über divergierende Männlichkeitsbilder in adoleszenten Subkulturen

Samstag, 22. September Weiterlesen »

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Väterarbeit im Kontext von Flucht und Migration

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 15. März 2018

Jeder Vater kann etwas beitragen und hat etwas gegeben. Jeder Mann hat eine andere Geschichte, Hintergründe und prägende Erfahrungen. Vater sein ist mehr als das, was jeder einzelne mitbringt. Väter können voneinander lernen und profitieren!

Marc Breiter ist Erzieher im Familienzentrum Schiffskoje in Dortmunder Norden. Der Ortsteil ist geprägt von vielen unterschiedlichen Nationalitäten und kulturellen Unterschieden. Grundlage der Arbeit sind gelingende persönliche Beziehungen insbesondere auch zu den Vätern.

Teil 1 Was bedeutet Väterarbeit für dich?

Teil 2 Was macht interkulturelle Väterarbeit aus?

Teil 3 Wie gelingt ein Dialog über das Vatersein?

Teil 4 Wie gehst du in deinem Projekt mit der Thematik Flucht um?

Das Projekt mit der LAG Jungenarbeit in NRW wurde gefördert vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI).

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Vatertage in Aschaffenburg– 31 Ideen für Väter und ihre Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 13. März 2018

vatertage_abVäter und ihre Kinder stehen in den nächsten Monaten im Mittelpunkt: Dann bieten die drei Jugendämter Kreis Aschaffenburg, Stadt Aschaffenburg und Miltenberg sowie die Familienseelsorger am bayerischen Untermain wieder die Veranstaltungsreihe »Vatertage« mit viel Programm an. Das Programm startet im April.

Die vielfältigen Angebote laden Väter ein, zusammen mit dem Sohn oder der Tochter unterwegs zu sein und aktiv zu werden. Zeit füreinander haben, gemeinsam Neues ausprobieren, Abenteuer bestehen – das ist für Väter wie auch für die Kinder etwas sehr Wertvolles.

Das Programm bietet 31 verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung eines besonderen Vatertages. Väter und Kinder können gemeinsam Waldtiere besuchen, mit Lamas wandern, Höhlen erforschen, ein Musikinstrument bauen, Zelten gehen und vieles mehr.

Neu ist in diesem Jahr das Thema „Mit Papa lesen“. Einige Bibliotheken machen Büchertische zum Thema und unter www.familie-ab.de finden Sie ab April Buchempfehlungen für vorlesende Väter, die uns von der Bibliothek in Alzenau zur Verfügung gestellt werden. Einige prominente und für den Landkreis wichtige Väter ergänzen diese Buchempfehlungen durch ihre Lieblings(Vorlese-)bücher.

Die Broschüre mit den Angeboten der Vatertage und weitere Informationen können Sie hier herunterladen.

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Fachtag Wechselmodell

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 12. März 2018

… eben habe ich diese Einladung erhalten und es verspricht ein interessanter Nachmittag zu werden:

„20+1 Jahre“ ist der Begleitete Umgang ein fester Bestandteil unserer Kinderschutzarbeit. In dieser Zeit hat sich vieles verändert. Anfang letzten Jahres hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass das Familiengericht auch gegen den Willen eines Elternteils, bei einem entsprechenden Antrag, das paritätische Wechselmodell als Umgangsregelung anordnen kann.  Zeit für uns das Wechselmodell genauer unter die Lupe zu nehmen!

Am Mittwoch, den 16.05.2018, von 14:00-17:15 Uhr werden wir uns in der Hochschule Düsseldorf damit aus unterschiedlichen Blickwinkeln befassen. Wir hoffen fest darauf, dass Dr. Stefan Rücker, Leiter der Forschungsgruppe PETRA, „Kindeswohl im Kontext von Umgangsfragen – ausgewählte Ergebnisse einer bundesweiten Studie“ vorstellen darf.

