{"id":9618,"date":"2018-08-14T07:42:57","date_gmt":"2018-08-14T07:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9618"},"modified":"2018-09-14T07:57:29","modified_gmt":"2018-09-14T07:57:29","slug":"vaterpolitik-muss-beim-gesellschaftlichen-bewusstsein-ansetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2018\/08\/14\/vaterpolitik-muss-beim-gesellschaftlichen-bewusstsein-ansetzen\/","title":{"rendered":"V\u00e4terpolitik muss beim gesellschaftlichen Bewusstsein ansetzen"},"content":{"rendered":"<p>Katrin Harms, Referentin im nieders\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit und Gleichstellung f\u00fcr die V\u00e4terarbeit und koordiniert die Arbeit des Landesarbeitsforums. Sie hat die Entwicklung des <a href=\"http:\/\/www.vaeter-in-niedersachsen.de\/?30554E9F10F94D339B775A7C16687A46 \" target=\"_blank\">Handlungskonzepts<\/a> Zukunftsorientierte V\u00e4terpolitik in Niedersachsen begleitet. Ziel der darin beschriebenen Ma\u00dfnahmen ist es, die Aufmerksamkeit f\u00fcr die Rolle der V\u00e4ter in der Erziehung zu st\u00e4rken und f\u00fcr mehr Akzeptanz in der Arbeitswelt zu sorgen. Im Interview erl\u00e4utert sie M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer Politik f\u00fcr V\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>Frage: Welche Herausforderungen im Hinblick auf ein modernes V\u00e4terbild werden durch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure im Landesarbeitsforum &#8222;Aktive Vaterrolle&#8220; sichtbar?<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 Sicherlich gab es schon Momente, in denen erst mit Denkhemmungen aufger\u00e4umt werden musste, bevor \u00fcber das gemeinsame Ziel gesprochen werden konnte. Ich erinnere mich beispielsweise an die vereinzelt ge\u00e4u\u00dferte Kritik, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zum Thema \u201eV\u00e4terbilder&#8220; k\u00f6nne nicht von einer Frau erfolgen. In einer anderen Situation wurde deutlich, dass V\u00e4terarbeit von einem ausschlie\u00dflich positiv besetzten V\u00e4terbild ausgehen soll. Dieser Ansatz ist sicherlich auch richtig, was Projekte wie &#8222;Achtung, V\u00e4ter, los&#8220; belegen. \u2026<\/p>\n<p>Dessen ungeachtet ist die unterschiedliche Besetzung des Landesarbeitsforums f\u00fcr alle allein von Vorteil. Das unterschiedliche Wissen und vor allem die verschiedenen Netzwerke werden gut genutzt und stetig in die Arbeit eingebracht. Dar\u00fcber hinaus sch\u00e4tze ich auch sehr den konstruktiven und kreativen Umgang aller, der immer von einem Miteinander und nicht von einem Gegeneinander gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p><strong>Frage: Welche Zielgruppen sollten besonders in den Blick genommen werden?<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Umsetzung des Handlungskonzepts nehmen wir zun\u00e4chst zuk\u00fcnftige V\u00e4ter, also Jungen, und V\u00e4ter mit Migrationshintergrund in den Blick.<\/p>\n<p><strong>Frage: Wie k\u00f6nnen V\u00e4ter im Hinblick auf berufliche Vereinbarkeit gest\u00e4rkt werden?<\/strong><\/p>\n<p>V\u00e4ter k\u00f6nnen vor allem durch die M\u00fctter ihrer Kinder gest\u00e4rkt werden, denn die Entscheidung \u00fcber die Aufteilung von Familienaufgaben und Beruf f\u00e4llt das Paar.<\/p>\n<p>Das Leben von Familien mit Kindern hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht ge\u00e4ndert. Das Selbstverst\u00e4ndnis heutiger V\u00e4ter hat sich dabei im Vergleich zu dem ihrer eigenen V\u00e4ter sehr gewandelt. Viele V\u00e4ter k\u00fcmmern sich aktiver und intensiver um ihre Kinder als fr\u00fchere V\u00e4tergenerationen dies taten. Dennoch verbringen V\u00e4ter in Deutschland nach wie vor weniger Zeit mit ihren Kindern als M\u00fctter. Mit der Reform des Elterngeldes im Jahr 2015 sind wichtige Weichen gestellt worden, um eine partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Eltern zu st\u00e4rken. Dennoch sehen wir am Antragsverhalten im Bereich des Elterngeldes, dass immer noch signifikant mehr Frauen Erziehungsaufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Es bleibt also festzuhalten, dass bereits jetzt die gesetzlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr V\u00e4ter dieselben sind wie f\u00fcr M\u00fctter und der Aushandlungsprozess in der Partnerschaft von Politik offenbar nur bis zu einem gewissen Punkt erfolgreich beeinflusst werden kann.<\/p>\n<p><strong>Frage: Wie k\u00f6nnen Familien bei der Realisierung einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung in der Erziehungsgemeinschaft unterst\u00fctzt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir uns fragen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch verbessert werden k\u00f6nnen. Das Elterngeld sichert die wirtschaftliche Existenz der jungen Familien und hilft V\u00e4tern und M\u00fcttern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Allerdings zeigt der Bericht des Bundes \u00fcber die Auswirkungen der Regelungen zum Elterngeld Plus und zum Partnerschaftsbonus sowie zur Elternzeit auch, wo Optimierungsbedarfe bestehen. So ist bekannt, dass Eltern sich u.a. gegen den Partnerschaftsbonus entscheiden, weil sie Unw\u00e4gbarkeiten in der vollst\u00e4ndigen Erf\u00fcllung der Leistungsvoraussetzungen und in der Folge R\u00fcckzahlungen der Leistungen bef\u00fcrchten. \u2026<\/p>\n<p>Dessen ungeachtet sollten wir im Moment neben der Verbesserung gesetzlicher Rahmenbedingungen mehr daran arbeiten, dass die bereits vorhandenen M\u00f6glichkeiten von beiden Geschlechtern auch genutzt werden. Diese Ver\u00e4nderung beginnt beim Paar, das Einigkeit \u00fcber die Aufteilung des Einkommens und der Sorge f\u00fcrs Kind erzielen muss und diese Einigkeit dann nach au\u00dfen, beispielsweise gegen\u00fcber Arbeitgebern, vertreten muss. Der zuk\u00fcnftige Weg, f\u00fcr mehr Partnerschaftlichkeit zu werben, muss also &#8211; wie im Handlungskonzept vorgesehen &#8211; derzeit vor allem beim gesellschaftlichen Bewusstsein ansetzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vaeter-in-niedersachsen.de\/?8E0A22E1C2975CC8AD0E9A357C635561 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katrin Harms, Referentin im nieders\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit und Gleichstellung f\u00fcr die V\u00e4terarbeit und koordiniert die Arbeit des Landesarbeitsforums. Sie hat die Entwicklung des Handlungskonzepts Zukunftsorientierte V\u00e4terpolitik in Niedersachsen begleitet. 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