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HörSalon über Väter und Söhne

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 12. Dezember 2018

Das Ende der Liebe, die digitale Revolution oder die Verantwortung von Nachrichtenjournalismus – im HörSalon diskutieren regelmäßig Expertinnen und Experten über relevante gesellschaftliche Themen. Am Dienstagabend haben NDR Kultur und die ZEIT-Stiftung wieder geladen – diesmal zum Thema: Väter und Söhne.

Alexander Solloch aus der NDR Kultur Literaturredaktion hat sich darüber mit der Schweizer Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm und dem Schriftsteller und Kinder- und Jugendpsychiater Jakob Hein im Hamburger Bucerius Kunst Forum unterhalten.

Väter in Elternzeit sind heutzutage gang und gäbe; auch Männer wollen sich aktiv an der Kinder-Erziehung beteiligen und nicht mehr nur die Rolle des Ernährers spielen. Mit diesen sogenannten „neuen Vätern“ beschäftigt sich die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm. Die 68-Jährige diskutierte mit dem um die 20 Jahre jüngeren Jakob Hein – Psychiater, Autor und selbst ein Exemplar der Spezies „neuer Vater“. Kernfrage des Abends: Was macht einen guten Vater aus?

„Ein guter Vater ist jemand, der die Bedürfnisse seines Kindes versteht und wahrnehmen kann, dem es gelingt, diese Bedürfnisse zu erfüllen“, meint Jakob Hein. Für ihn ist es auch essenziell, dass sich Kinder frei entfalten können. Eltern dürfen ihnen nicht ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte überstülpen. Und sie dürfen sie nicht mit einer überängstlichen Erziehung einengen – da sind sich beide Experten einig. So findet Margit Stamm:

„Wie Kinder heute mit Zuneigung, mit Überbehütung, mit Kontrolle überfrachtet werden, ist es eigentlich logisch, dass Kinder Mühe haben, mündig zu werden.“ Ein größeres Zutrauen in die Fähigkeiten der eigenen Kinder und in die eigene Intuition „Das ist so ein gesellschaftlicher impliziter Vertrag, dass man heute nicht mehr intuitiv erziehen kann. Die ganzen Erziehungsratgeber postulieren einen riesigen Druck auf die Eltern. Und für die Eltern ist es ganz schwierig, in diesem Perfektionsdruck nur hinreichend gut zu sein.“

Quelle

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