{"id":9371,"date":"2018-01-30T18:53:48","date_gmt":"2018-01-30T18:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9371"},"modified":"2018-01-30T18:53:48","modified_gmt":"2018-01-30T18:53:48","slug":"beitragsfreie-kitas-verandern-frauenerwerbsquote-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2018\/01\/30\/beitragsfreie-kitas-verandern-frauenerwerbsquote-nicht\/","title":{"rendered":"Beitragsfreie Kitas ver\u00e4ndern Frauenerwerbsquote nicht"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fctter weiten ihr Arbeitsangebot nicht aus, wenn ihnen eine kostenlose Kindertagesbetreuung zur Verf\u00fcgung steht. Das geht aus einer aktuellen <a href=\"http:\/\/ftp.iza.org\/dp11269.pdf\" target=\"_blank\">Studie<\/a> hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ver\u00f6ffentlicht hat. Zwar steigert die Beitragsfreiheit die Kita-Besuchsquote von Kleinkindern, doch das familienpolitische Ziel einer St\u00e4rkung der Frauenerwerbst\u00e4tigkeit wird verfehlt.<\/p>\n<p>Die Studie von Anna Busse und Christina Gathmann, \u00d6konominnen an der Universit\u00e4t Heidelberg, untersucht anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2010 bis 2015, wie sich die Abschaffung der Geb\u00fchren f\u00fcr Kinderg\u00e4rten und Kindertagesst\u00e4tten in verschiedenen Bundesl\u00e4ndern auf die Betreuungssituation, Erwerbst\u00e4tigkeit und kindliche Entwicklung ausgewirkt haben. Das letzte Kindergartenjahr ist inzwischen in neun der elf alten Bundesl\u00e4nder beitragsfrei. Drei dieser L\u00e4nder haben die Beitragsfreiheit bereits auf j\u00fcngere Kinder ausgeweitet.<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung des kostenlosen letzten Kindergartenjahres hatte auf die Besuchsquote, die in dieser Altersgruppe bereits vor der Beitragsfreiheit bei 97 Prozent lag, praktisch keinen Einfluss. Bei den Zwei- bis Dreij\u00e4hrigen erh\u00f6hte die Reform hingegen die Besuchsquote um 8 Prozentpunkte. Besonders stark fiel der Anstieg bei Kindern aus einkommensschwachen Familien aus. \u201eDiese Entwicklung ist positiv zu bewerten, da Kinder aus \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten in einem qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot besser ihre F\u00e4higkeiten und Kompetenzen entwickeln k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Wirtschaftsprofessorin Christina Gathmann. Insbesondere M\u00e4dchen profitieren der Studie zufolge von der au\u00dferh\u00e4uslichen Betreuung.<\/p>\n<p>Insgesamt habe die Einf\u00fchrung der Beitragsfreiheit aber haupts\u00e4chlich zu \u201eMitnahmeeffekten\u201c gef\u00fchrt, die zwar das Familienbudget erh\u00f6hen, jedoch die gew\u00e4hlte Kinderbetreuung nur unwesentlich beeinflussen. Au\u00dferdem fanden die Forscherinnen kaum positive Wirkungen auf die Erwerbsbeteiligung oder die w\u00f6chentliche Arbeitsstundenzahl von M\u00fcttern. Eher scheinen die Familien das zus\u00e4tzliche Einkommen zu nutzen, um das Arbeitsangebot der M\u00fctter zu verringern.<\/p>\n<p>Das Ziel, durch die Bereitstellung beitragsfreier Betreuungspl\u00e4tze die Erwerbst\u00e4tigkeit und damit die \u00f6konomische Eigenst\u00e4ndigkeit von Frauen, vor allem von Alleinerziehenden, zu erh\u00f6hen, werde jedenfalls durch diese Politik nicht erreicht, so das Fazit der Untersuchung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news688356 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fctter weiten ihr Arbeitsangebot nicht aus, wenn ihnen eine kostenlose Kindertagesbetreuung zur Verf\u00fcgung steht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ver\u00f6ffentlicht hat. Zwar steigert die Beitragsfreiheit die Kita-Besuchsquote von Kleinkindern, doch das familienpolitische Ziel einer St\u00e4rkung der Frauenerwerbst\u00e4tigkeit wird verfehlt. 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