{"id":9206,"date":"2017-09-10T08:47:35","date_gmt":"2017-09-10T08:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9206"},"modified":"2017-09-10T08:47:35","modified_gmt":"2017-09-10T08:47:35","slug":"manner-werden-diskriminiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/09\/10\/manner-werden-diskriminiert\/","title":{"rendered":"M\u00e4nner werden diskriminiert"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 Anne Seth greift im \u201aSpiegel\u2018 ein \u201aheikles\u2018 Thema auf und belegt ihre Thesen mit zahlreichen Beispielen und Aussagen aus Politik und Praxis. Dies gilt insbesondere f\u00fcr V\u00e4ter nach einer Trennung: Sie m\u00fcssen Unterhalt zahlen, werden aber als Elternteil oft nicht ernst genug genommen.<\/p>\n<p>&#8222;&#8230; Wenn ein Vater nach einer Trennung mehr sein will als nur Wochenend- und Spa\u00dfpapa, hat er gegen den Willen der Mutter oft kaum eine Chance dazu. Sch\u00e4tzungen des Familiengerichtstages zufolge ist in etwa 95 Prozent der strittigen F\u00e4lle der Lebensmittelpunkt eines Kindes bei der Mutter zu verorten.<\/p>\n<p>Das geltende Unterhaltsrecht geht noch vom Modell Familienern\u00e4hrer aus. Ob ein Vater nur alle zwei Wochen zu Besuch kommt oder die Kinder mehrere Tage die Woche zu sich nimmt, spielt f\u00fcr seine finanziellen Verpflichtungen der Mutter gegen\u00fcber oft keine Rolle.<\/p>\n<p>Statistisch wird nach einer Trennung nach wie vor nur der Elternteil erfasst, bei dem die Kinder leben &#8211; er gilt pauschal als &#8222;alleinerziehend&#8220;. Zu 89 Prozent besteht diese Gruppe aus M\u00fcttern, die finanziell oft unter verheerenden Bedingungen leben. &#8230;<\/p>\n<p>Was aber ist mit den V\u00e4tern dieser Kinder? \u00dcber sie wei\u00df man oft nur, dass erschreckend viele keinen oder zu wenig Unterhalt f\u00fcr ihre Kinder bezahlen. Aber wie jene dastehen, die sich sehr wohl um ihre Kinder k\u00fcmmern, ist weitgehend unbekannt. Was bedeutet die Trennung f\u00fcr sie finanziell? Wie viel Anteil haben sie an der Kindererziehung? Aussagekr\u00e4ftige Statistiken und Untersuchungen dazu gab es lange keine.<\/p>\n<p>Erst Mitte Juli dieses Jahres ver\u00f6ffentlichte die neue Familienministerin Katarina Barley (SPD) eine vielsagende <a href=\"http:\/\/www.ifd-allensbach.de\/fileadmin\/IfD\/sonstige_pdfs\/Gemeinsam_erziehen_Kernergebnisse.pdf\" target=\"_blank\">Umfrage<\/a> unter getrennten Eltern. Vor allem V\u00e4ter w\u00fcnschen sich demnach mehr Kontakt zu ihren Kindern &#8211; und fordern bessere rechtliche und finanzielle Unterst\u00fctzung, wenn eine Familie auseinanderbricht. Aus gutem Grund. &#8230;<\/p>\n<p>Dem deutschen Unterhaltsrecht liegt das Prinzip zugrunde, dass einer die Kinder erzieht und der andere f\u00fcr sie zahlen muss. Aus dieser Logik heraus entstand 1962 die sogenannte D\u00fcsseldorfer Tabelle, die in ihrer Grundstruktur bis heute gilt. Sie weist den Lebensbedarf eines Kindes aus, gestaffelt nach Alter und nach dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils. In der Regel muss also im Streitfall nur einer seine finanziellen Verh\u00e4ltnisse offenlegen, schon das bringt viele V\u00e4ter auf die Palme.<\/p>\n<p>Besonders ungerecht aber ist: Wie viel Betreuung dieser Elternteil \u00fcbernimmt, wird in der Unterhaltstabelle nicht ber\u00fccksichtigt. So mancher Vater zahlt deshalb den vollen Satz, obwohl er genau wie die Mutter ein Kinderzimmer vorh\u00e4lt und eine zweite Garnitur an Kleidung &#8211; und einen guten Teil der Betreuung \u00fcbernimmt. &#8230;<\/p>\n<p>Auch ein anderes Eingest\u00e4ndnis ist \u00fcberf\u00e4llig: Soviel auch noch getan werden muss, um Frauen beruflich und damit auch finanziell die gleichen Chancen zu erm\u00f6glichen wie M\u00e4nnern &#8211; es gibt auch Bereiche, in denen es M\u00e4nner aufgrund ihres Geschlechts schwer haben.<\/p>\n<p>Im Bundesfamilienministerium scheint sich diese Einsicht langsam durchzusetzen. Mitte Juli lud das Haus Interessenvertreter und Fachleute zu einem &#8222;Zukunftsgespr\u00e4ch: Gemeinsam getrennt erziehen&#8220; ein. Erstmals wurde eine vom Allensbacher Institut durchgef\u00fchrte <a href=\"http:\/\/www.ifd-allensbach.de\/fileadmin\/IfD\/sonstige_pdfs\/Gemeinsam_erziehen_Kernergebnisse.pdf\" target=\"_blank\">Studie<\/a> pr\u00e4sentiert, die die Lebensrealit\u00e4ten getrennter Familien untersuchte. 35 Prozent der befragten V\u00e4ter w\u00fcnschen sich mehr Kontakt zu ihren Kindern. Und rund die H\u00e4lfte aller Befragten w\u00fcnscht sich eine gleichberechtigte Betreuung der Kinder.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/maenner-und-gleichstellung-wie-vaeter-diskriminiert-werden-a-1165817.html\" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 Anne Seth greift im \u201aSpiegel\u2018 ein \u201aheikles\u2018 Thema auf und belegt ihre Thesen mit zahlreichen Beispielen und Aussagen aus Politik und Praxis. 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