Dr. Marc Serafin, Jugendamtsleiter der Stadt Niederkassel, wird zum Thema „Familienleben in Doppelresidenz – Blick aus soziologischer Perspektive“ sprechen und Familienrechtsanwältin Astrid Raimann wird das Wechselmodell aus juristischer Perspektive betrachten. Anlässlich unseres 20+1 Jubiläum Begleiteter Umgang geben wir Ihnen einen praktischen Einblick in die Entstehung, den Verlauf und die Durchführung des Begleiteten Umgangs.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung, die wir unter info@kinderschutzbund-duesseldorf.de bereits jetzt gerne annehmen. Stichwort: Fachtag Wechselmodell, Kosten: 20€. Kontendaten und einen genaueren Verlauf schicken wir Ihnen zu, sobald der Ablauf endgültig feststeht.

Mit herzlichen Grüßen Bettina Erlbruch

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Vereinbarkeit – erst simulieren, dann leben

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 11. März 2018

Alle reden von der Work-Life-Balance. Und viele bleiben auf der Suche nach dem Gleichgewicht, nach der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, doch erfolglos. Den Begriff Work-Life-Balance hält der Arbeitssoziologe Stefan Paulus allerdings für einen schwammigen Begriff. Der suggeriere, dass Arbeit nur Erwerbsarbeit sei, nur Job, und dass im wahren Leben gar keine Arbeit stattfände. ‚Das ist ein Unsinn. Kinderbetreuung, Pflege der Angehörigen, sich generell um Menschen und sich selber zu kümmern, ist auch Arbeit. Wir nennen es Sorgearbeit‘, sagt Paulus.

Das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht. Vor allem junge Väter haben Mühe mit der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Privatleben. Und auch viele alleinerziehende Mütter landen in einem Burn-out, auch weil ihnen schlicht ein Partner fehlt, der zum Einkommen beiträgt. Gequält werden zudem viele wegen der dauernden Erreichbarkeit. «In einem Forschungsprojekt haben wir das Switchen genannt. Dieses ewige Hin und Her im Kopf. Laufend werden uns Informationen zugetragen, die wir verarbeiten müssen. Die Erreichbarkeit zwingt uns, dauernd zwischen verschiedenen Kontexten hin und her zu switchen. Das führe oft in Handlungswidersprüche. Ein Vater will einerseits ein guter Mitarbeiter sein, andererseits aber auch ein fürsorglicher Vater, der seine Kinder aufwachsen sieht.

‚Insbesondere Väter haben Mühe, über ihre ­Vereinbarkeit zu sprechen‘, sagt Paulus. Schwierig machen es ihnen Rollenbilder, in denen es besser ist, von einem Marathonlauf zu erzählen als vom Besuch des Kasperli-Theaters mit seinen Kindern. Nur kein Softie sein und als halber Mann zu gelten.

Für Paulus ist nicht nur die ständige Erreichbarkeit, sondern auch die Beschleunigung ein Problem. ‚Wir müssen immer mehr leisten innert kürzerer Zeit. Das führt zu einer Dynamik, die nicht mehr zu steuern ist. Die einen schaffen es, die Notbremse für sich zu ziehen, die anderen fallen in ein Burn-out‘, sagt Paulus.

Soziologen der Fachhochschule St. Gallen um Stefan Paulus haben deshalb einen Vereinbarkeits-Simulator entwickelt. Mit dem Vereinbarkeits – Simulator soll der Nutzer erkennen, was seine Belastungen und Wünsche sind. Der Simulator zeigt den Nutzern Konflikte, Unzufriedenheiten und messbare Belastungen, vor allem Zeitbelastungen. Anschließend schlägt der Simulator einen Plan vor, wie man vom Ist-Zustand zu einem erwünschten Soll-Zustand kommen kann.

Die Nutzer zeigen den Plan zuerst ihrer Familie, um dort eine Vereinbarung zu treffen. Danach ist der Zeitpunkt gekommen, um mit dem Chef darüber zu reden. Vielleicht um ein neues Arbeitsorganisationsmodell zu gestalten. Sollte weder mit der Familie noch mit den Vorgesetzten eine Einigung erzielt werden, kann der Nutzer damit noch einmal den Simulator füttern und einen erneuten Versuch machen.

Ein Gleichgewicht kann laut Paulus nur hergestellt werden, wenn man das Leben mit Erwerbsarbeit und Privatem als Ganzes betrachte.

