{"id":9134,"date":"2017-05-06T13:48:45","date_gmt":"2017-05-06T13:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9134"},"modified":"2017-05-29T13:51:26","modified_gmt":"2017-05-29T13:51:26","slug":"vaterschaftskonzepte-und-verhalten-von-vatern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/05\/06\/vaterschaftskonzepte-und-verhalten-von-vatern\/","title":{"rendered":"Vaterschaftskonzepte und Verhalten von V\u00e4tern"},"content":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Jochen Metzger berichtet Wassilios Fthenakis \u00fcber seine f\u00fcr das Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgef\u00fchrte Studie \u201a<a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/94966\/eafebe974a83e345e5025dbf29f6c405\/prm-24420-sr-band-213-data.pdf \" target=\"_blank\">Die Rolle des Vaters in der Familie<\/a>\u2018 aus dem Jahr 2002<\/p>\n<p><strong>Herr Fthenakis, Sie haben vor einigen Jahren das Selbstbild der V\u00e4ter untersucht. Wie sehen sich die V\u00e4ter denn? <\/strong><\/p>\n<p>Etliche Forscher haben immer wieder gefragt: Wie viele Stunden verbringt der Vater mit den Kindern? Welche Aufgaben \u00fcbernimmt er in der Familie? Von welcher Qualit\u00e4t ist die Vater-Kind-Beziehung? Mich hat dagegen das Idealbild, die subjektive Konstruktion von Vaterschaft interessiert, das Vaterschaftskonzept aus der Sicht der V\u00e4ter und der M\u00fctter. Und da habe ich mit meiner Kollegin Beate Minsel in der Tat etwas \u00dcberraschendes festgestellt: Zwei Drittel der M\u00e4nner zwischen 22 und 45 Jahren definieren sich selbst im Sinne einer sozialen Vaterschaft. Das hei\u00dft: Nicht mehr das Brotverdienen steht an erster Stelle, sondern das Interesse an und die Besch\u00e4ftigung mit den Kindern und der Familie. Das war ein v\u00f6llig neuer Befund, den man bis dahin in dieser Form nicht kannte. Nur 33 Prozent haben das traditionelle Bild von Vaterschaft vertreten \u2013 n\u00e4mlich das als Brotverdiener.<\/p>\n<p><strong>Dieses Vaterschaftskonzept entsteht, sobald sie V\u00e4ter werden? <\/strong><\/p>\n<p>Nein, das beginnt schon deutlich fr\u00fcher. Dieses Idealbild von der sozialen Vaterschaft findet man bereits bei jungen M\u00e4nnern Anfang 20, die noch gar keine Kinder haben. Es entwickelt sich also sehr fr\u00fch und bleibt dann im weiteren Familienverlauf bestehen.<\/p>\n<p><strong>Was erwarten denn die Frauen von ihren Partnern? <\/strong><\/p>\n<p>Auch das hat uns \u00fcberrascht: Die Frauen waren mit den M\u00e4nnern einer Meinung. Die meisten hatten das Idealbild einer sozialen Vaterschaft \u2013 nur ein Drittel der Frauenvertrat ein traditionelles Ideal und sah ihren Partner in erster Linie als Brotverdiener.<\/p>\n<p><strong>Wie gut passt das v\u00e4terliche Ideal zu dem, was in den Familien tats\u00e4chlich passiert? <\/strong><\/p>\n<p>Da sehen wir, dass das Selbstbild in keiner Weise mit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt. V\u00e4ter und M\u00fctter sagen zwar: Wir wollen beide f\u00fcr die Kinder da sein. Wenn dann aber das erste Kind geboren wird, geht der Vater weiter arbeiten \u2013 und zwar in Vollzeit, nicht selten mit \u00dcberstunden.\u00a0\u2026<\/p>\n<p><strong>Der Mann verdient das Geld, die Frau k\u00fcmmert sich um den Haushalt und die Kinder \u2013 dieses Modell hat \u00fcber viele Generationen funktioniert. Was soll daran schlecht sein? <\/strong><\/p>\n<p>Es macht die Frauen unzufrieden, vor allem jene, die eigentlich gut ausgebildet sind und weiterarbeiten wollen, aber wegen der Kinder zu Hause bleiben. Diese Gruppe war in unseren Untersuchungen besonders ungl\u00fccklich.<\/p>\n<p><strong>Die M\u00e4nner haben damit kein Problem? <\/strong><\/p>\n<p>Doch, nat\u00fcrlich. Die V\u00e4ter erleben denselben inneren Konflikt, den man von berufst\u00e4tigen M\u00fcttern kennt. Es f\u00e4llt ihnen schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das gilt f\u00fcr mehr als ein Drittel der V\u00e4ter. Neuere Studien best\u00e4tigen diesen Befund.<\/p>\n<p><strong>Welchen Einfluss hat das f\u00fcr Familie und Partnerschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben darin die wichtigste Quelle f\u00fcr Probleme innerhalb der Elternbeziehung entdeckt. Wenn ein Mann ein egalit\u00e4res Selbstbild vertritt, Beruf und Familie vereinbaren m\u00f6chte, seine Frau aber zu Hause bleibt und ein eher konservatives Konzept vertritt, dann kann man sehen, dass dadurch das Wohlbefinden des Mannes beeintr\u00e4chtigt wird, Konflikte in der Partnerschaft entstehen und seine Akzeptanz und Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber der Frau leidet. Dies erfolgt aber nicht in gleicher Weise, wenn die Frau ebenfalls egalit\u00e4r ausgerichtet ist.<\/p>\n<p><strong>Wie bewusst ist den V\u00e4tern ihr eigenes Selbstbild?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist unterschiedlich. Es gibt eine Gruppe von M\u00e4nnern, die das reflektieren. Die meisten erleben es jedoch unbewusst. Sie kommen in eine diffuse Situation hinein, in der sie sich irgendwie unwohl f\u00fchlen. Aber sie k\u00f6nnen sich nicht rational erkl\u00e4ren, woran das eigentlich liegt.<\/p>\n<p><strong>Sie sagen: Wenn Vater und Mutter unterschiedliche Idealvorstellungen von Vaterschaft haben, ergeben sich Konflikte. Was raten Sie V\u00e4tern konkret? <\/strong><\/p>\n<p>Ein guter Vater sollte sehr viel Zeit und Energie in die Qualit\u00e4t seiner Partnerschaft investieren. Wie gut er und seine Partnerin sich verstehen, ihre Beziehung auf gegenseitige Wertsch\u00e4tzung aufbauen \u2013 das sind die Dimensionen mit der st\u00e4rksten Vorhersagekraft f\u00fcr die Entwicklung der Kinder. Vereinfacht gesagt: Gl\u00fcckliche Paare sind in der Regel auch gute Eltern. \u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fritzundfraenzi.ch\/gesellschaft\/familienleben\/die-neuen-vater-interview-mit-wassilios-e-fthenakis \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit Jochen Metzger berichtet Wassilios Fthenakis \u00fcber seine f\u00fcr das Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgef\u00fchrte Studie \u201aDie Rolle des Vaters in der Familie\u2018 aus dem Jahr 2002 Herr Fthenakis, Sie haben vor einigen Jahren das Selbstbild der V\u00e4ter untersucht. Wie sehen sich die V\u00e4ter denn? 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