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Stimmungsmache gegen Väter in Elternzeit

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 24. November 2010

Nach NIDO und FAZ reproduziert jetzt auch der Spiegel die Argumente des konservativen Familiennetzwerks. Das Elterngeld sei unnütz, da die Geburtenzahlen nicht stiegen. Dass es dazu nötig gewesen wäre, vor gut 30 Jahren die Zahl der potenziellen Mütter zumindest stabil zu halten wird wohlwissend verschwiegen.

Den Anmerkungen von Jens Clasen, Autor von Men’s Health in seinem Blog JensHealth habe ich nichts mehr hinzuzufügen:

Also, ich bekomme es selbst gerade – und finde es ganz praktisch. Ich brauche es sogar, verdammt! Für Windeln, Brei-Gläschen, Milchpulver und Gummisauger. Denn ich lümmele ganz sicher nicht in irgendwelchen Kneipen rum und spiele mit der Carrerabahn wie die Klischee-Daddys im Nachrichtenmagazin. Ich leiste 7 Monate Dienst am Kind, jawoll. Und das schon zum zweiten Mal.

Begründung für das vernichtende Spiegel-Urteil: Milliarden werden investiert, trotzdem werden immer weniger Kinder geboren.

Äh, sorry: Mit der Begründung könnte man auch

  • das Kindergeld streichen
  • die Spielzeugindustrie abschaffen
  • alle Schulen schließen

Es mag eines der Ziele gewesen sein, das Elterngeld einzuführen, das Kinderkriegen attraktiver zu machen. Aber ging es nicht auch darum, Eltern  grundsätzlich besser zu stellen? Darum, Väter mehr in die Familien einzubinden? Das hat doch an vielen Stellen einigermaßen geklappt. Ich wäre für das alte Erziehungsgeld wahrscheinlich nicht ein halbes Jahr ausgestiegen – und viele andere Väter sicher auch nicht.

Es hat vielleicht nicht geklappt, sich beim Volk mehr Babys zu kaufen  – wäre doch auch irgendwie seltsam, wenn das so einfach wäre. Aber der Einstieg in eine familienfreundlichere Gesellschaft hat ganz gut funktioniert. Kinder sind wieder ein Thema in dieser Gesellschaft, sie sind “hip”, Väter sind es plötzlich auch. Und es wäre ganz verkehrt, diesen Schritt jetzt aus Gründen der Etat-Opportunität wieder rückgängig zu machen. Ein wenig sparen vielleicht – und das bitte nicht nur bei den Ärmsten – aber komplett streichen? Nein.

Quelle

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Ein Kommentar zu “Stimmungsmache gegen Väter in Elternzeit”

  1. Thomas sagt:

    Mainstream-Medien, die derzeit ins konservative Horn blasen.

    http://www.zdwa.de/zdwa/artikel/20060601_44669235W3DnavidW2635.php

    Der Grund liegt auch darin, dass sich der Pillenknick jetzt doppelt auswirkt.

    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2003/0311/002_rente.jsp

    http://www.maennerarbeit-ekd.de/html/mf37artikel1.html

    “Frauen mit Hochschulabschluss haben sich also damals sogar klarer für ihre Karriere und gegen den Kreißsaal entschieden als heute….
    Ein anderes Beispiel für Zahlenzauberei und krude Deutungsmuster ist die ständig wiederholte Formulierung, es gebe in Deutschland eine “abnehmende Geburtenrate”. Tatsächlich ist diese seit drei Jahrzehnten konstant. 1,36 Kinder bekommen deutsche Frauen im Durchschnitt, stellt das Berlin-Institut fest. Allerdings beobachten die Forscher sinkende absolute Zahlen. Der Grund dafür sind aber nicht die karriereverliebten Egoisten unter 40, sondern schlicht kleinere Alterskohorten. Der “Pillenknick” macht sich bemerkbar: Die heutigen Eltern wurden in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts geboren – und gehören damit selbst schon relativ “geburtenschwachen” Jahrgängen an.”

    Alle Jahre wieder : FAZ, Spiegel & Co.

    Die Familienretter :

    “Das zu wenig opferbereite weibliche Geschlecht ist für sie das Kernproblem: Frauen missachten die “Schöpfungsnotwendigkeit” (Der Spiegel) und weigern sich, die “Urgewalt der Natur” (Frankfurter Allgemeine) anzuerkennen.”

    Wenn Halbwahrheiten einmal durch die Mainstream-Medien rennen, weil ein vermuteter “Markt dies abfordert”, dann rennen sie.

    Zeitungen wollen sich über Verkaufszahlen und Anzeigeneinnahmen gut finanzieren können.

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