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Beschneidung von Jungen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 5. Juli 2013

Die Dialogtagung des Bundesforums Männer zum Thema ‚Beschneidung von Jungen‘ am 24. Juni in Berlin war ein erfolgreicher Einstieg in eine notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema. Die Dokumentation der Beiträge und Gespräche wird diesen Prozess unterstützen. Bereits vorab werden einzelne Aussagen auf der Facebookseite des Bundesforums veröffentlicht  und können dort auch kommentiert werden.

Heute bin ich auf zwei Beiträge zum Thema Beschneiddung‘ gestoßen, die widersprüchlicher kaum sein können.

Das ist zum einen die bereits im April erschienene Streitschrift von Tilman Jens „Der Sündenfall des Rechtsstaats. Eine Streitschrift zum neuen Religionskampf. Aus gegebenem Anlass“ und zum anderen die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift der Chirurgen.

cirurgenmagazin_61-2013

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3 Kommentare zu “Beschneidung von Jungen”

  1. Emil Reich sagt:

    Im Chirurgenmagazin wird wieder einmal versucht, jene Leute die für die Unversehrtheit der männlichen Kinder eintreten lächerlich zu machen. Die zählen unverständlicherweise Nervenenden und sogar das schädliche Masturbieren soll durch Ächtung männlicher Genitalverstümmelung glorifiziert werden. Erneut wird die Frage des Vorranges der Religion vor der körperlichen Unversehrtheit gestellt, obwohl die doch schon seit 1919 !! in der Verfassung steht: (GG Artikel 140)
    Artikel 136 WRV
    (1) Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.

    Und selbstverständlich sollten Kinder schon im Vorschulalter beschnitten werden, denn es wäre wohl unverantwortlicher Verdienstentgang wenn die Phimose von selbst verschwindet wie in der bereits 45 Jahre alten Studie des dänischen Schularzt Osters bösartigerweise vorausgesagt. Und außerdem können sich Kinder im Vorschulalter am wenigsten wehren. Und selbstverständlich hat sich noch nie einer über seine Beschneidung beschwert. Ist auch klar: Den der Arzt würde wohl sagen bis jetzt hat sich noch niemand über meine Amputationskunst beschwert, gehen Sie zum Psychiater.
    Und genau den, würde ich dem Schreiber des Artikels empfehlen.

  2. Hannes Moser sagt:

    Mit Verwunderung und Kopfschütteln habe ich die aktuelle Ausgabe des Chirurgenmagazins gelesen.
    Schon beim Titelbild dreht sich mir der Magen um. Es zeugt schon von einem enormen Maß an Empathielosigkeit und Ignoranz, wenn die Zirkumzision als Kinderspiel, als kleine, bedeutungslose Schnippelei dargestellt wird.
    Geradezu gefährlich wird es, wenn aus „organisatorischen Gründen“ die Beschneidung von Jungen auf das Vorschulalter verlegt werden soll. Schließlich bieten hier die Jungen das geringste Maß an Widerstand. Prof. Franz schreibt hierzu: „Wenn Jungen mit fünf oder sechs Jahren beschnitten werden, befinden sie sich in der Konsolidierungsphase ihrer sexuellen Identität. Das Genital ist narzisstisch und libidinös hoch besetzt. Genau in diese Phase fällt die rituelle Kastrationsandrohung der Beschneidung. Kulturgeschichtlich unterstellt dieses Ritual Sexualität dem Primat des Patriarchats. Die Drohung heißt im Erleben vieler Jungen: Wenn du nicht tust, was Gott und deinem Vater gefällt, könntest du wieder beschnitten werden. Der Junge kann seine Eltern dafür nicht offen kritisieren. Er wird sich wahrscheinlich loyal an der Sexualmoral der Bezugsgruppe orientieren und diese später vielleicht mit durch Strenge verdeckter Angst von anderen einfordern.“
    Ich würde dem Autor dieses unsäglichen Artikels ans Herz legen, etwas weniger an seine eigene Geldbörse und mehr an den hippokratischen Eid denken, den er vor Jahren abgelegt hat.

  3. Jürgen Umfahr sagt:

    Wie in überwunden geglaubten Zeiten wird ein -zu allermeist völlig unnötiger- Eingriff am Genital junger und jüngster Männer in diesem fragwürdigen „Chirurgenmagazin“ schon wieder als Bagatelle abgetan.

    Nach dem Motto: Der soll sich mal nicht so haben! Was und wieviel abgeschnitten wird, das entscheiden immer noch wir Herren oder Damen Chirurgen. Je jünger das Opfer, desto weniger Gegenwehr, desto weniger Fragen nach Alternativen oder unterschiedlichen Stilen. Basta.

    Dadurch, dass mir als Knaben die einwandfreie Vorhaut geraubt wurde (mit Plastibell und anschließendem Herunterreißen und -zerren eine Woche danach), hatte ich mich schon daran gewöhnt, Sexualität quasi „schwarzweiß“ zu erleben. Erst jetzt, durch das Dehnen der verbliebenen Schafthaut am Penis, die inzwischen die Eichel teilweise wieder bedeckt und diese sensibler gemacht hat, habe ich wieder ein Minimum eines „Spielzeugs“ zurückgewonnen, welches mich sexuelle Handlungen farbiger, ja mit bislang ungeahnten Tieftönen erleben lässt.

    Allein der damalige Vorgang des langwierigen, extrem schmerzhaften Herunterreißens (und -schneidens) der bei mir damals noch an Gewebefetzen und Nerven vom verbliebenen Teil meines Penis festhängenden Plastibell, was bei mir niedergedrückt auf einer Krankenhausliege verübt wurde, könnte unfreiwillige und gewaltsame sexuelle Misshandlung nicht besser illustrieren!

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