{"id":9659,"date":"2018-10-18T20:44:50","date_gmt":"2018-10-18T20:44:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9659"},"modified":"2018-11-02T20:53:46","modified_gmt":"2018-11-02T20:53:46","slug":"vater-vernachlassigen-selbstfursorge-andreas-eickhorst-im-gesprach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2018\/10\/18\/vater-vernachlassigen-selbstfursorge-andreas-eickhorst-im-gesprach\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter vernachl\u00e4ssigen Selbstf\u00fcrsorge &#8211; Andreas Eickhorst im Gespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"<p>Im Kurzinterview mit der Redaktion von \u201eV\u00e4ter in Niedersachsen\u201c skizziert <a href=\"https:\/\/f5.hs-hannover.de\/personen\/lehrende\/eickhorst-andreas-prof-dr-prof\/index.html \" target=\"_blank\">Andreas Eickhorst<\/a> Eckpunkte f\u00fcr eine landesspezifische V\u00e4terpolitik und \u2013forschung.<\/p>\n<p><strong>Frage: Was beinhaltet der Begriff \u201eaktive Vaterschaft&#8220; bzw. \u201eaktive Vaterrolle&#8220; aus wissenschaftlicher Sicht?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAktive Vaterschaft&#8220; bedeutet zun\u00e4chst einmal Engagement f\u00fcr die Kinder. Dabei gibt es durchaus deutlich unterschiedliche Ans\u00e4tze und Methoden, was darunter genau zu verstehen ist. Klassische Zeitbudgetstudien (die auch heute durchaus noch durchgef\u00fchrt werden) schauen dabei auf die reine Zeit, die ein Vater mit seinem Kind verbringt und finden dabei in der Regel eine stetige Zunahme im Laufe der Zeiten bis heute. Wesentlich komplexer und auch fundierter ist dann allerdings die Frage, WAS die V\u00e4ter in dieser Zeit mit den Kindern machen, also nach der Qualit\u00e4t der Besch\u00e4ftigung. Und bereits im inzwischen als Standard anerkannten und mittlerweile auch erweiterten Modell des Vaterforschers Michael Lamb spielte die von den V\u00e4tern wahrgenommene Verantwortung (auch ohne direkten Kontakt mit dem Kind) neben den bereits erw\u00e4hnten Komponenten eine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Frage: Welche wesentlichen Aussagen zur Situation der V\u00e4ter in Familien lassen sich aus Ihrer Sicht treffen?<\/strong><\/p>\n<p>Klar ist: das Vereinbarkeitsdilemma ist inzwischen auch bei den V\u00e4tern angekommen! Nur eine Minderheit der V\u00e4ter ist der Meinung, ausreichend Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Und dennoch wollen oder k\u00f6nnen sie diese Zeit nicht wesentlich ausbauen &#8211; aufgrund einer Vielzahl von Gr\u00fcnden, worunter finanzielle Entscheidungen ebenso wie die (manchmal auch nur vermuteten) Einstellungen von Partnerin und Arbeitgeber fallen.<\/p>\n<p>Es ist aber ein gro\u00dfer Erfolg, dass V\u00e4ter sich heute in Wissenschaft und Gesellschaft als bedeutsam und unterst\u00fctzenswert wahrnehmen k\u00f6nnen &#8211; das war ja nicht immer so. Welche Rolle sie aber dabei wahrnehmen wollen, etwa als &#8222;neue V\u00e4ter&#8220; oder aber ganz bewusst auch als arbeitende V\u00e4ter, die trotzdem Zeit mit den Kindern verbringen m\u00f6chten, kann sehr verschieden sein.<\/p>\n<p>Leider ist es aber eine Sache, die in der Regel bei allen versuchten Vereinbarkeiten unter den Tisch f\u00e4llt &#8211; die Selbstf\u00fcrsorge.<\/p>\n<p><strong>Frage: Welche Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen junge Familien und insbesondere junge V\u00e4ter?<\/strong><\/p>\n<p>Da w\u00fcrde ich in der Tat eben die Selbstf\u00fcrsorge ganz oben anstellen. Denn nur wer ausreichend mit sich selber im Reinen ist und sich psychologisch wie physiologisch wohl f\u00fchlt, kann seine (mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit vorhandenen) Ressourcen an Motivation, Zeit und Kompetenzen abrufen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist auch eine ausgebaute F\u00f6rderung von Elternzeit, f\u00fcr das Thema affine Arbeitgeber sowie die Ber\u00fccksichtigung der Belange der V\u00e4ter in edukativen und psychosozialen Angeboten wichtig und ausbauf\u00e4hig &#8211; diese Dinge d\u00fcrften aber als potentielle Bedarfe in den K\u00f6pfen vieler EntscheiderInnen deutlich pr\u00e4senter sein.<\/p>\n<p><strong>Frage: Welche Forschungsfragen lassen sich aus dem Handlungskonzept &#8222;Zukunftsorientierte V\u00e4terpolitik in Niedersachsen&#8220; ableiten?<\/strong><br \/>\nDas Konzept ist ja in erster Linie ein praktisches Konzept, das von der Umsetzung der dort beschriebenen ganz konkreten Projektideen lebt.<\/p>\n<p>Zwei Forschungsvorhaben stehen auch drin:<br \/>\nA) Gr\u00fcnde f\u00fcr einen R\u00fcckfall von V\u00e4tern und M\u00fcttern in ein traditionelles Rollenmuster nach der Geburt eines Kindes und<br \/>\nB) V\u00e4ter im Kontext \u201eRund um die Geburt&#8220;<\/p>\n<p>Hier ist es sicherlich wichtig, rechtzeitig Forschungspartner zu finden, um zeigen zu k\u00f6nnen, dass diese Vorhaben auch tats\u00e4chlich in absehbarer Zukunft realisiert werden sollen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vaeter-in-niedersachsen.de\/?A1F33D25D8CE45BC813CAB1BAAD72036 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kurzinterview mit der Redaktion von \u201eV\u00e4ter in Niedersachsen\u201c skizziert Andreas Eickhorst Eckpunkte f\u00fcr eine landesspezifische V\u00e4terpolitik und \u2013forschung. 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