{"id":9838,"date":"2019-10-02T16:05:21","date_gmt":"2019-10-02T16:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9838"},"modified":"2019-10-06T16:12:22","modified_gmt":"2019-10-06T16:12:22","slug":"ein-zu-kleiner-schritt-fuer-uns-aber-ein-grosser-fuer-die-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2019\/10\/02\/ein-zu-kleiner-schritt-fuer-uns-aber-ein-grosser-fuer-die-schweiz\/","title":{"rendered":"Ein (zu) kleiner Schritt f\u00fcr uns &#8211; aber ein gro\u00dfer f\u00fcr die Schweiz"},"content":{"rendered":"\n<p>Anl\u00e4sslich des Beschlusses, das <a href=\"https:\/\/www.maenner.ch\/vaterschaftsurlaub\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Volksbegehren (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Volksbegehren<\/a> zur Einf\u00fchrung eines vierw\u00f6chigen Vaterschaftsurlaubs abzusagen, damit die vom Bundesrat beschlossenen 10 Tage wirksam werden zu lassen erkl\u00e4rt Markus Gygli, Pr\u00e4sident von m\u00e4nner.ch:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das Initiativkomitee hat heute &#8211; gegen das \u00fcberzeugte Engagement der m\u00e4nner.ch-Vertretung &#8211; beschlossen, die <strong>Initiative f\u00fcr 20 Tage Vaterschaftsurlaub zur\u00fcckzuziehen<\/strong>. Wenn kein Referendum folgt, tritt der Gegenvorschlag in Kraft und die Schweiz hat zum ersten Mal in der Geschichte einen Vaterschaftsurlaub. Zumindest von 10 Tagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank dem Engagement von&nbsp;<a href=\"https:\/\/app.getresponse.com\/click.html?x=a62b&amp;lc=BqFaGl&amp;mc=9V&amp;s=pOyaLy&amp;u=z5mxN&amp;y=Z&amp;z=E9aSJvn&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">m\u00e4nner.ch<\/a>&nbsp;werden in naher Zukunft 80\u2019000 frisch\ngebackene V\u00e4ter in der Schweiz neu 10 Tage f\u00fcr ihre Familie da sein k\u00f6nnen.\nDank&nbsp;<a href=\"https:\/\/app.getresponse.com\/click.html?x=a62b&amp;lc=BqFawD&amp;mc=9V&amp;s=pOyaLy&amp;u=z5mxN&amp;y=z&amp;z=E9AYtU7&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">m\u00e4nner.ch<\/a>&nbsp;investiert die Schweiz j\u00e4hrlich 200\nMillionen Franken in v\u00e4terliches Engagement.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ein extremer Sprung gegen\u00fcber der heutigen Situation,\nin der V\u00e4ter am Tag nach der Geburt zur\u00fcck im B\u00fcro erwartet werden, so als sei\nnichts geschehen. Das ist nach der erfolgreichen Revision des Sorgerechts und\ndes Unterhaltsrechts der <strong>dritte grosse politische Erfolg unserer\nOrganisation<\/strong>. Und doch\u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich muss nat\u00fcrlich ehrlich zugeben: Es gelingt mir erst in\ngewissen Momenten, mich \u00fcber diesen Erfolg zu freuen. Zu schwer wiegt die <strong>Entt\u00e4uschung\ndar\u00fcber, dass&nbsp;<a href=\"https:\/\/app.getresponse.com\/click.html?x=a62b&amp;lc=BqFawD&amp;mc=9V&amp;s=pOyaLy&amp;u=z5mxN&amp;y=z&amp;z=EQs8G2b&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">m\u00e4nner.ch<\/a>&nbsp;allein auf verlorenem Posten k\u00e4mpfte, als\nwir heute den R\u00fcckzug unserer Volksinitiative f\u00fcr 20 Tage Vaterschaftsurlaub\ndiskutiert haben<\/strong>. Alle drei Mittr\u00e4ger der Initiative \u2013 TravailSuisse, Pro\nFamilia Schweiz und