{"id":9139,"date":"2017-05-09T07:36:59","date_gmt":"2017-05-09T07:36:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9139"},"modified":"2017-05-30T07:37:48","modified_gmt":"2017-05-30T07:37:48","slug":"eltern-wollen-eine-wahl-haben-konnen-sich-aber-nicht-entscheiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/05\/09\/eltern-wollen-eine-wahl-haben-konnen-sich-aber-nicht-entscheiden\/","title":{"rendered":"Eltern wollen eine Wahl haben, k\u00f6nnen sich aber nicht entscheiden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/6184f730-6776-4773-b6e7-8841b9740e60\/familie-2017-eltern-wollen-die-wahl-haben \"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/6184f730-6776-4773-b6e7-8841b9740e60\/familie-2017-eltern-wollen-die-wahl-haben \" alt=\"\" width=\"230\" height=\"299\" \/><\/a>Am 24. September wird ein neuer Bundestag gew\u00e4hlt. Die Parteien \u00fcberschlagen sich im Vorfeld mit Versprechen f\u00fcr bessere Familienf\u00f6rderung &#8211; von kostenloser Kita bis hin zu Kindergrundsicherung. Wie M\u00fctter und V\u00e4ter ihre Situation empfinden, welche W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse sie haben, zeigt eine repr\u00e4sentative Studie der Zeitschrift ELTERN und dem Meinungsforschungsinstitut Kantar EMNID f\u00fcr die 1.000 Frauen und M\u00e4nner mit Kindern bis 10 Jahren befragt wurden. Mir f\u00e4llt bei den Ergebnissen auf, dass sich diese von anderen aktuellen Studien, wie z.B. \u201e<a href=\"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/01\/25\/75-prozent-der-vater-sind-mit-ihren-arbeitszeiten-unzufrieden\/\" target=\"_blank\">Warum nicht fifty-fifty? Betriebliche Rahmenbedingungen der Aufteilung von Erwerbs- und F\u00fcrsorgearbeit in Paarfamilien<\/a>\u201c gar nicht so sehr unterscheiden, die Schlussfolgerungen aber diametral entgegengesetzt sind: ELTERN ignoriert die Anliegen und W\u00fcnsche von V\u00e4tern und verweist sie in die Erwerbssph\u00e4re.<\/p>\n<p>Obwohl sich in den vergangenen Jahren die Familienf\u00f6rderung in Deutschland deutlich verbessert habe, z.B. durch Elterngeld und V\u00e4termonate, Kindergelderh\u00f6hung und Kita-Ausbau, f\u00fchlen sich Eltern offenbar nicht entlastet, eher im Gegenteil: Laut den Studienergebnissen sp\u00fcren 87 Prozent der befragten Eltern zunehmenden Druck. Einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr scheint von der Berufst\u00e4tigkeit auszugehen: 86 Prozent der Eltern meinen, dass Familien sich heute eher dem Arbeitsmarkt anpassen m\u00fcssen als umgekehrt.<\/p>\n<p>Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verschlechtert sich, anstatt sich zu verbessern: W\u00e4hrend in der ELTERN-Studie vor vier Jahren noch 43 Prozent sagten, dass sie mit der Vereinbarkeit gut klarkommen, sind dies 2017 nur noch 29 Prozent der Befragten. 68 Prozent der Eltern geben heute an, sie h\u00e4tten &#8222;einige&#8220;, oder &#8222;gro\u00dfe Probleme&#8220;, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl, bei der Gestaltung ihres Lebens nicht die Wahl zu haben, verst\u00e4rkt den Druck auf Eltern zus\u00e4tzlich. So sagen 61 Prozent der Befragten, dass sie es sich nicht aussuchen k\u00f6nnen, ob sie arbeiten oder zu Hause bei den Kindern bleiben. Zudem haben 84 Prozent den Eindruck, es werde von Eltern erwartet, die Kinder m\u00f6glichst fr\u00fch in der Kita betreuen zu lassen. Genau das wollen die meisten Eltern aber nicht &#8211; nur jede vierte Frau will nach einem Jahr zur\u00fcck in den Beruf, die gro\u00dfe Mehrheit h\u00e4lt einen Zeitpunkt zwischen eineinhalb und drei Jahren nach der Geburt des Kindes f\u00fcr richtig. Wichtiger als weiterer Ausbau der Kinderbetreuung ist den meisten Eltern finanzielle Familienf\u00f6rderung wie die kostenlose Krankenversicherung nicht berufst\u00e4tiger Ehepartner (60 Prozent) oder deutlich mehr Kindergeld (55 Prozent).<\/p>\n<p>Dass V\u00e4ter und M\u00fctter sich Job, Kindererziehung und Haushalt gerecht teilen, klingt zwar modern, ist aber zumindest f\u00fcr die ersten Jahre mit Kind nicht das Wunschmodell der befragten Eltern: Nur 23 Prozent w\u00fcnschen sich dieses Modell. 41 Prozent der Befragten sind hingegen f\u00fcr &#8222;Vater Vollzeit, Mutter Teilzeit und k\u00fcmmert sich um Hausarbeit und Kinderbetreuung&#8220;. Auch die klassische Rollenverteilung (Vater ist Alleinverdiener, Mutter k\u00fcmmert sich um Haushalt und Kinder) wird offensichtlich wieder attraktiver: Wollten dies 2013 nur sechs Prozent der Befragten, so sind es heute 17 Prozent. Vor allem j\u00fcngere Eltern unter 30 Jahren (23 Prozent) halten das f\u00fcr besonders erstrebenswert.<\/p>\n<p>\u201eDass Eltern in Deutschland, ganz besonders die M\u00fctter, sich heute mehr als je zuvor unter Druck f\u00fchlen, sollte alle Parteien aufr\u00fctteln&#8220;, sagt ELTERN-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki. \u201ezumal die Ergebnisse der Studie ganz klar zeigen, was Eltern wollen: die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten. Das dr\u00fcckt sich im Wunsch vor allem nach finanzieller F\u00f6rderung aus, aber auch in dem Wunsch, mindestens eineinhalb Jahre beim Kind zu bleiben. M\u00fctter wissen heute, dass der Job zum Leben geh\u00f6rt, Hausfrau f\u00fcr immer m\u00f6chte praktisch niemand mehr sein. Dass trotzdem so viele Eltern nach wie vor die \u201eklassische Arbeitsteilung&#8220; vorziehen, ist kein Beleg f\u00fcr eine Retraditionalisierung, sondern eine sehr kluge Reaktion auf Lebensrealit\u00e4ten: So lange in mehrheitlich von M\u00e4nnern ausge\u00fcbten Berufen sehr viel mehr verdient wird als in \u201eFrauenberufen&#8220;, und so lange sich die Anforderungen der Arbeitswelt am Leben kinderloser Singles orientieren, wird sich daran nichts \u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/17951\/3629957 \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. September wird ein neuer Bundestag gew\u00e4hlt. Die Parteien \u00fcberschlagen sich im Vorfeld mit Versprechen f\u00fcr bessere Familienf\u00f6rderung &#8211; von kostenloser Kita bis hin zu Kindergrundsicherung. 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