der VÄTER Blog

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Archiv für September 9th, 2009

Grünen Vorsitzender Cem Özdemir erwägt Elternzeit für zweites Kind

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. September 2009

Pressebild.de/ Bertold Fabricius

Im Gespräch mit Schülern des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums in Poppenbüttel erzählte Grünen-Chef Cem Özdemir im Berliner Monbijoupark, wie er seine türkischen Eltern zur Verzweiflung brachte, was er von Schwarz-Grün in Hamburg hält und warum er überlegt, Vätermonate zu nehmen.

… Kathrin Simon-Kutscher: Machen Sie anders Politik, seitdem Sie Vater sind?

Özdemir: Hm, gute Frage. Vater zu sein spielt sicher eine Rolle. Ich weiß inzwischen, wie das ist, wenn man eine Kita sucht. Ich durchforste auch das eigene Parteiprogramm mit dem Blick des Familienvaters und frage mich: Was schreiben wir da eigentlich über Schule und Kindergärten – und wie passt das zu meiner eigenen Realität und zur Realität meiner Frau?

Kathrin Simon-Kutscher: Wenn Sie noch mal Vater werden …

Özdemir: … ich werde hoffentlich im November noch mal Vater.

Kathrin Simon-Kutscher: Herzlichen Glückwunsch! Nehmen Sie Vätermonate?

Özdemir: Ich erwäge ernsthaft, in Elternzeit zu gehen. Das ist nur nicht so einfach als Parteivorsitzender. Aber ich überlege mir das trotzdem. Das Kind soll nicht ohne Vater aufwachsen. Ich habe den Anspruch, meine kleine Tochter jeden Tag zu sehen. Im Wahlkampf geht das leider nicht.

Kathrin Simon-Kutscher: Welche Lösung haben Sie gefunden?

Özdemir: Die heiße Phase des Wahlkampfs verbringe ich getrennt von meiner Familie. Ich finde, wir haben da eine ganz gute Lösung gefunden. Meine Frau und meine Tochter machen die nächsten Wochen Urlaub bei ihrer Familie. Dort sind sie supergut aufgehoben, und ich muss kein schlechtes Gewissen haben. Außerhalb des Wahlkampfs ist mein Anspruch, meine Tochter jeden Abend ins Bett zu bringen und ihr noch etwas vorzulesen. Meistens schaffe ich das auch.

Quelle

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Väter kämpfen um mehr Fairness

Erstellt von Hans-Georg Nelles am 9. September 2009

In einem Interview mit dem PresseAnzeiger erläutert Jörg Mathieu, Herausgeber der Zeitschrift Papa-ya, welche Bedeutung die Zeitschrift in der Diskussion um Trennung und gemeinsames Sorgerecht hat:

PresseAnzeiger: Gerade erscheint die 2. Ausgabe ihres Magazins „Papa-ya“, in dem es vor allem um Familienrecht geht. Warum ist dieses Thema so wichtig? Gibt es dafür genug Leser?

Jörg Mathieu: Dieses Thema ist deshalb so wichtig, weil das, was in Deutschland als Familienrecht praktiziert wird, in weiten Bereichen mit Gerechtigkeit und Fairness rein gar nichts mehr zu tun hat. Leidtragende sind in erster Linie die Kinder. Sie werden häufig zum Spielball von Machtinteressen und sie werden instrumentalisiert im Trennungs- und Scheidungskrieg. Familienrichter, die im Übrigen keinerlei fachspezifische Ausbildung haben, fällen Urteile, welche Kapitulationserklärungen gleichen.

Solange sich an diesem Missstand und an der aktuellen Scheidungsrate in Deutschland nichts ändert, machen wir uns um mangelnde Leser keine Sorgen. Dies bestätigen auch die Verkaufszahlen der ersten Ausgabe. Die Zeit für ein solches Magazin, das den Menschen in dieser schwierigen Situation mit viel Kompetenz wichtige Fragen beantwortet, war einfach reif.

PresseAnzeiger: Der Titel ist bewusst männlich konnotiert. Wie sind sie darauf gekommen?

Jörg Mathieu: In einem Staat, in welchem es statistisch wahrscheinlicher ist, dass ein Kind in ein Heim kommt, als dass ein Vater für sein eigenes Kind sorgen darf, kommt dem Titel, welcher sich phonetisch Papa Ja! spricht, eine ganz eigene Aussage zu. Die Gesellschaft sieht den Vater in einem Rechtsstreit noch immer als den „bösen“ an, der es wohl verdient hat verlassen zu werden. Dass dem nicht so ist und viele Väter für ein intaktes miteinander kämpfen ist noch nicht so selbstverständlich wie es sein sollte. Doch wollen wir richtig stellen, dass PAPA-YA kein reines Vätermagazin ist und auch nie sein wird. Die alten „Väterprobleme“ sind auch die neuen „Mütterprobleme“.

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