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Being a Dad – Vater sein

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 9. März 2018

Der Film “Тo be a Dad” von MenCare Bulgarien ist Teil der preisgekrönten Kampagne zur Unterstützung positiver Elternschaft und aktiver Vaterschaft. „To be a Dad” zielt darauf ab, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Rolle von Vätern bei der Entwicklung von Kindern zu lenken.

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Streitpunkt Unterhalt – Geht das nicht besser?

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 8. März 2018

Dieser Frage geht Tina Srowig in ihrem Beitrag für frauTV nach. Jedes Jahr trennen sich in Deutschland zehntausende Eltern. Für die Eltern ist das schlimm, für die Kinder noch schlimmer. Klar, dass da oft ganz schön die Fetzen fliegen, wenn es um Kinderbetreuung und Unterhalt geht: wer sieht die Kinder wie oft, wer zahlt was, etc.?

In den allermeisten Fällen wohnen die Kinder nach einer Trennung bei der Mutter, der Vater sieht sie an bestimmten Tagen und in den Ferien und zahlt – bestenfalls – Unterhalt. Für einige klappt das gut, aber viele sind mit dem Modell auch unzufrieden. Wir haben uns gefragt: Geht das nicht besser?

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Was Trennungskinder brauchen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 7. März 2018

Wenn Eltern sich trennen, müssen Kinder mit den Folgen leben: Wohnen mal bei Mama, mal bei Papa, komplizierter Ferienplan, Kofferkind-Dasein und im schlechtesten Fall leiden sie unter Streit und Gerichtsverfahren zwischen den Elternteilen.

In der Sendung ‚Zwei nach Eins‘ spricht Stefan Rücker, Lehrbeauftragter an der Universität Bremen, mit Kristin Hunfeld über die Studie, die er derzeit durchführt „Kindeswohl und Umgangsrecht”. Diese behandelt ein sehr emotionales Thema. Denn zahlreiche Trennungen sind von Verletzungen und einseitigen Sichtweisen geprägt und nicht wenige Kinder stehen dabei genau zwischen zwei Elternteilen, die sich streiten.

Wie entwickelt sich das Kindeswohl, wenn man die Umgangsfrage in den Mittelpunkt stellt? Hat das Wechselmodell, bei dem die Kinder ähnlich große Teile bei Mutter und Vater verbringen, Vorteile? Oder ist das Residenz-Modell, bei dem das Kind bei einem Elternteil lebt und den anderen regelmäßig zum Beispiel an Wochenenden sieht, besser für’s Kind? Für seine Studie hat Rücker hat nicht nur mit Müttern und Vätern gesprochen, sondern auch mit betroffenen Kindern. Rund 150.000 bis 200.000 von ihnen sind jährlich von der Trennung oder Scheidung ihrer Eltern betroffen, so der Psychologe. Massive Konflikte, sagt Rücker, gibt es bei der Frage, bei wem die Kinder wieviel Zeit verbringen.

Das sind Konflikte, die Kinder nicht nur belasten, sondern bisweilen auch krank machen können. Das heißt also, wir sehen Kinder, die unter dieser Situation manchmal auch seelischen Schaden erleiden.

Nicht immer hat eine Trennung extreme Folgen, aber Stefan Rücker hat in seiner Studie Gemeinsamkeiten ausgemacht, die fast alle Trennungskinder betreffen: ein gewisses Maß an Belastung, einen gewissen Leidensdruck und manchmal auch Traurigkeit. Aber auch wenn die Trennung der Eltern immer ein einschneidendes Erlebnis ist, hängt die Bewältigung von vielen Faktoren ab: Vom Umfeld, von Großeltern, die unterstützen, aber auch von der Stärke der einzelnen Kinder.

Wie sensibel Stefan Rücker mit Kindern gesprochen hat, wie er es geschafft hat, Vertrauen zu gewinnen, das erzählt der Psychologe im Gespräch mit Kristin Hunfeld. Und er begründet auch, warum Beratungsangebote für Väter und Mütter verbessert werden müssen und warum er einer Mediation fast immer den Vorzug vor der Entscheidung eines Familiengerichts geben würde. Den Beitrag können sie hier nachhören.

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