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Archiv für November 9th, 2014

Immer mehr Väter lesen vor

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. November 2014

Vom Projekt „Mein Papa liest vor!“ profitieren Kinder, Väter und Unternehmen, meint Dr. Ulrich Kuther, Geschäftsführer der hessenstiftung – familie hat zukunft, im Blog 361° „Die Neuerfindung der Familie“ von A.T. Kearney.

Der Katalog der Maßnahmen einer familienbewussten Personalpolitik ist lang geworden und verursacht kurzfristig Kosten, die sich erst längerfristig in der Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern rechnen. In diesem Umfeld mag ein mehrheitlich von Stiftungen gefördertes und damit für das einzelne Unternehmen kostenlose Instrument überraschen, das dazu noch die Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit der Idee der frühen Leseförderung verbindet.

Auch durch ihre Teilnahme am Projekt „Mein Papa liest vor!“ zielen Unternehmen langfristigen Nutzen an. Sie bauen drohendem Fachkräftemangel durch Ausbildungsunfähigkeit vor, indem sie an einer Schlüsselstelle in die Bildung der Mitarbeiterkinder investieren. Sie fördern die familienfreundliche Arbeitskultur, indem sie ihre Mitarbeiter dazu animieren, die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern noch intensiver und nachhaltiger zu verbringen, denn Vorlesen schafft Nähe und Geborgenheit.

Erste Erfolge des Projekts

Geboren wurde die Projektidee, als ich mit dem damaligen Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen in einem Vorzimmer eines hessischen Ministeriums warten musste und wir uns über unsere Tätigkeitsbereiche austauschten. Gerade war die zweite Vorlesestudie der Stiftung Lesen 2009 erschienen, die beziffern konnte, dass Väter ihren Kindern zu wenig vorlesen. Handlungsbedarf für die Leseförderung. Zugleich standen die Väter auch in meinem Blickfeld, weil die Hessenstiftung „Familie hat Zukunft“ für die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihren Schwerpunkt auf die Väter gelegt hatte. Warum nicht die Väter fürs Vorlesen da ansprechen, wo sie ohnehin viel Zeit verbringen: am Arbeitsplatz? Warum nicht dem Unternehmen die Chance geben, sich als familienorientierter, ja sogar väterbewusster Arbeitgeber zu profilieren, der auf die Bildungszukunft der Kinder seiner Mitarbeiter setzt? Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ war geboren.

2010 haben die Hessenstiftung „Familie hat Zukunft“ und die Stiftung Lesen das Angebot mit 50 Unternehmen in Hessen auf den Weg gebracht. Woche für Woche erhalten die teilnehmenden Unternehmen eine Vorlesegeschichte. Die Mitarbeiter können diese Geschichten ganz einfach über das Firmen-Intranet herunterladen und ausgedruckt mit nach Hause nehmen. Damit entfallen zwei der Gründe für fehlendes Vorlese-Engagement: mangelnde Zeit und Unsicherheit bei der Auswahl des geeigneten Lesestoffs. Nachdem in Hessen positive Resonanz zu verzeichnen war, rollte die Stiftung Lesen „Mein Papa liest vor!“ auf sechs weitere Bundesländer aus, bis Ende 2015 soll das Projekt bundesweit etabliert sein. Inzwischen haben sich über 1000 Unternehmen angemeldet, so dass etwa drei Millionen Arbeitnehmer erreicht werden.

Quelle

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