{"id":9056,"date":"2017-01-25T18:02:59","date_gmt":"2017-01-25T18:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=9056"},"modified":"2017-02-13T18:09:36","modified_gmt":"2017-02-13T18:09:36","slug":"75-prozent-der-vater-sind-mit-ihren-arbeitszeiten-unzufrieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2017\/01\/25\/75-prozent-der-vater-sind-mit-ihren-arbeitszeiten-unzufrieden\/","title":{"rendered":"75 Prozent der V\u00e4ter sind mit ihren Arbeitszeiten unzufrieden"},"content":{"rendered":"<p>Betriebe haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich M\u00fctter und V\u00e4ter mit kleinen Kindern die Aufgaben in Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen. Viele Eltern, insbesondere V\u00e4ter, streben eine st\u00e4rker egalit\u00e4re Aufteilung von Erwerbs- und Elternzeiten an. M\u00fctter und V\u00e4ter k\u00f6nnen diesen Wunsch aber oft nicht realisieren. Angst vor beruflichen Nachteilen und fehlende Angebote an flexiblen Arbeitszeitmodellen stehen im Weg. Auch finanzielle M\u00f6glichkeiten der Paare begrenzen die Chancen einer Umverteilung bezahlter Arbeit.<\/p>\n<p>Das zeigt eine <a href=\"https:\/\/bibliothek.wzb.eu\/pdf\/2016\/i16-501.pdf\" target=\"_blank\">WZB-Studie<\/a>, die am 24. Januar gemeinsam von WZB-Pr\u00e4sidentin Jutta Allmendinger und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellt wurde. Sie hat erstmals die Rolle von Betrieben f\u00fcr die partnerschaftliche Vereinbarkeit von beruflichen und famili\u00e4ren Aufgaben untersucht. Befragt wurden mehr als 1.700 zusammenlebende M\u00fctter und V\u00e4ter, deren Kinder j\u00fcnger als 13 Jahre alt sind.<\/p>\n<p>Insgesamt w\u00fcnschen sich 42 Prozent der V\u00e4ter und 35 Prozent der M\u00fctter ann\u00e4hernd gleiche Wochenarbeitszeiten. Der Wunsch variiert allerdings erheblich nach der aktuellen beruflichen Situation der Partner. So m\u00f6chte die gro\u00dfe Mehrheit der Paare mit egalit\u00e4ren Erwerbsmodellen (beide Vollzeit oder beide Teilzeit) auch in Zukunft eine egalit\u00e4re Aufteilung beibehalten. Auch die Mehrheit der Paare, in der die Frau Haupt- oder Alleinverdienerin ist, w\u00fcnscht sich eine ausgewogene Aufteilung der Erwerbsarbeitszeiten. Wenn der Mann Haupt- oder Alleinverdiener ist, spricht sich hingegen nur eine Minderheit der M\u00fctter und V\u00e4ter f\u00fcr einen \u00e4hnlichen Erwerbsumfang beider Eltern aus.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der befragten M\u00fctter (52 Prozent) und V\u00e4ter (56 Prozent) geben an, ihre Arbeitszeit aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht reduzieren zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem verhindern betriebliche Gr\u00fcnde eine Arbeitszeitverringerung: Knapp jeder zweite Vater (46 Prozent) und knapp jede dritte Mutter (30 Prozent) haben derzeit keine passende Stelle mit weniger Stunden in Aussicht. 36 Prozent der befragten V\u00e4ter geben an, dass Teilzeit f\u00fcr M\u00e4nner in ihrem Betrieb un\u00fcblich ist; 34 Prozent sagen, dass die oder der Vorgesetzte dagegen ist. Jede f\u00fcnfte Mutter (19 Prozent) gibt Vorbehalte des Vorgesetzten als Hinderungsgrund f\u00fcr Teilzeit an.<!--more--><\/p>\n<p>Mit ihren derzeitigen Arbeitszeiten sind insbesondere V\u00e4ter unzufrieden. 75 Prozent der befragten V\u00e4ter m\u00f6chten gern weniger arbeiten, im Durchschnitt 35 Stunden pro Woche. G\u00e4be es ein R\u00fcckkehrrecht auf Vollzeit, l\u00e4ge ihre Wunscharbeitszeit im Schnitt sogar knapp unter 34 Stunden. Speziell f\u00fcr V\u00e4ter haben Rechtsanspr\u00fcche und finanzielle Anreize eine gro\u00dfe Bedeutung. W\u00fcrde das Elterngeld nur dann im vollen Umfang von 14 Monaten ausgezahlt werden, wenn beide Elternteile jeweils mindestens 4 Monate in Elternzeit gingen, w\u00fcrden rund 82 Prozent der V\u00e4ter und 71 Prozent der M\u00fctter die Aufteilung der Elternzeit ver\u00e4ndern wollen.<\/p>\n<p>Eine egalit\u00e4re Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeitszeiten ist dann eher m\u00f6glich, wenn Eltern in Betrieben arbeiten, die Familienfreundlichkeit mit Gleichstellungszielen verbinden, zum Beispiel familienpolitische Angebote f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten gelten oder sich Angebote nicht nur an Frauen richten. Derzeit arbeiten rund 20 Prozent der Eltern kleiner Kinder in solchen Betrieben. Dieser Betriebstypus findet sich bei Besch\u00e4ftigten aller Qualifikationsniveaus und in allen Wirtschaftszweigen wieder \u2013 besonders\u00a0 h\u00e4ufig jedoch im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der \u00f6ffentlichen Verwaltung.<\/p>\n<p>Familienfreundlichkeit lohnt sich auch f\u00fcr die Unternehmen. Die Arbeitszufriedenheit ist in Betrieben mit guten Vereinbarkeitsbedingungen deutlich h\u00f6her: Hier h\u00e4lt gut die H\u00e4lfte der V\u00e4ter und M\u00fctter einen freiwilligen Arbeitgeberwechsel innerhalb der n\u00e4chsten zwei Jahre f\u00fcr sehr unwahrscheinlich. In familienunfreundlichen Betrieben geben dagegen 80 Prozent der V\u00e4ter und 70 Prozent der M\u00fctter an, dass sie (sehr) wahrscheinlich innerhalb der n\u00e4chsten zwei Jahre eine neue Stelle suchen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wzb.eu\/de\/news\/arbeitgeber-bestimmen-arbeitsteilung-in-den-familien-mit \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebe haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich M\u00fctter und V\u00e4ter mit kleinen Kindern die Aufgaben in Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen. Viele Eltern, insbesondere V\u00e4ter, streben eine st\u00e4rker egalit\u00e4re Aufteilung von Erwerbs- und Elternzeiten an. M\u00fctter und V\u00e4ter k\u00f6nnen diesen Wunsch aber oft nicht realisieren. 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