Alliance F \u2013 haben andere Priorit\u00e4ten gesetzt: Zu gross war\ndie Bef\u00fcrchtung, dass ein Scheitern an der Urne das Ringen um eine vern\u00fcnftige\nElternzeit in der Schweiz um Jahre zur\u00fcckwerfen k\u00f6nnte. Zu wenig vermochten wir\nmit unserem Kernargument durchzudringen, dass es zuerst eine bewusste Massnahme\nbraucht, um V\u00e4ter zur\u00fcck in die Familien zu bringen, bevor eine Elternzeit auch\nwirklich die versprochene Gleichstellungswirkung haben kann. Es gibt nichts\nsch\u00f6nzureden: Auch wenn wir uns mit aller Kraft daf\u00fcr eingesetzt haben, dass\nsich die Schweizer Bev\u00f6lkerung zum Vaterschaftsurlaub \u00e4ussern kann \u2013 wir sind\nals Organisation zu klein und progressive M\u00e4nner als W\u00e4hlergruppe (noch) zu\nunbedeutend, als dass wir im politischen Powergame die entscheidenden Tr\u00fcmpfe\nz\u00fccken k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus meiner Sicht stehen jetzt zwei Dinge an:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erstens m\u00fcssen wir mit frischem Elan darum besorgt sein,\ndass ein <strong>k\u00fcnftiges Elternzeitprojekt die V\u00e4ter parit\u00e4tisch mit einbezieht.<\/strong>\nDenn aus internationalen Erfahrungen wissen wir: Damit sie f\u00fcr V\u00e4ter attraktiv\nist, muss Elternzeit relativ hoch entsch\u00e4digt werden und einen exklusiven\nAnteil f\u00fcr V\u00e4ter vorsehen. Sonst schl\u00e4gt die Traditionsfalle zu \u2013 und die\nM\u00fctter bleiben noch l\u00e4nger weg vom Arbeitsmarkt als heute.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens sollten wir die Erfahrung zum Anlass nehmen, uns in der Tugend zu \u00fcben, uns <strong>\u00fcber Erreichtes zu freuen statt Verpasstes zu betrauern<\/strong>. Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir unserer Entt\u00e4uschung Raum geben. Aber wir sollten uns nicht so von ihr einnehmen lassen, dass wir vergessen, Freude und vielleicht sogar etwas Stolz zu versp\u00fcren. Denn seien wir auch da ehrlich: Ohne unsere Volksinitiative h\u00e4tte das Parlament niemals zumindest diese 10 Tage Vaterschaftsurlaub gew\u00e4hrt. Und vielleicht noch wichtiger: Ohne unsere Volksinitiative w\u00e4re es im politischen Diskurs nicht so schnell so uncool geworden, die Notwendigkeit und Bedeutung alltagsnaher v\u00e4terlicher Pr\u00e4senz in Frage zu stellen.\u00a0 In diesem Sinn: Stossen wir mit unseren halbvollen Gl\u00e4sern an und freuen uns. <strong>F\u00fcr uns ist es ein (zu) kleiner Schritt \u2013 f\u00fcr die Schweiz ist es ein grosser.<\/strong>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/158011114255627\/posts\/2534013136655401\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Quelle (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Beschlusses, das Volksbegehren zur Einf\u00fchrung eines vierw\u00f6chigen Vaterschaftsurlaubs abzusagen, damit die vom Bundesrat beschlossenen 10 Tage wirksam werden zu lassen erkl\u00e4rt Markus Gygli, Pr\u00e4sident von m\u00e4nner.ch: &#8222;Das Initiativkomitee hat heute &#8211; gegen das \u00fcberzeugte Engagement der m\u00e4nner.ch-Vertretung &#8211; beschlossen, die Initiative f\u00fcr 20 Tage Vaterschaftsurlaub zur\u00fcckzuziehen. 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