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‚Ohne Macht wird nur gelacht‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 27. Januar 2007

Im Gespräch mit dem Manager Magazin äußert sich Michael Domsch zu Karrierefragen und Chancengleichheit.

mm.de: Herr Domsch, laut einer Hoppenstedt-Studie ist der Anteil der weiblichen Manager in Deutschland seit 1995 zwar kontinuierlich gestiegen, aber mit rund 10 Prozent aller Führungspositionen im Management weiterhin gering. Woran liegt das?

Domsch: Es gibt Ressentiments. Die kann man nicht wegdiskutieren. Zwar wird im Zuge der Political Correctness immer wieder betont, wie nötig Frauen in Unternehmen sind. In Wahrheit aber gibt es versteckte Hindernisse.

mm.de: Was sind die schlimmsten Feindbilder und Hindernisse, gegen die Frauen sich beim Aufstieg durchsetzen müssen?

Domsch: Immer wieder tauchen folgende Argumente auf: Frauen wollen gar nicht in den Führungsbereich, es fehle also an der Nachfrage. Frauen würden schwanger und kündigen, seien damit eine Fehlinvestition, Planungssicherheit gäbe es nicht. Frauen würden nicht die nötige Härte für das Management besitzen, sie hätten dafür nicht die notwendigen Kompetenzen. Außerdem gäbe es genug qualifizierte Männer, Frauen würden ihnen deshalb Karrierechancen wegnehmen und so weiter, und so weiter.

mm.de: Die meisten Topmanager haben ihre Frau samt Kindern zu Haus. Welche Rolle spielt diese familiäre Prägung der Männer in den Chefetagen?

Domsch: Ich möchte hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betreiben. Es gibt in Deutschland eine Fülle von Unternehmen, die exzellente Chancengleichheitspolitik praktizieren …

mm.de: Wie stehen wir da im Vergleich zu anderen Ländern Europas?

Domsch: Deutschland erreicht gerade das europäische Mittelfeld. Aber das wird sich in Zukunft ändern. …

mm.de: Spielt auch das deutsche Familienbild und die damit zusammenhängende Politik eine Rolle?

Domsch: Dieses Thema betrifft offensichtlich nur noch eine Minderheit. So haben weniger als 50 Prozent der Frauen mit akademischer Ausbildung im Alter von 40 Jahren überhaupt noch Kinder. In Deutschland wird im großen Umfang auf die Notwendigkeit einer familienfreundlichen Personalpolitik hingewiesen. Besonders in den vergangenen zwei Jahren werden staatlicherseits erhebliche Anstrengungen unternommen, um bei diesem wichtigen Thema in der Praxis Fortschritte zu erzielen.

Denn engagierte karriereorientierte Frauen streben mehrheitlich eine Doppelkarriere an: im Berufsleben und im Privatbereich, oft mit den Wunsch nach Kindern verbunden. Dazu gehört aber – neben einem geeigneten Partner – ein für sie attraktiver Arbeitgeber mit entsprechender familienfreundlicher Personalpolitik. Dazu gehört zum Beispiel das Angebot „Teilzeit für Führungskräfte“ in bestimmten Lebensphasen von Frauen und Männern. …

mm.de: Welche Aspekte spielen in der gegenwärtigen Diskussion zum Thema Chancengleichheit die größte Rolle?

Domsch: Man muss das Thema Chancengleichheit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten diskutieren, gerade im Zuge des globalen Wettbewerbs. Wenn man hier bestehen will, kann man auf Frauen nicht verzichten.

mm.de: Muss das Bewusstsein für diese Tatsache noch in die Köpfe der Personalchefs getragen werden, oder ist das bereits Konsens?

Domsch: An der Umsetzung hapert es noch.

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