{"id":8930,"date":"2016-08-02T18:51:50","date_gmt":"2016-08-02T18:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=8930"},"modified":"2016-08-04T18:54:18","modified_gmt":"2016-08-04T18:54:18","slug":"aok-familienstudie-untersucht-belastungen-und-bewaltigungsstrategien-von-vatern-und-muttern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2016\/08\/02\/aok-familienstudie-untersucht-belastungen-und-bewaltigungsstrategien-von-vatern-und-muttern\/","title":{"rendered":"AOK Familienstudie untersucht Belastungen und Bew\u00e4ltigungsstrategien von V\u00e4tern und M\u00fcttern"},"content":{"rendered":"<p>V\u00e4ter sind traditionell erwerbst\u00e4tig. Seit vielen Jahren steigt auch der Anteil der erwerbst\u00e4tigen M\u00fctter. Die zuverl\u00e4ssige und nachhaltige finanzielle Absicherung eines Haushaltes ist heute nur noch durch die Erwerbst\u00e4tigkeit beider Eltern m\u00f6glich. Zudem ist jungen Frauen inzwischen eine berufliche Karriere fast genauso wichtig wie vielen jungen M\u00e4nnern. Hierdurch ergeben sich neue Herausforderungen f\u00fcr die Organisation des Familienalltags. M\u00fctter und V\u00e4ter m\u00fcssen die Anspr\u00fcche von Hausarbeit und Kinderbetreuung mit denen von Beruf und Karriere in Vereinbarung bringen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/aok-bv.de\/imperia\/md\/aokbv\/presse\/pressemitteilungen\/archiv\/2016\/hurrelmann_studie_2016.pdf \" target=\"_blank\">Studie<\/a> kommt zu vier wichtigen Ergebnissen:<\/p>\n<p>1. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil von M\u00fcttern und V\u00e4tern ist heute erwerbst\u00e4tig, wobei in Paarfamilien der Anteil bei den V\u00e4tern deutlich h\u00f6her als bei den M\u00fcttern. M\u00fctter bevorzugen Erwerbst\u00e4tigkeit in Teilzeit, V\u00e4ter in Vollzeit. Auch Alleinerziehende sind mehrheitlich erwerbst\u00e4tig. Alle beruflich aktiven Eltern, sowohl die aus Paarfamilien als auch die Alleinerziehenden, stehen ihrer Erwerbst\u00e4tigkeit positiv gegen\u00fcber und betrachten sie als einen wichtigen Bestandteil ihrer Lebensf\u00fchrung.<\/p>\n<p>2. Die befragten Eltern sehen deutlich die Belastungen, die durch ihre Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr das Familienleben und besonders die Betreuung und Erziehung der Kinder entstehen. An erster Stelle werden zeitliche Belastungen genannt, gefolgt von finanziellen, psychischen, gesundheitlichen, k\u00f6rperlichen und partnerschaftlichen. Die zeitlichen Engp\u00e4sse werden demnach heute als ganz besonders belastend empfunden. Die Belastung der Frauen in Paarfamilien ist dabei noch um einiges gr\u00f6\u00dfer als die der M\u00e4nner in Paarfamilien.<\/p>\n<p>3. Besonders stark ist die Belastung auf allen untersuchten Ebenen bei den Alleinerziehenden. Bei ihnen fallen auch die finanziellen Belastungen st\u00e4rker ins Gewicht als bei den Paarfamilien. Stehen Alleinerziehende unter zeitlichen Belastungen, dann wirken sich bei ihnen auch alle anderen Auspr\u00e4gungen von Belastung st\u00e4rker aus.<\/p>\n<p>4. Zur Bew\u00e4ltigung ihrer Belastungen greifen die befragten M\u00fctter und V\u00e4ter vor allem auf regenerative Strategien zur\u00fcck: \u201eSport treiben\u201c und \u201eHobbys nachgehen\u201c stehen an erster Stelle, gefolgt von Auszeiten. Ans\u00e4tze der strukturellen Bew\u00e4ltigung der Herausforderungen, wie etwa eine Verbesserung der Haushaltsorganisation oder des Angebotes von au\u00dferfamili\u00e4rer Kinderbetreuung, werden hingegen wenig genannt. Konkrete mentale Stressbew\u00e4ltigungsstrategien werden nicht berichtet. Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass die Eltern die Belastungen, die sich aus der von ihnen bef\u00fcrworteten Erwerbst\u00e4tigkeit ergeben, in erster Linie durch eine Regulierung und Kontrolle der pers\u00f6nlichen Stressreaktion zu mildern versuchen. Dar\u00fcber hinaus stellen sie sich gewisserma\u00dfen pers\u00f6nlich der Verantwortung, die sie mit ihrer Entscheidung f\u00fcr die Gestaltung des Familienlebens getroffen haben.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der vorliegenden Studie veranschaulichen, dass die heutige junge Generation von Eltern nicht nur vor neuartigen, sondern vermutlich auch vor gr\u00f6\u00dferen Anforderungen an die Bew\u00e4ltigung des Familienalltags steht als fr\u00fchere Generationen. Im Prinzip werden heute alle Entscheidungen des Familienlebens in die Verantwortlichkeit der Eltern gelegt, ohne dass die strukturellen Bedingungen hierf\u00fcr im gleichen Ausma\u00df verbessert werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die aktuelle AOK Familienstudie hat das Forschungsinstitut produkt + markt 1.000 Eltern von Kindern im Alter von vier bis siebzehn Jahren befragt. Die Befragten waren im Durchschnitt 42,6 Jahre alt und stammten zu etwa 80 Prozent aus Paarfamilien, ein Anteil von knapp 20 Prozent waren Alleinerziehende.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/aok-bv.de\/presse\/pressemitteilungen\/2016\/index_16912.html \" target=\"_blank\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V\u00e4ter sind traditionell erwerbst\u00e4tig. Seit vielen Jahren steigt auch der Anteil der erwerbst\u00e4tigen M\u00fctter. Die zuverl\u00e4ssige und nachhaltige finanzielle Absicherung eines Haushaltes ist heute nur noch durch die Erwerbst\u00e4tigkeit beider Eltern m\u00f6glich. Zudem ist jungen Frauen inzwischen eine berufliche Karriere fast genauso wichtig wie vielen jungen M\u00e4nnern. 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