{"id":9264,"date":"2017-10-30T19:27:09","date_gmt":"2017-10-30T19:27:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9264"},"modified":"2017-11-07T20:28:07","modified_gmt":"2017-11-07T20:28:07","slug":"vater-wollen-heute-mehr-vom-kind-mitkriegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/10\/30\/vater-wollen-heute-mehr-vom-kind-mitkriegen\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter wollen heute mehr vom Kind mitkriegen"},"content":{"rendered":"<p>Paula-Irene Villa, Professorin f\u00fcr Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut f\u00fcr Soziologie der LMU M\u00fcnchen, im Gespr\u00e4ch mit Marlene Grunert in der FAZ \u00fcber V\u00e4ter und insbesondere das, was sich ver\u00e4ndert und was schon lange gilt.<\/p>\n<p><strong>\u201e\u2026 Sie sagen, dass sich die Vaterrolle weniger ge\u00e4ndert hat, als gemeinhin angenommen wird. Woran machen Sie das fest?<\/strong><\/p>\n<p>Deskriptiv-statistische Untersuchungen nehmen etwa in den Blick, wie viel Elternzeit V\u00e4ter nehmen, in welchen Monaten nach der Geburt und in welcher Jahreszeit. Skandinavische Studien zeigten, dass V\u00e4ter dort vor allem in den Sommermonaten Elternzeit nahmen, wenn die Familie in den Urlaub f\u00e4hrt. Das hat sich aber auch dort ge\u00e4ndert. Auch in Deutschland ist es nicht un\u00fcblich, w\u00e4hrend der Elternzeit des Vaters zu reisen, anstatt einen Alltag zu etablieren. \u00dcber die statistischen Untersuchungen hinaus finden in der Forschung vielfach Gespr\u00e4che mit jungen V\u00e4tern statt, in denen es etwa um diese Fragen geht: Wie ist der Tagesablauf, wer holt das Kind von der Krippe ab, wer steht nachts auf, wie organisiert ihr eure Freizeit?<\/p>\n<p><strong>Sind V\u00e4ter heute emotionaler?<\/strong><\/p>\n<p>Das Idealbild von M\u00e4nnlichkeit hat sich ver\u00e4ndert. Zu einem positiven Bild von M\u00e4nnlichkeit geh\u00f6rt immer mehr auch F\u00fcrsorgef\u00e4higkeit. Es ist nicht mehr automatisch unm\u00e4nnlich, sich zu einem Kind hinabzubeugen, sich auf Augenh\u00f6he zu begeben. Es geht nicht mehr nur darum, ein Kind zu haben, das gut gedeiht, sondern auch darum, ger\u00fchrt zu sein, wenn das Kind sich eine Schramme holt oder wenn es Angst vor Monstern unterm Bett hat. \u2026<\/p>\n<p><strong>Spielt der Vater f\u00fcr Kinder deshalb heute eine wichtigere Rolle?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich an Romane, Sachb\u00fccher oder historische Quellen denke, dann ist die Vaterfigur f\u00fcr Kinder auch historisch, mindestens in der Moderne, ganz wichtig gewesen, die Anerkennung durch ihn, die Auseinandersetzung mit ihm. Der Vater verk\u00f6rpert gesellschaftliche Normen. Heute ist das sicher anders, k\u00f6nnte man trivialerweise sagen: Der Vater ist heute auch ein Individuum mit Emotionen und Bindungen. Dass er wichtiger ist, glaube ich aber nicht.<\/p>\n<p><strong>Wie wirken sich die Ver\u00e4nderungen auf das Verh\u00e4ltnis zwischen den Geschlechtern aus?<\/strong><\/p>\n<p>Die meist undramatische allt\u00e4gliche Auseinandersetzung zwischen den Partnern wird essentiell, das bekommen auch die Kinder mit. Wenn es eine geteilte Elternschaft geben soll, m\u00fcssen sich die Partner dar\u00fcber einigen, wer gerade mehr Zeit hat, den M\u00fcll runterzubringen oder zum Elternabend zu gehen. Diese Verhandlungen sind bisweilen anstrengend, aber sie bedeuten erst mal eine gro\u00dfe Freiheit. Und auch eine Lust!<\/p>\n<p><strong>Wie neu sind die neuen V\u00e4ter eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Sie begleiten mich, seitdem ich 1988\/89 angefangen habe zu studieren. Dass die Debatte bis heute andauert, zeigt, dass sich langsamer etwas tut, als man meint. Das liegt auch daran, dass es nicht allein um individuelle Entscheidungen geht, sondern strukturelle berufliche oder \u00f6konomische Fragen entscheidend sind. Auch habituelle Muster, derer sich Eltern nicht bewusst sind, spielen eine gro\u00dfe Rolle.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/interview-wie-sich-die-vaterrolle-veraendert-hat-15249886.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paula-Irene Villa, Professorin f\u00fcr Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut f\u00fcr Soziologie der LMU M\u00fcnchen, im Gespr\u00e4ch mit Marlene Grunert in der FAZ \u00fcber V\u00e4ter und insbesondere das, was sich ver\u00e4ndert und was schon lange gilt. \u201e\u2026 Sie sagen, dass sich die Vaterrolle weniger ge\u00e4ndert hat, als gemeinhin angenommen wird. 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