{"id":9321,"date":"2018-01-02T15:58:07","date_gmt":"2018-01-02T15:58:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9321"},"modified":"2018-01-08T16:13:30","modified_gmt":"2018-01-08T16:13:30","slug":"man-kann-auch-mit-einem-vollzeitpensum-ein-sehr-engagierter-vater-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2018\/01\/02\/man-kann-auch-mit-einem-vollzeitpensum-ein-sehr-engagierter-vater-sein\/","title":{"rendered":"Man kann auch mit einem Vollzeitpensum ein sehr engagierter Vater sein"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.simg.ch\/fileadmin\/_processed_\/csm_theunert_Kopie_6824e9f007.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Markus Theunert\" src=\"http:\/\/www.simg.ch\/fileadmin\/_processed_\/csm_theunert_Kopie_6824e9f007.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"200\" \/><\/a>Im Gespr\u00e4ch mit Kari K\u00e4lin skizziert Markus Theunert, Leiter des schweizerischen Instituts f\u00fcr M\u00e4nner- und Geschlechterfragen (<a href=\"http:\/\/www.simg.ch\/\" target=\"_blank\">SIMG<\/a>) und Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung von <a href=\"http:\/\/www.maenner.ch\" target=\"_blank\">M\u00e4nner.ch<\/a> Entwicklungslinien f\u00fcr M\u00e4nner von morgen.<\/p>\n<p><strong>\u201e\u2026 Das Volk wird \u00fcber eine Initiative f\u00fcr vier Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub abstimmen. Reicht das aus, damit sich die M\u00e4nner nachhaltig st\u00e4rker um die Kinder k\u00fcmmern?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. Die internationale Erfahrung zeigt, dass ein kurzer Vaterschaftsurlaub gen\u00fcgt, um die Beteiligung der M\u00e4nner an der Betreuungsarbeit zu steigern, vor allem, wenn sie ihn unmittelbar nach der Geburt beziehen.<\/p>\n<p><strong>Wieso ist der Zeitpunkt wichtig?<\/strong><\/p>\n<p>Frauen sch\u00fctten rund um die Geburt das F\u00fcrsorge- und Bindungshormon Prolaktin automatisch aus. Es sorgt sozusagen daf\u00fcr, dass man sich ins Baby \u00abverliebt\u00bb. Bei M\u00e4nnern passiert das nur, wenn sie schnell nach der Geburt einen engen Bezug zum Kind aufbauen. Ein unmittelbar nach der Geburt bezogener Vaterschaftsurlaub l\u00f6st also einen biologischen Mechanismus aus, der die Bindung zum Kind st\u00e4rkt. Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass V\u00e4ter mit einem Vaterschaftsurlaub in der Nacht gleich h\u00e4ufig aufstehen wie die M\u00fctter \u2013 und das noch ein Jahr nach dem Vaterschaftsurlaub. V\u00e4ter ohne Vaterschaftsurlaub h\u00f6ren es hingegen nicht einmal, wenn das Kind weint.<\/p>\n<p><strong>Wer sich langfristig bei der Betreuungsarbeit engagieren will, kommt nicht darum, sein Pensum zu reduzieren. 20 Tage helfen doch da nicht weiter.<\/strong><\/p>\n<p>Da muss ich widersprechen. Man kann auch mit einem Vollzeitpensum ein sehr engagierter Vater sein. Der entscheidende Punkt ist, ob man allein Zeit mit den Kindern verbringt und sich somit gleichwertige Betreuungskompetenzen aneignet. Aber nat\u00fcrlich ist bei einem Vollzeitpensum in der intensiven Kleinkindphase schwierig, einen alltagsnahen Bezug zum Kind aufzubauen. Eine Intervention wie ein Vaterschaftsurlaub f\u00f6rdert aber den Wunsch nach mehr Betreuung. Viele M\u00e4nner fassen deswegen vielleicht den Mut, ihr Pensum zu reduzieren, weil ihnen die Beziehung zum Kind wichtiger ist als das zweite Auto.<\/p>\n<p><strong>Was erwarten Sie von den Arbeitgebern?<\/strong><\/p>\n<p>Ein Umdenken. Die meisten Arbeitgeber kalkulieren den Ausfall der Mutter ein, erwarten aber den Vater kurz nach der Geburt wieder an seinem Arbeitsplatz zur\u00fcck. Kommt der Vaterschaftsurlaub, m\u00fcssen sich die Arbeitgeber zwangsl\u00e4ufig daf\u00fcr interessieren, wie sie mit den frisch gebackenen V\u00e4tern umgehen, wie diese unter den neuen Umst\u00e4nden eine optimale Leistung erbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Sind die Arbeitgeber zu wenig familienfreundlich?<\/strong><\/p>\n<p>Bleiben wir fair. Arbeitgeber bieten heute viele Teilzeitstellen an. Damit die Arbeitnehmer das Angebot auch nutzen, braucht es aber einen Kulturwandel. Sonst haben sie berechtigterweise Angst, als Teilzeitler auf dem Abstellgleis zu landen. \u2026<\/p>\n<p><strong>Lohnt sich f\u00fcr die Arbeitgeber ein Entgegenkommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. Untersuchungen zeigen, dass Arbeitnehmer, denen die Arbeitgeber Flexibilit\u00e4t zugunsten der Familie einr\u00e4umen, sehr treu sind, seltener krankheitsbedingt fehlen und eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t aufweisen<\/p>\n<p><strong>Was erwarten Sie von der Politik?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist aus fachlicher Sicht nicht einzusehen, weshalb das Volksschulsystem erst ab dem Kindergartenalter und nicht bereits in der Kleinkindphase einsetzen soll. Es besteht ein gesellschaftlicher Konsens, dass es die Volksschule als Bildungseinrichtung braucht &#8211; und es besteht ein fachlicher Konsens, dass die Jahre ab Geburt bis vier Jahre entscheidend sind f\u00fcr den die kindliche Entwicklung und den weiteren Bildungsverlauf. \u2026<\/p>\n<p><strong>Sie sind verantwortlich f\u00fcr das nationale Programm MenCare, das die v\u00e4terliche Betreuungsarbeit st\u00e4rken soll. Das Programm l\u00e4uft bis 2027. Sind bis dann M\u00e4nner auf den Spielpl\u00e4tzen nicht mehr in der Minderheit?<\/strong><\/p>\n<p>Vermutlich immer noch. Aber sie werden immerhin keine Exoten mehr sein. Das sind sie heute \u2013 je nach Region und Wochentag.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nidwaldnerzeitung.ch\/nachrichten\/schweiz\/die-maenner-muessen-sich-hinterfragen;art178472,1173836\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Kari K\u00e4lin skizziert Markus Theunert, Leiter des schweizerischen Instituts f\u00fcr M\u00e4nner- und Geschlechterfragen (SIMG) und Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung von M\u00e4nner.ch Entwicklungslinien f\u00fcr M\u00e4nner von morgen. \u201e\u2026 Das Volk wird \u00fcber eine Initiative f\u00fcr vier Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub abstimmen. Reicht das aus, damit sich die M\u00e4nner nachhaltig st\u00e4rker um die Kinder k\u00fcmmern? Ja. 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