{"id":9557,"date":"2018-05-02T14:39:37","date_gmt":"2018-05-02T14:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9557"},"modified":"2018-05-02T14:39:37","modified_gmt":"2018-05-02T14:39:37","slug":"wenn-vater-abends-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2018\/05\/02\/wenn-vater-abends-arbeiten\/","title":{"rendered":"Wenn V\u00e4ter abends arbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Abend- und Nachtarbeitsstunden von V\u00e4tern und M\u00fcttern haben negative Auswirkungen auf das Verhalten und die emotionale Stabilit\u00e4t ihrer Kinder. Die WZB-Forscher Jianghong Li und Till Kaiser haben zusammen mit Matthias Pollmann-Schult von der Universit\u00e4t Magdeburg Daten von 838 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren ausgewertet. Sie k\u00f6nnen zeigen, dass Eltern mit familienunfreundlichen Arbeitszeiten zu mehr Strenge und negativem Kommunikationsverhalten wie Schelten oder Schreien neigen. F\u00fcr M\u00fctter wie V\u00e4ter gilt: Der Erziehungsstil beeinflusst entscheidend das Wohlbefinden der Kinder.<\/p>\n<p>Das Team um Jianghong Li griff auf Daten der Studie \u201eFamilien in Deutschland\u201c zur\u00fcck, einer Erweiterung des vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung verantworteten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). In den Jahren 2010 bis 2013 gaben M\u00fctter und V\u00e4ter Auskunft \u00fcber die Entwicklung ihrer Kinder und \u00fcber ihre jeweiligen Erziehungsstile. Die Untersuchung ist die erste, die beide Eltern, ihre Perspektiven und Arbeitszeiten, gleichzeitig in den Blick nimmt.<\/p>\n<p>Weit folgenreicher als Wochenendarbeit sind Abend- und Nachtschichten der Eltern. Von den befragten V\u00e4tern arbeiten 23 Prozent regelm\u00e4\u00dfig nachts und 40 Prozent abends, unter den M\u00fcttern tun dies 11 beziehungsweise 28 Prozent. Die Auswirkungen auf die Kinder wurden in vier Bereichen gemessen: Hyperaktivit\u00e4t, emotionale Probleme, auff\u00e4lliges Verhalten und Probleme mit Gleichaltrigen. F\u00fcr alle Bereiche wurden negative Folgen der familienunfreundlichen Arbeitsstunden festgestellt, am deutlichsten im Bereich des kindlichen Verhaltens. \u201eDas ist insofern bedeutsam, als Verhaltensst\u00f6rungen in jungem Alter ein h\u00f6heres Risiko sp\u00e4terer Straff\u00e4lligkeit, Drogengef\u00e4hrdung oder schwieriger Bildungs- und Berufsverl\u00e4ufe mit sich bringen\u201c, gibt das Autorenteam zu bedenken.<\/p>\n<p>Wie komplex der Familienalltag ist, zeigt sich an einem interessanten Detail der Untersuchung: Abend- und Nachtarbeitszeiten des einen Elternteils f\u00fchren auch beim anderen Elternteil zu einer Ver\u00e4nderung des Erziehungsstils. Insbesondere f\u00fcr M\u00e4nner von Frauen mit familienunfreundlichen Arbeitszeiten l\u00e4sst sich dieser \u201eSpill-over-Effekt\u201c zeigen. Gleichzeitig hat der v\u00e4terliche Erziehungsstil noch deutlichere Konsequenzen f\u00fcr die Entwicklung des Kindes.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie von\u00a0 sind in dem Aufsatz \u201eEvening and night work schedules and children\u2019s social and emotional well-being\u201c in der Zeitschrift \u201e<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/13668803.2017.1404443 \" target=\"_blank\">Community, Work and Family<\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news693543 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abend- und Nachtarbeitsstunden von V\u00e4tern und M\u00fcttern haben negative Auswirkungen auf das Verhalten und die emotionale Stabilit\u00e4t ihrer Kinder. Die WZB-Forscher Jianghong Li und Till Kaiser haben zusammen mit Matthias Pollmann-Schult von der Universit\u00e4t Magdeburg Daten von 838 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren ausgewertet. 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