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Dortmunder Studie untersucht Vater-Kind-Beziehung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 30. September 2013

Welche Motive und Ziele haben Väter für ihren Nachwuchs und welchen Einfluss haben sie auf die soziale Entwicklung ihrer Kinder? In welchen Familienzusammenhängen füllen sie welche Rollen aus?

Das und vieles mehr will die Psychologin Prof. Dr. Katja Nowacki von der Fachhochschule Dortmund herausfinden. „Für die Entwicklung von Kindern ist die Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig. Doch anders als bei der gut erforschten Rolle der Mutter ist die Vaterrolle in der Forschung bislang vernachlässigt worden“, sagt Katja Nowacki. In den Mittelpunkt ihres „Väterprojektes“ stellt sie „Vaterschaft zwischen Jugendhilfeerfahrung und väterlicher Kompetenz“ und nimmt hier Väter unter die Lupe, die selbst aus ungünstigen oder instabilen familiären Strukturen stammen.

„Die Forschung über Väter in diesem Bereich beschränkt sich bislang, wenn überhaupt, eher auf die Rolle von Vätern als Täter“, sagt die Professorin am Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften. „Bisherige Untersuchungen zeigen, dass vor allem die eigenen Erfahrungen in der Kindheit für die Erziehung der Kinder wichtig sind, weil diese auch die Vorstellungen vom eigenen Vatersein beeinflussen oder prägen“. Eine interessante Forschungsfrage sei, wie sich Männer, die ihre eigene Sozialisation in solchen „broken homes“ erfuhren, in ihre eigene Vaterrolle einfinden.

In einer Mischung aus Grundlagen- und Anwendungsforschung will die Sozialpsychologin in den nächsten Monaten mit verschieden Methoden austesten, wie gut die jeweilige Vater-Kind-Beziehung ist und über welche Ressourcen und Schutzfaktoren die Väter verfügen. Rund 150 Väter sollen im Rahmen des Dortmunder Projektes befragt werden.

Zur untersuchten Gruppe gehören Väter, die ein leibliches oder ein Stiefkind großziehen, Väter in Patchwork-Familien oder Väter, die nicht mit ihrem Kind zusammenleben. Das Bindungsverhalten innerhalb von Familien ist ein Bereich, in dem Katja Nowacki bereits geforscht hat. So fließen Erfahrungen aus ihrer Studie zur „Bindungsentwicklung von Pflegekindern“ in das neue Forschungsprojekt ein.

Langfristiges Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen für Väter und für Fachkräfte in der Jugendhilfe zu entwickeln, die dazu beitragen, die Vater-Kind-Beziehung zu stärken. Prof. Nowacki: „Dafür möchten wir mit Vätern in einem geschützten Rahmen über ihre eigenen Kindheitserfahrungen und aktuellen Beziehungen sprechen und darüber, wie sie ihre heutige Vaterrolle verstehen. Uns interessiert darüber hinaus auch, zu beobachten, wie die Väter mit ihren leiblichen, Stief- oder Adoptivkindern umgehen“.

Für die Studie werden aktuell noch Väter gesucht, die Interesse an einer Teilnahme haben. Die Teilnahme an allen vorgesehenen Terminen wird mit Gutscheinen in Höhe von 100 Euro vergütet. Wer ein leibliches, ein Stief- oder Adoptivkind im Alter von etwa ein bis sechs Jahren hat und selbst als Kind Jugendhilfeerfahrung gemacht hat, kann sich hier melden.

Quelle

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Ein Kommentar zu “Dortmunder Studie untersucht Vater-Kind-Beziehung”

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