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Nicht nur Väter arbeiten am Limit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 16. Juli 2013

Es klingt oft ganz harmlos: Mehr Verantwortung, erweiterte Zuständigkeiten und veränderte Bedingungen. Der Chef fordert die Mitarbeiter nicht auf, länger zu arbeiten. Abläufe werden einfach restrukturiert. Die Mitarbeiter sind dann für so viele Abläufe und Aufträge zuständig, dass sie ganz von selbst länger arbeiten. Statt Anweisungen gibt es Verantwortung. Wenn es optimal läuft, dann bringt die neue Situation der Belegschaft mehr Freiheiten. Doch diese sind meistens mit einem höheren Arbeitsdruck verbunden.

Bereits vor der letzten Wirtschaftskrise wurden viele Belegschaften mit dem Ziel der Kostenreduzierung „verschlankt“ und der Arbeitseinsatz flexibilisiert. Betriebswirtschaftliche Controlling-Systeme wurden nach internationalen Prinzipien eingeführt und der maßlose Verwertungsdrang fand in ständigen Restrukturierungen der Unternehmen seinen Ausdruck. Nicht selten machen sich danach die Beschäftigten die Wettbewerbsfähigkeit „ihres“ Betriebes zu ihrer eigenen Sache. Diese Entwicklung ist keine Ausnahme. Die Beschäftigten haben dann zwar einerseits mehr Zuständigkeiten, doch sie können selten Einfluss auf die Rahmenbedingungen, wie Budget oder Personalschlüssel, nehmen. Hauptsache es läuft – heißt es dann. Doch unter solchen Bedingungen erzeugt Selbstverantwortung vor allem eins:

Angst, die übertragenen Aufgaben nicht zu schaffen. Und das führt schließlich dazu, dass Mitarbeiter länger arbeiten oder auch das Projekt in ihrer Freizeit fertig stellen. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Kollegin aus dem Einkauf abends ausstempelt und sich anschließend wieder an ihren Schreibtisch setzt.

„Du musst das einfach besser organisieren“, heißt es dann. Doch es ist nicht nur eine Frage der Organisation. Die übertragenen Arbeitspakte sind zu groß. Das belegt auch die Befragung unter den Beschäftigten der IG Metall im Frühjahr 2013. Daran hatten sich mehr als eine halbe Million Menschen beteiligt. Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, immer mehr arbeiten zu müssen. Für fast jeden Dritten ändert sich die tägliche Arbeitszeit „ständig“ oder „häufig“ kurzfristig. Jeder Vierte bestätigte zudem, dass er ständig beziehungsweise häufig noch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar sein muss. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele der Beschäftigten über Stress und Zeitdruck klagen.

Schon jetzt sieht sich jeder Zehnte der Befragten den wachsenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Weitere knapp 30 Prozent sehen dies überwiegend so. Es besteht großer Handlungsbedarf. Tatsächlich sind derartige Umstände Raubbau an der Arbeitskraft und der Gesundheit der Beschäftigen. Viele kommen krank zur Arbeit, leisten unbezahlte Mehrarbeit, weil sonst das Budget ihrer Abteilung zu stark belastet würde und weil das als normal angesehen wird.

Quelle

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